RTL-Absage

21. Februar 2017

Das sorgt in den benachbarten Niederlanden knapp vier Wochen vor den Parlamentswahlen  für Schlagzeilen:

Die für den 26. Februar geplante RTL-Wahldebatte wurde abgesagt, weil sowohl die [konservative] VVD als auch die [rechtspopulistische] PVV nicht mehr daran teilnehmen wollten. Anfänglich hatte RTL zugesagt, nur die vier in den Wahlumfragen am besten abschneidenden Parteien einzuladen. Weil aber die Unterschiede zwischen D66, CDA und GroenLinks in den Umfragen so gering waren, dass sie unter die Fehlertoleranz fielen, hatte RTL beschlossen, sie alle drei einzuladen. Hierdurch fühlten sich sowohl Geert Wilders als auch koenvossenMark Rutte, die keinerlei Bedarf an noch mehr Konkurrenten hatten, vor den Kopf gestoßen. „Dann kann ich schön Karneval feiern“ twitterte Wilders bereits. Zwei Tage später beschloss RTL, die Wahldebatte doch stattfinden zu lassen, allerdings ohne Beteiligung von PVV und VVD.

Alle Parteien messen der RTL-Wahldebatte, die bei den letzten Wahlen immer die erste große Fernsehdebatte zwischen den wichtigsten Parteien war, eine große Bedeutung bei. Es hat sich in der Vergangenheit schon mehrmals gezeigt, dass diese Wahldebatte eine enorme Wirkung auf die Popularität eines Kandidaten haben kann. So hinterließ der PvdA-Vorsitzende Wouter Bos 2003 bei der RTL-Wahldebatte einen starken Eindruck. Nach der Sendung wurde er von einer Gruppe von Kommentatoren überall als der große Sieger betrachtet, wodurch seine Popularität  einen kräftigen Aufschwung verzeichnen konnte. Ein solcher Aufwärtstrend wird dabei noch einmal verstärkt, weil viele Wähler gerne für Sieger stimmen (der so genannte „Bandwagon-Effekt“).

Die RTL-Wahldebatte kann auch die umgekehrte Wirkung haben. Im Jahr 2012 machte Emil Roemer hier keinen besonders starken Eindruck: Der SP-Vorsitzende schien nicht alle Zahlen gut zu kennen und ließ sich von dem gewitzten Debattierer Rutte die Butter vom Brot nehmen. Damit war der Vormarsch, den die SP in den Umfragen erlebt hatte, abrupt beendet. Die Partei fiel in den Umfragen zurück, woraufhin viele Wähler das sinkende Schiff verließen. Viele von ihnen stiegen auf die PvdA von Diederik Samson um. Dieser hatte bei der RTL-Debatte gerade einen überraschend starken Eindruck hinterlassen und erhielt auf einmal Aufwind. Die PvdA, um die es zu Beginn des Wahlkampfs des Jahres 2012 dramatisch bestellt war, ging völlig unerwartet als einer der großen Sieger aus der Wahl hervor.

Die Tatsache, dass Wahldebatten einen so großen Einfluss haben, zeigt, dass viele niederländische Wähler bis zum letzten Augenblick zwischen verschiedenen Parteien zweifeln. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die inhaltlichen Unterschiede zwischen Parteien wie dem CDA und der VVD auf der rechten oder GroenLinks, D66 und PvdA auf der linken Seite sind nicht übertrieben groß. In dieser Situation kann der Eindruck, den ein Kandidat bei den Debatten macht, den Ausschlag geben. So gesehen ist es nachvollziehbar, dass Rutte und Wilders beide beschlossen haben, nicht an der RTL-Debatte teilzunehmen. Beide Parteien wollen, dass die Wahlen auf eine Art Zweikampf zwischen Wilders und Rutte hinauslaufen. In diesem Fall werden viele Wähler möglicherweise für einen der beiden stimmen, um den jeweils anderen zu verhindern. Besonders Rutte hofft auf Stimmen von Wählern, die befürchten, dass Wilders mit der PVV die größte Kraft wird. Einer Untersuchung der Universität Amsterdam zufolge kann er dadurch sogar der D66 und GroenLinks Wähler abjagen.

Diese Strategie würde allerdings gefährdet, wenn es dem D66-Vorsitzenden Alexander Pechtold oder dem GroenLinks-Vorsitzenden Jesse Klaver während der RTL-Debatte gelänge, sich als die progressive Alternative zu profilieren. Die Entscheidung von RTL, fünf statt vier Parteien einzuladen, bot Rutte und Wilders so eine perfekte Entschuldigung dafür, ganz auf eine Debatte zu verzichten, in der sie mehr zu verlieren als zu gewinnen hätten. Jetzt, wo RTL beschlossen hat, die Debatte doch – nun aber ohne PVV und VVD – stattfinden zu lassen, war dies vielleicht doch die falsche Entscheidung.

 

>>Ein Beitrag von Koen Vossen (Fot) für NiederlandeNet<<

*dass

20. September 2016

Bildungsauftrag erfüllt. Der deutsch-französische Fernsehsender ARTE hat mit nur einem Tweet bewiesen, dass die öffentlichen Gelder für die Finanzierung gerechtfertigt sind. ARTE 1:0 RTL. (Quelle)

dass

Udo

30. November 2011

Es gibt eine neue, dringende Aufgabe für den emsländischen Kreispressesprecher Udo Mäsker. Der hat entschlossen schon vor einer Woche die renommierte ZEIT in die publizistischen Schranken gewiesen. Jetzt wartet auf ihn eine neue Herausforderung in Sachen Emsland, wo es angeblich keine Berühmtheiten, dafür Traktor dominierte Straßen und auf ihre Sauferei stolze Eingeborene gibt. Diesmal sind es die Sachsen! Deren Sächsische Zeitung weiß nämlich dies:

„Posse um „Bauer sucht Frau“: Die Kuppelshow mogelt einen Schweinebauern ins Emsland, den es dort gar nicht gibt. Taktik, sagt man bei RTL – alle Fragen beantwortet das nicht.
„Der sanfte Schweinebauer Uwe“ , der leider nicht da zu Hause ist, wo man glauben soll, im „wunderschönen Emsland“.
Groß war sie, die Freude unter den Emsländern im Oktober. Die erste Folge der neuen „Bauer sucht Frau“-Staffel wurde bei RTL ausgestrahlt. Und diesmal war doch tatsächlich einer von ihnen dabei: „der sanfte Schweinebauer Uwe“ aus dem „wunderschönen Emsland“ – das zumindest behauptete Moderatorin Inka Bause immer wieder aus dem Off. „Es wächst zusammen, was zusammengehört“, schrieb der Haselünner Tobias Tappel – und das war nur einer von unzähligen freudigen Facebook-Kommentaren. Kein Wunder, der Landkreis Emsland im Westen von Niedersachsen ist landwirtschaftlich geprägt, die Straßen werden oft von Traktoren dominiert.
Der Euphorie aber…“

Allein schon, dass überhaupt Sachsen etwas über das Emsland schreiben dürfen. Udo, übernehmen Sie, bitte!

Gaddafi

16. März 2011

Dann gibt es immer noch den libyschen Diktator. Oberst Gaddafi ist voll des Lobes für die Berliner  CDU/CSU-FDP-Regierung. Sie wollte keine Flugverbotszone über dem nordafrikanischen Land. Und deshalb  kann Muammar al-Gaddafi mit aller Macht den Aufstand niederbomben.

„Die Deutschen haben uns gegenüber eine sehr gute Position eingenommen, ganz anders als viele wichtige Länder im Westen“, sagte Gaddafi in einem vom TV-Sender RTL am gestrigen Dienstag verbreiteten Interview. Er traue dem Westen nicht mehr. Als Konsequenz gingen Ölaufträge künftig an Russland, Indien und China: „Der Westen ist zu vergessen.“

Deutschland in einer Reihe mit Russland, Indien und China. Wow, Guido!!


Tief

13. Oktober 2010

Angenehme morgendliche Allzeittief-Meldung der Agenturen:
Die Koalitionsparteien CDUCSUFDP  sind in der wöchentlichen Forsa-Umfrage für «Stern» und RTL auf ein neues Rekordtief gefallen, die Grünen erreichen immer neue Höhen. Zusammen kommen Union und FDP nur noch auf 33 Prozent, berichtete der Fernsehsender RTL.

CDU und CSU fielen wieder um zwei Punkte auf 29 Prozent zurück. Die FDP rutschte in der Sonntagsfrage erneut um einen Punkt auf 4 Prozent und müsste im theoretischen Fall einer Bundestagswahl zum jetzigen Zeitpunkt um den Wiedereinzug ins Parlament bangen. Die Grünen gewannen einen Punkt hinzu und lagen mit 25 Prozent nun schon zwei Punkte vor der SPD mit unverändert 23 Prozent. Die Linke verbesserte sich um zwei Punkte auf 12 Prozent.

Mit zusammen 48 Prozent hätten Grüne und SPD einen 15-Punkte- Vorsprung vor Union und FDP. Theoretisch hätten sie bei einer tatsächlichen Wahl damit die absolute Mehrheit der Stimmen.

(Quelle Süddeutsche) …und mehr