Pussy Riot

16. Juli 2013

update: Inzwischen git es große Zweifel an der Urheberschaft des Videos. Guckst Du hier!

ПРЕМЬЕРА ПЕРВОЙ ПОСЛЕ ПАНК-МОЛЕБНА АКЦИИ PUSSY RIOT „КАК В КРАСНОЙ ТЮРЬМЕ“!

Все фотографии акции по захвату нефтяных объектов России с комментариями активисток, а также полный текст песни: http://pussy-riot.info/blog/2013/7/16 

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Juwel

14. Oktober 2010

Der künftige BP-Chef Robert Dudley will an den 2.500 Aral-Tankstellen und -was in Lingen von größtem Interesse ist-  den BP-Raffinerien in Lingen („ERE“, Foto re. ) und Gelsenkirchen laut einem Pressebericht festhalten. Auch die Ölmarke Castrol wolle der Amerikaner, der am 1. Oktober die Führung des angeschlagenen britischen Mineralölmultis übernommen hat, nicht veräußern, berichtete bereits vor einigen Tagen die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf Unternehmenskreise in London. All diese Geschäftsbereiche gehörten zu den „Juwelen im Konzern“ und stünden daher nicht zum Verkauf, sagte ein Insider der Zeitschrift.
Im Sommer hatte die „Wirtschaftswoche“ über Gerüchte berichtet, BP wolle seine deutschen Geschäftsbereiche an den russischen Staatskonzern Rosneft veräußern, um die Kosten der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nach dem Untergang der Förderplattform „Deepwater Horizon“ zu finanzieren.

(Foto: Erdölraffinerie Emsland, © dendroaspis2008, CC flickr)

ERE-update

29. August 2010

Glaubt man den Auguren, wird es zunächst doch nichts mit der  russischen Übernahme der BP-Raffinerie in Lingen, über die vor knapp einem Monat spekuliert wurde. Die Europa-Ausgabe der Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ berichtet jetzt, dass der russische Staatskonzern Rosneft 50% der Ruhr Oel GmbH („ROG“) erwerben will. Diese Anteile gehören seit der Gründung des  Unternehmens 1983 der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft  Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA).

Die andere Hälfte des Gemeinschaftsunternehmens gehörte zunächst der staatlichen deutschen Veba Oel AG . Ruhr Oel GmbH war weltweit die erste Kooperation zwischen einem Erdöl produzierenden und einem Erdöl verbrauchenden Land. Später fusionierte der VEBA-Konzern mit der VIAG zur E.ON AG.  2002 erwarb dann die Deutsche BP AG in zwei Schritten das Ölgeschäft von der E.ON AG und damit auch die Anteile an der Ruhr Oel. Inzwischen ist die Deutsche BP AG in der BP Europa SE aufgegangen. In dieser Europäischen Aktiengesellschaft mit dem Sitz in Hamburg (Handelsrgeister AG Hamburg  HRB 8243) hat  BP zum 01.01.2010  seine Landesgesellschaften Deutschland, Österreich, Belgien, Niederlande und Polen zusammengefasst.

Ruhr Oel besitzt die beiden Gelsenkirchener Raffinerien Scholven und Horst, die nur 7 km voneinander entfernt liegen. Gesteuert werden das Raffineriesystem und die petrochemischen Anlagen von der Betriebsführungsgesellschaft BP Refining & Petrochemicals GmbH (BP RP), einer 100 %igen Tochter der Deutsche BP AG mit Sitz ebenfalls in Gelsenkirchen. BP RP ist auch mit der operativen Steuerung der  „Erdölraffinerie Emsland“ (ERE) in Lingen beauftragt; im Gegensatz zu den beiden Gelsenkirchener „ROG“-Raffinerien ist die ERE aber eine 100 %ige Tochter der BP Europa SE. Daneben hält die Ruhr Oel GmbH auch Anteile an den Raffinerien PCK in Schwedt, Miro in Karlsruhe und Bayernoil in Vohburg. Insgesamt kontrolliert das Unternehmen rund ein Viertel der Raffineriekapazitäten in Deutschland. Darüber hinaus hält ROG Beteiligungen an verschiedenen Pipeline-Gesellschaften und ist Muttergesellschaft der DHC Solvent Chemie GmbH in Mülheim.

Die laut „Wall Street Journal“ bevor stehende Übertragung der Gesellschaftsanteile von der venezolanischen PDVSA auf Rosneft betrifft auch BP, das die zweite Hälfte an Ruhr Oel hält. BP hat deshalb ein Vorkaufsrecht an dem 50%-Anteil des venezolanischen Partners. Damit die Briten auf dieses vertragliche Vorkaufsrecht verzichten, soll Rosneft ihnen ein attraktives Angebot gemacht haben, berichtet das „Wall Street Journal“. Danach wollen Rosneft und die im Unterwassergeschäft bekanntlich sehr erfahrene 😉 BP künftig gemeinsam die Ölreserven in der Arktis erforschen. „Dies wäre ein wichtiges Signal, dass BP trotz der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko als Partner für neue Projekte weiter salonfähig“ ist, kommentiert SPIEGEL-online. BP und Rosneft kennen sich bekanntlich, die Konzerne arbeiten schon bei einer Reihe anderer Projekten zusammen.

Die ERE im Lingener Stadtteil Holthausen-Biene würde also bei dieser Lösung erst einmal nicht verkauft, sondern bliebe als 100%ige Tochtergesellschaft weiterhin im Eigentum der Deutschen BP AG.

(Korrektur 30.08.2010)

Forst

20. August 2010

Zwischennachrichten aus und über den Altenlingener Forst meldet in dieser Woche die Internetseite (Foto) der Bürgerinitiative  Pro-Altenlingener Forst. Man liest:

„Nun sind seit der ersten massiven Fäll-Aktion im Altenlingener Forst Anfang 2009 bereits eineinhalb Jahre vergangen. Das Ergebnis: Brachland statt eines über hundert Jahre alten Waldes. Und: Weiter tut sich nichts.

Bei der Stadt heißt es immer wieder nur: „Konkrete Pläne liegen zurzeit nicht vor.“ Konkret wurde bisher also nur die Rodung der Bäume – und damit die sinnlose Zerstörung eines der letzten großen in ner städtischen Waldgebiete, das unmittelbar an die Wohnbebauung angrenzt und damit ein wichtigesNaherholungsgebiet darstellt. Die immer wieder von den Vertretern der Stadt angeführte „Kompensa tion“ (= Schaffung von Naturersatzflächen) ist vielfach keine, da sehr häufig lediglich… “
(weiter auf der Internetseite der Bürgerinitiative pro-Altenlingener Forst, 18.08.2010).

Mir fiel schnell auf, dass ich in dem Zwischenbericht auf der BI-Internetseite nichts über die hektargroße Abholzung des Altenlingener Forstes nahe der Straße Am Wallkamp finde, wo rechtzeitig zur Kommunalwahl 2011 der vierte Fußballplatz für den ASV Altenlingen entstehen soll. Wer kneift da vor einer überfälligen Diskussion?

Nun, ein vierter Platz ist notwendig, keine Frage. Allerdings keinesfalls zwangsläufig so, dass man einen Hektar Forstfläche opfern muss. Offenbar traut sich aber bisher niemand, nach einem Kompromiss auch nur zu suchen. Der ließe sich verwirklichen, wenn BP (oder Rosneft oder wer auch immer künftig Eigentümer der Raffinerie ist), keine überflüssige Straße durch den Altenlingener Forst schlagen lässt, sondern dem lokalen Sportverein ein neues Sportgelände -zum Beispiel westlich jenseits des Kanals in den Maisäckern – sponsort und die Stadt ihren Anteil daran aus dem Verkauf  des jetzigen Sportareals an Bauwillige zuschießt. Die Altenlingener Anwohner des Sportplatzes hätten sicherlich nichts dagegen. Der Altenlingener Forst auch nicht.

Lücke II

3. August 2010

Die Nachrichtenticker melden m Montag zur Rosneft-Diskussion und damit zur Zukunft der Erdölraffinerie Emsland:

Montag, 2. August 2010, 17:24 Uhr
Moskau (Reuters) – Russlands größter Ölproduzent Rosneft hat kein Interesse an der deutschen Tankstellenkette Aral des angeschlagenen Ölkonzerns BP.

„Rosneft hat keine derartigen Pläne“, sagte ein Rosneft-Manager am Montag. Die „Wirtschaftswoche“ hatte am Wochenende berichtet, BP wolle Aral verkaufen, um Geld für die Begleichung der Kosten der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko zusammenzubekommen. Der Wert der Kette wurde auf gut zwei Milliarden Euro beziffert. Dabei wurde auch Rosneft als möglicher Interessent gehandelt. Aral mit seinen 2500 Tankstellen gehört seit 2002 zu BP. Der britische Konzern dementierte, die Kette verkaufen zu wollen.

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Montag, 02.08.10|09:15

(Comcenture) … Inzwischen betonte BP, man werde sich von Vermögenswerten im Bereich Produktion, nicht jedoch im Servicebereich zudem auch Tankstellennetze gehören trennen. Im Laufe dieser Woche hatte BP den ersten Quartalsverlust seit 1992 als Folge aus der Ölkatastrophe nach der Explosion der „Deepwater Horizon“ im April dieses Jahres vermelden müssen. Mehr zum BP-Quartalsergebnis

Mittlerweile hat auch die „AVIA“ eine angebliche Interessensbekundung zur Übernahme des ARAL-Tankstellennetzes bei BP dementiert. zur AVIA-Website

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Wir erkennen:
Um Aral wird noch gefeilscht und die Erdölraffinerien in Lingen (Foto rechts; © dendroaspis2008, flickr.com) und Gelsenkirchen sind BP-Vermögenswerte im Bereich der Produktion…

Lücke

2. August 2010

Avia kennen Sie und Total auch. Aber kennen Sie Rosneft? Diese Lücke sollten Sie schnell schließen.

Denn  der Mineralölkonzern BP braucht bekanntlich sehr viel Geld für die Kosten, die durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko entstehen. Der neue BP-Chef Bob Dudley muss dazu die Trennung von Firmenteilen vorantreiben, damit der Konzern den milliardenschweren Ölpest-Verpflichtungen nachkommen kann. Angekündigt hat BP bereits, bis Ende 2011 Vermögenswerte im Volumen von bis zu 30 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Mittendrin ist dabei die deutsche Aral-Kette, die BP gehört. Aral ist mit 2500 Tankstellen Marktführer in Deutschland und insbesondere mit ihren Tankstellen-Shops sehr erfolgreich. Über den Verkauf von Aral wird jetzt spekuliertberichtet. Auf gut zwei Milliarden Euro taxieren die Fachleute den Wert von Aral.

An Aral interessiert sind der französische Ölkonzern Total, der Tankstellenverbund Avia sowie vor allem der russische Ölkonzern Rosneft (Firmenlogo rechts), meldet das Magazin „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf beteiligte Investmentbanker. Die „Wirtschaftswoche“ weiß darüber hinaus, dass Interessent Rosneft außerdem   die beiden deutschen BP-Raffinerien  kaufen will. Dies betrifft Lingen. Die Erdölraffinerie Emsland ist eine der beiden.

Schon im Frühsommer wurde bekannt, dass Rosneft seine Chancen auf dem deutschen Markt prüft. Rosneft will ganz offenkundig ins westeuropäische Endkundengeschäft und Aral mit Benzin beliefern, das aus russischem Erdöl eigener Produktion gewonnen wird. Aus diesem Grund ist für die Russen, die bislang nur zwei Raffinerien in Russland betreiben,  auch ein Erwerb der beiden BP-Raffinerien in NRW und Niedersachsen interessant. Und die liegen bekanntlich in Gelsenkirchen und hier bei uns in Lingen.

Eine BP-Sprecherin bezeichnete zwar am Sonntag den Bericht gegenüber dem Online-Portal „Der Westen“ als „reine Spekulation“. Aber solche Dementis sagen bekanntlich nichts anderes als „Stimmt! Aber wir dürfen/wollen jetzt noch nichts sagen!“

Also rückt das staatliche russische Energieunternehmen Rosneft in den regionalen Mittelpunkt. Denn es sieht ganz so aus, als ob das Ölleck im Gold von Mexico, das am morgigen Dienstag einmal mehr geschlossen werden soll,  jetzt einen neuen Eigentümer der Erdölraffinerie Emsland produziert. Rosneft, Hauptsponsor (TuS Lingen, bitte Obacht geben)  der Olympischen Winterspiele von Sotschi , hat allerdings kein besonders gutes Renomee. Über den 50-Milliarden-Dollar-Konzern gelang es 2004 dem russischen Staat, die Kontrolle über den größten Teil des privaten  Jukos-Konzern zu übernehmen, dessen ehemaliger Chef Michail Chodorkowski dann wegen angeblicher Steuerschulden in einem unfairen, konstruierten Gerichtsverfahren zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Rosneft ersteigerte die Produktionsgesellschaft Juganskneftegas, die wichtigste Jukos-Tochter, weit unter Wert für sieben Milliarden Euro (9,4 Milliarden US-Dollar), nachdem russische Finanzbehörden Jukos mit Steuernachforderungen von rund 28 Milliarden US-Dollar zum Verkauf gezwungen hatten.

Ungeachtet dessen verspricht die strategische Ausrichtung des russischen Konzerns allemal für die moderne Lingener Erdölraffinerie (Foto rechts; © dendroaspis2008, flickr.com )eine sicherere Zukunft und entsprechende Arbeitsplätze als bei der krisengeschüttelten BP.

Nachtrag:
Bevor jemand meint, Total sei gegenüber Rosneft die bessere Adresse: Da gibt es dies (mehr) und dies an Schäbigem.