„Ihr habt gevotet“

26. Oktober 2021

„Cringe“ ist das Jugendwort des Jahres 2021. Der für das Gefühl von Fremdscham stehende Begriff erhielt in einem Onlinewahlverfahren unter Jugendlichen 42 Prozent der Stimmen, wie der Langenscheidt-Verlag gestern in Stuttgart mitteilte. Eine peinliche Situation wird als „cringy“ bezeichnet. Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort „zusammenzucken“ oder „erschaudern“.

„Der Begriff gehört zum aktiven Sprachgebrauch der Zehn- bis 20-Jährigen“, erklärte der Verlag, der die Wahl seit 2008 organisiert. Das zeige sich nicht zuletzt daran, dass „cringe“ im vergangenen Jahr bereits Platz zwei belegt hatte.

Bei der aktuellen Abstimmung kam „sus“ auf Platz zwei. Die Abkürzung für „suspekt“ oder das englische „suspect“ wird genutzt, wenn etwas „verdächtig“ erscheint. Platz drei belegte mit „sheesh“ ein Ausdruck, der Erstaunen ausdrücken soll. Verwendet wird das Wort entweder vor oder nach einem Satz, um das Gesagte zu dramatisieren.

Das Jugendwort wurde in einem dreistufigen Onlinewahlverfahren ausgewählt – Jugendliche konnten Begriffe vorschlagen und anschließend über ihre Favoriten abstimmen. Rund 1,2 Millionen Jugendliche beteiligten sich an der Wahl.

ps:
Ronny Kraak von „Das Kraftfuttermischwerk“  meint: „Eigentlich sind mir die Jugendwörter der letzten Jahre ja egal geworden, aber das hier ist auf Metaebene einfach zu schön. Wenn in der Tagesschau erklärt wird, dass das Jugendwort 2021 “cringe” ist das nämlich fast irgendwie selbsterklärend, weil schon halt ein bisschen cringe.“
So ist es.

 


Quellen: Das_kfmw, Tagesschau, Langenscheidt.de

ADHS

7. Oktober 2021

Hier zeige ich das Zeitraffer-Video eines Schülers mit ADHS, der sich ein Mathe-Video und im Vergleich dazu Star Wars anschaut Ronny Kraak schreibt dazu in seinem Kraftfuttermischwerk-Blog:

„Ich will das hier Gezeigte ganz wertfrei verstanden wissen. Mir als Kind wurde immer gerne mal schnell nachgesagt, dass ich eines wäre, das unter ADHS leiden würde. In der DDR hat das aber kaum wer attestiert, weshalb ich dafür nie eine explizite Diagnose bekam. Später habe ich irgendwie damit leben gelernt und das Kiffen hat mich für ein paar Jahre auch irgendwie daraus geholt, weshalb das für mich dann irgendwann kein Thema mehr war, wobei ich auch heute noch überdurchschnittlicher „hibbeliger“ und „nervöser“ als andere um mich herum wahrgenommen werde. Sagt man mir so, wobei das dabei ja lange nicht alles ist. Ich war deshalb nie beim Arzt und weiß, dass es anderen da anders geht. Und ich kiffe halt auch nicht mehr. Wie gesagt; ich habe das nie prüfen lassen, aber fühle dieses Video, das an der University of Central in Florida entstanden ist, schon sehr.

Wir sehen: einen Schüler mit ADHS, der sich ein Mathe-Video ansieht und im Vergleich dazu denselben Schüler, wie er Star Wars sieht. Dazwischen liegen nervlich offenbar ganze Welten. Und das schreibe ich als ausgemachter Trekki.“

University of Central:

„That may not seem surprising. After all, weren’t the children absorbed by the sci-fi movie and bored by the math lesson? Not so, [ Mark Rapport, director of the Children’s Learning Clinic at the University of Central Florida] said.That’s just using the outcome to explain the cause,“ he said. „We have shown that what’s really going on is that it depends on the cognitive demands of the task. With the action movie, there’s no thinking involved – you’re just viewing it, using your senses. You don’t have to hold anything in your brain and analyze it. With the math video, they are using their working memory, and in that condition movement helps them to be more focused.“

The takeaway: Parents and teachers of children with ADHD should avoid labeling them as unmotivated slackers when they’re working on tasks that require working memory and cognitive processing, researchers said.“

dystopische Szene

5. November 2020

In Barcelona kam es wegen der konsequenten Lockdown-Maßnahmen in den letzten Tagen zu nächtlichen Ausschreitungen. Am Rande davon „diese dystopische Szene, die wie aus einem Spielfilm wirkt“ (Ronny Kraak auf Kraftfuttermischwerk). PianolitoPeter bringt Eternal Flame zu Gehör. Ach ja, passt auf euch auf.

KFMW

26. Dezember 2019

Das Kraftfuttermischwerk ist eine der inspirierendsten Seiten im deutschen Netz, finde ich. Und alljährlich präsentiert Macher Ronny Kraak seinen Adventskalender mit ganz viel guter Musik. Hier der ganze Kalender im Rückblick, genau das Richtige für diesen regnerischen 2. Weihnachtstag. Habt Freude dran.

 

vor 60 Jahren

15. September 2019

Das konnte man sich vor gut 60 Jahren wohl auch in Amsterdam nicht vorstellen und hat es dann trotzdem einfach mal gemacht. Heute gibt es dort eine Innenstadt geprägt von ÖPNV, Fußgängern und Radfahrern. Es funktioniert offenbar gut. Und keiner heult rum.

„Lasst uns doch auch hier den notwendigen Lieferverkehr in Städten mit Autos fahren, gesundheitlich eingeschränkte Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind sowieso – und irgendwelche Hotelgäste noch dazu, wenn die Hotels Parkplätze haben, die nicht auf öffentliche Parkflächen angewiesen sind.

Der Rest kann gehen. Oder besser: laufen, ÖPNV oder diese E-Scooter nutzen. Wäre derber Fan dieser Umsetzung. (Wobei selbst in Amsterdam immer noch viel zu viele Autos unterwegs sind, aber irgendwo musst du halt auch erstmal anfangen.“ (Ronny Kraak)

(Quelle: Das Kraftfuttermischwerk)