Über 40 Jahre

30. Juni 2021

Über 40 Jahre hat Rita Gölnitz verletzte und geschwächte Igel bei sich zu Hause aufgenommen. Gölnitz päppelte sie auf, bis sie wieder fit genug waren, um im Freien zu überleben. „Jetzt ist es aber Zeit für mich in meine „Päppler-Rente“ zu gehen“, sagt Rita Gölnitz. Insgesamt hat die gelernte Kinderkrankenschwester über 900 Igel versorgt. Sie baute in dieser Zeit ein großes Netzwerk von Menschen auf, die in der Aufzucht helfen, aber auch die ihren naturnahen Garten für das Auswildern zur Verfügung stellen. Auch Tierärzte sind dabei, auf deren Rat und Unterstützung sie zurückgreifen kann.

Eine dieser Personen ist seit fast 15 Jahren Heidi Patzer. 2007 kontaktierte Rita Gölnitz sie nach einem Fund von 5 jungen Igeln und brachte sie zur Igelstation nach Meppen. Und jetzt übernimmt Heidi Patzer diese Station. Der neue Standort ist in Haren. Der Schwerpunkt der Station liegt auf der Pflege von Igeln aber auch verletzte Wildhasen und Kaninchen werden aufgenommen. „Die ersten Ausläufe und Gehege stehen schon und ich habe gerade wieder einen neuen Igel reinbekommen“, erklärt die Igelfreundin.

„Ich bin sehr froh, dass Heidi die Igelstation übernimmt.“, freut sich Rita Gölnitz über ihre Nachfolgerin, „so kann ich beruhigt die Aufgabe abgeben“. „Wir bedanken uns sehr herzlich bei Rita Gölnitz für ihr jahrelanges, unermütliches und fachkundiges Engagement und freuen uns auf die kommende Zusammenarbeit mit Heidi Patzer“, sagte Hanna Clara Wiegmann, Geschäftsführerin der NABU Regionalgeschäftsstelle Emsland/Grafschaft Bentheim, bei der Verabschiedung.

Beiden Igelspezialistinnen ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass Igel gerade in der heißen Jahreszeit Unterstützung brauchen, beispielsweise durch Aufstellen von Wasserstellen.  Dabei ist es aber sehr wichtig, dass auf Hygiene geachtet wird und die Wasserstellen täglich gereinigt werden.

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(Fotos: oben 15.11.20; unten: Heidi Patzer, Rita Gölnitz, Hanna Clara Wiegmann, v. lks © Peter Gölnitz; Quelle: PM NABU, 30.06.21)

Igelstation ein Erfolg

5. November 2020

Herbst bedeutet Igelzeit, schreibt der NABU in einer Pressemitteilung und berichtet über den Erfolg seiner Igelstation in Meppen. Dort pflegt Rita Gölnitz kranke, verletzte, untergewichtige und mutterlose Igel so lange, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. Dieses Jahr wurden allein mehr als 35 Jungtiere bei ihr abgegeben, gut 30 der Igelbabys konnten gerettet werden.

Igel sind Wildtiere und können in der Natur gut überleben: Im Laufe der Zeit sind aber neue Gefahren für die Igel dazu gekommen. Dazu gehören beispielsweise der Straßenverkehr, nachts fahrende Mähroboter und der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln. Aber auch Parasiten wie Igelflöhe und Krankheiten machen den Igeln zu schaffen.

Besonders häufig werden Jungtiere abgegeben. Ihre Igel-Mütter wurden in den meisten Fällen entweder überfahren oder sind zu krank und geschwächt. Einige der kleinen Igel haben bei der Aufnahme ein Gewicht von weniger als 100 Gramm. In diesem Jahr ist auffällig, dass fast ausschließlich männliche Igeljunge gefunden wurden, erklärte Rita Gölnitz.

Wenn die Nächte kälter werden, gehen die Tiere in den Winterschlaf. Um diese Zeit zu überstehen, sollten sie mindestens 500 g wiegen. Untergewichtigen Tieren kann man helfen, indem man ihnen Katzenfutter und Wasser anbietet.  Wichtig ist es, auf die Hygiene an der Futterstelle zu achten.

„Bei auffälligen Tieren nicht zögern und mich unter 05931-14530 kontaktieren“ wünscht sich Gölnitz. Außerdem sucht die leidenschaftliche Igelliebhaberin immer Menschen mit igelfreundlichen Gärten, die bereit sind, aufgepäppelte Tiere aufzunehmen. Dann müssen die Igel abends angefüttert werden, bis sie mit dem Winterschlaf beginnen. Ein igelfreundlicher Garten bedeutet, dass keine giftigen Chemikalien eingesetzt werden und Möglichkeiten zum Überwintern bestehen. „Niemand sieht es, wenn hinter den Büschen Laub- und Reisighaufen für den Igel liegen gelassen werden“, sagt Rita Gölnitz „Aber sie helfen den Igeln sehr“.


Foto: Igel in der Aufzuchtstation in Meppen. © Hanna Clara Wiegmann / NABU