Casa del Panino: Imbiss 2.0

21. Februar 2022

Vor einigen Tagen hat am Eingang der Elisabethstraße ein neuer Imbissbetrieb eröffnet. Casa del Panino ist spezialisiert auf Panini. [Hallo Emsland, das sind keine Fußballbilder!]

Panini sind kleine Brote (ital. pane), die aber mit deutschen Baguettes und Brötchen kaum vergleichbar sind. Im neuen Casa von Giancarlo Noto gibt es sie  aus Weizen- oder aus Dinkelmehl. Belegt mit Schinken, Käse, Wurst und Salat und kurz aufgebacken sind sie eigentlich eine kleine Zwischenmahlzeit. Aber im Casa del Panino sind sie auch etwas mehr als nur Zwischendurch. Für alle Dolci-Fans: Es gibt frisches Tiramisu; das wird im Netz bereits mit „absolut traumhaft“ bewertet und zwar zu recht. Nach meinem Selbstversuch am letzten Wochenende kann ich sagen: Das Essen war insgesamt gut – lecker, sättigend und di buon gusto – und vor allem alles ohne Frittenfett. Pizza braucht es daher gar nicht, obwohl es sie natürlich gibt

Casa del Panino ist nicht einfach bloß ein Imbiss. Es gibt drei, vier Tische, wo man die frisch zubereiteten Panini bei italienischem Wein und Moretti-Bier genießen kann. Außerdem werden auch feine italienische Lebensmittel verkauft – Original Parmaschinken, Büffelmozarella Mortadella di Bologna, Cantuccini & Plätzchen, Pasta und mehr. Bei allem keine italienische Dudelmusik im Hintergrund und auch keine Lacrima-Christi-Flaschen im Regal.

Das Casa del Panino ist (m)ein Imbiss 2.0, zumal es für mich nur wenige Schritte dahin sind, und es toppt für meinen italialastigen Geschmack die Konkurrenz im Dragos Cevap 50m weiter an der Ecke der Rathausgasse.

Einen „wönzigen„, ganz unpolitischen Kritikpunkt habe ich noch. Der Espresso im Casa del Panino kostet 2 Euro, einige Cent darunter wäre besser, weil nicht so deutschpreisig sondern  tipicamente italiano. Dort nämlich kostet der Espresso bis heute selten mehr als 1 Euro (und man trinkt daher zwei). Mein Vorschlag: Testet das Casa. Geöffnet ist das neue piccolo Ristorante montags bis freitags von 11 bis 20 Uhr, samstags eine Stunde länger, und am Sonntag ist Ruhetag.

Apropos Italia. Das Eiscafé Il Giardino („Gelato originale italiano“) öffnet nach seiner Winterpause in diesen Tagen wieder und Angelo Palmisano kocht in seinem Ristorante da Sandro am Bahnhof natürlich auch weiter seine mehr als ordentliche, original-italienische Küche; dort gab es bekanntlich bislang stets den besten Espresso in Lingen, allerdings auch für 2 Euro. Egal, der Frühling kommt.

Foto FB/Casa del Panino

Umfrage

12. April 2018

Gestern Abend habe ich sehr ordentlich im Ristorante da Sandro am Bahnhof in Lingen essen dürfen, wo es u.a. Lingens besten Espresso gibt, wie Espresso-Fans sicher wissen. Ich saß am Fenster zur Rosemeyer-Straße und hinter mir leuchtete ein starker städtischer Laternenstrahler am Fußgängerüberweg zum Bahnhofsvorplatz und zwar so: An-aus-an-aus-an-aus. Etwa vier Mal An-Aus in zwei Minuten. Nervtötend.

Schließlich hab ich Restaurantchef Angelo Palmisano gefragt, seit wann der Strahler so An-aus-an-aus-an-aus sei. Er hat meine Frage sofort beantwortet. Jetzt frage ich die werte Leserschaft: Was glauben Sie: Wie lange schon schaltet sich bei Dunkelheit der Laternenstrahler am Zebrastreifen Rosemeyer-Straße/Bahnhofsvorplatz etwa alle 30 Sekunden ein und aus?

ps Ein Tipp: Die Restaurantcrew hat bei der Stadt mehrfach Abhilfe erbeten, die aber bis heute ausgeblieben ist.

Suchspiel

1. Juli 2012

Eigentlich

möchte ich nachher ins Moormuseum nach Groß Hesepe, wo eine herrliche Emslandbilder-Ausstellung eröffnet wird. Aber ich brüte nächtens gerade, fürchte ich, eine fette Sommergrippe aus. Also bedauert mich bitte oder drückt mir die Daumen, dass es nichts wird mit Fieber & Co.

Jedenfalls kann ich heute nur ein kleines Suchspiel präsentieren. Allgemein ist bekannt, dass ich die Stadtgestaltungsversuche unseres oft ratlosen Bauamtes für wenig gelungen halte. Zuletzt die Sanierung eines Denkmals am Markt, das jetzt nur noch  alt aussieht aber nicht mehr alt ist, doch  dafür an die Toskana erinnernde Klinkerschornsteine hat (und nebenbei nicht, wie versprochen, im Februar fertig war oder, wie später versprochen, Mitte Mai, aber dafür 50% teurer geworden ist -„wegen Denkmalschutz“ sind es jetzt 210.000 Euro, statt wie geplant 140.000 Euro).

Hier aber nun die neueste gestalterische Zumutung und zwar für die Leser dieses kleinen Blogs zum Mitsuchen:

Vor dem Bahnhof entstehen nach jahrelanger Untätigkeit nun doch Kurzparkplätze an der Bernd-Rosemeyer-Straße und eine Auffahrt für Radfahrer, die aus der Marienstraße kommend gegenüber auf den Radweg Richtung Unterführung gelangen wollen. Das Projekt ist bekanntlich reichlich verkorkst, wird aber nun realisiert.

Heute nun lade ich meine Leser ein, an Ort und Stelle nachzusehen, was dort entsteht. Für das Suchspiel stellen Sie sich bitte am Ende des Fußgängerüberwegs vor dem Ristorante da Sandro auf den Bahnhofsvorplatz. Dann  zählen sie bitte die Zahl der unterschiedlichen Pflastersteine durch, die dort eingebaut sind. Begrenzen wir die Zählung auf einen Umkreis von ca. 20m. Ein Tipp: Es sind mehr als 6. Dem, der als erster die richtige Zahl dieser steinigen Musterkollektion von Steinresten des lokalen städtischen  Bauhofs hier oder per PM meldet, gebe ich eine da-Sandro-Pizza aus.

Die Kantsteine werden mitgezählt, die hartgummiartig-weißen Gliederungsstreifen am Busbahnhof  nicht mitgerechnet; verhunzen geht auch ohne diese sinnfrei wirkenden weißen Striche.

Quälend

18. Mai 2012

Quälende Langsamkeit titelt Niklas Tewes seinen jüngsten Blogbeitrag (Aufmacherfoto oben). Er schreibt darin über die gemeinsame Sitzung von Planungsausschuss und Verkehrsausschusses vorgestern im Lingener Rathaus und seine Enttäuschung über die Langsamkeit demokratischer Prozesse. Ich kenne das Bohren dicker Bretter und war in der Sitzung nicht sonderlich überrascht. Tatsächlich ist auch weniger die Ausschussarbeit das Problem. Es ist einmal mehr die Stadtverwaltung, die nur das umsetzt, wozu sie Lust und Laune hat. Im Winter Nullneunnullzehn saß ich im Ristorante da Sandro an der Bernd-Rosemeyer-Straße, als draußen vor dem Fenster Baudezernent, Oberbürgermeister und ein weiterer Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine halbe Stunde lang hin und hergingen und prüften, wo man auf der Straßenseite des Bahnhofsvorplatzes notwendige Kurzzeitparkplätze anlegen könnte. Ich habe mich gefragt, ob es dafür dieser Runde bedarf. Doch es kam schlimmer: Seither ist nämlich nichts passiert. Die Defizite rund um den Bahnhof sind ungelöst und dies trotz Millionen, die dort verbaut wurden. Offen gefragt: Ob die drei damals Hin- und Her-Schreitenden zu selten den Lingener Bahnhof nutzen und daher keinen erkennbaren mentalen Zugang zu den Problemen von Bahnreisenden haben?

Nun können Mitglieder eines kommunalen Ausschusses notwendige Baumaßnahmen nicht persönlich mit dem Spaten in Angriff nehmen. Vielmehr muss stattdessen die Stadtverwaltung die Aufträge des Rates und seiner Ausschüsse realisieren. Und wenn sie nichts macht, kann ein Ausschussmitglied erinnern, nachfragen, mahnen und Pressemitteilungen (oder gar einen Blog) schreiben. Ein kommunales Gremium gleicht damit mehr dem Aufsichtsrat eines Wirtschaftsunternehmens als dessen agierendem  Vorstand. Der Unterschied: Es gibt im Rat Fraktionen und politische Mehrheiten. Vorgestern beispielsweise war die Diskussion eine völlige Wiederholung der Ausschussberatung vom 2. Dezember 2009. Trotzdem begann die Diskussion  über den immer noch greifbar unausgewogenen, schon damals  im Ausschuss zurückgewiesenen Vorschlag der Verwaltung mit einer zustimmenden CDU-Erklärung. CDU-Mitglied Werner Hartke (Darme) zeigte sich von den greifbaren Mängeln des Vorschlag  unbeeindruckt und lobte im Namen der Christdemokraten den Plan ausdrücklich als gute Lösung. Seine Fraktion unterstütze ihn. Sie stimmte dann in der Folge auch den zweieinhalb neuen Halteplätzen zwischen ZOB-Zu-/Abfahrt und Zebrastreifen zu, obwohl der Leiter des Straßenbauamts Klaus Haberland davor gewarnt hatte, (solche) Parkplätze direkt vor einem Zebrastreifen einzurichten.

Mein Kollege Marc Riße (BN, Foto lks) kritisierte, dass der Busbahnhof Abends nicht benötigt werde und leer stehe. Er fragte auch, weshalb nun zwei getrennte Taxistände angelegt werden sollten. Ich beanstandete u.a., dass Taxis nur in Richtung Burgstraße aufgestellt werden sollten, es aber zahlreiche Fahrgäste gebe, die in die entgegengesetzte Richtung wollten, dass der Parkplatz neben der Tanzgalerie zu klein und deshalb besonders an Wochenenden rund um den Bahnhof ein heilloses Verkehrschaos herrsche. Darüber soll nun die Verwaltung nachdenken und Vorschläge machen. Immerhin setzte der Ausschuss einen Zeitrahmen bis September gesetzt. Das ist nach Verwaltungsmaßstäben geradezu atemberaubend schnell, weshalb einige Verwaltungsleuten auch mit ihren Augen rollten. Marc Riße und ich haben am Ende den schlechten Verwaltungsplan abgelehnt. Dasselbe machte die SPD; weshalb die Grünen zustimmten, habe ich nicht verstanden, vielleicht nur weil auch eine bequeme Auffahrt für Radfahrer gegenüber der Marienstraße auf den Radweg entstehen soll.

Für Niklas Tewes sind die Schritte unzureichend, was ich verstehen kann. Ihn quält die Langsamkeit kommunalpolitischen Handelns. Dies betrifft auch das abendliche Durcheinander im Vergnügungsbezirk Schlachter-, Sturm und Elisabethstraße und den gefährlichen Palacio-Ausgang  direkt vor die Haube vorbeifahrender Kfz auf der Elisabethstraße; Niklas Tewes hatte diese Zustände nachdrücklich kritisiert. Marc Riße und ich haben dem engagierten Mann am Mittwoch versprochen, auf eine zügige Beschlussfassung zu drängen, damit nicht auch hier alles wieder auf die lange Bank geschoben wird. Denn Tewes‘ Kritik hat ebenso Hand und Fuß wie seine Sorge, dass etwas passiert. Liest Du hier!

(Foto Münsteraner Hafen © Niklas Tewes;  Foto Marc Riße : © BN/Stadt Lingen (Ems))