nicht wenige

4. Februar 2013

PlechelmusRund 3000 Skelette sind in Oldenzaal in den letzten Jahren ausgegraben worden. Die Stadt zehn Kilometer hinter der Grenze will der eigenen Geschichte aber noch mehr auf den Grund gehen. Rund 100 Männer haben deshalb am Wochenende im Rathaus von Oldenzaal eine DNA-Probe abgegeben. Durch die Ergebnisse der DNA-Untersuchung sollen „die ältesten“ Oldenzaaler gefunden werden. Die DNA der Lebenden und Toten sollen miteinander verglichen werden. Dazu hat die Stadt in Twente fast ein Jahr geeignete Kandidaten gesucht. Sie mussten sämtlich über einen Stammbaum verfügen, der über 200 Jahre zurückreichte. 124 hat man schließlich gefunden. Ungefähr die Hälfte von ihnen wohnt noch in Oldenzaal. Die mit Wattestäbchen genommenen DNA-Proben werden jetzt durch das Rechtsmedizinische Zentrum der Universität Leiden ausgewertet. Die Ergebnisse erwartet man in zwei Jahren. Anschließend wird das DNA-Material vernichtet. Die Oldenzaaler Untersuchung ist übrigens in den Niederlanden von nationaler Bedeutung, sagt der verantwortliche Rijksdienst für das kulturelle Erbe der Niederlande („Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed„). So weit, so interessant.

Die Knochen der 3000 sind alle im Stadtzentrum rund um die Basilika St. Plechelmus gefunden worden, deren Turm das Bild der 32.000-Einwohner-Stadt prägt (Foto). Rund 1000 Jahre wurde der Platz um die spätromanische Kirche im Zentrum Oldenzaals als Friedhof genutzt. Archäologen datieren die gefundenen Gebeine denn auch auf die Zeit von 800 bis 1900 nach Christus.

Als etwas ungewöhnlich habe ich die Information empfunden, dass rund um Sankt Plechelmus über die Jahrhunderte insgesamt 40.000 bis 50.000 (!) Verstorbene bestattet wurden. Tja Freunde, wir haben nicht wenige Vorfahren da- wie hierzulande.