LIN, MEP, ASD

25. November 2014

Das Interesse an sogenannten Retro-Kennzeichen ist sehr groß. Bis Mitte dieses Jahres  ließen die Behörden hierzulande 287 (!) Kennzeichen mit Buchstabenkombinationen zu, die in der Vergangenheit Kreisgebietsreformen zum Opfer gefallen waren. Bei uns blieben nach 1977 bekanntlich LIN, MEP und ASD auf der Strecke. Jetzt gibt es eine neue Initiative der UWG im Emsland, sie -neben EL- wieder einzuführen.

„Herr Landrat Winter hat mich gebeten, Ihnen mitzuteilen, dass Ihr Antrag bezüglich der Wiedereinführung der ehemaligen Kfz-Kennzeichen für die Sitzungen des Kreisausschusses und des Kreistags am 22.12.2014 zur Beratung und Beschlussfassung aufbereitet wird.“ So reagierte gestern die Landkreisverwaltung auf den unten stehenden Antrag der Unabhängigen Wählergemeinschaft UWG, den mir Michael Fuest, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, zugeschickt hat. Wir zwei haben bisweilen über die „alten Kennzeichen“ gesprochen und jetzt bewegt sich offenbar etwas in diesem immer so unbeweglichen Landkreisgebilde.

“Auch viele Lingener wünschen sich offenbar das alte “LIN”-Nummernschild zurück. Das hat eine Umfrage der Ems-Vechte-Welle ergeben”, meldete die Ems-Vechte-Welle schon im April vor drei Jahren (hier ein EVW-podcast zum Thema) und gab doch gleich bekannt: ”Ob dies allerdings zukünftig im Landkreis Emsland möglich ist, ist noch unklar, denn der Landkreis Emsland sieht die Wiedereinführung der alten Nummernschilder “kritisch”.“

Was Landrat Reinhard Winter (CDU) erklären wird, kann man sich also denken. Es werden vor allem Phrasen über die emsländische Familie sein, deren Zusammengehörigkeit, bürokratischer Aufwand (wohl die dümmste Aussage dazu in Zeiten von EDV) und ähnliche Wo-kommen-wir-denn-da-hin-Aufgeregtheiten. Doch wären LIN, MEP oder ASD am Auto nicht einfach nur sympathisch-gut? Entspräche diese Vielfältigkeit nicht nur meinem Heimatgefühl mehr, als die EinfäLtige Verknüpfung mit beispielsweise Twist, Rhede oder Klein-Berßen. Genauso wie im südlich angrenzenden NRW: Dort hat der Kreistag sich im April des Jahres für die Wiedereinführung der Kfz-Kennzeichen BF (Altkreis Steinfurt) und TE (Altkreis Tecklenburg) ausgesprochen. Die Automobilisten im Kreis Steinfurt können jedenfalls frei zwischen BF, TE und dem bisherigen ST-Kennzeichen wählen.

Kommen wir 2014 der Sache näher? Herr Winter und seine CDU verstehen es wohl noch nicht. Denen geht es um ihr Verwaltungsgefühl. Nicht um das Lebensgefühl anderer Leute, und -im Vertrauen- wenn ein Antrag von einer kleinen Kreistagsfraktion eingeht, hat er sowieso keine Chance. Obwohl die Landkreisgranden darüber nachdenken sollten, weshalb allein das traditionsbewusste Bayern mit 60 neuen-alten Kenzzeichen die Spitze der bundesdeutschen Retro-Bewegung ausmacht (mehr).

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Flächenfaktor 2

18. Januar 2013

Wussten Sie, dass die Niederländer für den Abbau ihrer Massentierhaltung Prämien an die holländischen Landwirte zahlen? Die sacken dann das Geld ein und wollen auf der deutschen Seite der Grenze neue, riesige Massentierhaltungen bauen, zum Beispiel einen 8000-Schweine-Megastall in Rhede (Ems). Man könnte kotzen, bei dieser Art Politik.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Friedrich Ostendorff, berichtete gestern SPON, kritisiert: „Deutschland ist der Mastplatz Europas. Die Fleisch-für-die-Welt-Politik von Schwarz-Gelb führt zu einem Maststallboom, der die Grenzen des Erträglichen sprengt.“ Gemeinsam mit den Grünen-Abgeordneten Bärbel Höhn und Dorothea Steiner (Osnabrück( hat Ostendorff die Daten bei den zuständigen Genehmigungsbehörden der Länder und Kreise abgefragt und zusammengestellt.

„Wer Gülleseen, Antibiotikamissbrauch und die Ausbreitung gefährlicher multiresistenter Keime stoppen will, muss der Expansion von Tierfabriken ein Ende setzen“, sagt Ostendorff. Ostendorff weist der Massentierhaltung auch Mitverantwortung für die wachsenden Probleme mit multiresistenten Keimen zu. Erst vergangene Woche hatte die Grünen-Bundestagsfraktion antibiotikaresistente Keime in Schweinemett nachgewiesen. Deutschland liegt laut der Studie „Fleischatlas“ der Heinrich-Böll-Stiftung und des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) weltweit auf einem der vorderen Plätze beim Einsatz von Antibiotika pro Kilo erzeugtem Fleisch.

Wie katastrophal sich die Massentierhaltung entwickelt und sich wie ein schwärendes Furunkel auf unsere Region gelegt hat zeigt diese Deutschlandkarte, die auf der Grundlage der von den Grünen erhobenen Daten erstellt worden ist:

Tierdichte

Noch Fragen zu diesem Flächenfaktor?

(Quelle: Spiegel-online)