Renault

13. Januar 2017

r4Dunkelgrün war vor 44 Jahren mein erstes selbstverdientes Auto – ein Franzose mit Krückstockschaltung, der Renault 4 (Symbol-und-mehr-Foto lks). Aufgebrezelt mit Riesen-Fernlichtscheinwerfern, Sicherheitsgurten und aufgepflanzten Kopfstützen, was damals alles nicht serienmäßig war. Mein Freund Harald Höhne hatte gekonnt die Verhandlung mit dem Verkäufer von Renault Albers an der Lingener Georgstraße übernommen und ein überragendes Ergebnis erzielt. Der Wagen hat mich dann 100.000 Kilometer begleitet, mit den R4-typischen, ausgeschlagenen Achsschenkelbolzen nach 70.000 km und einem unerwarteten Kolbenfresser -nur ein halbes Jahr, nachdem ich ihn an meinen Freund Bernd Vaupel weiterverkauft hatte. Dabei wäre fast alles rutschend in einer großen Schneewehe nahe Hopsten geendet, wenn der mir entgegen rutschende Reinhold Hoffmann nicht doch noch sein Auto zum Stillstand gebracht hätte – 20 cm vor dem unausweislich auf mich zukommenden Crash. Noch heute hab ich ein schlechtes Gewissen, als Bernd Vaupel fragte, ob man angesichts des Motorschadens nachträglich was am Preis machen könnte. Das konnte ich nämlich nicht, weil- aber das ist ein anderes Thema.

Renault gibt es seit 110 Jahren in Deutschland. Hier – dank Horizont.net – die schönsten Werbemotive für den Franzosen in diesen Jahrzehnten zum Rein- und Durchklicken…

bildschirmfoto-2017-01-12-um-21-54-13

Doppelspitze

27. April 2012

Das Forum Juden-Christen im Altkreis Lingen wird jetztvon den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Heribert Lange und Michael Fuest als Doppelspitze geleitet.  Simon Göhler wurde zum Kassierer gewählt; er tritt damit die Nachfolge von Ingrid Hartmann an. Als weiteren Beisitzer wählte die Versammlung Benno Vocks.

Zuvor hatten die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung am Mittwochabend im Gedenkort „Jüdische Schule“  Dr. Walter Klöppel einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Er hatte zuvor seinen Rücktritt vom Amt des Vorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen bekannt gegeben. In einer besonders schwierigen Phase hatte Klöppel 2005 den Vorsitz des in den 1970er Jahren gegründeten Vereins übernommen. Das Forum  hatte sich seinerzeit mit der Renovierung des Jüdischen Bethauses in Freren völlig übernommen.  Der damalige Landrat Hermann Bröring machte seinerzeit seine Unterstützung davon abhängig, dass der eher sozialdemokratisch ausgerichtete Vorstand des Forum unter dem rührigen Baccumer Reinhold Hoffmann zurücktrat. CDU-Mann Klöppel war der von Bröring akzeptierte, vom damaligen OB Heiner Pott unterstützte Mann für den Vorsitz;  der engagierte Katholik war von 1991 bis 2003 Leiter des Katholischen Büros in Hannover und davor Leiter des Ludwig Windthorst Hauses in Lingen gewesen. Mit ihm an der Spitze ergriffen die übrigen Vorstandmitgliedern die vom Landkreis und der Sparkasse Emsland getragenen notwendigen Sanierungsmaßnahmen. „Walter Klöppel hat unser Forum auf einen guten und unverwechselbaren Kurs gebracht, war ein wichtiger Ideengeber und geduldiger Mittler“, sagte der amtierende Vorsitzende Dr. Heribert Lange.

Anne Scherger stellte im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung  den Stand in Sachen „Stolpersteine“ vor. Zwölf weitere Stolpersteine mit den eingravierten Namen der Holocaust-Opfer werden am kommenden 13. Juni vom Künstler Gunter Demnig aus Köln verlegt. Auch der 89jährige Lingener Ehrenbürger Bernard Grünberg will an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Anne Scherger: „Die dazu geplante Veranstaltung  steht in der langjährigen Tradition unserer Erinnerungsarbeit, die mit den ersten Arbeiten am jüdischen Friedhof,  mit der Einrichtung der jüdischen Schule in Lingen und dem Gebetshaus in Freren begonnen und mit der Verlegung von bisher 26 Stolpersteinen in den letzten Jahren fortgeführt wurde. Uns ist es gelungen, diese Steine durch Spenden zu finanzieren, es wurden auch Patenschaften für die Steine übernommen. Parallel dazu wurde in Zusammenarbeit mit dem früheren Stadtarchivar Dr. Ludwig Remling und seinem Nachfolger Dr. Stephan Schwenke eine Broschüre erarbeitet, die über das Schicksal der Lingener Juden informieren und noch in diesem Jahr erscheinen soll“, freute sich Anne Scherger. Akribisch erforscht sie seit vielen Jahren das Schicksal der Lingener Juden.

Abschließend stellte Dr. Lange das geplante Programm für 2012/13 vor, zu dem neben Ausstellungen und Exkursionen auch wieder gemeinsame Veranstaltungen mit jüdischen Mitbürgern in Lingen und Freren sowie die inzwischen schon traditionellen Lehrhausgespräche im kommenden Winterhalbjahr in der Jüdischen Schule gehören.

(Foto: Jüdischer Friedhof in Lingen (Ems) © Forum Juden–Christen, Altkreis Lingen eV; Stolpersteine (c) SPD Lingen)

Kröger

19. November 2011

Andreas Kröger (Foto re.) ist neuer Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lingen. Kröger wurde am Freitagabend in einer Versammlung der Sozialdemokraten im Bürgerzentrum Gauerbach gewählt. Der Ortsverein Lingen ist der größte von drei SPD-Ortsvereinen in der Stadt Lingen. Er verfügt noch über geschätzt 140 Mitglieder.

Neben dem 29-jährigen Kröger, der im vergangenen Frühsommmer sein 2. juristisches Staatsexamen erfolgreich absolviert hat, hatte sich außerdem der 40-jährige Altenlingener Carsten Primke um den Vorsitz und die Nachfolge von Jürgen Schonhoff beworben, der im März zurück- und zugleich aus der SPD ausgetreten war. Das Wahlergebnis war unerwartet eindeutig: Von 39 abgegebenen Stimmen entfielen 30 auf Kröger und lediglich 9 auf Primke, der seit der Kommunalwahl im September dem Kreistag Emsland angehört und dessen politische Laufbahn ihn erst in diesem Jahr von der Partei „Die Linke“ zur SPD führte.

„Danke, an alle die mir ihr Vertrauen geschenkt haben! Unser Vorstand besteht nun aus einem guten jungen Team. Ich freu mich auf die Zusammenarbeit – Gleich am Anfang der nächsten Woche krempeln wir die Ärmel hoch und legen los…“ teilte ein nach seiner Wahl gelöst wirkender Andreas Kröger anschließend auf seiner facebook-Seite mit.

Doch ja, der neue Vorsitzende wird jetzt zeigen müssen, was er kann, nachdem auf die Lingener SPD zuletzt die Spruchweisheit „schlimmer geht nimmer“ zutraf. Dabei kann der neue, „die Ärmel aufkrempeln“-de Vorsitzende aber nicht unbeschwert agieren, steckt er doch zwischen der nicht sonderlich agil wirkenden, 9-köpfigen Fraktion der SPD im Lingener Stadtrat einerseits und den beiden SPD-Ortsvereinen in Lingen- Baccum und -Brögbern andererseits. Es wird also spannend, wie Kröger mit diesen Klötzen an den Beinen umgehen kann.

Eine der ersten Herausforderungen wird die Aufstellung des Landtagskandidaten der SPD für die in genau 14 Monaten, am 20. Januar 2013  stattfindende Landtagswahl sein. Da hat der SPD Ortsverein Baccum -eingefädelt durch dessen Vorsitzenden Reinhold Hoffmann (66, Foto re. unten) – in dieser Woche die weitgehend unbekannte und politisch unerfahrene Margitta Hüsken (46) als Kandidatin nominiert. Wie sagte anschließend ein Sozialdemokrat zu mir: „Die kennt zwar keiner, sie hat auch keine Ahnung und  bei der Landes-SPD keine Chance auf einen aussichtsreichen Listenplatz, aber sie ist eine Frau aus Baccum. Das reicht  in der SPD im Emsland heutzutage schon.“

Schöne Zeiten

11. März 2011

Neues aus Lingen (Ems). Zunächst nichts Gutes von der lokalen Sozialdemokratie: Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lingen (Ems) Jürgen Schonhoff (Clusorth-Bramhar) sowie seine Stellvertreter Heike Berth und Peter Supritz sind schon vor einigen Tagen mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern im SPD Ortsverein Lingen (Ems) zurückgetreten. Seinen  Rücktritt gab der Ex-Vorsitzende -sichtlich bewegt- auch im Namen seiner Vertreter bei der vorletzten Vorstandssitzung bekannt. Der SPD-Vorstand wird vorerst durch die Reste des geschäftsführenden Vorstandes Dr. Bernhard Bendick (Schriftführer) und Jürgen Beranek (Kassierer) geleitet. „Wir sind gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen“, kommentierte nach einer Internetmeldung Dr. Bernhard Bendick. Besonders positiv bleibe ihm  der gemeinsame erfolgreiche „Wahlkampf mit unserem Oberbürgermeister Dieter Krone in Erinnerung“, holte Bendick irgendwie den amtierenden OB verbal mit in das Leck geschlagene SPD-Boot. Jürgen Beranek wird auf der SPD-Internetseite mit diesem Zitat bedacht: „Der gesamte Vorstand bedauert diesen Schritt. Wir werden alle die schönen Zeiten in Erinnerung behalten und danken Jürgen Schonhoff, Heike Berth und Peter Supritz für ihre Arbeit im Ortsverein Lingen (Ems)“.

Was sind die Gründe dafür, dass sich die SPD fast auf den Tag genau sechs Monate vor der Kommunalwahl ein beeindruckendes Chaos leistet? Dem Rücktritt voraus gegangen waren vergangene Woche deftige Abstimmungsniederlagen bei der Wahl von 14 Delegierten für den notwendig gewordenen SPD-Stadtverbandsvorstand. Das neue lokale SPD-Gremium musste sein, weil zuerst die Baccumer SPD und dann die wenigen Brögberner Sozialdemokraten jeweils einen eigenen selbständigen SPD-Ortsverein gegründet hatten. Bei drei Ortsvereinen muss es eben ein Dach geben. Bei der Delegiertenwahl fiel Peter Supritz mit nur 7 Stimmen durch, der Ortsvereinsvorsitzende Jürgen Schonhoff und der Fraktionsvorsitzende Hajo Wiedorn wurden erst zu Delegierten gewählt, als zwei Sozialdemokratinnen auf ihre Mandate verzichteten. Während Wiedorn über diesen Affront schimpfte, geriet zu allem Überfluss Jürgen Schonhoff wegen eigenmächtiger Zusagen an die beiden kleinen Lingener SPD-Ortsvereine bei den Verhandlungen über Strukturen und Gründung des Stadtverbandes in schweres Wasser; da wollte er dann wohl nicht mehr. Die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Heike Berth indes war nicht mehr wirklich vor Ort aktiv, nachdem sie im vergangenen Jahr nach Celle verzogen war.

Der im Ankerzimmer des Hotels Am Wasserfall dann am vergangenen Dienstag nach intensiver Satzungsdebatte etwas mühsam (und hinter verschlossenen Türen) gebildete neue Stadtverbandsvorstand der SPD wird überraschend vom 28-jährigen Rechtsreferendar Andreas Kröger geführt. Vertreter des Juso-Vorsitzenden sind Wolfgang Talle (Brögbern) und -erst im zweiten Wahlgang- der Baccumer Reinhold Hoffmann. Auch das sozialdemokratische Urgestein Gerhard Kastein ist wieder auf der Brücke des SPD-Dampfers in Lingen (Ems); allerdings brauchte auch er zwei Wahlgänge zum Amt als neuer Schriftführer. Daneben gehören Stefan Wittler, Meta Scharf und Margitta Hüsken sowie -mit beratender Stimme der jeweilige Fraktionsvorsitzende- zum SPD-Stadtverbandsvorstand.

Völlig unklar ist, wer neuer Vorsitzender des SPD-Ortsvereins wird. Die personell ausgezehrt wirkende SPD hat zwar mit Carsten Primke einen Neuzugang mit gewisser lokaler Prominenz; der Ex-Linke ist aber erst jüngst bei der Linken aus und in die SPD eingetreten; das dürfte ihn behindern. Beisitzer Thomas Ahues möchte ungern in den Vordergrund und widmet sich lieber seinen Internetprojekten Ferdinand und Stadtblatt. Vielleicht tritt die Laxtener Sozialdemokratin Conny Spielmanns an, nachdem sie verkündet hat, die Bürgerinitiative Arenawahn sei aufgelöst.

Vielleicht kommt die Botschaft ein bisschen früh, wo doch gerade intensiv der Vorschlag des früheren Lingener Bauamtsexperten Wilhelm-G. Meyerhoff  in der Stadt diskutiert wird: Meyerhoff will -wie die BürgerNahen– keine zweite Großraumhalle, sondern die Modernisierung der Emslandhallen an der Lindenstraße – also umbauen und  erweitern – ganz so wie es auf der Internetseite der BI Arenawahn in der Überschrift steht (Ausriss oben).  Damit kann auf den immer kleiner werdenden Arena-Neubau auf der anderen Straßenseite verzichtet werden. Sollte nicht vielleicht Meyerhoff Sprecher einer neuen BI werden… BI Doppelarenawahn, weil Conny Spielmanns nicht mehr will? Übrigens: Meyerhoffs Ideen unterstützen auch alle Mitarbeiter des Teams der Emslandhallen –  mit Ausnahme ihres Chefs Florian Krebs.

Ach ja und dann trudelte heute noch die Meldung ein, dass Die Linke in Lingen (Ems) nach dem Weggang von Carsten-die-zweite-Heuesch-Zufahrt-bleibt-egal-was-der-Bebauungsplan-sagt-zu-Primke  auch auf ihren Vorsitzenden verzichten muss. Chef Jörg Küster ist aus der Partei aus- und damit auch als deren Lingener Vorsitzender zurückgetreten. Die Domain www.dielinke-lingen.de ist folgerichtig zur Zeit nicht erreichbar…

Sie sehen: Es sind kommunalpolitisch-spannende, schöne, ja geradezu bürgernahe Zeiten.

Kneifen

1. September 2010

Mich hat die Idee von Sabine Stüting sofort überzeugt. Alle Oberbürgermeisterkandidaten sollen an einen Tisch und das Problem diskutieren, das den Stadtteil Baccum bewegt: „Wasse erlauben Overhoff?“ – um  mich an die legendäre Wortwahl des italienischen Fußballtrainers Trappatoni anzulehnen. Oder klarer für die Sachlichen unter uns: Wie kann eine überdimensionierte Biogasanlage mit negativen Folgen für die Umgebung und die Umwelt genehmigt werden? Wie ist es möglich, durch das Ziehen eines Steckers behördliche Auflagen zu umgehen und welche Konsequenzen hat das für die Betreiber, die Anlage, das Bauamt als Genehmigungsbehörde und vor allem: Was bedeutet dieser rücksichtslose Egoismus für das Zusammenleben in Baccum? Was kann man dagegen tun? Man kann noch eine Reihe Frage hinzusetzen.

An anderer Stelle dieses Blogs hieß es gleich vorwurfsvoll, die Idee zu dem Treffen in Baccum und die ihr folgende Veranstaltung von Sabine Stüting sei „Stimmenfang“. Welch eine grandios falsche Beurteilung! Wie kann es Stimmenfang sein, wenn alle auf dem Podium sitzen? Wenn der Besucher hören und abwägen kann, was jeder einzelne Kandidat zu sagen hat?  Jens Beeck, der kluge FDP-Mann, hat sofort zugesagt. Andere bemühen jedenfalls Vertreter. Der rot-grüne Kandidat wollte nicht etwa die Grünen sondern die SPD Baccum schicken und -jetzt kommt’s- die sagt (trotz eines Anrufs von Sabine Stüting beim Vorsitzenden Reinhold Hoffmann) unverhofft ab. Der rot-grüne Kandidat taucht ab und die SPD Baccum will nicht. Nebenbei: Birgit Kemmer, die grüne Ratsfrau, wohnt auch in Baccum.

Das „Nö, nicht mit uns!“ haben die Baccumer Genossen auf der SPD-Internetseite verkündet, und da habe ich spontan diesen Kommentar auf dieser Internetseite hinterlassen:

„Das sieht jetzt aber leider sehr nach Kneifen aus und ist es wohl auch. Eine Veranstaltung, an der alle OB-Kandidaten teilnehmen, ist sicherlich gerade nicht auf Stimmenfang ausgerichtet. Vielmehr gibt sie den Baccumer Gelegenheit, die Positionen jedes einzelnen Kandidaten zum Thema Biogas-Anlage am Baccumer Berg kennen zu lernen und zu beurteilen. Was ist daran Stimmenfang?
Robert Koop“

Alle Kommentare müssen bei der SPD durch den Administrator erst freigeschaltet werden. Darauf warte ich. Bisher ist mein kurzes Statement  nicht veröffentlicht (Stand: 1.9.2010, 7.45). Wenn man kneift, dann offenbar konsequent, kommt mir gerade in den Sinn. Nun ja, s *Sehen wir uns  morgen Abend bei Hense? 20 Uhr!

(Kneifzange, © hmboo, creative commons)

* Nachtrag: Zu den gestrichenen Zeilen: Durch diesen Kommentar bin ich eben auf einen Fehler aufmerksam geworden und habe anschließend tatsächlich dies in den SPAM-Tiefen meiner E-Mailadresse von web.de gefunden (zum besseren Lesen bitte die Grafik anklicken):

Sorry, Ihr Sozis, ihr kneift nicht konsequent – es bleibt beim einfachen Kneifen.

Vetternwirtschaft

6. Mai 2010

So schnell kann es gehen: Land- und Gastwirt Georg Overhoff soll bei der Stadt Lingen (Ems) einen Antrag auf die Genehmigung einer Biogas-Anlage gestellt haben. Stadtbaurat L. gab heute in der Planungs- und Bauausschusssitzung auf Frage eines Baccumers an: „Seit heute morgen 9 Uhr liegt uns ein Antrag für eine weitere Biogasanlage vor.“  Das Pikante: Die neue Biogas-Anlage soll in Baccum unmittelbar neben der bereits genehmigten Biogas-Anlage der “Baccumer-Bio-Kraft GmbH” (BBK) entstehen, die über die Overhoff & Köhring Gesellschaft bürgerlichen Rechts und  die BBK-Beteiligungs-GmbH mehrheitlich Hermann, Paul und Christof Overhoff gehört. Die Anlage ist bekanntlich unzulässig groß gebaut, nur ihr Betrieb ist mittels Auflage auf die zulässige Höchstleistung von 500 kw begrenzt. Ich erfahre heute: Paul und Chrstoph Overhoff sind Vettern des neuen Antragstellers Georg Oberhoff. Reine Vetternwirtschaft also? Die BBK-Aussage vom vergangenen Dezember stimmt weiterhin aufs Wort. „Wir bauen in Baccum keine zweite Biogasanlage“, hatte damals  Hermann Overhoff, Geschäftsführer der „Baccumer-Bio-Kraft Beteiligungs-GmbH“ (BKK) gegenüber der „Lingener Tagespost“ unterstrichen. Im Zweifel will man die Anlage des Vetters sicherlich „nur“ betreiben, betreuen … was weiß ich.

Im Lingener Ortsteil Baccum haben sich inzwischen mehr als 600 Bürger schriftlich gegen einen Ausbau der Biogasproduktion am Baccumer Berg ausgesprochen. Es wären noch mehr, wenn nicht manche Angst vor den wirtschaftlichen Folgen einer Unterschrift für sich wie für ihre Angehörigen hätten.  Reinhold Hoffmann (SPD Baccum) hat die nicht. Er sagte am Mittwochabend:   „Wir haben eine derartige Vorgehensweise erwartet. Offensichtlich versucht man, ohne Rücksicht auf betroffene Anlieger und auf das Jugendfreizeitheim Baccumer Mühle den Ausbau mit allen Mitteln durchzusetzen. Die SPD wird sich auch diesem Vorhaben mit allen ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten widersetzen und notfalls auch die Beantragung eines Landschaftsschutzgebietes in Betracht ziehen.“

Die CDU hat eine Erweiterung offenbar bereits abgenickt. „Wir als CDU in Baccum sagen Ja zu einer Erweiterung der Biogas- Anlage Overhoff von 500 auf 800 KW, wenn alles im gesetzlichen Rahmen ist und auch die verkehrliche Situation erträglich gelöst wird.“, sagte Ortsbürgermeister Hermann Schomaker vor zwei Monaten. Der Baccumer Ortsrat lehnte deshalb Anfang März mit der Stimmenmehrheit der CDU den Antrag der SPD auf Begrenzung der Biogasproduktion auf 500 KW am Standort Baccumer Berg ab. Ein Ortsratsmitglied der CDU enthielt sich damals mutig der Stimme. Als die SPD anlässlich der Sitzung CDU-Ortsbürgermeister Hermann Schomaker lange Unterschriftenlisten gegen die Biogas-Anlage Overhoff überreichte, irritierte Schomaker mit der Aussage, man dürfe derartige Unterschriften nicht überbewerten, letztlich käme es u.a. auch auf die Fragestellung des Initiators an. Während die CDU-Ortsräte bei dieser Äußerung mutig schwiegen, sagte die stellv. SPD-Vorsitzende Ulla Ahrend, die Äußerung Schomakers komme einer Missachtung des Bürgerwillens gleich.

Mich interessiert, ob die Vettern O. CDU-Mitglieder sind und ob sie der CDU Zuwendungen gemacht haben? Kann jemand weiter helfen?

(Foto Biogasanlage in Niedersachsen, © biogastour2010, flickr.com / Creative Commons)

kursiv = präzisierende Korrekturen vom 06.05. mittags