Zukunft

14. März 2011

Entdeckt am Freitag:  Bei der Renovierung des Lingener Ratskellers werden die bis zu 100 Jahre alten Dachpfannen aus Ton sorgsam geborgen, um später auf dem Dach des Baudenkmals wieder verwendet zu werden. Prima!

Après

12. Oktober 2010

Mehr als zehn Monate nachdem Ebi und Barbara Sadeghi ihr auch jazzig-überzeugendes Piano geschlossen haben, eröffnet Lingens agiler Kultgastronom Markus Quadt jetzt im ehemaligen Ratskeller (hist. Foto, re) vorübergehend (s)einen Q-Stall und kündigt propper an:  „Manche Leute behaupten, après Ski sei so wichtig wie das Skifahren selbst. Wenn man im Emsland schon nicht Skifahren kann, so kann man in dieser Saison zumindest zünftig im urigen Lingener Q-Stall ordentlich Après Ski feiern.“

Das ist doch mal eine Ansage für die ganz unbescheiden angekündigte „beste Après Ski-Party nördlich der Alpen“ . Neben dem historischen Rathaus gibt es also ab 18. November einen Q-Stall im echten Tiroler „Altholzstil“. Diese  vorübergehende Nutzung endet pünktlich am Tag vor Heiligabend. Bis dahin soll eine Original-Skihütte mit Platz für reichlich „Wintersportler“ und Freunde alpenländischer Gemütlichkeit Fans anlocken.

Quadt will  eine „urige Stube unter 100 Jahre alten Holzschindeln und bei Kaminfeuer“  und mit -wie könnte es auch anders sein- Glühwein, Jagertee, Flügerl und Alpenglüher, und er verspricht, wer im Q-Stall in stilechter Ski- oder Snowboardkleidung auftaucht, bekommt kostenlos einen Überraschungsdrink. Weihnachtsfeier- und andere Reservierungen sind jetzt schon hier möglich.

2011 wird das Traditionslokal dann nach Markus Quadts munterer Zwischennutzung durch die neuen Eigentümer gründlich renoviert;  es soll wohl zum Kivelingsfest 2011 wieder als Lokal geöffnet werden.  Meine Sorge:
Hoffentlich übersteht der traditionsreiche und unter Denkmalschutz stehende Ratskeller diese Grundrenovierung und das obligate Geld-in-die-Hand-Nehmen. Ich wünsche mir jedenfalls eine vorsichtige, sensible Renovierung und das kann man ebenso festmachen am Erhalt der uralten Ton-Dachpfannen wie der Bleiglasfenster und des  rund 90 Jahre alten in der Region einmaligen Klinkerpflasters in der Gasse hin zum Koschinski. Das Problem dürfte dabei einmal mehr der Oldenburger L. sein, der ja schon mehrfach als Stadtbaurat bewiesen hat, wie wenig er  für Denkmalschutz empfindet und tut, wenn nur jemand mit Geld in der Hand…