25. Altstadtwirtefest

8. August 2018

25. Altstadtwirtefest
Lingen (Ems) – Stadtzentrum
Sa 11. Aug. 2018 – ab 20 Uhr
kein Eintritt, aber 🍺🥃🍷🥂🍻🍸kaufen…

Zum 25. Mal findet am Samstag, 11. August ab 20 Uhr das Altstadtwirtefest in Lingen statt. Der genaue Name des Events ist etwas sperriger: Musikfest der Altstadtwirte. Dabei ist netterweise auch schon das jetzt von Markus Quadt übernommene Doppellokal Ratskeller („Sieben“) und „1549“. Der letzte Ratskeller-Wirt hatte sich unerlaubt so viel an (ihm nicht gehörender) Einrichtung aus Gasträumen und Küche unter den Nagel gerissen (u.a. diese feine-kleine Theke im ehemaligen „1549“, Sie erinnern sich?), dass es etwa bis Ende September dauern wird, die Einrichtung wieder zu komplettieren. Samstag gibt es aber im „1549“ trotzdem bereits Musik vom Feinsten und auch sonst in Lingens Stadtzentrum:

Kolpinghaus — 1
Litfass — 2
La Vino — 3
Café Lüttel — 4
Alte Posthalterei — 5
Ratskeller — 6
Koschinski — 7
Extrablatt am Markt — 8
Butchers — 9

Das Besondere wie stets: Überall ist der Eintritt frei.

Natürlich noch eine kleine, hochgezogene Augenbrauenkritik an der interaktiven Grafik. Die Örtlichkeiten sind reichlich ungenau eingearbeitet- nicht wahr, Heidi Litfass?-, und es heißt Hoochie Coochie Man, denn „Goochie“ ist irgendwie italienischer…

Lingen bei Nacht
Geführter Stadtrundgang auf den Spuren von Kneipen und Spelunken
Lingen (Ems), Treffpunkt: Emslandmuseum, Burgstr. 28b
Heute 21 Uhr
Karten: 2 €

Zu einem nächtlichen Stadtrundgang auf den Spuren der Lingener Kneipenszene von einst laden die LWT und das Emslandmuseum am Donnerstag (26.7., 21 Uhr) ein. Dr. Andreas Eiynck vom Emslandmuseum präsentiert dabei Informationen und Geschichten über die Lokale von einst, die sich nicht nur an Wissensdurstige richten. Nach Ende des Rundgangs können die Kenntnisse und Erinnerungen an den entsprechenden Schauplätzen aufgefrischt oder weiter vertieft werden.

Schon im ausgehenden Mittelalter verfügte Lingen über eine weithin bekannte Kneipenszene. In manchen Lokalen waren die Gäste im Umgang nicht zimperlich. Wirtshausschlägereien endeten nicht selten blutig und für das älteste belegte Lokal am Ort, den „Rosskamm“ am Markt (heute „Alte Posthalterei“) ist sogar eine Mordtat belegt. Doch meistens endete der Wirtshausbesuch friedlich, mitunter sogar selig – wenn nicht ein „Filmriss“ den Rückblick auf die Ereignisse des Vorabends blockierte.

Zu den beliebten Gastronomien der Innenstadt zählte zum Beispiel die Küche der Rosschlachterei „Robben“ in der Schlachterstraße. Heute befindet sich dort (noch) das „Palacio“. Das benachbarte „Hexenhaus“ hat eine bewegte, aber eigentlich eine ganz harmlose Geschichte, anders jedenfalls als die einige Häuser weiter gelegene „Bar Romantika“, wo die freizügige Bardame Hilde nicht nur auswärtige Männerherzen verzauberte. Auf eine eher bodenständige Geschichte kann degegen das Traditionslokal „Hutmachers Deele“ zurückblicken, auch wenn dort zwischenzeitlich längst italienische und vorübergehend orientalische Küche Einzug gehalten hat. So ändern sich die Zeiten, doch der Durst bleibt. Besonders rund um den Marktplatz. „Café Extrablatt“ und „1549“ verwöhn(t)en ihre Gäste an historischen Stätten, die einst unter Namen wie „Centralhof“, „Ratskeller“ und „Eselswirt“ firmierten.

Mit der Eröffnung des Lingener Bahnhofs verlängerte sich die Thekenlandschaft in die dortige Richtung. Erstes Haus am Platz war lange Zeit das „Hotel Nave“, heute das „Parkhotel“ mit dem Lokal „Da Sandro“. Mit illustren Gästen und einem humorigen Gästebuch hat dieses Hotel mehr als ein Kapitel Lingener Stadtgeschichte geschrieben. Gleich in der Nachbarschaft eröffnete Ende der 60er Jahre mit dem VAT 69 eine der ersten Lingener Diskotheken.

Wer beim Vorbeigehen an früheren Lokalen noch heute Durst bekommt und in fröhlichen Erinnerungen schwelgt, ist bei diesem Rundgang bestens aufgehoben. Und das Wort „Lokalgeschichte“ bekommt eine ganz andere Bedeutung…
(Quelle)

 

gute Küche

2. Januar 2016

KieselingWer noch einmal ausgesprochen gut in Lingen essen will, muss sich sputen. Viereinhalb Jahre ist es Koch Jan Kieseling in Lingen gelungen, im Ratskeller gute Küche an den Mann und die Frau zu bringen. Jetzt ist Schluss und das kurz nachdem unter seiner Ägide das Restaurant neben dem historischen Rathaus in die Höhen der 500 besten Speisegaststätten der Republik aufgestiegen ist.

Diese schlechte Nachricht zum Jahresbeginn ist allerdings noch nicht alles. Denn der Ratskeller schließt offenbar ganz. Noch im alten Jahr, am 30. Dezember, hat die „Ratskeller GmbH & Co. KG“ als Betreiberin allen Angestellten zu Ende März gekündigt. Man darf über diese Entwicklung traurig sein. Denn richtig gute Küche ist in unserem Städtchen die absolute Ausnahme. Bei den zahlreichen Lokalen dominieren die Mikrowelle („Achtung, der Teller ist sehr heiß!“),  vorgefertigte Convenience-Produkte („Speckbohnenröllchen“) oder panierte Schnitzel der Marke Groß & Geschmacksneutral. Der Ratskeller war da ganz anders, bot ausgesprochen feine Küche mit erlesenen Getränken und deshalb ist es schlecht für unsere Stadt, dass es seine Esskultur künftig nicht mehr gibt.

Jan Kieseling beginnt übrigens am 1. März bei der Kanne-Gruppe in Dersum, die sich der Systemgastronomie und sonst mancherlei verschrieben hat, das nicht typisch Emsländisch ist.

ps Übrigens bevor die Diskussion beginnt, immer dran denken: Mercedes ist teurer als Nissan Micro.

 

(Foto Jan Kieseling; via Facebook)

Rheinland meets Emsland

26. Januar 2014

Emländer

Ratskeller

17. Juli 2013

ratskellerNoch ein Sommer-Special und gleich ein ganz Besonderes: Heute wird im Ratskeller Lingen ein Essen mit sechs Gängen serviert, das Fans von waslosinlingen.de und andere bewerten können.
Die drei Besten schaffen es in die neue Karte.

Der Preis beträgt pro Person 59€. Für ein exklusives Sechs-Gang-Menu in diesem Restaurant einzigartig. Erforderlich ist allerdings  eine Reservierung über Telefon Lingen 144 000 80.

Weise

4. Juli 2013

Sie ist -meldete gestern die Internetseite waslosinlingen– nach nicht einmal einem Jahr wieder geschlossen: Die Alte Posthalterei am Markt. Im Fenster liest man diesen Zettel und etwas über bedauerlicher Weise. Gegenüber kämpft der Ratskeller mit dem Desinteresse der Lingener an exzellenter Küche. Hummeldorf an der Waldstraße ist nach noch kürzerer Zeit geschlossen. Das Forsthaus am der Georgstraße („Casa forestale“) schon viel länger. Und ansonsten sind die Preise in der lokalen Gastronomie meist so etwas von hoch, dass es keinen Spaß macht, die Lokalitäten zu besuchen. Man darf es Krise nennen.

Posthalterei

LATE N(EI)T

28. März 2013

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Während im gefühlt 30. Jahr wieder die -inzwischen allerdings nur noch zweidimensionalen- Eier über unserer Großen Straße baumeln, hat sich Jan Kieseling für seinen Ratskeller/1549 zu Ostern etwas ganz besonderes ausgedacht. In der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag wird das 1549 in ein Spiegelei Restaurant verwandelt und Emsländer können das machen, was sie nach dem Feiern immer noch am liebsten machen, nämlich Spiegeleier essen!

Los geht es im Menü bei schmalen 2,50 € ! Aber auch eine Straußenei-Platte für 10-12 Personen für 69,99 € ist im Angebot.

ACHTUNG! Das LATE N(EI)T wird es nur in dieser Nacht geben! Los geht es um 23 und Schluss ist morgens um 6 Uhr

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weiße Fläche

11. November 2012

Man darf auch lecker und gut essen, Freunde. Mit anderen Worten: Jetzt geht es um den Guide Michelin 2013.

Autoschrauber kennen die Michelin-Geschichte: 1900 erschien der erste Michelin-Führer als Wegweiser für die damals weniger als 3.000 Autofahrer  in Frankreich. Die Initiatoren  André und Édouard Michelin  gaben  Ratschläge zum Umgang mit Auto und Reifen nannten Werkstätten, Batterieladestationen und Benzindepots. 1923 erschien der Michelin in seinem Heimatland erstmals mit Hotel- und Restaurantempfehlungen.

Ab 1926 gewann der Guide Michelin für die Gastronomie seinen bis heute währenden Stellenwert, als er erstmals Sterne für eine gute Küche vergab, 1931 erstmals zwei und drei Sterne für eine herausragende Küchenleistung.  1936 führte Michelin die bis heute gültigen Definitionen zu den Sternen: „Eine sehr gute Küche: verdient besondere Beachtung“ (ein Stern), „Eine hervorragende Küche: verdient einen Umweg“ (zwei Sterne), „Eine der besten Küchen: ist eine Reise wert“ (drei Sterne).

Letzte Woche nun erschien der deutsche Guide Michelin 2013. Deutschland kann nun mit 255 ausgezeichneten Restaurants, davon zehn Drei-Sterne-Häuser, aufwarten (2011: 249). Sieben Restaurants erhielten einen zweiten Stern, 29 wurden erstmals ausgezeichnet. „Damit ist Deutschland nach Frankreich die Nummer zwei in dieser Kategorie in Europa“, sagte „Michelin“-Chefredakteur Ralf Flinkenflügel. Deutschland wird also zunehmend zum Land für Feinschmecker und Genießer.

Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Einheimischen bevölkerter Landstrich hört nicht auf, dem Eindringling der hervorragenden Esskultur Widerstand zu leisten. Sie ahnen es: Das Emsland, der Landstrich von fettigen Pommes rotweiß und industriell-vorproduzierter Speckbohnenröllchen an Schnitzel in klebriger Panade. Tja, Freunde, es wird wohl noch lange im Emsland brauchen, bis man auch bei uns bundesdeutsches Durchschnittsniveau in den Restaurants erreicht, fast möchte man sagen, bis man anstelle Dönerwokpizzafastfood überhaupt Restauranthöhe erreicht.

Etwas resignierend stellt auch die NOZ fest, dass „die Region zwischen Osnabrück und der Nordsee weitgehend eine weiße Fläche in der Michelin-Karte (ist). (Michelin-)Chefredakteur Ralf Flinkenfügel meint, dass ‚die gehobene Küche nicht so einen Stellenwert einnimmt wie etwa in Baden-Württemberg‘ und dass die Gäste fehlen, die für gute Küche mehr auszugeben bereit sind.“

Neben dem Perior im wunderschönen Leer, dem Seesteg auf Norderney  und dem Osnabrücker La Vie konnten Keilings Restaurant (Bad Bentheim) und Apicius in Bad Zwischenahn ihren Stern behaupten. 3-Sterne-Koch Thomas Bühner (La Vie Osnabrück) meint, es fehle auch manchmal das regionale Selbstbewusstsein.

Also seien wir selbstbewusst, denken emsländisch zufrieden an die gute regionale Küche im Gasthof Backers in Twist und von Franz-Josef Sanders in seinem Jagdhaus Wiedehage (Haselünne). Aus Lingener Sicht hoffen wir auf Jan Kieseling (Foto oben re), unseren Kandidaten für mehr im Ratskeller am Lingener Markt. Hab ich eine richtig gute Küche vergessen? ich würde mich freuen, wenn es mehr als drei Restaurants sind, die man entspannt besuchen kann. Der erste emsländische Michelin-Stern kommt jedenfalls bestimmt…

Bis dahin schauen wir uns lächelnd an, wie herrlich sich der junge Lübecker Kevin Fehling über seinen dritten Stern  gefreut hat:

Michelin-Stern

12. September 2012

Ein Künstler internationalen Zuschnitts gab am Dienstag im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe ein umjubeltes Konzert. Anschließend hatte er Hunger, besuchte den Ratskeller und wiederum danach fasste er seine Eindrücke so zusammen:

Glückwunsch, Jan Kieseling!

1549

7. Oktober 2011

Die neue Doppelgastronomie „1549“ und „Ratskeller“ wird hoffentlich eine kulinarische Bereicherung für die Stadt. Die bauliche Renovierung des Gebäudes scheint mir gelungen. Die ersten Gestaltungsvorschläge sind erfreulicherweise deutlich verbessert worden. Gut so! Ich nehme an, dass dies bei der gestrigen inoffiziellen Eröffnung durch Andreas Eyinck, Chef des Emslandmuseums und längst spiritus rector der Lingener Baugeschichte, bei seinem Vortrag auch unterstrichen worden ist. Mir gefällt die geschaffene, äußere Klarheit des renovierten Hauses, dessen Geschichte auf das Jahr 1549 zurückgeht. Es überzeugt vor allem auch das Fehlen von Werbung: Kein drangeschraubtes Blechschild von Bierlieferanten und Brauereien, keine von diesen so schrecklich missgestalteten, bierseeligen Lampen an den Außenwänden, keine schwülstige Preisliste. Bislang sieht man nur die klare, einfache Fassade.  Ich hoffe, dass dies so bleibt, weil es beweist, dass weniger (oder keine) Werbung für das Haus und seine Nutzung mehr ist.

Leider verschiebt es sich in Lingen, wie ich hier und andernorts schon häufig beklagt habe, hin zu immer mehr  Werbung an den Häusern und auf den Straßen. Ein Blick in den neuen, kleinen Lingen-Bildband von Richard Heskamp und  -eben- Andreas Eiynck (Foto unten) zeigt, wo die Gestaltungsprobleme des Stadtkerns liegen: Manche Aufnahmen vermitteln dem Betrachter nur Irritierend-Klebriges wie etwa die Werbeorgie in der Lookenstraße und all diese Werbesonnenschirme oder auch vermeintliche Kleinigkeiten wie der pratzige Bitburger-Aufkleber am Qurt oder das sich fett in der Vordergrund drängende Deutsche-Bank-Logo am Haus Am Markt 17. Ein dickes Lob an Katrin Micklitz, die den schmalen Bildband so klug gestaltet hat. Ihr Layout und ihre Präsentation der Aufnahmen von Richard Heskamp begrenzen geschickt die lokalen Kommerzbotschaften, blenden sie weg oder entlarven sie als Tand  und Trug. So vermittelt das Buch zugleich trefflich dieses zeitgeistig-gleichgültige Laissez-faire einer desinteressierten Bauverwaltung; es überzeugt auch fast zwangsläufig, wenn in ihm die großen, architektonisch nicht überzeugenden Lingener Bauvorhaben der letzten Jahre entweder gar nicht (Haus Huesmann, Busbahnhof) oder optisch wie ein Fremdkörper (Medicus-Wesken-Haus) daher kommen. Und indem Katrin Micklitz sensibel Ausschnitte der Aufnahmen Heskamps präsentiert und sich vielfach auf sie  beschränkt, zeigt es die immer noch vorhandenen baulichen Stärken Lingens.

Zurück zum „1549“ und zum „Ratskeller“: Was muss noch gesagt werden zur grundsätzlich gelungenen Renovierung des Hauses? Lingen darf sich über den Erhalt der historischen kleinen Gasse mit ihrem nun fast 100-jährigen Pflaster ebenso freuen wie über die 80jährigen, historischen Dachpfannen, die dem Ratskeller „Am Markt 13“ erhalten blieben. Da stört wirklich (nur aber auch heftig)  diese, erst vorgestern vor den Hausgiebel gegenüber vom hist. Rathaus geschraubte Emslandmarkise – gestreift und völlig verunglückt. Liebe Hausherren Chris und Mark Hofschröer, bitte schraubt das Teil so schnell wie möglich wieder ab. Es verhunzt Eure gelungene Restaurierung; einige Sonnenschirme sind besser (aber bitte -!!- ohne Bitburgerveltinsjeverköpiundwasweißich-Bierwerbung).
Ansonsten, und nachdem sich die Kritik vom Jahresbeginn so gelohnt hat,  (m)einen herzlichen Glückwunsch zum neuen Ratskeller.

Nachtrag:
Da sehe ich heute zwei (!) Werbeschilder einer nicht unbekannten Duisburger Brauerei links und rechts am Giebel des neugestalteten „Ratskeller“, gleich unterhalb der störenden längsgestreiften Markise. Schade. Ich sollte mir ein Lob gar nicht erst angewöhnen.  Von den anderen Schwachpunkten, die mir heute ein Architekt an Ort und Stelle gezeigt hat, schreib ich lieber erst mal nichts. 😦