Sehr geehrte, liebe

13. Mai 2021

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan hat der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin einen Gruß an die Muslime verfasst. Ein bemerkenswertes Dokument, wie ich finde:

Zum Ende des Ramadans, 13. Mai 2021

Sehr geehrte, liebe muslimische Schwestern und Brüder,

der diesjährige Fastenmonat neigt sich seinem Ende zu. Zum zweiten Mal haben Sie in der Pandemie diesen besonderen Monat in Solidarität und Geschwisterlichkeit gelebt, wieder waren alle üblichen Formen der gemeinsamen Verbundenheit herausfordert, vom Zusammenleben in den Familien bis hin zu den gemeinschaftlichen religiösen Aktivitäten. Und doch sind auch neue Formen, Nähe auszudrücken, entstanden. Viele teilen die Erfahrungen von digitalen Gesprächs- und Gebetsformaten oder andere Zeichen der Solidarität.

Im Bestreben, gute Menschen zu sein, werden viele kreativ und haben sich auch neu in Nachbarschaften engagiert. Wir sind dankbar für Ihr Glaubenszeugnis, besonders auch im Monat Ramadan, wenn wir sehen, wie selbstverständlich gebetet wird und Sie sich um andere Menschen kümmern und gemeinsam Anstrengungen unternehmen. Wir sind froh, wie Sie unsere Mitwelt erhalten und immer wieder Frieden schaffen, den wir gemeinsam von Gott erbitten.

Wir lassen uns anregen, dass der Ramadan die Macht der Veränderung vor Augen führt und die Erwartung an Beständigkeit relativiert. Wir nehmen wahr, dass das Fasten eine Quelle der Ermutigung zur Veränderung sein kann. Wenn man sich selbst überwinden kann, ist kein Zustand unveränderlich. Diese Erfahrung teilen viele von uns. Mit dem Fasten einher geht immer die Frage, wovon wir uns enthalten, wie wir die Zustände, die uns umgeben, zum Positiven verändern. In dieser Aufgabe vertrauen wir auf Gott, seine Leitung und seinen Segen.

Wir wissen uns Ihnen verbunden, wenn Sie im Beten der Sure al-qadr besonders aufmerksam werden für das Wirken Gottes in der Nacht der Bestimmung. Gelobt sei Gott, sein Segen und Frieden auf uns Menschen.

So wünschen wir Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes und schönes Ramadan-Fest: Gesegnetes Eid al-Fitr.

Für den Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin

Dr. Karlies Abmeier                                                      Prof. Dr. Christine Funk
Vorsitzende des Diözesanrates                             Vorsitzende der Arbeitsgruppe
„Christlich-Islamische Begegnung“

Amnestie!

31. Dezember 2013

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Da gibt es alljährlich seit 14 Jahren ein paar Tage früher die Haftentlassung aus dem niedersächsischen Knast. Die Regeln der sog. Weihnachtsamnestie für Strafgefangene sind kompliziert und bürokratisch – also sehr deutsch – und dienen vor allem auch den Verwaltungsbediensteten innerhalb wie außerhalb der Gefängnisse, die dann zu den Feiertagen weniger Arbeit mit Anträgen usw. haben. Eine richtig deutsche Folgeidee produzierte jetzt ein Landtagsabgeordneter der Grünen in Niedersachsen. Der will, schreibt BILD Hannover, eine Amnestie auch für Muslime zum Ramadan.
Dass das unzureichend ist, drängt sich auf und meine Leser wissen es längst. Denn die Idee diskriminiert die große Gemeinde der niedersächsischen Buddhisten. Da hilft nur meine Initiative: Amnestie für Buddhisten. Zum Visakha Puja.

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Ramadan

23. August 2011

Anfang kommender Woche (am 29. ) geht der Ramadan mit einem großen Fest zu Ende. Das hat jetzt Auswirkungen auf ostfriesische Fischer.  Sie und die anderen Krabbenfischer an der Nordsee müssen nämlich wegen dieses Festes zum Ende des islamischen Fastenmonats für eine Woche pausieren. Der Grund? Bekanntlich werden die Krabben in Marokko gepult.  – also hier gefangen, nach dem Fang tiefgefroren, per Lkw nach Marokko transportiert, dort aufgetaut und geschält und wieder tiefgefroren und zu den Abnehmern gebracht.

Die Angestellten in den Krabbenpul-Zentren in Marokko haben während des als Zuckerfest bekannten, mehrtägigen Festes zum Ende des Ramadan  frei, wie der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer in Hamburg jetzt erläuterte. Es sei nämlich einer der höchsten islamischen Feiertage. Weil deshalb in Nordafrika nicht gepult werde, habe der niederländische Großhändler Helploeg, an den auch fast alle deutschen Krabbenfischer liefern, seit gestern eine einwöchige Fangpause angesetzt.

Das Zuckerfest  feiern Muslime überall auf der Welt; allerdings unterscheiden sich die Termine aufgrund der unter Umständen von regionalen astronomischen Gegebenheiten abhängigen Berechnung teilweise von Land zu Land.