Fahrradklima

22. Mai 2017

Lingen - Radweg am DEK-.jpg

Eine deutliche Niederlage hat der jüngste Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) dem Hamburger Senat beschert: Auf Platz 31 von 39 deutschen Großstädten über 200.000 Einwohner ist die Hansestadt in puncto Fahrradkomfort und -sicherheit im Herbst 2016 gelandet. Und wäre nicht die Aufstockung der Leihfahrräder in die Wertung eingegangen, hätte Hamburg auf Platz 34 gelegen – beim Fahrradklimatest 2014 war es Platz 35.

Woran es hakt? Vor allem am Zustand der Radwege und am Sicherheitsgefühl; das geht aus der Beantwortung der 27 Fragen hervor, die mit Schulnoten zwischen eins (sehr gut) und sechs (ungenügend) bewertet wurden. Eine schwache 4,7 haben die Sicherheit sowie das Fahren auf Radwegen und -schutzstreifen trotz neuer, auf den Fahrbahnen verlaufenden Velorouten. Die aber, sagt ADFC-Sprecher Dirk Lau, seien zu schmal. Sie müssten nämlich drei Meter breit sein und 1,50 Meter Überholabstand für Autos ermöglichen, damit die nicht eng am Radler vorbeipreschen müssten.

In Lingen meint man, es sei eine gute Lösung, Radfahrer auch auf den Fahrbahnen der vielbefahrenen Innenstadtstraßen zuzulassen, sofern diese wollen. Das sei eine Frage der Gleichberechtigung. Ich frage mich, ob beispielsweise 12jährige so etwas „wollen“ und wie sicher es dann für sie ist. Oder anders: Wir erlauben uns ein gefährliches Experiment und es ist eine wirkliche Schnapsidee; davon bin ich überzeugt. Sie wird zu schweren Unfällen führen.

Bei den Städten ab 50.000 Einwohner belegt in der ADFC-Befragung Lingens Nachbarstadt Nordhorn bundesweit Platz 2 mit 2,6 Punkten (hinter Bocholt) und unser Lingen landete mit nur mäßigen 3,5 Punkten auf Rang 14. Allerdings haben in unserem Städtchen fast doppelt so viele Interviews stattgefunden als in der Nachbarstadt: 164 statt 83. Dies wirft doch Zweifel a la Roggendorf nach der Vergleichbarkeit der Resultate auf. Ein Stimmungstext eben…

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Der ADFC-Stimmungstest
An dem bundesweiten ADFC-Fahrradklima-Test im Herbst 2016 nahmen über 120.000 Viel- und Gelgenheitsradler in 539 Städten teil – 15 Prozent mehr als beim letzten Test 2014. Ähnliche Fahrradklima-Tests gab es 1988, 1991, 2003, 2005 und 2012. Bundesweit fahrradfreundlichste Stadt ist, fast möchte ich sagen: natürlich- Münster, gefolgt von Karlsruhe und Freiburg im Breisgau.
Auf den Plätzen vier bis sieben liegen Bremen, Hannover, Kiel und Braunschweig mit Noten zwischen 3,51 und 3,67. Lübeck liegt mit Note 4,04 auf Platz 20, Hamburg ist mit 4,19 Platz 31 klares Schlusslicht im Norden.

(Quelle: taz; Foto: Radweg am Dortmund-Ems-Kanal © milanpaul)

die beste

2. Dezember 2015

EUWenig Verkehrstote, eine tolle Infrastruktur und viele Fahrzeuge mit alternativer Antriebstechnik: Die Niederlande haben das beste Verkehrssystem der Europäischen Union (Logo lks). Zu diesem Ergebnis kommt der zweite EU-Verkehrsanzeiger, den die Europäische Kommission vergangenen Freitag veröffentlicht hat.

Der EU-Verkehrsanzeiger vergleicht die Leistung der EU-Mitgliedstaaten in 29 verkehrsbezogenen Kategorien: Hierzu zählen unter anderem die Kategorien Binnenmarkt, Infrastruktur, Umwelt, Sicherheit, Verkehrsverstöße, Innovation und Logistik. Die Niederlande haben – wie bereits im EU-Verkehrsanzeiger 2014 – das beste Gesamt-Ranking.

Das Land kann vor allem mit einer guten Infrastruktur punkten: In den Kategorien Hafen- und Flugverkehrsinfrastruktur steht das Land im europäischen Vergleich auf Platz eins. Auch die niederländischen Straßen sind von hoher Qualität (Platz vier nach Portugal, Österreich und Frankreich). Beim Schienenausbau landen die Niederlande ebenfalls unter den besten fünf Ländern. Zur Radwege-Infrastruktur trifft die Studie leider keine Aussagen.

Platz zwei – hinter Italien – nehmen die Niederlande in der Kategorie „Neue Fahrzeuge, die alternative Antriebe nutzen“ ein. Zudem verzeichnen die Niederlande nach Malta die geringste Zahl an Verkehrstoten in der EU: 28 pro eine Million Einwohner; der EU-Durchschnitt liegt bei 51.

Nicht so gut schneidet das Land bei der Frage nach Verkehrsstaus auf Autobahnen ab: Hier verbringen die Niederländer durchschnittlich 31,25 Stunden pro Jahr – eine Stunde mehr als die deutschen Autofahrer. Auch sind die Passagiere der niederländischen Bahn Nederlandse Sporwegen weniger zufrieden (68,9 Prozent) als die Kundschaft der Deutschen Bahn (77,2 Prozent).

Deutschland steht beim diesjährigen EU-Verkehrsanzeiger übrigens auf dem sechsten Platz. Das gesamte Ranking und die Rankings in den einzelnen Kategorien finden Sie hier: EUTransport Scoreboard

(Quelle: NiederlandeNet)