Josef

7. Dezember 2013

Die taz berichtet e in dieser Woche über Pläne, den Platz vor dem Leineschloss in Hannover, in dem der Niedersächsische Landtag tagt, umzubenennen. Bisher ist er nach Hinrich Wilhelm Kopf benannt.Die taz informiert:

„Der Ältestenrat des niedersächsischen Landtags hat sich nach den Erkenntnissen über die NS-Vergangenheit des ehemaligen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf einstimmig für die Umbenennung des nach ihm benannten Platzes vor dem Landtagsgebäude in Hannover ausgesprochen.

Eine in diesem Jahr veröffentlichte Biografie über den SPD-Politiker hatte Kopfs Mitwirkung an der Beschlagnahme jüdischen und polnischen Vermögens aufgedeckt. Bis dato wurde Hinrich Wilhelm Kopf, Ministerpräsident von 1946 bis 1955 und 1959 bis 1961, als Erbauer und Landesvater Niedersachsens geehrt. Allerdings legte eine vom niedersächsischen Landtag eingesetzte Historische Kommission zur NS-Vergangenheit ehemaliger niedersächsischer Landtagsabgeordneter im letzten Jahr einen Bericht vor, der besagte, dass sich Kopf zwischen 1939 und 1943 auf unlautere Weise an jüdischem und polnischem Eigentum bereichert hatte.

Als die…“ [weiter bei der taz]

In Lingen ist die lokal nicht unbedeutende Bernd-Rosemeyer-Straße nach einem frühen SS-Mitglied benannt, der aber nach allgemein akzeptierter Ansicht nur in der SS und sonst gar kein Böser war oder jedenfalls gewesen sein kann, weil er einmal einen Tirolerhut trug und im Übrigen schnell mit seinem Audi im Kreis fahren wollte und konnte. Niemand hier diskutiert die Umbenennung dieser Straße, obwohl man nur den Vornamen austauschen müsste. Josef (in einigen Quellen auch Joseph) Rosemeyer wäre nicht schlecht.

1896 nahm der in Löningen geborene und in Lingen aufgewachsene Josef Rosemeyer als Mitglied der deutschen Mannschaft an den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen teil. Er startete in vier Radrennenn im Velodrom Neo Faliro: Im 10-Kilometer-Rennen wurde er Vierter (das genaue Ergebnis ist nicht bekannt), im 333⅓-Meter-Zeitfahren wurde er mit 27,2 Sekunden Achter und damit Letzter. Das Rennen über 2000 Meter konnte er wegen Problemen mit seinem Fahrrad nicht beenden. Über 100-Kilometer-Rennen.

Rosemeyers Nominierung für die Olympischen Spiele waren 1895 Erfolge auf deutschen Radrennbahnen vorausgegangen, drei Siege, zwei zweite und vier dritte Plätze. In einer Rangliste der „Herrenfahrer“ belegte er Platz 23 und war 1895 als einer von elf Amateuren für die Bahn-Weltmeisterschaften in Köln gemeldet, wo er jedoch keinen Erfolg erringen konnte. Eine Zeitlang hielt er auch den deutschen Rekord über 100 Kilometer. 1897 nahm Josef Rosemeyer noch siegreich an den Rennen in Lingen teil.

Sein Vater hatte in unserem Städtchen eine Schlosserei betrieben, die Josef dann fortführte. Ab 1897 produzierte der Betrieb eigene Fahrräder der Marke Rex .

Wie also wär’s mit Josef-Rosemeyer-Straße?

ps Hat jemand ein Foto von Josef Rosemeyer gefunden? Oder gar ein Fahrrad der Marke Rex?

(Quelle und mehr)