Im Rathaus und in der Presse erntet die jüngste Idee der Lingener Wirtschaft + Tourismus GmbH (LWT) bereits vollumfängliche Lobhudeleien. Der Plan des LWT das diesjährige sog. „Public Viewing“ ins das Lingener Emslandstadion zu legen, sei „eine gute Idee“ kommentiert die Lingener Tagespost. Und LWT-Geschäftsführerin Gesche Hagemeier spricht in der LT von „optimalen Voraussetzungen“, die das Stadion böte. Doch ist das wirklich so oder überwiegen nicht zahlreiche Risiken?

Unbestritten ist, dass ein Public Viewing auf dem Markt neben den finanziellen Aufwendungen auch Probleme verursacht. Die ansässigen Gastronomen und der Wochenmarkt würden eingeschränkt und auch ständiger Auf- und Abbau steigern die Kosten. Dass sich der vom LWT vor zwei Jahren ins Auge gefasste Emsauenpark ebenfalls wenig eignet, erkannte man spät, als niemand die Veranstaltung organisieren wollte, war aber einsichtig. 3.000 Besucher hinterlassen nunmal „Spuren“, brauchen Parkplätze und eine solide Infrastruktur. Es ist also richtig, einen Alternative zu finden. Doch das Emslandstadion ist es kaum! Bei der Idee, fürchte ich, macht man es sich zu leicht.

Weil der LWT nicht das Risiko eines Veranstalters übernehmen will, sucht er nämlich einen Interessenten, den man mit 5000,00 EUR und mit „Hilfe bei der Werbung“ (!?) bezuschussen möchte. Da muss man kein Event-Experte sein, um die großen wirtschaftlichen Risiken einer Ausrichtung im Emslandstadion zu rkennen. Auch dort benötigt jeder Veranstalter ein ausgesprochen teures Sicherheitskonzept, die Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft liegen – zumindest für feierwillige Fans – terminlich eher ungünstig (Sonntag, Samstag, Mittwoch) und ob es sechs Monate vor der WM möglich sein wird, noch eine adäquate Videowand zu organisieren, ist völlig offen. Dazu kommen das unbeständige emsländische Opden-Air-Wetter, Personalkosten sowie eine zu lösende Toilettensituation. Und als Bonbon wird der Rasen im Emslandstadion auf zentralen Teilen auszubessern sein, denn dort steht über Wochen eine Leinwand. 5000,00 EUR werden für neuen Rollrasen kaum reichen.

Doch gibt es überhaupt eine Alternative? Ich denke ja und zwar derer sogar zwei!

Erstens:
Die Emslandhallen. Sie fallen für den LWT raus, denn „die Technik in den Emslandhallen“ , so Geschäftsführerin Hagemeier, sei „nicht mehr auf dem neuesten Stand“. Das stimmt. Der „Beamer“ der Veranstaltungshalle ist nicht HD fähig und damit nicht „hochauflösend“. Besucher, die zuhause sicherlich ein besseres Bild haben, monierten dies – zu recht – schon 2016 (Foto © Emslandhallen). Es bräuchte also neues Hochleistungs-Equipment mit einer ausreichenden Lichtleistung. Das ist allerdings eine Anschaffung, die die Stadt ohnehin auf Sicht tätigen müsste. WCs, Sicherheitskonzept, Tribünen, Bewirtungsbereiche und „Wetterunabhängigkeit“ sind darüber hinaus vorhanden. Die Emslandhallen sind erprobt (Foto) und haben sich bewährt. Es werden alle Zusatzkosten gespart, die den Standort Emslandstadion so belasten. Allerdings war das Bier schlichtweg viel zu teuer; da half und hilft auch keine „Happy Hour“ vor dem Spiel.

Zweitens:
Auch die Parkfläche „Am Wall Süd“, wo jahrelang die Hochschule ihre Gebäude unterhielt, bietet Platz und Stadtnähe. Vor über einigen Jahren Jahren riss die Stadt kurzerhand das ehemalige Gebäude der Hochschule „Am Wall Süd“ ab. Es entstand ein Parkplatz mit 170 Stellplätzen auf einer Fläche von mehr als 8000 qm. Sicherlich könnte man dort leicht dort – ggf nach dem Vorbild der Meppener Schülerwiese – eine Public Viewing Fläche errichten, die allen Ansprüchen genügt. Parkplätze befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft und das Areal „Am Wall Süd“ ist in unmittelbarer Nähe zur Kneipenmeile der Innenstadt. Die Kosten für das Sicherheitskonzept, Toilettenwagen sind mit dem Stadion vergleichbar. Lediglich die Wettergarantie und „die“ Tribüne fehlen, aber dass es die nicht braucht, zeigen uns ja die Meppener auf ihrer Schülerwiese..…

[Ein Beitrag von Jonas Johannsen für RobertsBlog]

Einzug

3. Juli 2014

Ein wenig mitfiebernder Beitrag auf der heutigen Internetseite der Stadt Lingen zum Viertelfinalspiel bei der Fußballweltmeisterschaft am kommenden Freitag. Nicht nur, weil aus Brasilien nicht „die Stadt Lingen überträgt“ sondern in erster Linie, weil „copy and paste“ der Texte von vor einer Woche nicht immer der gelungene Weg ist:

Bildschirmfoto 2014-07-02 um 23.29.10

Rückseite

23. Mai 2012

Na? Fehler entdeckt?
ps Danke an @Lingen_Fehler auf Twitter.

Nicht schlecht II

23. Juni 2011

Sie wissen längst: Sonntag um 18 Uhr beginnt in Berlin die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 in Deutschland.  Das erste Spiel Deutschland gegen Kanada ist eigentlich das zweite, weil schon drei Stunden früher im Hoffenheimer Stadion in Sinsheim das Spiel Nigeria gegen Frankreich angepfiffen wird. Aber dieses zeitlich erste Spiel ist offiziell das zweite. Das ist für mich noch schwerer zu verstehen als der Umstand, dass Victoria Gersten künftig SV Meppen, FFC Bad Oldesloe demnächst VfB Lübeck und  FC Lübars dann Hertha BSC heißt. Ki(e)k! Die Sehnsucht nach Geld greift auch nach der 2. Bundesliga der Fußballerinnen. Also lieber, wie hier mitgeteilt, Heidekraut Andervenne.

Ach so! Von Public viewing im Emsland zur Frauen-WM habe ich jetzt doch etwas gehört. Nämlich hier. Geht doch!

Nicht schlecht

22. Juni 2011

Sonntag um 18 Uhr beginnt in Berlin die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen. In Deutschland. 2011.  Im  ersten Spiel trifft Deutschland auf Kanada. Dann werde ich Sonntag mal in die Emslandhallen gehen und beim Public Viewing dabei sein…

…Oder sollte es vielleicht gar kein Public Viewing in Lingen geben?  Im Emsland? So isses offenbar, wenn auch ab dem Viertelfinale  so etwas ähnliches in Meppen stattfinden soll – ganz public für 25 Euro pro Nase, wenn man vorn sitzen will…

Morgen früh zeige ich hier das nächste Video zur WM-Einstimmung. Nicht schlecht (Eigenlob!) für so einen kleinen Blog in einer -trotz Victoria Gersten, das jetzt SV Meppen heißt–  offenbar frauenfußballfernen Gegend.

EM

2. Dezember 2007

ANPFIFFDeutschland trifft bei der Fußball-Europameisterschaft, die im kommenden Juni in der Schweiz und in Österreich stattfindet, auf Polen, Kroatien und Gastgeber Österreich. Seit heute steht fest:  Am 8. Juni geht es in Klagenfurt gegen Polen, vier Tage später trifft das Team von Bundestrainer Joachim Löw im selben Stadion auf Kroatien. Zum Abschluss der Vorrunde steht am 16. Juni in Wien die Partie mit Gastgeber Österreich auf dem Programm. Es schließen sich dann, hoffentlich mit deutscher Beteiligung, die Viertel- und Halbfinalspiele und am 29. Juni das Finale im Wiener Ernst-Happel-Stadion an.
Bei der WM im Sommer 2006 wurden in Lingen nach einem Vorschlag von mir die Spiele der deutschen Elf in den Emslandhallen und später auf dem Marktplatz auf Großleinwänden übertragen; es war damals bei jedem Spiel ein tolles, beeindruckendes Gemeinschaftserlebnis.
Ich meine, die Stadt sollte für die EM dasselbe noch einmal organisieren und habe dem Oberbürgermeister eine entsprechende E-Mail geschrieben.

Foto: © Sternschnuppe1, pixelio.de