Die Prozesse des Abraham Abraham
Einblicke in das 18. Jahrhunderts
Herbstvortrag des Stadtarchivs von Madeleine Gänge
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5/6
Heute, 24. Okt. – 19 Uhr

Eintritt frei

Zum Auftakt der Herbstvorträge des Lingener Stadtarchivs spricht die angehende Kulturwissenschaftlerin Madeleine Gänge über jüdisches Leben im 18. Jahrhundert. Ihr Thema sind „Die Prozesse des Abraham Abraham“

1763 kam Abraham Abraham – ein sog. „Schutzjude“ – nach Lingen (Ems) und starb hier 1807 in hohem Alter. Abraham, der im Hause Burgstraße 14 wohnte (auf dem Foto das rechte Gebäude), war ein Bürger, der besonders häufig verklagt wurde und noch häufiger eigene Klagen einreichte. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass zahlreiche Akten der in Lingen geführten Zivilprozesse noch heute erhalten sind. Diese Akten erzählen von den konkreten Lebensumständen der Kläger und der Beklagten“, berichtet Stadtarchivar Dr. Mirko Crabus. „Seine Akten vermitteln ein sehr lebendiges Bild vom Alltag eines Lingener Juden im 18. Jahrhundert“, erläutert Madeleine Gänge, die Abrahams Akten im Lingener Stadtarchiv eingehend ausgewertet hat. In seinen Gerichtsverfahren sei es um unbezahlte Rechnungen, aber beispielsweise auch um Beleidigungen gegangen. „In all den Berichten werden auch die schwierigen Rahmenbedingungen sichtbar, mit denen ein Jude im Preußen des ausgehenden 18. Jahrhunderts zu kämpfen hatte“, verrät Madeleine Gänge.


Die Vortragsreihe wird am Dienstag, 28.11. 2017 im Professorenhaus mit einem Reisevortrag von Ulli Brinker über „Namibia“ fortgesetzt.

(Foto: Stadtarchiv Lingen)

JVA Münster

15. September 2013

JVAMümnster2 Der „Tag des Offenen Denkmals“ ist zwar vorbei, doch heute ist der „Tag des Offenen Gefängnisses“ – und zwar in Münster, wo das älteste, noch in Funktion stehendes preußische Gefängnis steht. Der nach Plänen der preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel und Carl-Friedrich Busse im Stil der englischen Neugotik errichtete sternförmige Ziegelbau wurde 1853 in Betrieb genommen; übrigens steht er  genauso unter Denkmalschutz wie die hannöversch-britische Kaserne, die 1835 in Lingen gebaut wurde,  zunächst für ein schottisches Regiment als Quartier diente bis sie dann zu einem Gefängnis wurde.

In Münster ist -ganz im Gegensatz zu Lingen- die Aufgabe des historischen Gebäudes beschlossen. Am Stadtrand soll ein neues Gefängnis entstehen. Für das alte muss also ein gutes, neues Nutzungskonzept gefunden werden.

Aus Anlass ihres 160. Geburtstages bietet die JVA Münster an diesem Sonntag erstmals die Möglichkeit einer Besichtigung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aufgrund von Sicherheitsbestimmungen ist das Mitbringen von Hunden, Kinderwagen, Fotokameras und Handys nicht zulässig.

Termin: Sonntag, 15. September 2013, 10-17 Uhr
Ort: Justizvollzugsanstalt Münster, Gartenstraße 26, 48147 Münster

(Foto. JVA an der Gartenstraße in Münster CC STBR)