Gegenteil

26. Juli 2011

Die Postbankfiliale im Lookentor, die allein in Lingen „alle Dienstleistungen der Post“ anbietet, besitzt nach eigener Mitteilung das „Zertifikat für schnelle Kundenbetreuung“. Das dürfte künftig unberechtigt sein; denn ich lese auf der Internetseite der Postbank diese Erläuterung des Unternehmens:

„Wie andere Unternehmen auch, ist sie gesetzlich verpflichtet, ihren Beschäftigten die Teilnahme an Betriebsversammlungen auch während der Arbeitszeit zur ermöglichen. Zeitpunkt und Dauer der Betriebsversammlung legt der Betriebsrat fest. Die Postbank hat darauf keinen Einfluss.“

Für unser Städtchen heißt das: Heute gibt es gar keine Kundenbetreuung, heute hat Lingen keine Post. Die Postbankfiliale im Lookentor ist „wegen einer Betriebsversammlung“ geschlossen. Man bittet um Verständnis.
Nun, ich muss sagen, dass mein Verständnis dafür gegen Null geht. Einen ganzen Tag wegen einer Betriebsversammlung. Das versagt sich jede andere, mir bekannte dienstleistende Firma und sieht mehr nach Ausflug aus,  wenn man hier sieht, dass wegen derselben Betriebsversammlung die nicht sehr weit entfernte Filiale in Papenburg frühmorgens nur eine Stunde  geschlossen hat, in Leer und Quakenbrück sind es 90 Minuten.  Es soll mir also bitte niemand mit dem Betriebsverfassungsrecht und Arbeitnehmerrechten kommen. Oder sind die in Papenburg, Leer und Quakenbrück nicht gewahrt?

Die Post bzw. die von ihr dazu vertraglich verpflichtete Postbank hat weiterhin faktisch ein Monopol für alle Postdienstleistungen und sie verhält sich wie ein Monopolist  mit ihren ganztägigen Schließungen; heute ist ja nicht das erste Mal. Bemerkenswert: Die Arbeitnehmervertreter, die „Zeitpunkt und Dauer der Betriebsversammlung festlegen“, erkennen bislang überhaupt nicht, dass sie mit derart kundenfeindlichen Schließungen keinen Beitrag für ihr Unternehmen leisten, sondern das genaue Gegenteil.

* Kleine, so genannte „Verkaufspunkte“ der Post für Briefmarken und dergleichen gibt es natürlich in Lingen. Sie nehmen aber grundsätzlich keine Post an. Ansonsten dann gibt es private Filialen, die aber sämtlich nur eingeschränkte Dienstleistungen anbieten und in denen man sein Glück versuchen kann. Suchst Du hier.

(Foto:  (c) @Twitter – Lingen_Fehler)

8. März

2. März 2011

Die NOZ meldet zur Wochenmitte Neues zum modernen Bankenwesen im ländlichen Raum:

„Eigentlich ist der Vorgang nicht vorstellbar: In der Postbank-Filiale in Haren-Erika gibt es zurzeit kein Bargeld mehr. Erst am 8. März soll wieder welches zur Verfügung stehen. Rentnerin Ilse Becker ist Opfer des Geldengpasses. Die 71-jährige Rentnerin kann dort nicht, wie bisher gewohnt, ihre monatlichen Bezüge abholen.

Was sie bei der Postbank in Haren-Erika erlebt hat, ist ihr in den letzten knapp zehn Jahren noch nie widerfahren. So lange holt sie bereits Bargeld, das sie benötigt, in der Postbank in der Bäckerei Uhlen (Foto re.) ab.

„Ich wollte mir wie immer meine Rente dort abholen. Da erzählte man mir, dass…“

weiter auf der Seite der NOZ

Foto: © robertsblog