„Food in the nude“

10. Januar 2022

Es gibt einen neuen Trend „Food in the nude“ und der beschert Supermärkten gerade einen regelrechten Boom.  „Nacktes Essen“ bedeutet: Die Verbraucher bekommen ihr Obst und Gemüse vollkommen unverpackt. Nachdem 2019 eine Gruppe von Supermärkten in Neuseeland die Verwendung von Plastikverpackung für nahezu ihr gesamtes Obst und Gemüse in einem Projekt mit dem Titel „Food in the nude“ einstellte, stieg der Verkauf einiger Gemüsesorten bis auf der Dreifache.

Was mit „Food in the nude“ begann, hat in Neuseeland eine regelrechte Revolution gegen Plastik ausgelöst und verschiedene Gesetze gegen Plastikverpackungen und andere Plastikartikel wurden verabschiedet. Während andere Supermärkte oder Discounter behaupten, man brauche 10 Jahre, um plastikfrei zu werden, schaffte es in Großbritannien  ein britischer Supermarkt: „Plastikfrei“ und das in nur 10 Wochen! Plastik und Lebensmittel gibt es im Supermarkt immer häufiger in enger Verbundenheit: Diese Symbiose gehört inzwischen zum normalen Anblick im Regal.

Doch es geht auch grundsätzlich, wie Frankreich jetzt zeigt. Seit dem 01. Januar 2022 gilt im EU-Nachbarland ein neues Gesetz, das Plastikverpackungen für die meisten Obst- und Gemüsesorten verbietet. Gurken, Paprika, Zucchini, Auberginen, Zitronen und Orangen gehören zu den 30 Sorten, die nicht in Plastik verpackt werden dürfen. Und auch in Spanien wird der Verkauf von Obst und Gemüse in Plastikfolie ab 2023 in Supermärkten und Lebensmittelgeschäften verboten. mehr…

Die Politik in Frankreich kommt den Händlerinnen und Händlern aber entgegen: Für einige schnell verderbliche Lebensmittel wie Pfirsiche und Tomaten gilt eine längere Übergangsfrist bis Juni 2023, „um eine praktikable und zufriedenstellende Lösung zu finden“, so ARD-Korrespondentin Linda Schildbach. Für sehr empfindliche Früchte wie Beeren oder reifes Obst endet die Übergangsfrist sogar erst im Juni 2026.

Die französische Regierung erwartet, dass mit dem Plastikverbot für die rund 30 Obst- und Gemüsesorten mindestens eine Milliarde Verpackungen jedes Jahr vermieden werden. Über ein Drittel aller Obst- und Gemüsesorten wurden bisher in Frankreich üblicherweise für den Verkauf in Plastik verpackt. mehr… 

Hinweis:
Der erste Unverpackt-Laden im Emsland ist in Lingen. Sie finden das von einer Genossenschaft betriebene Geschäft in der Kirchstraße 2, also neben der Einfahrt zur Tiefgarage unter dem Marktplatz. Seine MacherInnen schreiben: Damit „wollen wir gemeinsam mit Euch verantwortungsvoller handeln und weniger Müll produzieren. Wir wollen unser Konsumverhalten überdenken und zeigen, dass es möglich ist nachhaltiger einzukaufen.“


Quellen: Deutschlandfunk Nova; Netzfrauen.org;  foodwatch.de, TRT