Heizperiode

17. Mai 2015

Ein Hinweis von unendlich-viel-energie.de – nicht nur zum Sonntag: Mit dem Ende der Heizperiode und steigenden Außentemperaturen hat nun der Zeitraum begonnen, in dem es besser möglich ist, Heizungsanlagen zu modernisieren. Und es gibt einiges zu tun: Drei Viertel aller Heizungsanlagen im Gebäudebestand sind nicht auf dem Stand der Technik. Ein gutes Drittel der Heizungen ist älter als zwanzig Jahre. „Es ist höchste Zeit, im großen Stil mit der Wärmewende zu beginnen und alte Kessel gegen moderne und effiziente Anlagen auf Basis Erneuerbarer Energien auszutauschen“, erklärt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Die finanzielle Ausgangssituation ist aktuell aufgrund niedriger Zinsen und verbesserter Förderbedingungen im Rahmen des Marktanreizprogrammes so günstig wie noch nie.“

Der Wärmemarkt (Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme) hat aufgrund der noch immer vorherrschenden Verbrennung fossiler Brennstoffe einen Anteil von rund 40 Prozent an den energiebedingten Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig sind die Potenziale zur Energie- und Emissionseinsparung im Gebäudebereich gewaltig. Vor diesem Hintergrund wird nachvollziehbar, dass der Gesetzgeber seit 1. April 2015 die Fördersätze im staatlichen Marktanreizprogramm (MAP) erhöht hat, um den Einsatz regenerativer Energiequellen bei der Wärmegewinnung zu stärken.

agentur-fuer-erneuerbare-energieMit dem MAP fördert der Staat private, gewerbliche und kommunale Investitionen in den Einbau von Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen oder Wärmepumpen. Unterstützt wird außerdem auch der Neubau von größeren Heizwerken, die erneuerbare Energien nutzen, von Tiefengeothermieanlagen oder von Nahwärmenetzen zur Verteilung erneuerbar erzeugter Wärme. Das Programm zielt im Schwerpunkt auf die Modernisierung bestehender Gebäude und gewerblicher bzw. industrieller Prozesse ab. Wenn sehr effiziente Heizungsanlagen eingesetzt werden, gibt es nun aber auch wieder eine Förderung im Neubausegment. In diesem Jahr stehen in dem Programm mehr als 300 Millionen Euro zur Verfügung.

Neben möglichen Fördermitteln und historisch niedrigen Kreditzinsen spricht ein weiterer Aspekt dafür, jetzt die alte fossile Heizung auszutauschen: Heizungsbesitzer konnten im Winter 2014/2015 finanziell beim Einkauf von fossilen Brennstoffen erheblich sparen. Während der Jahresdurchschnittspreis für leichtes Heizöl für Verbraucher 2013 laut Bundesamt für Statistik noch bei 70 Euro pro Hektoliter lag, sanken die Preise in der Heizperiode 2014/2015 um rund ein Viertel: Von Oktober 2014 bis März 2015 kostete der Brennstoff im Schnitt nur 53 Euro pro Hektoliter. In der Folge erwarten Marktbeobachter auch sinkende Gaspreise. „Diese Ersparnis kann nun für den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen genutzt werden“, empfiehlt Philipp Vohrer. „Wer sich vor dem unvermeidlichen nächsten Aufschwung der Öl- und Gaspreise schützen möchte, investiert das eingesparte Geld am besten schnellstmöglich in eine moderne und klimafreundliche Heizungsanlage auf Basis Erneuerbarer Energien. Das verringert die Abhängigkeit von Energieimporten, spart langfristig und steigert den Wert einer Immobilie“, sagt Vohrer.

Förderbeispiel: Ein Einfamilienhausbesitzer plant, seine 20 Jahre alte Ölheizung durch eine ökologische, moderne Heizungsanlage auf Basis Erneuerbarer Energien zu ersetzen.

Für einen Pelletkessel mit Pufferspeicher erhält er eine Förderung von mindestens 3.500 Euro. Wenn er diesen Kessel mit einer Solarthermieanlage kombiniert, die eine Kollektorfläche von 14 Quadratmetern hat, Warmwasser bereitet sowie die Heizung unterstützt, kann er von weiteren 2.000 Euro profitieren. Für die Kombination beider Anlagen erhält er noch einmal 500 Euro. Für weitere Kosten beim Einbau der neuen Heizung (z. B. Schornsteinsanierung und Pelletlager) gibt es noch eine Zusatzförderung zur Heizungsoptimierung in Höhe von bis zu 2.750 Euro. So kann die Gesamtfördersumme auf mindestens 8.750 Euro ansteigen.

Der Hauseigentümer erhält für den Einbau einer Wärmepumpe, die mit Flächenheizung im Bestandsgebäude eine Jahresarbeitszahl von 4,5 erreicht, neben der Basisförderung von 4.500 Euro zusätzlich 2.250 Euro Innovationsförderung. Für den Qualitätscheck der oberflächennahe Geothermieanlage nach einem Jahr durch den Heizungsinstallateur gibt es weitere 250 Euro, die Schnittstelle zum Lastmanagement und einen entsprechenden Pufferspeicher belohnt der Staat mit 500 Euro. In Summe erhält der Sanierer 8.000 Euro, was die Kosten für die Bohrung in etwa begleicht.

Link:
a) zur novellierten Förderrichtlinie
b) Informationen zu Anträgen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für sog. kleinere Anlagen, wie Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen und Wärmepumpen
c) Informationen zu Förderbedingungen für größere Anlagen, wie Nahwärmenetze und große Wärmespeicher
d) Infos zum Heizungstausch: www.waermewechsel.de

(Quelle PM)

 

machbar

3. Januar 2014

AEE_Entwicklung_EE_Stromerzeugung_1990_2012_Feb13Ein zuversichtlich stammender Rückblick aus der Lobbyarbeit der Erneuerbaren:

„Auch in der Vorweihnachtszeit ist auf die Erneuerbaren Energien Verlass: Sonne, Wind, Bioenergie. Erd- und Umweltwärme sowie Wasserkraft konnten in den vergangenen Jahren auch während der kürzesten Wintertage ihren Anteil an der Stromversorgung kontinuierlich auf insgesamt bis zu 25 Prozent steigern. Mit jedem Zuwachs regenerativen Stroms wird die Prognose renommierter Wissenschaftler immer wahrscheinlicher, die eine ganzjährige, vollständig erneuerbare Stromversorgung in Aussicht stellen.

Am 20. und 21. Dezember sind die Tage in unseren Breiten besonders kurz, so dass Straßenlaternen und Innenbeleuchtung lange im Einsatz sind und dementsprechend viel Strom verbrauchen. Gleichzeitig laufen in vielen Häusern Backöfen und Warmwasserboiler auf Hochtouren. Ein Blick auf den statistischen Durchschnittshausalt zeigt, dass vor allem der Dezember naturgemäß sehr energieintensiv ist: Annähernd ein Zehntel des Jahresverbrauchs entfallen auf den letzten Monat im Jahr. Während ein Drei-Personen-Musterhaushalt pro Monat im Durchschnitt 292 Kilowattstunden Strom verbraucht, sind es im Monat Dezember 317 Kilowattstunden.

Die stetig wachsende Zahl an Erzeugungsanlagen auf Basis Erneuerbarer Energien liefert während der kürzesten Tage des Jahres einen deutlich sichtbaren Stromanteil. Selbst die von Wetter und Tageszeit abhängigen Sonnen- und Windenergieanlagen tragen ihren Teil dazu bei – das zeigt zum Beispiel der Blick auf das Vorjahr: Photovoltaikanlagen und Windräder speisten am 20. und 21. Dezember 2012 zu Spitzenzeiten mehr als zehn Megawattstunden in das Netz ein. Beide Technologien ergänzten sich dabei hervorragend. So löste der Windstrom die zur Mittagszeit naturgemäß starke Photovoltaik ab und trug am frühen Abend allein mit bis zu 12 Megawattstunden zur Stromversorgung bei. Unterstützt wurden Wind und Sonne zusätzlich durch Wasserkraft und Biomasse. Zusammengenommen erreichte das Quartett an den beiden kürzesten Dezembertagen 2012 zeitweilig einen Anteil von rund 25 Prozent an der nachgefragten Strommenge.

„Auf diese Weise tragen die Erneuerbaren Energien auch in der sonnenärmsten Jahreszeit erheblich zum Klimaschutz bei“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Allein Sonne und Wind konnten an den beiden kürzesten Dezembertagen 2012 mit ihrer Stromproduktion rund 256.000 Tonnen an Treibhausgasen einsparen. Keine anderen Technologien bieten im Energiesektor ähnliche Potenziale. Die vorrangig eingespeisten Erneuerbaren sind in Sachen Klimaschutz ohne Konkurrenz“, so Vohrer weiter. 

Experten vom Fraunhofer-Institut ISE blicken in ihren Untersuchungen noch weiter in die Zukunft: In der Studie „100 Prozent Erneuerbare Energien für Strom und Wärme in Deutschland“ zeigen sie auf, dass eine rein auf Erneuerbare Energien basierende Energieversorgung bis 2050 machbar ist. Bemerkenswert an dem Zukunftsszenario ist die Versorgung regenerativer Anlagen zur Strom- und Wärmeversorgung allein auf der Basis von in Deutschland vorzufindenden Ressourcen. Die Gesamtkosten der Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare werden die Kosten des gegenwärtigen Versorgungssystems sogar unterlaufen, wenn die Preise für fossile Rohstoffe weiterhin steigen, so die ISE-Studie. „Es empfiehlt sich daher dringend, den Preissteigerungen endlicher Rohstoffe den Rücken zu kehren und auf unendliche Alternativen zu setzen. Die Kosten von Sonne, Wind, Erdwärme und Co. werden unter Garantie nicht steigen“, so Vohrer.“

Weitere Informationen:

ISE-Studie: 100 % Erneuerbare Energien für Strom und Wärme in Deutschland (November 2012) (pdf)
Zusammenfassung der ISE-Studie im Forschungsradar der AEE

Energiemesse

22. Februar 2013

EnergiemesseAm kommenden Samstag und Sonntag findet in der Halle IV an der Kaiserstraße in Lingen (Ems) die 7. Energiemesse in Lingen statt (10-18 Uhr, 2 Euro, Kinder frei). 36 Aussteller zeigen den Besuchern ihre Technologien, Produkte und Dienstleistungen rund um neue Energieerzeugungsformen. Von moderner Heizungstechnik über Photovoltaik, Geothermie, Wärmekraftkopplung bis hin zu Heizanlagen für Biomasse und zu kleinen Windenergieanlagen reicht die Angebotspalette. Weitere Themen sind Bauen, Sanieren und Renovieren. Irritierend finde ich, dass die Stadtwerke Lingen offenbar nicht mit einem eigenen Informationsstand vertreten sind.

Die Ausstellung findet angesichts kräftig steigender Verbraucherpreise für Wärme und Strom statt. Sie haben sich im Januar 2013 im Vergleich zum Januar vor einem Jahr um 5,8 Prozent erhöht. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt mitgeteilt. Auf die ständige Verteuerung reagieren die Bundesbürger zunehmend, indem sie Energie im Haushalt einsparen. Der größte Posten der privaten Energierechnung betrifft -neben dem Kraftstoffverbrauch- das Heizen. Hier lohnt es sich immer mehr, erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung einzusetzen.

In Wohngebäuden entfallen etwa 82 Prozent der benötigten Energie auf Raumheizung und Warmwasserbereitung. Da Erdöl und Erdgas weiterhin den Wärmemarkt dominieren, schlagen sich besonders die immer weiter steigenden Preise dieser Brennstoffe in den Energierechnungen nieder. Musste ein Privathaushalt im Jahr 1991 für 100 Liter leichtes Heizöl noch rund 26 Euro zahlen, waren es im Jahr 2012 fast 88 Euro. Auch die Endverbraucherpreise für Erdgas und Fernwärme sind erheblich gestiegen. Weiterhin hat sich der Anteil der Ausgaben für Energien an den gesamten Konsumausgaben eines Privathaushaltes zwischen 2000 und 2011 von 6,4 auf 7,3 Prozent erhöht. „Der Löwenanteil geht auf die Wärmebereitstellung zurück“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

aee_energieverbrauch_privates_wohnen_500Angesichts dieser Entwicklung haben die Bundesbürger begonnen, Energie einzusparen. Das geht aus den rückläufigen Zahlen zum Energieverbrauch der privaten Haushalte hervor, die das Statistische Bundesamt im Dezember veröffentlichte. Die „temperaturbereinigten Daten“ für das Jahr 2011 zeigen, dass sich der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 6,7 Prozent verringert hat. Zwischen 2005 und 2011 ist er sogar um insgesamt 10,3 Prozent gesunken. Insbesondere kam 2011 ein Viertel weniger Mineralöl in privaten Haushalten zum Einsatz als noch 2005. Außerdem wurden 20 Prozent Erdgas eingespart. „Grund für sinkende Verbräuche von Öl und Gas sind neben Dämmmaßnahmen auch der verstärkte Einsatz energieeffizienter Heizungstechnik auf Basis Erneuerbarer Energien“, erklärt Philipp Vohrer. So hat die Wärmeerzeugung aus Biomasse, Solarthermie und Geothermie nach aktuellen Angaben der AG Energiebilanzen im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zugelegt.

Während besonders bei Neubauten der Einsatz erneuerbarer Energien an Bedeutung gewinnt, dominieren aber im Altbaubestand nach wie vor Öl- und GasHeizungen. Auch bei einer Sanierung ist kein Umstieg auf eine erneuerbare und/oder effizientere Heizung vorgeschrieben. Momentan ist das Marktanreizprogramm das einzige bundesweite Förderinstrument, das Anreize für die Modernisierung des riesigen Bestandes alter und ineffizienter Heizungen liefert. „Langfristige Planungs- und Investitionssicherheit für alle Wirtschaftsbeteiligten ist unerlässlich, wenn Treibhausgasemissionen und Brennstoffimporte vermieden werden sollen“, sagt Philipp Vohrer. „Um bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen, bedarf es kontinuierlicher Anstrengungen, den Anteil der Erneuerbaren Energien zu erhöhen.“

 

(Quelle)