Fische

10. August 2011

Das Tankerunglück im Hafen der BP-Raffinerie in Lingen (Ems) am 4. April hat viel weitreichendere Folgen als bisher gedacht. Seit gestern warnt der Landkreis Emsland  vor dem Verzehr von Fischen aus dem Dortmund-Ems-Kanal (Kürzel DEK)  in dessen Abschnitt Lingen bis Dörpen. Das ist mehr als vier Monate nach der Brandkatastrophe neu und es belegt -entgegen allen Beschwichtigungen der führenden Verwaltungsbeamten– die Umweltkatastrophe, die vor allem durch den eingesetzten Löschschaum eingetreten ist. Raffinerie Lingen bis Dörpen – das sind rund 50 km  Wasserlauf.

Bleibt die Frage, was in Lingen ist?

Denn das südlich von Lingen gelegene Atomkraftwerk KKE dürfte ausreichend Kühlwasser benötigt haben; aber Mai und  Juni waren sehr trocken. Diese  Frühsommertrockenheit hat  daher, wie ich annehme, zur Entnahme von Wasser aus dem Speicherbecken Geeste  (das dafür gebaut ist; Foto lks) geführt. Das Wasser wurde über den DEK nach Süden in Richtung Kernkraftwerk Emsland geführt.
Sind dabei die gefährlichen perfluorierten Tenside (PFT)  oder andere  Schadstoffe dabei auch in Lingen DEK-Fische vergiftet worden? Vielleicht werden wir informiert, ob auch hier gesucht und gefunden wurde, was nicht in Fische gehört. Und vielleicht kann uns auch die BP darüber aufklären, was sie eigentlich unternimmt oder unternehmen will, um den im Hafen ihres Unternehmen entstandenen ökologischen Schaden auszugleichen.

 

(Foto: Entnahmebauwerk Speicherbecken Geeste, © dendroaspis2008)