8. September 2015

KopftuchAn niedersächsischen Schulen ist es ab sofort grundsätzlich erlaubt, dass Lehrkräfte aller Fächer während des Unterrichts ein Kopftuch tragen. Das Niedersächsische Kultusministerium hat dazu jetzt einen Erlass herausgegeben. Bisher war das Tragen eines Kopftuchs lediglich während des islamischen Religionsunterrichts erlaubt, wovon eine Lehrkraft laut Ministerium auch Gebrauch machte.

Ausnahmen vom jetzigen Grundsatz könnten sich lediglich aus einer „hinreichend konkreten Gefahr für den Schulfrieden oder für die staatliche Neutralität“ ergeben, hieß es weiter. Dies müsse „immer im Einzelfall geprüft werden“. Damit verweist das Ministerium auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom Januar, nach dem ein grundsätzliches Kopftuchverbot für Lehrerinnen an Schulen gegen die Verfassung verstößt und damit unzulässig ist.

Ergänzend zum ministeriellen Erlass werde auch die niedersächsische Landesschulbehörde die Schulleiter auf die geänderte Rechtslage hinweisen, so das Ministerium. Bei „Fragen in diesem Zusammenhang“ könnten sich die Schulen jederzeit an die Landesschulbehörde wenden.

Der nordrhein-westfälische Landtag hatte bereits im Juni mit breiter Mehrheit die Privilegierung christlich-abendländischer Bildungs- und Kulturwerte aus dem Schulgesetz des Landes gestrichen. Damit ist das Tragen eines Kopftuchs für muslimische Lehrerinnen in den Schulen des Landes erlaubt.

(Quelle KNA; Aktenzeichen BVerfG 1 BvR 471/10, 1 BvR 1181/10: Foto: Kopf einer alten Frau mit schwarzem Kopftuch, Bild von Paula Modersohn-Becker, 1903))

Kinderzeit

6. Februar 2013

KinderzeitKleine Erwachsene, wilde Rabauken und eigensinnige Entdecker – Kindheit in all ihren Facetten greift das Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in seiner gerade eröffneten Ausstellung auf. Anhand von Gemälden, Grafiken, Spielzeug, Kindermöbeln und Kleidung veranschaulicht sie die Rolle von Kindern von der Renaissance bis zur Neuzeit.

Rund 80 Exponate stehen im Mittelpunkt der Ausstellung Kinderzeit. Die Aspekte Porträt, Erziehung und Spiel beleuchten die Bedeutung und Entwicklung von Kindheit in den letzten fünf Jahrhunderten. Zu sehen sind unter anderem Werke von Edvard Munch, Paula Modersohn-Becker, Ernst Ludwig Kirchner und Wilhelm Busch.

Zeigen die Bildnisse der frühen Neuzeit das Kind vorwiegend als kleinen Erwachsenen, so verändern sich die Darstellungen im 18. und 19. Jahrhundert zum umhegten und verzärtelten Sprössling bis zu einer sozialkritischen Sichtweise in Moderne und Gegenwartskunst. Anhand zahlreicher Exponate wird die Entwicklung der gesellschaftlichen Auffassung zum Thema Kindheit ablesbar. Die Ausstellung Kinderzeit belegt dieses facettenreiche Spektrum mit eindrucksvollen Beispielen und vermittelt nicht eines, sondern viele „Bilder“ von Kindheit aus rund fünfhundert Jahren.

Erstmals widmet sich übrigens das Landesmuseum einem Themenkomplex, der alle Sammlungsbereiche des Hauses umfasst. Die Porträts und Genredarstellungen von Kindern aus der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert stammen aus den Galerien Alte und Neue Meister. Sie werden ergänzt durch Exponate aus der Grafischen Sammlung und kulturgeschichtliche Objekte, darunter Spielzeug, Kindermobiliar und Kleidung. Leihgaben aus ganz Deutschland runden die Auswahl ab.

Kinderzeit
Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg

26135 Oldenburg  –  Damm 1, Prinzenpalais
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 – 18 Uhr bis 20. Mai 2013
Eintritt: 5 €, ermäßigt 3 €
(zum Flyer der Ausstellung das Foto anklicken)

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