Weltkindertag

20. September 2015

„Heute ist WeltKINDERtag, drum laden wir euch ein:

Lingen, Marktplatz, 11Uhr: Puppentheater
Lingen, Professorenhaus, 14Uhr: Puppenthater
Lingen, Professorenhaus, 14Uhr: Aktionen im Erlebnishaus
Meppen, Kossehof, 14Uhr: Spiel und Spaß
Nordhorn, Stadtpark, 11.30Uhr: Komm mit, wir reisen um die Welt!

Wir sehn´ uns…“

Diese Information stimmt nur zum Teil. Heute ist zwar Weltkindertag, aber es lädt an Ems und Vechte kaum jemand ein. Die Meldung ist nämlich zwei Jahre alt. Der traditionsreiche, in 145 Ländern der Erde gefeierte Weltkindertag wird 2015 in unserer Region nur in wenigen Orten gefeiert.

In Papenburg beispielsweise gestern schon. In Meppen findet heute ab 14 Uhr auf dem Kossehof an der Vogelpohlstraße ein Weltkindertag-Kinderfest mit einem bunten Programm statt. Im Jugendzentrum Nordhorn heißt es von 14.00 – 18.00 Uhr bei einem Fest zum Weltkindertag „Kinder willkommen„. Der Eintritt ist jeweils frei.

WeltkindertagUnd in Lingen? Nun hier laden die Fachmänner und -frauen aus dem Rathaus und die Karnevalsvereinigung Lingen von 15 bis 17 Uhr zu einem fröhlichen und unbeschwerten Zusammensein ein. Allerdings ..man ahnt es… zu einem Seniorennachmittag  auf dem Gelände der Paul-Gerhard-Schule am Neuen Hafen gegenüber vom Medicus-Wesken-Zentrum. Das Programm lässt heftigen Andrang  erwarten: Jede Eintrittskarte (5 €) nimmt gleichzeitig  an einer Verlosung teil. Im Eintrittspreis ist ein Kaffeegedeck enthalten – mit Kaffee und Kuchen soviel man möchte.

Der Zusammenhang Weltkindertag und Seniorennachmittag drängt sich auf. Sie verstehen nicht? Nun, der Seniorennachmittag ist der antagonistische Dank der Gesellschaft an die Menschen, ohne die es die Kinder nicht gäbe. Und außerdem waren auch die Senioren mal Kinder. So!

[1. Nachtrag:
Hier die alternative Ausrede für die personell reich besetzte PR-Rathauscrew dafür, dass man den Termin verschwitzt hat:
Es gibt überhaupt kein einheitliches Datum für den Weltkindertag. In über 40 Staaten wie in China, in Staaten der USA, vielen mittel- und osteuropäischen Ländern sowie Nachfolgestaaten der Sowjetunion wird am 1. Juni der internationale Kindertag begangen. In vielen anderen Ländern sind es gänzlich andere und sehr verschiedene Daten. In Deutschland und Österreich wird am 20. September der Weltkindertagausgerichtet, aber auch der 1. Juni als internationaler Kindertag gefeiert. (Quelle)

2. Nachtrag
Auf der Altstadtfest-Marktplatz-Bühne, die aus einem unerfindlichen, sponsorenträchtigen  Grund den packenden Namen Handwerkskammer-Bühne trägt, tritt  von 14.15 bis 15.15 Clown Mücke auf. Das ist zwar unabhängig vom Weltkindertag, aber ist ja auch für Kinder. ]

nicht hält

5. Juni 2015

Wäre es eine Bahnverbindung, würde man aus Lingener und Nordhorner Sicht „abgehängt“ drüber schreiben. Bei der nach Meinfernbus.de zweiten, demnächstigen Postbus-Verbindung im deutschen Nordwesten darf man aus derselben Perspektive „nachhaltig vorbeigefahren“ titeln.

Gleichermaßen sind Lingen und Nordhorn nämlich offenbar zu trantütig oder innovationsträge, um das Potential einer Fernbusverbindung zu erkennen und sich dafür einzusetzen. Also hält der Postbus künftig auf seiner neuen Route zur Nordsee in Papenburg (bei geschätzt 30 Minuten Umweg!) und anschließend im niederländischen Friesland, jedoch nicht in der Region von Ems und Vechte. Nordhorn kann sich immerhin ein wenig über den Haltepunkt Bad Bentheim auf der Flixbusstrecke Berlin-Amsterdam freuen.

Doch in unserem Städtchen ist das Fernbus-Potential offenbar überhaupt noch nicht erkannt. Peinlich. Bevor es dauerhaft so bleibt, darf @twittarisse als Vorsitzender des Lingener Verkehrsausschusses übernehmen. Er sollte sich strikt gegen eine Fernbusanbindung aussprechen;

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Glücksmusik

1. Oktober 2014

Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Glücksmusik
Ein Konzert im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage
Papenburg – Forum Alte Werft, Ölmühlenweg 1
Freitag 3. Oktober, 19.30 Uhr

Karten: € 10 – 25€

Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn hat sich zu einem der gefragtesten Kammerorchester weltweit entwickelt. Veronika Eberle zählt zu den jungen deutschen Spitzengeigerinnen. Sie tritt mit so berühmten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Los Angeles Philharmonia Orchestra oder auch dem NHK Symphony Orchestra Tokyo auf. Der Bratscher Nils Mönkemeyer erspielte sich bereits während seines Studiums etliche Preise. Der zweifache ECHO-Preisträger ist ein gefragter Solist auf nationalen und internationalen Konzertpodien.

Mozarts Musik ist für viele Menschen das beste Mittel, Trübsal zu vertreiben. Die Niedersächsischen Musiktage zum Thema Glück kommen daher nicht an Mozart vorbei. Das Konzert mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und den Solisten Veronika Eberle und Nils Mönkemeyer verwöhnt das Publikum mit beglückenden Werken: Mozarts Sinfonie A-Dur KV 201 und die Sinfonia concertante KV 364. Außerdem erklingt die Serenade op. 22 von Antonín Dvořák und die wohl bekannteste Serenade überhaupt: Mozarts »Eine kleine Nachtmusik« KV 525 – Abendmusiken, die mitten im Spätsommer die Erinnerung an laue Sommernächte wecken…

Programm:
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 29 A-Dur, KV 201
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonia concertante Es-Dur, KV 364
Wolfgang Amadeus Mozart: Serenade Nr. 13 G-Dur „Eine kleine Nachtmusik“, K525
Antonín Dvořák: Serenade E-Dur, op. 22

Niedeckens BAP

13. August 2014

Niedeckens BAP
„BAP zieht den Stecker“
Ölmühlenweg 7, 26871 Papenburg

Sa, 16.08.14, 20:00 Uhr

Karten: 51 € (!)

Tag der Architektur

28. Juni 2014

Nicht nur für die Veranstalter ist klar: „Das letzte Juni-Wochenende wird wieder ein Fest der Baukultur: die Architektenkammern laden wie in jedem Jahr zum Tag der Architektur ein. 2014 ist das Motto „Architektur bewegt“.“

In Lingen werden dabei zwei Projekte vorgestellt: Die neu, umstrittene Mensa am Hochschul-Campus an der Kaiserstraße („Die Mensa wurde unabhängig von der benachbarten historischen Bausubstanz des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerkes errichtet.“) sowie  das Schöpfwerk an der Mühlenbachstraße, kurz vor der Mündung des Mühlenbachs in die Ems. Ein Besuch dieses Bauwerks von Vickers Krieger lohnt sich allein schon wegen des Satzes „Die schräg verlaufenden Schneckenpumpen geben das vieleckige Gestaltungsprinzip der Einhausung vor.“

Die Lingener Mensa ist ja sonst aufgrund unerfindlicher Gedankengänge der Leitung des Studentenwerks Osnabrück für Lingener generell verschlossen und bekanntlich auch sonst viele Monate eines Jahres geschlossen. Morgen kann man also die Chance einer kostenlosen Mensa-Führung um 11 und 15 Uhr nutzen. Im Schöpfwerk (Bildergalerie hier) finden die Führungen um 12, 14 und 16 Uhr statt (Treffpunkt jeweils am Ende der Mühlenbachstraße, s.u.).

Weitere sehenswerte Projekte in unserer westniedersächsischen Region (zB Nordhorn, Bad Bentheim, Schüttorf) können über die -leider wenig benutzerfreundliche- Internetseite der Architektenkammer gefunden werden. Die Vorhaben in Meppen (Schulgelände) und Papenburg (Renovierung einer Denkmalvilla) lohnen nach meiner Einschätzung eher keine Anreise. Statt dessen verspricht ein Besuch der vorgestellten Bauwerke im benachbarten Westfalen Spannendes, wo beispielsweise Rheine, Hörstel, Hopsten, Ibbenbüren, Wettringen und Westerkappeln mit modernen Bauwerken den Tag der Architektur 2014 mitfeiern [mehr].

 

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Die deutsche Musikgruppe N.A.M.P. besteht aus dem aus Bad Bentheim stammenden Rapper und Sänger Nikolai Mercator sowie André Poppen aus der Nähe von Papenburg. Hier ihr neues, in einer kleinen Stadt im Emsland gedrehtes Video „Wir sind wir“ .

Maulbertsch_Apotheose_40e958319bDeutsche Malerei des 18. Jahrhunderts. 
Aus dem Bestand der Berliner Gemäldegalerie

Aschendorf – Gut Altenkamp
vom 18. Mai bis zum 12. Oktober 2014
Di – So von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintritt: 4,50 Euro 
Die Ausstellung auf Gut Altenkamp aus dem Bestand der Berliner Gemäldegalerie zeigt ein repräsentatives Spektrum der deutschen Malerei des 18. Jahrhunderts. Zu ihren Höhepunkten gehört das letzte authentische Bildnis Wolfgang Amadeus Mozarts (1756- 1791), das  Johann Georg Edlinger (1741 – 1819), um 1790 in München schuf.Die künstlerische Kultur Mitteldeutschlands wird von den Werken des aus Frankreich stammenden preußischen Hofmalers Antoine Pesne und dessen Schülern Christian Bernhardt Rode und Joachim Martin Falbe, aber auch von Malern des sächsischen Hofes, dem Porträtisten Anton Graff und dem vielseitigen Christian Wilhelm Ernst Dietrich, repräsentiert.Der hannoversche Hofmaler Johann Georg Ziesenis ist mit vier Porträts, Johann Heinrich Wilhelm Tischbein („Goethe – Tischbein“) mit einem vertreten. Die Ausstellung zeigt Studiengemälde von Franz Anton Maulbertsch, Historienmaler und Freskant, Mitglied der Wiener Kunstakademie, der für den Kaiserhof und den süddeutschen und österreichischen Klerus Schlösser und Gotteshäuser großartig schmückte. Von den Grafikern Daniel Nikolaus Chodowiecki aus Berlin und Johann Elias Ridinger aus Augsburg werden Kostproben ihrer seltenen Gemälde vorgestellt.

Außerdem werden noch Arbeiten u.a. von Balthasar Denner, Anton von Maron, Anna Dorothea Therbusch und Januarius Zick gezeigt sowie schöne Porträtminiaturmalerei, die seinerzeit als persönliches Andenken an eine geschätzte Person genutzt wurde.

Abgerundet wird die Sonderausstellung durch passende kleinformatige Bildwerke aus der Skulpturensammlung im Berliner Bode-Museum, wo sich seit langem die künstlerischen Gattungen ergänzen.

Hinweis: Gut Altenkamp ist übrigens trotz der dazu schweigenden Internetseite vom Bahnhof Aschendorf in wenigen Schritten zu erreichen.

Ob eine offizielle Ausstellungseröffnung stattfindet, war im Internet nicht herauszufinden. Stattdessen titelt die Lokalzeitung „Kunst in Aschendorf hat sich akklimatisiert„. Tja, Provinz eben. Die Ausstellung besuchen sollte man trotzdem.

(Bild: Franz Anton Maulbertsch, Apotheose der Ungarischen Heiligen. 1772/1773 – Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie)

Beharrlichkeit

11. Mai 2014

Simone Schnase berichtet in der aktuellen taz:

„Es ist recht unwahrscheinlich, dass Nikolaus Schütte zur Wick am 25. Mai Bürgermeister seiner Heimatstadt Papenburg wird, aber eines steht fest: Seine Kandidatur ist ernst gemeint und nicht nur „Spaß am Widerstand“, wie es die örtliche Presse behauptet – und sie sorgt für Wind an der Meyer Werft. Realistischer als bei den Kommunalwahlen vor drei Jahren sind seine Chancen jedenfalls; damals ist Schütte zur Wick als grüner Landratskandidat fürs Emsland angetreten.

Die Ergebnisse in seinem Wahlkreis waren mit 30 Prozent damals sehr respektabel, insgesamt erhielt der glatzköpfige Zwei-Meter-Mann allerdings nur etwas mehr als elf Prozent – sein CDU-Mitbewerber siegte mit rund 70 Prozent. Trotzdem: Mit viel Beharrlichkeit hat sich Schütte zur Wick im christdemokratisch-katholischen Landkreis Respekt verschafft: Bei der letzten Bürgermeisterwahl in seiner Heimatstadt…“

[weiter hier]

Nikolaus-Schütte-zur-Wick

benutzerunfreundlich

29. April 2014

Es ist „wieder einmal geräuschlos passiert“, weiß die Süddeutsche Zeitung: Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat in seiner -ausgesprochen benutzerunfreundlichen- Datenbank veröffentlicht, wer 2013 Agrarsubventionen von der EU erhalten hat.

Ein großer Teil der Subventionen geht an Firmen und die öffentliche Hand. Im Emsland gibt es nur zwei aufgelistete Großempfänger: Die Stadt Haselünne bekommt 1.000.500,- Euro und die Gartenbaugenossenschaft Papenburg eG rund 2.300.000,- Euro für  „Entwicklungsmaßnahmen für den ländlichen Raum“: Diese sollen generell die Ziele

  • der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und der Forstwirtschaft durch Förderung der Umstrukturierung, der Entwicklung und der Innovation;
  • der Verbesserung der Umwelt und der Landschaft durch Förderung der Landbewirtschaftung;
  • der Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum und Förderung der Diversifizierung der Wirtschaft.

Weiß jemand, wofür die nicht geringen Summen nach Haselünne und Papenburg fließen? Die kryptischen Verweise helfen nicht sehr viel weiter. Die mittlerweile geschaffene Datenbank ist allerdings -wie gesagt – benutzerunfreundlich. 

Veröffentlicht werden auch nicht mehr die Namen einzelner, subventionsempfangender Landwirte, sondern nur noch die von juristischen Personen, also Unternehmen und Institutionen. Detailliertere Angaben hat der Europäische Gerichtshof verboten. Ob also Ex-Justizminister und aktuell Parlamentspräsident Bernd Busemann noch oder wieder einige Tausend Euro der Union für sein Schaf-Hobby bekommt -wer weiß es? 

 

Fazit

27. November 2013

„Wie ist die Situation von Werkvertragsarbeitern in der Meyer Werft? Nachdem im Juli zwei rumänische Schweißer bei einem Brand in ihrer Unterkunft in Papenburg ums Leben gekommen waren, wurde eine sogenannte Task Force gegründet. Diese Untersuchungskommission hat am Dienstag in Hannover einen ersten Zwischenbericht vorgelegt. Die Arbeitsgruppe wirft dem Unternehmen und Behörden Ignoranz vor. Viele Arbeiter, die bei Subunternehmern angestellt waren, hätten Doppelschichten schieben müssen und seien teils schlecht bezahlt worden. In dem vorgelegten Bericht wird zudem die Krankenversorgung als mangelhaft kritisiert. Ärzte und Kliniken würden eine Behandlung oft wegen unzureichendem Versicherungsschutz ablehnen.

Außerdem hätten Angst und Unsicherheit die Lebenssituation der osteuropäischen Arbeiter geprägt. Aufpasser der Subunternehmer würden sich an zentraler Stelle positionieren, um ihre Werkvertragsarbeiter permanent zu überwachen. Bei Zollkontrollen…“

[weiter beim NDR]

„Kurz nach dem Tod zweier rumänischer Werkvertragsarbeiter bei einem Brand in einer Massenunterkunft wurde sie eingesetzt. Am Dienstag nun hat die so genannte Task Force ihren ersten Bericht zur Situation der Werkvertragsbeschäftigten beim Papenburger Schiffbauer Meyer-Werft vorgelegt.

Auf 160 Seiten schildert das Expertengremium, beauftragt von der Werft in Abstimmung mit Niedersachsens Wirtschaftsministerium, die prekäre Lage der meist osteuropäischen Arbeitskräfte: Über 12 Stunden hätten sich die Leihkräfte der 21 überprüften Personaldienstleister in der Regel auf der Werft aufgehalten.

Im Einzelfall sogar bis zu 23,55 Stunden, eingesetzt in Doppelschichten, wie die Task Force schreibt, der Niedersachsens einstiger Justizminister Walter Remmers (CDU), die Meyer-Geschäftsführung, der Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall angehören.

Wie solche Einsätze bezahlt wurden, bleibt unterdessen auch für das Gremium undurchsichtig: Es hatte nur…“

(weiter bei der taz]

„Doppelschichten, permanente Übermüdung, ausgesetzte Arbeiter: Prekäre Zustände beim Umgang mit Werkvertrags-Arbeitnehmern aus Osteuropa in der Meyer Werft hat der Zwischenbericht der Task Force offenbart.

Nach der am Dienstag in Hannover präsentierten Untersuchung haben einige der 21 überprüften Firmen ihre Mitarbeiter zum Teil in Doppelschichten arbeiten lassen. Sie hätten zunächst morgens acht Stunden absolviert und dann nach einer Pause am Abend weitere vier bis fünf Stunden.

Viele seien permanent müde gewesen; „Einige hätten nach der Arbeit kaum noch laufen können und seien erschöpft ins Bett gefallen“, heißt es in dem Bericht. In einem Extremfall wurde demnach festgestellt, dass ein Werkvertragler sich 23,55 Stunden in der Werft aufhielt. „Es ist gegen das Arbeitszeitgesetz gesündigt worden“, konstatierte der frühere Justizminister Walter Remmers (CDU) als Leiter der Taskforce.

Geschehen konnte dies laut Remmers, weil die Werft zwar die Eingangs- und Arbeitszeiten ihrer direkt Beschäftigten kontrolliert habe, bei Werkvertraglern aber nur die Zutritts- und Ausgangszeiten.

Generell sei vor dem Brandunglück am 17. Juli, bei dem zwei Rumänen in Papenburg ums Leben kamen, „nicht genau hingeguckt und zu viel vertraut worden“, bemerkte der Ex-Minister. Er bezog dies auch auf dieWohnsituation der Werkvertragler, die in vielen Fällen „kritisch“ und von Überbelegung geprägt gewesen sei.“

Aber auch im Umgang mancher Werkvertragsfirmen…“

[weiter bei der NOZ]

Der Niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD):

„Am 13. Juli 2013 sind zwei Werkvertragsbeschäftigte bei einem Brand in einer Papenburger Unterkunft ums Leben gekommen. Dieses tragische Unglück hat abermals ein Schlaglicht auf eine Fehlentwicklung in der Arbeitswelt in unserem Lande geworfen: den stellenweise systematischen Missbrauch von Werkverträgen.

Die Meyer Werft, hat eng begleitet vom Betriebsrat des Unternehmens, von der IG Metall und auch von mir aus dem Vorfall die richtigen Konsequenzen gezogen und wegweisende Schritte eingeleitet. Damit meine ich die am 22. Juli beschlossene Sozialcharta und auch den am 12. September unterzeichneten Haustarifvertrag. Dieser regelt zum ersten Mal bundesweit verbindlich den Umgang eines Unternehmens mit Werkvertragsfirmen und auch deren Beschäftigten. So ist ein Mindestlohn von 8,50 Euro ebenso fest vereinbart wie eine angemessene Unterbringung.

Außerdem hatte die Meyer Werft eine Task-Force beauftragt, die Situation von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Werkvertrag zu untersuchen. Ich kann der Kommission und ihrem Vorsitzenden Dr. Walter Remmers nur herzlich danken für die geleistete Arbeit und für das jetzt vorliegende Ergebnis. Der Bericht ist beeindruckend in seiner Klarheit und Offenheit. Er zeigt auf, dass und welche Missstände es gab. Er weist aber auch richtigerweise daraufhin, dass die Werft bereits notwendige Konsequenzen gezogen hat und sich auf einem guten Weg befindet, um in Zukunft solche Fehlentwicklungen zu verhindern. Aus meiner Sicht hat die Meyer Werft mit Sozialcharta, Haustarifvertrag und dem jetzt auch für die Öffentlichkeit zugänglichen Bericht der Task-Force Maßstäbe gesetzt. Es ist alles andere als selbstverständlich, was in den vergangenen Monaten in diesem Unternehmen geschehen ist. Die Ergebnisse zeigen, was Sozialpartner miteinander erreichen können. Die Ergebnisse machen Mut für eine erfolgreiche Zukunft der Meyer Werft bei fairen Arbeitsbedingungen.“

 

Pressemitteilung der Meyer Werft

„Die Papenburger MEYER WERFT bedankt sich bei der Task Force für ihren außergewöhnlichen Einsatz bei der Erstellung des Berichtes zur Lebens- und Arbeitssituation von Beschäftigten im Werkvertrag, an dem die Task Force von Juli bis November 2013 gearbeitet hat. Die Task Force war auf Initiative vom niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies ins Leben gerufen worden.

„Wir bedanken uns vor allen bei den beiden Vorsitzenden Walter Remmers und Clemens Bollen, die sehr intensiv an der Erarbeitung dieses Berichtes mitgewirkt haben“, sagt Bernard Meyer, geschäftsführender Gesellschafter der MEYER WERFT. „Mit der Sozialcharta, dem Verhaltenskodex sowie einem Haustarifvertrag haben wir ein klares Zeichen zur Bekämpfung des Missbrauchs von Werkverträgen gesetzt. Wir werden diesen Weg weiter konsequent umsetzen“.