Faizan in Deutschland

17. April 2020

Faizan in Deutschland 2020. Wie es ihm erging, als der Pakistani unter die deutschen Bürokraten mit ihrem „Funktionspostfach“ fiel. Ein Bericht des Niedersächsischen Flüchtlingsrats.

Faizan (Name geändert), der vor vielen Jahren vor den Taliban aus Pakistan flieht, stellt im Januar 2016 in Deutschland einen Asylantrag. Als nach über zwei Jahren bangen Wartens immer noch keine Entscheidung da ist, entscheidet er sich, Deutschland zu verlassen. „Ich hatte keine Hoffnung mehr“, erzählt er. Er zieht zu einer Freundin nach Italien. Er will arbeiten und die Chance auf eine Zukunft.

In Italien erwirbt Faizan ein Aufenthaltsrecht und eine Arbeitserlaubnis. In Deutschland lehnt das BAMF seinen Asylantrag jedoch in Abwesenheit ab. Faizan erfährt davon nichts, er ist in Italien. Am 22. Dezember 2019 reist er zu Besuch nach Deutschland, denn er möchte Silvester mit seinen Freunden hier verbringen. Doch dazu kommt es nicht. Als er sich am 23. Dezember bei seiner alten Unterkunft in Karlsruhe meldet, wird er festgenommen. Die Polizei stellt fest, dass er im Januar 2016 in Deutschland einen Asylantrag gestellt hat und seit Oktober 2018 zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben ist, da er seine Unterkunft verlassen hat, ohne sich bei der Ausländerbehörde zu melden. Dass dies Grund genug ist, um in Abschiebungshaft zu kommen, ist Faizan nicht bewusst.

JVA Langenhagen

Einen Tag nach seiner Festnahme kommt er vor das Amtsgericht Karlsruhe. Die Ausländerbehörde will ihn nach Pakistan abschieben, das Land, aus dem er vor vielen Jahren geflohen ist. Es gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Eine Abschiebung nach Pakistan kann angeblich frühestens Ende Februar erfolgen. Das Amtsgericht ordnet daher an Heiligabend Abschiebungshaft von zwei Monaten gegen Faizan an. Derweil versucht er den Polizist_innen und auch dem Gericht zu sagen, dass er in Italien ein Aufenthaltsrecht hat – wohl vergeblich. Nachdem wir Faizan Anfang Januar 2020 in der JVA Langenhagen aufsuchen, organisieren wir einen Rechtsanwalt, der Haftbeschwerde einlegt. Zugleich machen wir seine Anwältin in Italien ausfindig. Sie schickt uns Kopien seiner italienischen Aufenthaltserlaubnis und seines italienischen Ausweises, der bis 2029 gültig ist. Doch die Behörden wollen nicht darauf eingehen und verlangen Originaldokumente.

Mitte Februar wird…

[hier geht’s weiter bei Nieders Flüchtlingsrat]

Flüchtlingskinder

1. Februar 2014

Portraits of Afghan Child Refugees
Show the Legacy of Conflict

Around 1.6 million Afghan refugees live within Pakistan’s borders, making up one of the world’s largest refugee communities, according to the United Nations refugee agency. These people have been fleeing persecution and violence in Afghanistan ever since the Soviet invasion in 1979. Despite feeling alienated in Pakistan, many refugees say they wouldn’t take the risk of returning to Afghanistan. Because of the turmoil, generations of Afghan children have been growing up in Pakistan, never going to school and uncertain of their future.

Below is a beautiful series of portraits taken by Muhammed Muheisen for the Associated Press of Afghan children living in Islamabad, Pakistan.

Augen

laiba Hazrat, 6
IMAGE: MUHAMMED MUHEISEN/ASSOCIATED PRESS

Mehr beeindruckende Aufnahmen hier

Kronprinz

4. Juni 2012

Am Donnerstag kommt der niederländische Kronprinz Willem Alexander (Foto) ins benachbarte Almelo (Obverijssel). Er will eine weitere Halle der dortigen Urananreicherungsanlage einweihen. Niederländische und deutsche Anti-Atomkraft-Initiativen rufen zum Protest gegen den Betrieb und Ausbau der Anlage auf. Sie treffen sich daher am kommenden Donnerstag um 14.30 Uhr am Haupteingang der Anlage (Planthofsweg) und sie fordern Willem Alexander van Oranje Nassau  auf, nicht an der Einwehungsfeier teil zu nehmen.

Die Urananreicherungsanlage in Almelo ist übrigens ein Schwesterbetrieb der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau. Beide Anlagen gehören zum Urenco-Konzern, an dem auch E.ON und RWE maßgeblich beteiligt sind. Nach einer umfangreichen Werksspionage in den 70er Jahren in Almelo basieren übrigens die heutigen Atomprogramme zur Urananreicherung in Pakistan wie im Iran auf der Urenco-Anreicherungstechnik mittels Gaszentrifugen.

Wenn es nach Urenco  geht, sollen bald von Almelo aus rund 50 Atomkraftwerke in aller Welt mit angereichertem Uran versorgt werden. „Um die Gefahren der weltweiten Atomenergienutzung zu reduzieren, müssen Urananreicherngsanlagen wie die in Almelo und Gronau, die den nuklearen Brennstoff für die Atomkraftwerke vorbereiten, sofort stillgelegt werden“, fordert Udo Buchholz (Gronau) vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). Seit Jahren unterstützt der BBU grenzüberschreitend den Widerstand gegen die Urananreicherungsanlage in Almelo; er ruft auch zum Protest am kommenden Donnerstag auf (mehr…) .

Auch im Internet kann gegen die Teilnahme des Kronprinzen an der Anlagen-Einweihung protestiert werden. In einer Petition fordern die Gegner den Kronprinz auf, nicht an der Einweihungsfeier teilzunehmen. Zu finden ist diese Petition, die auch von Deutschen unterschrieben werden kann, hier.

(Foto: Willem Alexander, CC srslyguys (Flickr) )

Nachtrag vom 08.06.:
Es demonstrierten gestern nur drei Dutzend Aktivisten vor der Firma, als Kronprinz Willem Alexander mit einem Hubschrauber über ihre Köpfe hinweg einschwebte; zuvor hatte er in den Haag das erste Erdwärmekraftwerk der Niederlnde eröffnet. Als Finanzvorstand der Urenco arbeitete übrigens bis zu seinem Lawinenunfall Prinz Friso, der Bruder von Willem Alexander. Er liegt seit dem tragischen Unfall in Österreich im Wachkoma, inzwischen  in einer Londoner Spezialklinik. (mehr…)

Makaber: Während Willem Alexander die neue Produktionshalle in Almelo eröffnete, gab es im Schwesterbetrieb, der Urenco-Anlage im westfälischen Gronau Unruhe, ein Schwelbrand sorgte für Aufregung.

Bahaji

9. September 2011

Der 11. September 2001 ist noch jedem im Gedächtnis. An jenem Tag stürzten zwei Passagierflugzeuge in das World Trade Center in New York, ein drittes in das Pentagon in Washington. Mitverantwortlich für diesen Anschlag soll auch Said Bahajisein, ein 1975 in Haselünne geborener  Emsländer. im Sommer 2001 verließ er seine Familie und reiste er nach Pakistan. Dann verliert sich seine Spur. 2009 wurde in Pakistan sein deutscher Pass sichergestellt. Darin sei ein pakistanischer Einreisestempel vom 4. September 2001 hieß es seinerzeit.

Der Elektrotechnik-Student soll der Internet-Experte der so genannten Hamburger Terrorzelle gewesen sein. Drei der vier Flugzeuge, die damals in den USA entführt und bei den Anschlägen eingesetzt wurden, wurden von Mitgliedern der Hamburger Zelle geflogen. Bahaji gilt als „Cheflogistiker“ der Gruppe um den späteren Todespiloten Mohammed Atta, der am 11. September 2001 mit einem entführten Passagierflugzeug das Welthandelszentrum in New York zerstörte.

Ems-Vechte-Welle-Reporterin Inga Graber hat sich vor Ort auf Spurensuche nach einem der meistgesuchten Männer der Welt begeben. Hier der aktuelle Podcast der Ems-Vechte-Welle.

 

(Quelle evw, NDR; Fotos: © BKA-Fahndungsplakat)

Pakistan

15. August 2010

 Wir haben heute miteinander diskutiert, weshalb das schreckliche Schicksal der 20 Millionen Menschen in Pakistan so wenig Resonanz in Deutschland zeigt, die in ihrer Heimat von einer der größten Überschwemmungen aller Zeiten betroffen sind. UN-Generalsekreätr Ban Ki Moon hat gesagt, dass mehrere Milliarden Dollar notwendig sind, um zu helfen.

Es ist pervers, dass dieses Geld fehlt, während gleichzeitig der Krieg der ISAF in Afghanistan 700 Milliarden Euro im Jahr (!) kostet und die von Spekulanten ausgelöste Bankenkrise drei, vier, fünf Mal so viel oder noch mehr. Warum wird den Menschen in Pakistan nicht geholfen?

Die Aktion Deutschland Hilft, mit der Deutschlands Top-Blog Spreeblick den Rettungsanker Haiti gestartet hatte und die damit knapp 30.000 Euro sammeln konnte, ist mit neun der angeschlossenen Hilfsorganisationen vor Ort, um Hilfe zu leisten.

Auch hier werden dringend Spenden benötigt. Fünf Euro reichen dabei bereits, um fünf Menschen drei Monate lang medizinisch zu versorgen.Spenden kann man direkt auf dieser Seite der Aktion Deutschland Hilft, mit einer SMS mit dem Inhalt „Pakistan“ an die 81190 (5 € zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen 4,83 € direkt an Aktion Deutschland Hilft) oder natürlich per Überweisung auf das

Spendenkonto: 10 20 30
Bank für Sozialwirtschaft
BLZ 370 205 00
Stichwort: Flut Pakistan