Anarchist

26. Juni 2022

Gestern feierten die Lingener Kivelinge ihr 650. Dienstjubiläum. Obwohl der 1372 gegründete Verein stets großen Wert darauf legt, kein Schützenverein zu sein, waren Dutzende von Schützenvereinen eingeladen und zogen nachmittags durch das Lingener Stadtzentrum. Im Gegensatz zu früheren Festen waren aber die Kivelinge selbst ohne ihre Marketenderinnen unterwegs, weshalb sie irgendwie allein gelassen wirkten und was heutzutage verstehen soll, wer will. Bei der Gelegenheit: Lingen wartet seit zwei Jahren noch auf die Kiveling-Ampelmännchen, die als „Geschenk der Kivelinge“ zwei, drei Fußgängerampeln schmücken sollten, aber wohl höheren Behördenorts in fernen Amtsstuben steckengeblieben sind.

Ganz anders ist das in Emden, wo Ottos Ottifanten statt Ampelmännchen zeigen, dass es grün oder rot ist. Apropos Otto Waalkes. Der erhielt in der letzten Woche den Niedersächsischen Staatspreis in der letzten Woche aus der Hand des wahlkämpfenden Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD). Dabei, schreibt die taz, bleibt Otto doch „ein unzähmbarer Anarchist.

Sie werden ihn nicht kriegen. Selbstverständlich macht Otto Waalkes das alles mit, und zuverlässig wird er auch bei der Gala zur Verleihung des Niedersächsischen Staatspreises 2022 dieselben Witze wie eh und je reißen, ein paar von ihnen. Da stellt sich dann wieder die wohlige 1970er-Jahre-Atmosphäre ein, nostalgisch für all die jetzt erwachsenen kleinen Zu­schaue­r*i­nnen von einst, so ein Lagerfeuermoment. Und es wird für alle sehr lustig sein.

Aber am Ende bleibt Otto Waalkes dann doch ein Anarchist, den man mit dem Staatspreis eher einfangen will, als ihn zu ehren. Aber das wird höchstens der Tendenz nach gelingen, nicht ganz. Da bleibt noch etwas Lauerndes, Ungebärdiges, Infantiles: Helmut Schmidt (SPD) forderte noch, dass Otto für einen grandiosen Papstwitz Abbitte tue.

Es ging darum, dass dieser sich durch Suizid beruflich verbessern könne, was die Tat rechtfertigen würde. Aber er hat keine Reue gezeigt, damals nicht, und sich letztlich so die Möglichkeit geschaffen, sich noch im spießigsten Ambiente daneben zu benehmen, ohne sich dafür zu entschuldigen.

Klar ist das Teil eines Images. Er befriedigt die…“

[weiter bei der taz]

Es ist ihr erstes offizielles Engagement als The Beatles. Vor genau 60 Jahren, am 17. August 1960, spielen John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliffe und Pete Best ihren ersten Auftritt im „Indra“ in Hamburg-St. Pauli. Das erste Mal verdienen sie Geld mit ihrer Musik. An keinem Ort der Welt spielen die Beatles übrigens häufiger als in Hamburg: 281 Konzerte, fünf Engagements in vier verschiedenen Clubs, 1.200 Stunden auf Hamburger Clubbühnen. Hier treffen sie auch Ringo Starr, und hier entwickeln sie ihr berühmtes Aussehen.

Heute, am 17. August erinnert Hamburg an den Auftakt 1960. Zum 60. Jubiläum der Beatles heißt es auf St. Pauli wieder: „Mach Schau!“ und die Hansestadt lädt Beatles-Fans aus aller Welt in die Original-Location ein: Die große Jubiläumsshow „Stream & Shout“ direkt aus dem Indra ist ab  21 Uhr (CET) via Live-Stream über den Youtube-Link oben abrufbar. Hamburgs Beatles-Expertin Stefanie Hempel präsentiert dann gemeinsam mit Musikerfreunden und prominenten Gästen ein einzigartiges Rock’n’Roll-Special, vom rekonstruierten Original-Set der Beatles aus dem August 1960 über die großen Hits und legendären Songs. Klassischer Rock’n’Roll und Neuinterpretationen treffen auf Geschichten und Anekdoten aus dem wilden Leben der jungen Beatles in Hamburg. Es sind dabei Stefanie Hempel & Band, Kaiser Quartett, Cäthe, Bernd Begemann, Jessy Martens und Otto Waalkes..

Neben den Klassikern werden auch Neuinterpretationen der Beatles-Hits gespielt und Geschichten und Anekdoten aus der wilden Anfangszeit der Beatles in Hamburg erzählt. Auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen werden digital zugeschaltet. Das wird, so schaut es aus, ein guter Abend werden…

(Quellen: NDR, Youtube)