Das Ende

13. September 2021

60 Jahre lang bin ich an Kommunalwahlabenden nicht ins Bett gegangen, ohne  das vorläufige Endergebnis zu kennen. Aber heute mach ich das um 2 Uhr in der Früh, weil ich nur noch müde bin. 50 der 51 Lingener Wahlbezirke sind ausgezählt. Es fehlen noch die Briefwahlstimmen aus dem Wahlbereich IV (Innenstadt, Reuschberge, Galgenesch). Sie werden das Ergebnis nicht mehr entscheidend beeinflussen. Die letzten Stunden waren besonders spannend, als das 42. Mandat im Stadtrat zwischen CDU, FDP und Grünen wechselte. Es ist jetzt nach meinem Eindruck jetzt um 2.00 Uhr fest bei den Grünen.

Gestern Abend haben wir damit das Ende der absoluten Mehrheit der Lingener CDU im Stadtrat erlebt. Nach 70 Jahren. Das ist keine Kleinigkeit sondern ein lokalpolitisches Erdbeben; denn die bisherige Ratsmehrheit hat trotz aller Netzwerke und allen schwarzen Filzes im Stadtrat vier Sitze verloren und jetzt noch 20 Sitze (von 42), auch die SPD hat ein Mandat weniger als 2016 und jetzt acht. Neu im Stadtrat ist die linke FWL mit einem Sitz. Unsere BürgerNahen sind mit vier Mandaten gleich geblieben; die BN-Wahlkampfcrew meinte zwar, dies sei mit Blick auf die alles überlagernde Bundestagswahl ein Erfolg. Ich hätte mir allerdings mehr erwünscht.

Klarer Gewinner der Lingener Kommunalwahl sind die Grünen, die die Zahl ihrer Mandate von drei auf sechs verdoppeln konnten. Die Grünen sind außerdem auch mit zwei Frauen aus Lingen im emsländischen Kreistag vertreten und damit so stark wie die SPD; die FDP konnte ein Kreistagsmandat erringen; die CDU hat fünf Mandate im Kreistag, eines weniger als bisher.

Auch im Ortsrat Laxten hat die CDU ihre Mehrheit verloren und dort nur noch 6 von 13 Sitzen. Man darf gespannt sen, ob SPD, Grüne, BN und FDP sich zusammenraufen, gemeinsam einen Ortsbürgermeister (m/w/d) in das Amt zu wählen, der nicht der CDU angehört; das wäre eine Wahl gegen den bisher alles dominierenden Alleinvertretungsanspruch der CDU.

Update:
Das vorläufige Endergebnis kam dann heute Nacht um 02:53 Uhr.

CDU 48,2%, SPD 19,2%, Grüne 13,3%, BN 9,0 %, FDP 8,1%, Die Partei 0,8%, FWL 1,4%. (Ich habe die Zahlen gerundet).

Das entspricht folgenden 42 Sitzen
CDU: 20, SPD: 8, Grüne: 6, BN: 4, FDP 3, FWL: 1

Gewählt wurden:
CDU Koopmann, Martin,
CDU Hartke, Werner,
CDU Heskamp, Josef,
CDU Neerschulte, Hubert,
CDU Schonhoff, Manfred,
CDU Wilbers, Thomas ,
CDU Schulte, Ulrike,
CDU Schwarz, Karl-Heinz
CDU Fühner, Christian
CDU Gebbeken, Hermann
CDU Niemeyer, Florian
CDU Wintermann, Annette
CDU Reppien, Günter
CDU Hilling, Uwe
CDU Niehus, Heinz
CDU Vehring, Irene
CDU Roth, Björn
CDU Heskamp, Stefan
CDU Herbrüggen, Jürgen
SPD Schockemöhle, Niels
SPD Wittler, Stefan
SPD Scholz, Hannelore
SPD Wiegmann, Hermann Otto
SPD Primke, Sandra
SPD Kröger, Andreas
SPD Dr. Bendick, Bernhard
SPD Schütte, Jens-Uwe
GRÜNE Lobenberg, Christina
GRÜNE Schleicher-Deis, Olesa
GRÜNE Kühle, Thomas
GRÜNE Pellny, Martina
GRÜNE Meinert, Claudia
GRÜNE Rehnen, Heiner
BN Freckmann, Nils
BN Koop, Robert
BN Riße, Marc
BN Koop, Bernd
FDP Altmeppen, Peter
FDP Meyer, Dirk
FDP Beeck, Jens
FWL Frank, Farid

(Fettdruck: Wiederwahl)

Neun Mitglieder des Rates sind Frauen (CDU: 3, SPD 2, Grüne 4). Dies ist eine ausgesprochen schlechte Entwicklung.

Bewerben

4. September 2011

Wenn das kein Edelfilz ist: Als einer der Ersten hat der Sohn des Landrats Hermann Bröring (CDU) ein Grundstück im neuen Laxtener Wohngebiet Am Hundesand/Strootbach (Foto re.)  erhalten; andere CDU-Mandatsträger sollen, wird mir zugetragen, noch höflich bis nach der Kommunalwahl warten …

Selbstredend erfüllt der Junior weder über einen „Laxtener Hindergrund“ (Auswahlkriterium) noch über irgendein anderes wesentliches Kriterium der „Vergaberichtlinien“. Aber was kümmern die Granden des Ortsrats Laxten ihre Beschlüsse von gestern? Übrigens war es nicht ganz leicht, bei der Grundstücksvergabe im Ortsrat Laxten beschlussfähig zu bleiben; denn gleich eine Handvoll Laxtener Ortsratsmitglieder mussten der offiziellen Vergabe-Beschlussfassung fernbleiben; sie waren wegen verwandschaftlicher und ähnlicher Bindungen an der Beschlussfassung gehindert. Falsch wäre aber die Annahme, dass nur deshalb das Baugebiet ausgewiesen worden wäre, um Ortsratsmitgliederanverwandten Baumöglichkeiten „bei uns im Ortsteil“ zu ermöglichen…

Denn dann könnte ja der Sohn des Landrats nicht…  Nun, jetzt bekommt also Sohn BB sein Areal an der Töltstraße. Zuvor hatte man ihn aus diesem Grund auf Rang 3 der Ersatzbewerberliste platziert. Damit war klar (und nach den Worten des scheidenden Laxtener Ortsbürgermeisters auch beabsichtigt), dass er zum Zuge kommen werde (Mario Barth würde jetzt sagen: Vastehste?! Vastehste?! Dat issa, der Trick, wa?!) . Tatsächlich sind nämlich die Grundstückspreise mit 139 / 149 Euro pro Quadratmeter so hoch, dass Normalverdiener keine Chance haben. Sie zogen denn auch reihenweise ihre Bewerbungen zurück.

Doch bitte regen Sie sich nicht unnütz auf. Auch Sie haben noch alle Chancen als Bewerber. Gut ein Dutzend der Baugrundstücke im Baugebiet zwischen Frerener Straße, Lengericher Straße, Grünem Zentrum und Laxtener Heimathaus sind noch erhältlich, obwohl ein führender städtischer Vertreter im Rat (war es nicht im März oder April dieses Jahres?) erklärte, alle Grundstücke seien weg. Sind sie nicht und einige sind auch noch in der Warteschleife, weil die Bewerber noch nicht endgültig zugesagt haben. Bewerben Sie sich also einfach.

Den Laxtener Bezug kriegen Sie leicht hin. Zum Beispiel mit dieser Argumentation: „Ich bin mit Laxten gut. Deshalb kaufe ich dort immer für meine Familie bei meinem italienischen Kaufmann am Hundesand ein.“ („Italienischer Kaufmann?„) „Ja, der mit vier Buchstaben und dem Buchstaben i am Ende!“

Oder: „Ich halte mich fast täglich zwei Mal in Laxten auf!“ („Wie das?„) „Ich fahre von Altenlingen/ Holthausen-Biene/Brögbern/ Clusorth -Bramhar/ Bramsche/ Baccum/ Schepsdorf/ Darme *  aus immer über die Umgehungsstraße/B214 * zur Arbeit. Die führt ja kilometerlang durch Laxten.“  

Das reicht immer!

Ganz bestimmt mit dem richtigen Parteibuch von Ihnen/ Papa / Mama / Onkel / Tante * !   Eigentlich könnten Sie dann, ehrlich gesagt, auch Aldi und Arbeitsweg weglassen. 

😉

(* = Nichtzutreffendes bitte streichen)