Kommunal

26. Mai 2014

Bildschirmfoto 2014-05-25 um 22.55.30Bei den gestrigen Bürgermeisterwahlen in unserer Region war die große Überraschung die Abwahl des Meppener CDU-Bürgermeisters Jan Erik Bohling durch den parteilosen Herausforderer Helmut Knurbein, den u.a. SPD und Grüne unterstützten. Aus dem Stand erzielte der neue Mann 52,5%; der noch amtierende Bürgermeister kam nur auf magere 39,5%. – eigentlich eine für Außenstehende nachvollziehbare Quittung, wenn man sich an dieses Video des neuen Meppener Bürgermeisters erinnert und die Webseite der Nachbarstadt anschaut, die am Tag der Europa- und Bürgermeisterwahl mit „Urlaub in Meppen“ aufmacht und die Wahlen nur unter „Ferner liefen…“ erwähnt (Screenshot lks). Wer sich so unpolitisch einbettet, darf sich nicht wundern, meine ich.

Mein Lingener Anwaltskollege Peter Egbers hat in Geeste ein ausgesprochen respektables Ergebnis mit 43,3%  erzielt. Aber die CDU-Hochburg gewann CDU-Mann Helmut Höke mit überzeugenden 56,7%.

In Herzlake bleibt Ludwig Pleus (parteilos) Bürgermeister. Er erreichte 52,2 % und wies damit Hans Bösken (CDU) mit 32,2 % und Ulrich Ostermann (SPD) mit 15,6 % auf die Plätze.

In Emsbüren wird es für den unabhängigen Amtsinhaber Bernhard Overberg (parteilos) bei der notwendigen Stichwahl in drei Wochen schwierig, aber keineswegs unmöglich; denn der vor allem wirtschaftlich erfolgreiche Amtsinhaber bekam zwar die meisten Stimmen (43,6%), muss aber trotz seiner Pole-Position für eine neue Amtszeit den Gegenkandidaten Klaus Hemme (CDU) überflügeln, der gestern 36,1 % erreichte. Der weitere Kandidat Dieter Bünker landete zwar abgeschlagen mit 20,3% auf Rang 3; doch auch Bünker hat ein CDU-Parteibuch, so dass man gespannt sein darf, wie sich seine Wähler am Sonntag nach Pfingsten entscheiden.

Einen klaren Erfolg gab es in Papenburg für den amtierenden Bürgermeister Jan Peter Bechtluft. Schon im ersten Wahlgang entschieden sich 54,4% für den Amtsinhaber. Dabei hatte bei der Kandidatensuche die Papenburger CDU ihren Mann Monate warten lassen, bevor sie den Bürgermeister dann doch offiziell aufstellte. Eine Quittung der Wählerinnen  und Wähler könnte die niedrige Wahlbeteiligung von nur 44,8% sei. Die Anspannung für Bechtluft war sehr groß. Als er das Ergebnis erfuhr, kamen dem Mann die Tränen. Auf den SPD-Gegenkandidaten Jürgen Broer entfielen ordentliche 36,0% auf den Grünen Nikolaus Schütte zur Wick für ihn enttäuschende 9,6%. 

In Sögel bleibt Günter Wigbers (CDU) Bürgermeister. Für ihn stimmten 53,7 % der 7.212 Wähler. Auf den parteilosen Sögeler Frank Klaß, den der SPD-Samtgemeindeverband und die  CDU Börger (!) unterstützten, bekam 46,3 % Bemerkenswert. In Börger erhielt Wigbers nur 13,2 % der Stimmen – eine Reaktion auf die harten Auseinandersetzungen zwischen ihm und dem dortigen Gemeinderat.

Zur Grafschaft Bentheim:
In Wietmarschen-Lohne, der Immer-mehr-und-größer-wenn-wir-auch-nicht-wissen-warum-Nachbargemeinde, gewann der CDU-Kandidat Manfred Wellen mit beeindruckenden 65,2% die Bürgermeisterwahl. Die drei Gegenkandidaten hatten keine Chance und lagen am Ende nahezu gleichauf um die 10%. Auch sonst gab es in der Grafschaft Bentheim keine Überraschungen, wenn man vom mit 66,1% überragenden Sieg des Bentheimer Bürgermeisters Volker Pannen (SPD) absieht; das hatten manche im Vorfeld ganz anders sehen wollen; doch CDU-Kandidat Heiner Beernink erreichte nur 33,9%. Hier die weiteren Resultate aus dem Nachbarkreis.

Und dann gab es noch die Kommunalwahlen im benachbarten Nordrhein-Westfalen. Hier alles westfälischen Resultate auf der interaktiven Seite des WDR:

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[Korrektur]

Beharrlichkeit

11. Mai 2014

Simone Schnase berichtet in der aktuellen taz:

„Es ist recht unwahrscheinlich, dass Nikolaus Schütte zur Wick am 25. Mai Bürgermeister seiner Heimatstadt Papenburg wird, aber eines steht fest: Seine Kandidatur ist ernst gemeint und nicht nur „Spaß am Widerstand“, wie es die örtliche Presse behauptet – und sie sorgt für Wind an der Meyer Werft. Realistischer als bei den Kommunalwahlen vor drei Jahren sind seine Chancen jedenfalls; damals ist Schütte zur Wick als grüner Landratskandidat fürs Emsland angetreten.

Die Ergebnisse in seinem Wahlkreis waren mit 30 Prozent damals sehr respektabel, insgesamt erhielt der glatzköpfige Zwei-Meter-Mann allerdings nur etwas mehr als elf Prozent – sein CDU-Mitbewerber siegte mit rund 70 Prozent. Trotzdem: Mit viel Beharrlichkeit hat sich Schütte zur Wick im christdemokratisch-katholischen Landkreis Respekt verschafft: Bei der letzten Bürgermeisterwahl in seiner Heimatstadt…“

[weiter hier]

Nikolaus-Schütte-zur-Wick

verkommen

30. September 2013

Nikolaus-Schütte-zur-WickDie wohl wichtigste Aufgabe der gewählten Räte der Gemeinden, Städte und Landkreise ist die Kontrolle der eigenen Verwaltung. An ihrer Seite sind dafür Rechungsprüfungsämter, die dem jeweiligen Rat oder Kreistag unterstehen und nicht weisungsgebunden sondern unabhängig prüfen, ob gut gearbeitet wird. Meine Fraktion „Die BürgerNahen“ (BN) beispielsweise hat seit Beginn des Baus der „Emslandarena“ in Lingen vor einem Jahr etwa alle 6 – 8 Wochen Josef Schnieders, den Chef des Rechnungsprüfungsamtes unserer Stadt, gebeten, uns über Neuigkeiten und aktuelle Entwicklungen auf den aktuellen Stand zu bringen. Zuvor hatte sich die BN erfolgreich dafür stark gemacht, das Rechnungsprüfungsamt personell so auszustatten, dass es die Kontrolle des Großprojekts auch leisten kann. An diesem Montag übrigens soll die Baustelle vom Generalunternehmer Mainka an die Stadt Lingen „übergeben“ werden. Wir hoffen sehr, dass dies trotz der dutzendfachen Nachtragsangebote und der witterungsbedingten Bauverzögerungen auch klappt. Die BN jedenfalls wird Josef Schnieders in dieser Woche bitten, uns bald wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

Josef Schnieders wird dies tun; denn wir haben es in Lingen eben mit einem sehr aufmerksamen Rechnungsprüfungsamt zu tun, das weiß, welche wichtige Aufgabe es hat. Das jedoch ist nicht selbstverständlich:

bernhard_bendick_250_cnmi_thumbDenn ganz anders ist es beim Landkreis Emsland, einer ganz speziellen Behörde. Da fragte in der letzten Woche die Kreistagsfraktion von Bündnis ’90/Die Grünen den Chef des Rechnungsprüfungsamtes des Landkreises Heinz Bröring, der Fraktion den jährlichen Prüfbericht seines Amtes vorzustellen – ein Bericht übrigens, der bis zum letzten Jahr den  Kreistagsmitgliedern nicht einmal zur Kenntnis überlassen wurde. Dazu bedurfte es u.a. erst einer nachdrücklichen Aufforderung des Lingener Kreistagsabgeordneten Bernhard Bendick (Foto lks); vorher wurde die Kreisverwaltung durch den emsländischen Kreistag entlastet, ohne dass allen Kreistagsmitgliedern der Prüfbericht des eigenen Rechnungsprüfungsamts überhaupt bekannt war. Da muss man sich schon fragen, welche Art von Abgeordneten eigentlich über die Fragen des Kreises entscheiden und die gesetzmäßige Aufgabenerfüllung wachen.

Nun, auf die Bitte des grünen Fraktionsvorsitzenden Nikolaus Schütte zur Wick (Foto oben lks) um Erläuterung des Rechnungsprüfungsberichts antwortete ihm besagter Heinz Bröring  am letzten Freitagmittag so:

„Leider kann ich der Einladung nicht folgen.
Nach § 154 Abs. 1 Satz 1  NKomVG ist das Rechnungsprüfungsamt der Kommune der Vertretung (dem Kreistag) unmittelbar unterstellt und nur dieser (diesem) verantwortlich. Mehr wird im Gesetz nicht ausgeführt.
Ich habe deshalb den Kommentar zum NKomVG von Herrn Robert Thiele herangezogen, um eine deutlichere Lesart zu bekommen. In den Erläuterungen zu § 154 wird dann  von Thiele unter Punkt 1 wie folgt ausgeführt: .. „Die Unmittelbarkeit und Verantwortung des Rechnungsprüfungsamts im Verhältnis zur Vertretung hat zur Folge, dass dessen Leiter ein vom Weisungsrecht des HVB unabhängiges Rederecht in den Sitzungen der Vertretung, des Hauptausschusses und der Fachausschüsse in Prüfungsangelegenheiten hat“ …
Ich vertrete deshalb die Auffassung, dass ich einzelnen Fraktion gegenüber kein Rederecht oder auch keine Redepflicht habe.
Ich denke jedoch, dass die Verwaltung des Landkreises bereit ist, von Ihnen schriftlich formulierte Fragen zu beantworten.
Mit freundlichen Grüßen
Heinz Bröring“
Würden Sie mir eigentlich widersprechen, wenn ich resümiere, dass dieser Leiter des emsländischen Rechnungsprüfungsamtes Heinz Bröring allenfalls Sachbearbeiter in der Unteren Wasserbehörde sein sollte, weil seine Auffassung von demokratischer Kontrolle und Verantwortung gewählter Kreistagsabgeordneter reichlich verkommen und vordemokratisch ist?

kaufen

24. September 2013

RTEmagicC_MSO_Untergrafik_k_RM_ev1_tv_01.pngAuf gleichermaßen massive wie grundsätzliche Kritik stößt ein im Geheimen vorangetriebener Plan der politischen CDU-Spitze des Landkreises Emsland, über den auch die Monopolzeitungen LT, MT und EZ des NOZ-Verlanges bisher nicht informiert haben: Unser Landkreis will über die zu 100% im Eigentum des Landkreises stehende Emsland GmbH Gesellschaftsanteile am regionalen Fernsehsender ev1.tv kaufen.  „In den nächsten Tagen soll in nichtöffentlichen (!) Sitzungen beschlossen werden, dass  der Landkreis so einen Anteil von 15 % an der ev1.tv GmbH zum Preis von 118.500 € kauft und sich zudem verpflichten soll, zusätzliche Erlöse zur Verlustabdeckung zu garantieren”, informierte gestern Abend der Vorsitzende der Kreistagsfraktion von Bündnis’90/Die Grünen Nikolaus Schütte zur Wick (Papenburg). Seine Kritik: “Wir haben im Emsland bereits heute überwiegend das Monopol der Regionalausgaben der Neuen Osnabrücker Zeitung, der zusammen mit den Grafschafter Nachrichten rund 75 % des Senders gehört. Wenn jetzt der Landkreis Emsland 15 % des Senders kauft, wird ein zusätzliches Stück Medienvielfalt zu Gunsten einer Hofberichterstattung aufgegeben.“

“Noch vor neun Monaten wurde  ein Vorschlag der Grünen, sich an einem Bürgerwindpark als Landkreis zu beteidigen, ohne Diskussion vom Tisch gefegt, weil „weitere Beteiligungen nicht Aufgabe des Kreises“ seien. Wenn es jetzt aber um den  Ausbau des Einflusses im Medienbereich geht, werden die Grundelemente der Gewaltenteilung über Bord geworfen, die bewusst die Pressefreiheit im Sinne der Machtbegrenzung der Legislative und der Exekutive versteht. Daher halten wir den Kauf der Anteile an ev1.tv für völlig falsch und werden ihn ablehnen”, so der  Lingener Grüne Michael Fuest (Foto unten).

michael-fuest_3Den Grund des Kaufangebots des Landkreises Emsland kenne ich nicht. Es ist womöglich die Krise der „Heimatsender“ , über die die taz bereits vor knapp zwei Monaten berichtete. Damals bekam ev1.tv von der taz noch gute Noten. War dies übereilt? ev1.tv macht jährliche Verluste im höheren sechsstelligen Bereich. Offenbar sucht die NOZ als Hauptanteilseigner jketzt starke Schultern, an die man sich anlehnen kann. Da kommt der Landkreis gerade recht. In jedem Fall denke ich an meinen ersten Beitrag über ev1.tv im Oktober vor zwei Jahren zurück. Damals schrieb ich:

„…Verlagshäuser können sich also auch trotz lokaler Marktbeherrschung -wie bei der NOZ – mit bis zu 49,9 Prozent an den neuen Sendern beteiligen. Verleger, die vor Ort bereits eine monopolartige Stellung haben, müssen zwei von vier so genannte “Vielfalt sichernden Maßnahmen” erfüllen.  ”Geeignete Vorkehrungen gegen das Entstehen vorherrschender Meinungsmacht”, formuliert § 6  NdsLMediengesetz,   sind  die Einrichtung eines Programmbeirats mit wirksamem Einfluss auf das Programm, die Einräumung von Sendezeit für unabhängige Dritte, die Beschränkungen des Stimmrechts in Programmfragen und wichtigen Personalfragen, die Verabredung eines Redaktionsstatuts zur Absicherung der redaktionellen Unabhängigkeit.” Was EV1.tv da vorhält, habe ich im Internet nicht gefunden, weder auf der Seite von EV1.tv, noch bei der Landesmedienanstalt noch sonst wo….“

Das ist auch heute so: ev1.tv hat offenbar weder das eine noch das andere. Seinerzeit zog ich den noch Schluss, geduldig zu sein. Jetzt -wenn  über eine dürftig kaschierte GmbH-Lösung Steuergelder in ev1.tv fließen sollen, bleibt zumindest, schnellstens den Programmbeirat und das Redaktionsstatut bei ev1.tv einzufordern. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt ist aufgerufen, beides unverzüglich bei den Gesellschaftern von ev1.tv durchzusetzen.

Wahn

23. April 2013

Simone Schnase, eine ausgewiesene Emslandkennerin, berichtet in der taz über das emsländische Wahn als potenzielles Endlager-Gebiet:

„Vor über 35 Jahren verhinderte eine Bürgerinitiative, dass der Salzstocks Wahn auf seine Tauglichkeit für ein Atommüll-Endlager hin untersucht wird. Jetzt geht die Suche von vorne los – und auch der Protest.

Wahn gibt es eigentlich gar nicht. Lediglich ein Gedenkstein am Straßenrand mit der Aufschrift „Wahn, use olde Heimat“ deutet darauf hin, dass hier, im Nirgendwo nordöstlich der emsländischen Kreisstadt Meppen, früher einmal etwas war. Hinter dem Findling verbergen Bäume den Blick auf die Siedlungswüstung.

Doch hier liegt ein Salzstock, und zwar einer der drei, die neben Gorleben Mitte der siebziger Jahre in die engere Wahl für ein Atommüll-Endlager kamen. „Geologen hielten Wahn sogar für geeigneter als Gorleben“, sagt Nikolaus Schütte zur Wick, Fraktionsvorsitzender der Grünen im emsländischen Kreistag und Mitglied…“

weiter in der taz

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(Foto: Wehrtechnische Dienststelle 91 bei Wahn, © Simone Schnase; mit Dank an Simone Schnase und die taz für das OK zur Veröffentlichung)

Nie erschienen

12. Mai 2012

Fleurop lässt grüßen! Gerade empöre ich mich über diese peinlich-arroganten Worte der Pressesprecherin des Kreises Emsland Anja Rohde. In diesen Tagen jährt sich bekanntlich zum 67. Mal die Befreiung der Emslandlager; aber  der Landkreis Emsland hat gar nicht so richtig dran gedacht. Denn da sagt die Dame auf Anfrage der Presse tatsächlich:

Wir werden in der alten Rheder Kirche und am Ossietzky-Denkmal in Esterwegen Kränze niederlegen“, sagt Kreissprecherin Anja Rohde auf die Frage, ob es denn von Seiten des Landkreises eine Gedenkveranstaltung gebe. „Allerdings wird dies kein offizieller und auch kein öffentlicher Akt. Die Kränze sollen ein Zeichen für die Besucher sein.

So ist es eben, wenn man lediglich aus parteipolitischen Gründen glaubt, gedenken zu müssen, und man nicht mit dem Herzen dabei ist.

Heute informiert die taz-nord über dies:

„In diesem Jahr könnte die deutsch-niederländische Initiative 8. Mai ihre Gedenkveranstaltung im Emsland zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum ersten Mal auf der Gedenkstätte Esterwegen ausrichten. Die hat Ende Oktober letzten Jahres zur Erinnerung an die Opfer der 15 Konzentrations- und Strafgefangenenlager im Emsland eröffnet.

Die Initiative, zu der auch ehemalige Gefangene gehören, wird sich am heutigen Samstagnachmittag allerdings nicht dort treffen, sondern, wie in jedem Jahr seit 1985, auf dem Lagerfriedhof Bockhorst bei Esterwegen.

Nikolaus Schütte zur Wick, Fraktionsvorsitzender der Grünen im emsländischen Kreistag, ist sich sogar sicher: „Selbst wenn die Initiative beantragt hätte, ihre Veranstaltung an der Gedenkstätte abzuhalten, wäre das bestimmt nicht genehmigt worden.“

Die Veranstaltung der NS-Opfer wird von den Vertretern des Landkreises gemieden. Nie erschienen ist der ehemalige…“

weiter bei der taz

Mehr im taz-Kommentar von Simone Schnase
und über die Ab- und Hintergründe hier 

und online im Emskopp

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DIE EMSLANDLAGER

„1933 wurden die Kozentrationslager Börgermoor, Esterwegen und Neusustrum fertiggestellt, bis 1937 kamen Aschendorfermoor, Brual-Rhede, Walchum und Oberlangen hinzu, ab 1938 Wesuwe, Versen, Fullen, Groß-Hesepe, Dalum, Wietmarschen, Bathorn und Alexisdorf.

In den Emslandlagern wurden insgesamt 70.000 Menschen inhaftiert, darunter politische Gefangene, Homosexuelle, wehrmachtgerichtlich verurteilte Soldaten und sogenannte Nacht-und-Nebel-Gefangene .

1939 übernahm die Wehrmacht drei Lager und nutzte sie als Kriegsgefangenenlager für weit über 100.000 Soldaten aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien, Polen und Italien. 1944/45 dienten die Lager Dalum und Versen der SS kurzzeitig als Außenlager des KZ Neuengamme.

Insgesamt sind in den Emslandlagern rund 30.000 Menschen ums Leben gekommen.“ (Quelle)

Last minute

10. September 2011

Ein kleiner „last minute Wahbeitrag“ sei mir noch gestattet: Als besonders unehrlich und nicht nur als Ausdruck schlechten Gewissens und entsprechender Politik habe ich in diesem Wahlkampf empfunden, dass der 57-jährige CDU-Landratskandidat Reinhard Winter mit keinem Wort  in seinen Programmaussagen das drängende ökologisch-wirtschaftliche Thema „Massentierfabriken“ erwähnt. Deshalb bin ich dem Meppener „Aktionsbündnis Bauernhöfe statt Agrarfabriken Nord-West“ sehr dankbar, dass er dem schweigsamen  und auf seinen Wahlplakaten dank Bildbearbeitungsprogramm nur halb so alt wie 57 erscheinenden Kreisrat das Notwendige gefragt hat. Es sind sieben Fragen zur Massentierhaltung im Emsland und das Aktionsbündnis stellt Winters Antworten neben die der mit ihm konkurrierenden Landratskandidaten Dr. Friedhelm Wolski-Prenger (SPD) und Nikolaus Schütte zur Wick (Bündnis ’90/Die Grünen) sowie der im Kreistag vertretenen UWG*, für die mangels eigenem Landratskandidaten deren Kreistagssprecher antwortet, der Meppener Architekt Günther Pletz.

Die 4 x 7 Antworten empfinde ich als sehr aufschlussreich. CDU-Mann Winter nimmt darin -wie auch anders!- eine gänzlich verwaltungsunkritische, rückwärts gewandte Schönrede-Position ein.

Lesen Sie selbst!

* Die Lingener Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ hat in den beiden Kreistagswahlkreisen insgesamt zehn Kandidaten für die Wahl zum Kreistag Emsland aufgestellt. Sie kandidieren morgen auf der Liste der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) Emsland.

Muss

11. August 2011

Gestern Abend habe ich endlich die emsländische Deichkoenigin (mit o-e, nicht mit ö geschrieben) getroffen, die jetzt auch die Aufmerksamkeit des NDR gefunden hat. Sie erinnern sich an „deprimierendes Emsland“ und die sauertöpfische Reaktion unseres Landkreises. Ich weiß zwar nicht, ob ich nun der Deichprinz bin, aber wir haben über Video-Asyl,  eine inländische Fluchtalternative (mehr…) gesprochen, Nudeln gegessen und DAS! geschaut. Und dann hat sie mir Grüße von Gerhard Kromschröder ausgerichtet; er schaue immer mal gern in diesem Blog vorbei; da war ich dann ein bisschen stolz.

Neues Rathaus Lingen (Ems)

Dann bin ich doch noch zur Sitzung der BürgerNahen gefahren, habe aber niemanden angetroffen, weil heute gar keine Sitzung war. 😦 So etwas nennt man wohl organisatorisch suboptimal. Jedenfalls bin ich schnell zurück nach Hause und habe mit ein bisschen Frust meinen „1. Programmrohentwurf“ (so hab ich’s genannt) überarbeitet; Sie müssen wissen, dass ich mit der Erledigung meines Auftrags inzwischen ziemlich spät dran bin, auf der Grundlage des Sabine-Stüting-OB-Programms 2010 einen BN-Programmentwurf für die Kommunalwahlen am 11. September zu entwerfen; Yvonne hat schon geschimpft, aber noch geht es so gerade. Der Entwurf soll am nächsten Mittwoch debattiert und verabschiedet werden, wenn sich die BürgerNahen um 20 Uhr im Bürgerhaus Heukamps-Tannen treffen. Während die deutschen Fußballer gegen Brasilien kämpften und nur gewannen, weil ich sie nicht mit meinen Bemerkungen vor dem TV störte ;-), hab ich geschrieben, und es gibt jetzt (m)einen 2. -nicht mehr ganz so rohen- Entwurf für ein BN-Wahlprogramm. Er behandelt (hier unsortiert) die Themen Wirtschaft, Haushalt, die Lingener Großprojekte, die Umwelt, die Energiepolitik, Kinder, Bildung, Demografie, Stadtentwicklung, Kultur, Nachbarschaft und die Arbeit im Rathaus. Ich hab mich bemüht, nach vorn zu zu schauen. Doch Emslandarena, Altenlingenerforst, Kasernenabriss – sie sind natürlich im Text.

Fehlt Ihnen etwas? Was wollen Sie im BN-Programm für die Wahlperiode 2011 – 2016 unbedingt finden? Schreiben Sie es mir, dann trag ich es vielleicht ein (oder nimm es zur BN mit, wenn es mich nicht überzeugt) und verrate auf Wunsch auch nicht, dass es von Ihnen stammt. Und – ganz im Vertrauen und nur für Sie– verrate ich Ihnen auch schon mal den letzten Satz meines 1. und 2. Programmpapiers. Er liegt mir nämlich besonders am Herzen, dieser Satz:

Wir sind für eine sparsame Verwaltung und für die frühest mögliche Ausschreibung der Stelle des Stadtbaurats.

Man könnte sogar den ersten Teil des letzten Programmsatzes streichen, aber den zweiten Teil keinesfalls. Glauben Sie mir, ich werde richtig dafür streiten, dass diese Aussage im BN-Programm bleibt. Warum? Nun Lingen_Fehler hat heute dies getwittert:

Und ich habe heute diese Diskussion bei facebook gefunden (hoffentlich funktioniert der Link). Wenn Sie die Pläne sehen, erkennen Sie, was ich meine. Also der letzte Satz ist ein Muss.

Landrat Bröring hat gestern auf der Meppener Pressekonferenz mit dem grünen MdL Christian Meyer und dem grünen Landratskandidaten Nikolaus Schütte zur Wick, die Bröring übrigens kurzerhand umdrehte und als Alleinunterhalter bestritt, Lingens OB Dieter Krone heftig kritisiert, weil die Stadt Lingen (Ems) nicht einmal in der Lage sei, für ihre (seltsam-formaljuristischen) Maststallpläne das richtige Grundstück zu bezeichnen. Natürlich trägt der OB für diesen unglaublichen Planungsfehler  die politische Verantwortung. Fachlich versemmelt hat die Sache jedoch der Mann, dessen Stelle nach meinem Programmentwurf so schnell wie möglich ausgeschrieben werden muss. Wie gesagt: MUSS.

(Foto: © flickr  dendroaspis2008)

Empfang

10. August 2011

Zitat aus der heutigen Lokalpresse:

„Bröring hatte die Grünen-Politiker, zu denen auch der Landratskandidat der Grünen, Nikolaus Schütte zur Wick zählt, gestern trotz Fußverletzung im Kreishaus zu einer Gesprächsrunde empfangen.“

Er empfängt. Wie huldvoll.

 

Landratskandidat

24. Mai 2011

Bündnis’90/Die Grünen im Landkreis Emsland gehen jetzt auch mit einen eigenem Kandidaten in die Wahl des Landrates. Die CDU hat den bisherigen Ersten Kreisrat Reinhard Winter aufgestellt. Der  gilt angesichts der bisherigen Mehrheitsverhältnisse als Favorit. Die SPD hat Dr. Friedhelm Wolski-Prenger nominiert; der 58-jährige ist Vorsitzender der Emsbürener SPD, Mitglied im dortigen Gemeinderat und unterrichtet an der Marienhaus-Schule in Meppen unter anderem Politik, Sozialrecht und Rechtskunde.

Die Grünen – beflügelt durch die bundesweiten Umfrage- und Wahlergebnisse – schlagen nun jedenfalls den 40-jährigen Papenburger Nikolaus Schütte zur Wick als Landrat des Kreises Emsland  vor (Foto lks hintere Reihe Mitte – mit Freunden; (c) Grüne. Schütte zur Wick (Leitspruch: „Schwarze Regionen begrünen!“) stellt sich als Landwirt, Lehrrettungsassistent und  Versicherungsfachmann vor und war auch schon als Eventmanager tätig.  Mehr findet sich auf seiner facebook-Seite. Facebook ist bekanntlich ein soziales Netzwerk; es muss den Kandidaten Reinhard Winter und Friedhelm Wolski-Prenger allerdings noch erklärt werden.

Frauen kandidieren übrigens nicht bei der Landratswahl. Oder willst Du, Sabine? 😉

Der Landrat des Kreises Emsland wird bei der Kommunalwahl am 11.September gewählt.