Niedersachsenticket

11. Juli 2019

Bevor das Thema nun völlig an meiner geschätzten Leserschaft vorbei geht: Auch in  diesem Jahr gibt es für das Niedersachsenticket einen Sommer-Ferien-Bonus. Die Niedersachsentarif GmbH, die für das Niedersachsenticket verantwortlich ist, präsentiert das Niedersachsenticket während der sechs Wochen Sommerferien ganztägig. Seit dem 4. Juli und noch bis zum 14. August gitl das Niedersachsenticket von Montag bis Freitag schon vor 9 Uhr. Also ganztags.

Die Organisatoren präsentieren daneben sogar ein Preisausschreiben!

Klickt einfach mal rein bei www.niedersachsenticket.de.


Die die überwiegend internetfreie Emslandlinie betreibende Westfalenbahn erhöht samstags die Kapazitäten und verkauft derweil das noch günstigere Emsland-Touren-Ticket.  2 Erwachsene + 2 Fahrräder für 19 € 😎 Infos dazu unter www.westfalenbahn.de (heute Abend landete man aber im nirgendwo; der Westfalenbahn-Server war unerreichbar…)


Und noch dies:
Mit dem SommerFerienTicket können seit diesem Jahr nicht nur Schüler in den Sommerferien kreuz und quer durch Niedersachsen und Bremen fahren, sondern alle Kinder und Jugendliche des Geburtsjahrgangs 2000 und jünger (19. Geburtstag im Jahr 2019) – egal ob Schüler, Azubi, FSJler oder BuFdi.

Die Westfalenbahn verlost 10 dieser Tickets und so geht’s: Es muss einfach eine E-Mail mit dem Betreff „SommerFerienTicket“ an gewinnspiel@westfalenbahn.de geschickt werden. Die E-Mail muss Euren vollständigen Namen sowie Eure Post-Adresse enthalten. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist kostenlos. Mit der Teilnahme erklärt man sich mit diesen Teilnahmebedingungen und den Datenschutzbestimmungen einverstanden. Weitere Infos zum Ticket gibt es hier.

Fahrplanwechsel

9. Dezember 2018

Seit heute gilt der neue Fahrplan der Bahn. Das bedeutet für Bahnpendler im Nordwesten erst eimal, dass die Streckensperrungen und der Schienenersatzverkehr auf der Emslandlinie sein Ende hat. Man muss also in Meppen nicht mehr den Schienenersatzverkehr-Bus suchen und dann mit einem schweigenden emsländischen Busfahrer durchs Emsland fahren – also ohne jede Information, was denn nun als nächster Halt kommt.

Ob allerdings morgen Intercity-Züge wieder durchs Emsland fahren ist unverhofft aus einem ganz anderen Grund fraglich. Denn aus heiterem Himmel hat die Eisenbahnergewerkschaft EVG die Tarifverhandlungen mit der deutschen Bahn abgebrochen – etwa weil sie erkannt hat, dass sie bei einem Arbeitskamp im Weihnachtsverkehr größtmögliche Aufmerksamkeit erreicht? Es wird warngestreikt und die Bahn versucht zu reagieren. Zum Beispiel, indem alle Reisenden mit einem Sparpreisticket für morgen schon heute fahren können. Die Zugbindung ist aufgehoben.

Auf der Verbindung Hamburg-Bremen-Osnabrück-Ruhrgebiet-Köln sollen laut Bahn künftig „mehr ICE“ statt der in die Jahre gekommenen IC eingesetzt werden. Auf der Strecke Amsterdam-Bentheim-Osnabrück-Hannover-Berlin ändert sich allerdings nichts; dort fahren weiterhin die Museumszüge aus den 70er und 80er Jahren.

Entgegen allen Planungen und Versprechungen ist auch die Strecke Bad Bentheim-Nordhorn-Neuenhaus nicht fertig. Sie wird erst im Laufe des kommenden Jahres mit Personenzügen wieder befahren. Aber die Bahnhöfe in Neuenhaus und der Fensterkletterbahnhof in Bad Bentheim sind renoviert.

Die Bahntickets umfassen ab heute ohne Mehrkosten die Nutzung der Busse. Diese Regelung gilt auch für Fahrten nach Hamburg und Bremen. Ausnahme: Die Landkreise Osnabrück und (allerletzter Platz in Niedersachsen!) Schaumburg. Dort gibt es bisher keine Anerkennung für das Niedersachsenticket  – genauso wie -man ahnt es- im Landkreis Emsland.

Aber sonst wird’s teurer. Verbraucherschützer kritisieren daher das Preissystem der Bahn. Denn  für Fahrten im Fernverkehr steigen die Preise um 0,9 Prozent. Fahrscheine zum vollen Preis, dem sogenannten Flexpreis, werden im Durchschnitt 1,9 Prozent teurer. Auch für Streckenzeitkarten sowie die Bahncard 100 müssen Reisende in Zukunft im Schnitt 2,9 Prozent mehr zahlen. Die Preiserhöhungen halten die Verbraucherzentralen angesichts „eklatanter Verspätungen“ im Fernverkehr für „nicht begründbar“.

Auch das Extra-Entgelt für den Kauf eines Tickets im DB-Zug wird übrigens kräftigst erhöht: von 12,50 Euro auf stolze 19 Euro. Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann nannte das „bedenklich für einige ländliche Regionen“, in denen es an Automaten nur Nahverkehrstickets gibt. Bucht also bitte über das Smartphone, wenn ihr denn eins habt…

 

Schwarzfahrer

10. Juni 2013

BahnhofLingenDie Technokraten sind los und haben wieder in ganzer Breite… Guckst Du:

Für die Regionalzüge zwischen Elbe und Ems gilt ab dem 9. Juni 2013 der neue Niedersachsentarif. Im Zug können dann keine Fahrkarten mehr nachgelöst werden. Wer ohne Ticket in einen niedersächsischen Regionalzug steigt, fährt ab sofort als Schwarzfahrer und zahlt bei einer Kontrolle 40 Euro. [Quelle und mehr]

Wer einmal nach dem Warten in einer Schlange vor einem dieser bisweilen störrischen Automaten versuchte, noch eine Fahrkarte zu lösen, während der Zug einfuhr, weiß, was ich meine. Kurzum: Wer kommt auf solch eine kunden- und bahnfeindliche Idee?

Verbraucherverbände kritisieren die Technokratenidee als „extrem fahrgastunfreundlichen Rückschritt“. Jürgen Klimpel vom Bahngastverband „Pro Bahn“ sagt mit Blick auf zerknitterte Geldscheine: „Ich kann doch kein Bügeleisen immer in der Tasche haben und die Noten vorher bügeln. Oder wir hatten doch neulich den Fall, dass die neuen Fünf-Euro-Noten gar nicht vom Automaten akzeptiert wurden. Also, man kann nicht bei diesen Ausnahmefällen sagen, jetzt bist Du Schwarzfahrer oder Du bist kriminell.“

Vor einiger Zeit durfte ich in Finnland mit der Eisenbahn fahren. Dort gibt es in jedem Zug einen markierten Bereich, in dem Reisende ohne Ticket Platz nehmen können, damit ihnen durch den Zugbegleiter eine Fahrkarte verkauft wird. Wer außerhalb dieses Bereichs ohne Fahrkarte angetroffen wird, fährt schwarz. Eine einfache, effektive Idee.  Hier werden wir stattdessen zu einem Volk von Schwarzfahrern, weil es eine neue, reichlich idiotische Niedersachsenregel gibt.

Ich sage dieser Neuigkeit mal eine Halbwertszeit von einem Monat voraus. Dann haben sich so viele Bahnfahrer empört, dass sie in der Versenkung verschwindet.

(Foto: Bahnsteig im Bahnhof Lingen © milanpaul)