Themenabend

25. Juli 2020

Zum Thema „Friedwald in Lingen?“ veranstaltet die unabhängige Lingener Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ (BN) am kommenden Montag (27.07.) einen Informationsabend mit Radtour.

Nach einer Themen-Einführung „Bestattungswald“ durch Florian Heinen (Friedhofskommission Lingen) um 18 Uhr am Neuen Friedhof geht es mit dem Rad zum „Biener Busch“. Bernward Rusche (NABU Emsland) zeigt bei einem Rundgang die Besonderheiten des traditionsreichen Naturschutzgebietes, das jüngst als „Friedwald“ ins Gespräch gebracht worden ist; die BN sieht das Projekt zwar aufgeschlossen, steht aber dem Standortvorschlag „Biener Busch“ skeptisch gegenüber. Auf dem Rückweg findet ein kleiner Ausklang in der Gastwirtschaft Thien in Altenlingen statt.

Wegen der Corona-Beschränkungen ist die Zahl der Teilnehmer/innen „strikt begrenzt“. Es sind noch rund ein Dutzend Plätze frei – „mehr leider nicht“. Wer mitfahren und sich informieren möchte, muss sich daher bis Montag 14 Uhr per E-Mail anmelden über die E-Mail-Adresse von BN-Ortsratsmitglied Andre Schoo (Altenlingen): schoo |ät| bn-lingen.de

Hinweis: In Niedersachsen sind aktuell Radtouren mit bis zu 30 Personen wieder erlaubt. Die Einhaltung von Mindestabstand und die Begrenzung auf 10 Personen bei Rast und Einkehr werden beachtet.

„Park Pansevitz“ [als Teil des Friedwalds auf Rügen] von M-H-R (CC BY 2.0)

(Crosspost BN-Lingen)

Vorgelegt hat jetzt der Heimatverein Lingen (Ems) eine kleine Broschüre mit seinem Programm für das zweite Halbjahr 2019. Es enthält Bemerkenswertes zur Lokalgeschichte unserer Stadt wie des Umlandes.

So geht am 28. August nachmittags eine Fahrt in das benachbarte Beesten, wo unter anderem im Ortskern das Töddenhaus Urschen (Foto lks) besichtigt wird, dessen vorbildliche Renovierung 2013 die verstorbene Lingener Architektin Petra Berning verantwortete.

In Lingen (Ems) wird am 11. September der Neue Friedhof vorgestellt; er entstand als Kriegsgefangenenfriedhof, als dort im Zweiten Weltkrieg fast 1000 Soldaten beigesetzt wurden. Reichlich euphemistisch heißt es dazu im Programmheft des Heimatvereins, die Soldaten seien „bei Flugzeugabstürzen, an Kriegsverletzungen und an Krankheiten“ gestorben. Tatsächlich hatten die russischen Kriegsgefangenen ein furchtbares Schicksal. und auch die verbliebenen  „Kriegsgräber“ auf dem Neuen Friedhof sind nicht immer nur ehrenvoll behandelt worden. Ich bin mir allerdings sicher, dass Benno Vocks dazu die richtigen klaren Worte finden wird; er führt nämlich über den größten Lingener Friedhof.

„Lingen im Nationalsozialismus“ war in diesem Frühjahr der Höhepunkt der von Museumsleiter Andreas Eiynck geprägten Reihe Mittwochs im Museum“. Er musste gleich mehrfach wiederholt werden; Hunderte Lingener nahmen teil. Am 22. Oktober widmet nun Lingens Stadtrchivar Mirko Crabus seinen Herbstvortrag demselben Thema: „Lingen im Nationalsozialismus“. Angekündigt ist ein „ebenso differenzierter wie facettenreicher Überblick“. Das verspricht -gerade im Vergleich mit Eiyncks Vortrag- einen spannenden Abend, auf dem sicher einmal mehr deutlich werden wird, welche gewalttätige Menschenverachtung, welchen Rassismus und welche Rechtlosigkeit die (Lingener) Nationalsozialisten in unserer Stadt praktizierten.

Am 26. November referiert Redakteur Manfred Fickers in derselben Reihe des Stadtarchivs über „Lingen und die französische Revolution 1789 bi 1802“. Beide Veranstaltungen finden im Professorenhaus statt.

Andreas Eiynck setzt im kommenden Halbjahr seine erfolgreiche Mittwochs-im-Museum-Reihe mit den 70er, 80er und 90er des vergangenen Jahrhunderts in Lingen fort, bevor Ulli Brinker -nach seinem Vortrag über Südafrika im vergangenen Jahr- jetzt am 19. Dezember mit einem Vietnam-Vortrag sowie dann am letzten Tag des Jahres die traditionelle Silvesterveranstaltung im Emslandmuseum mit einem fotografischen Rückblick „Lingen Abbruch und Neubau“ (Andreas Eiynck) und Kaffee, Glühwein und Neujahrshörnchen das Jahr 2019 zu Ende gehen lassen.

Die Vorträge des Stadtarchivs sind übrigens kostenfrei, bei den anderen Veranstaltungen wird ein Kostenbeitrag erhoben.


(Foto: Töddenhaus Urschen, Foto: © Stadt Freren)

Alten Neuen

16. Januar 2012

Dann lasst uns in Zeiten, in denen die Lokalzeitung erhitzt  ihre eigene Facebookseite zum Aufmachernach einem nachrichtenarmen Wochenende macht, nicht über die Pläne von Hermann Klaas am Ende der Burgstraße ein Altenheim für betreutes Wohnen und die Pläne des DRK mitten am Langschmidtsweg ein Heim für Demenzkranke zu bauen. Über beides wird noch ausgiebig zu reden sein. Bei den BürgerNahen haben wir heute Abend damit angefangen.  Lasst uns heute über die Neuen schreiben und die Alten, den Bindestrich und die Texter von Friedhofschildern. Guckst Du hier unten und antwortest auf Frage: „Was bitte ist mit die deutsch-Sprache?“ Und was ist mit diese Unfug-Kinder-Satz über die haftbaren Erziehungsberechtigten?

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16. April 2011

Heute fordert die Lingener CDU eine „Verbesserung am Neuen Friedhof„. Mit wohlgesetzten Worten. Ich lese:

„Jedes Jahr werden auf dem größten Friedhof in Lingen ungefähr 200 Bestattungen vorgenommen. Aktuell finden die Verabschiedungen in den alt gewordenen Räumen der alten Friedhofskapelle statt. Die Kapelle kann man nur als schmucklos empfinden, die Situation auf dem Friedhof entspricht nicht den Lingener Standards.“

Und ich freue mich. Die CDU hat zwar das dringend notwendige Krematorium aus unerfindlichen Gründen nach Nordhorn vertrieben, nachdem sich der zur Belohnung zum Ratsvorsitzenden ernannte CDU-Ortsbürgermeister von Darme an die Spitze einer abenteuerlichen Stammtischargumentation gesetzt hatte. Aber jetzt hat die Wendehals-Ratsmehrheit sehr schnell, ja nahezu sofort meine Forderung aufgegriffen, dass es nicht nur Geld für Friedhofsrenovierungen auf den katholischen * Friedhöfen in den Ortsteilen -z.B. in Darme (Foto) und Biene – geben dürfe. Notwendig sei, so mein Appell, eine Bestattung in Würde auf allen Friedhöfen in der Stadt. Auch auf dem Neuen Friedhof, wo die Friedhofskapelle dringend erneuert werden müsse und bei schlechter Witterung keine würdige Bestattung mehr möglich sei. Eher kryptisch (und deutlich verkürzt) niedergeschrieben, aber aus dem Zusammenhang heraus gut nachvollziehbar habe ich gerade noch einmal meinen Beitrag im Protokoll des Planungs- und Bauausschusses (TOP 8 ) nachlesen können, und es ist schön, dass die Verwaltung das Protokoll schon fertig gestellt hat:

„Herr Koop hielt es für sehr wichtig, eine würdevolle Bestattung im gesamten Stadtgebiet sicher zu stellen.
Auf Frage von Herrn Koop erläuterte Herr Krämer, dass die Positionierung der Außentür mit den örtlichen und liturgischen Gepflogenheiten abgestimmt sei. Zu Maßnahmen am Neuen Friedhof erfolge eine Anmerkung im Protokoll.
Anmerkung der Verwaltung:
Für die Friedhofskapelle auf dem Neuen Friedhof ist eine Bauherrenschaft der Friedhofskommission
vorgesehen.

Und heute dann dazu das Ja der CDU. Und einen Antrag an den OB, zeitnah etwas zu tun. Fast direkt nach meinem Vorstoß, nur gut 500 Bestattungen und 1058 Tage nach dem 21.05.2008, als ich meine Forderung formulierte.

(…aber immer noch rechtzeitig vor der Kommunalwahl 2011). Ihr seid schon, liebe christdemokratischen Ratsmitglieder, tolle Hechte!

(Neue Darmer Friedhofskapelle, Foto von dendrosaspis2008)