Die Stadt Lingen (Ems) erinnert heute am 24. August 2019 an den siebenfachen Mord luxemburgischer Geiseln vor 75 Jahren in Schepsorf mit einer Gedenkfeier um 11 Uhr am Gedenkstein in der Kiefernstraß/Ecke Grillenweg. 

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Im von Deutschland besetzten Luxemburg werden die Einwohner zur Wehrmacht eingezogen. Unter den zahlreichen untergetauchten Deserteuren befinden sich auch zwei Männer, die am 20. Juli 1944 unverhofft auf den stets bewaffneten Ortsgruppenleiter der Volksdeutschen Bewegung in Junglinster treffen, der bereits Razzien gegen versteckte Luxemburger durchführen ließ. Sie erschießen ihn. In Reaktion darauf befiehlt der Reichsführer der SS Heinrich Himmler, 10 luxemburgische, wegen Fahnenflucht verurteilte Zuchthausinsassen als Geiseln hinzurichten. Drei junge Geiseln werden am 23. August in Siegburg hingerichtet.

Sieben weitere wählt die Leitung des Lagers Börgermoor unter ihren Gefangenen aus und überführt sie in das Lingener Justizgefängnis an der Kaiserstraße. Alle sind im Frühjahr 1944 bei Razzien in Frankreich als Fahnenflüchtige verhaftet worden. Auch sie sollen zunächst am 23. August hingerichtet werden, doch auch hier weigert sich die Wehrmacht in Lingen zunächst, ein Exekutionskommando zu stellen. Deshalb erfolgt die Hinrichtung erst am nächsten Tag – dem 24. August 1944. Die ersten vier Geiseln werden um 18:10 Uhr, die weiteren drei um 18:20 erschossen.

47 Jahre später, am 14. August 1991, lädt erstmals die Stadt Lingen (Ems) am Rande des Geländes des ehemaligen Wehrmachtsschießstandes ein, um der Ermordeten zu gedenken. In Anwesenheit einer belgischen und einer luxemburgischen Delegation wird ein Gedenkstein enthüllt, der die Namen der Hingerichteten nennt.

Die Ermordung der sieben luxemburgischen Geiseln  jährt sich heute  zum 75. Mal. Wi trauern um

– Jean Charles BACKES, geboren am 10. Juni 1924 in Luxemburg/Stadt,
– Grégoire BINTNER, geboren am 14. Juni 1920 in Luxemburg/Stadt,
– Nicolas DAHM, geboren am 12. Juni 1922 in Selscheid/Eschweiler,
– Jean René DEITZ, geboren am 5. Juni 1920 in Esch/Alzette,
– Paul FELLER, geboren am 25. Sep- tember 1920 in Rodange,
– Marcel GRETHEN, geboren am 19. April 1924 in Steinfort,
– Théo WAGENER, geboren am 12. Januar 1920 in Luxemburg/ Merl.


(Quelle;  Blld: Gedenkstein in Lingen-Schepsdorf – Ausschnitt)

Guten Morgen!

6. Dezember 2016

Correc!v, die Rechercheplattform in NRW begrüßt uns an diesem kalten Nikolausmorgen mit klaren und klugen Worten von Bastian Schlange, die meine Seelenlage gut treffen. Ich lese:

„Schwere Kost zu so früher Stunde: die getötete Studentin aus Freiburg, der vermeintliche Täter ein 17-jähriger Flüchtling und eine Debatte, die sich durch Deutschland frisst. Die Tagesschau wird als Propaganda-Instrument des Kanzleramtes verschrien, weil die 19-Jährige nur eine von zehntausend deutschen Opfern war, die die Mainstream-Medien konsequent verschweigen. Lücken- und Lügenpresse-Rufe lösen einander ab. Die AfD instrumentalisiert den Vorfall nicht nur, um an den Pfeilern unseres Dualen Rundfunksystems zu sägen, sondern gleich noch die Zuordnung von DNA-Proben und Ethnie zu fordern. Und GdP-Chef Wendt krakeelt: „Dieses und viele andere Opfer würde es nicht geben, wäre unser Land auf die Gefahren vorbereitet gewesen, die mit massenhafter Zuwanderung verbunden sind.“

Kurz innehalten. Und durchatmen. Hier ist eine junge Frau vergewaltigt und ermordet worden. Das ist schrecklich. Punkt. Und dennoch war es ein Mord von vielen. Nichts rechtfertigt, ihren Tod für die eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Das Arschloch-Gen bewegt sich jenseits der Rassenlehre. Nicht alles was interessiert, muss auch für jeden relevant sein. Denn: Wer Gleichschaltung anprangert, sollte sie nicht fordern. Unsere Gesellschaft funktioniert nur durch Vielfalt. In allen Bereichen. Wenn der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft argumentiert wie jeder zweite Rechtspopulist im Twitter-Kosmos, dann sehe ich die Gefahren weniger in den Reihen der Flüchtlinge oder unserer Medienvertreter.

So. Ich bin wach. Ich hoffe, Du auch. Es soll doch trotz allem ein schöner Tag werden. Schließlich ist der 6. Dezember. Ich hoffe, Du kommst gut rein. Unsere Themen:…“