Verschlimmbesserung

14. November 2011

Der von den Architekten Droste, Droste-Urban ersonnene Lingener Busbahnhof „VGE-ZOB“ passt sich in seiner Disfunktionalität nahtlos dem missglückten „Mittelbahnsteig“ des angrenzenden Bahnhofs an. Blogleser S. schickt mir dazu das aktuelle Foto und schreibt: „Verschlimmbesserung! Ein neues Wartehäuschen der Stadt Lingen – erbaut , weil die Busdächer nicht vor Regen schützen. Man beachte den gegen Westen hoch öffnenden Zugang dieses Stadtobjektes. Schade, dass es keine Amtshaftung gibt.“

Für Fans der politischen Mehrheit habe ich auch noch echt Schönes vom Busbahnhof, weil man ja „nicht immer nur das Negative…“. Wir verstehen uns? Guckst Du hier.

Orientierung

18. März 2011

Weiterhin fehlen notwendige Dinge auf dem umgebauten Lingener Bahnhof. Sie erinnern sich  an diesen Beitrag vor knapp einem Monat:

Es fehlt ein Fahrkartenautomat auf „Gleis 2″, es fehlen (mindestens) Hinweisschilder (wo-eigentlich-gehts-in-die-Innenstadt.lin), es fehlen Gepäckfächer, es fehlen Kurzhalteparkplätze und Zugzielanzeiger und der Aufzug ist eine ziemliche Katastrophe.  Aber es wird nicht das „Sich-gegenseitig-auf-die-Schultern-Klopfen“ derjenigen fehlen, die das Chaos um den Mittelbahnsteig durch ihre Fehler erst geschaffen haben.

Doch in der vergangenen Woche wurden nun die erwähnten, bislang fehlenden Hinweisschilder an der Treppe zu Gleis 2 montiert. Freude kommt allerdings nicht auf, statt dessen die Frage: Welcher Vollpfosten hat die gestaltet und getextet? Denn:

  • Die Fachhochschule heißt seit dem letzten Jahr Hochschule und
  • sie wird wohl erst in knapp zwei Jahren „rechter Hand“ in den Hallen I/II zu finden sein. Bislang gibt es nur wenige HS-Räume in der „Kunst-Halle IV“.
  • Hätte man trotzdem Hochschule nicht schreiben wollen, dann wäre Fachhochschule vollständig zu lesen gewesen, hätte man es ganz unten notiert.
  • Auch von dieser, stadtweit als „Kunst-/Halle IV“ ausgeschilderten Einrichtung haben die Schildaexperten nichts gehört
  • und die JVA Lingen (vielleicht als zu wenig repräsentativ ?) gleich weggelassen.
  • Zweckmäßig ist das Wort Innenstadt; denn der Begriff Zentrum würde auch von Nichtdeutschen gut verstanden werden…
  • Übrigens wusste ich noch gar nicht, dass „rechts von Gleis 2“ keine Innenstadt mehr ist.
  • Und schließlich will ich auch die gewöhnungsbedürftige Aufteilung des Schildes mitsamt seinen Richtungspfeilen als besonders sportlich hervorheben. Es ist etwas für Tennisgucker. Links rechts, rechts links.
  • Übrigens: Ein Pfeil nach links und ein Pfeil nach rechts hätte Raum für weitere zwei Ziele geschaffen.

Ich errechne 9 Kritikpunkte. Ein bisschen Nachdenken und etwas mehr Orientierung wäre doch gar nicht schlecht. Oder?

(Foto: © robertsblog CC)

19. Dezember

21. Februar 2011

Sie kennen diese US-Serie Time tunnel? Nein? Doch, kennen Sie. Zeitreisen machen! Heute sind Sie mittendrin statt nur dabei: Heute ist der 19. Dezember 2010. Lingens Mittelbahnsteig ist fast fertig gestellt. Sie erinnern sich, dass er am 20.12. fertig sein sollte, wie ein gewöhnlich viel redender Vertreter der Stadtverwaltung  ankündigte und ankündigte. Es fehlt heute am Bahnsteig aber nur noch ein bisschen, also ist heute nicht der 21.02.2011, sondern folgerichtig und beweisbar der 19.12.2010.

Der Bahnhof ist damit aber längst noch nicht in einem benutzerfreundlichen Zustand. Es fehlt ein Fahrkartenautomat auf „Gleis 2“, es fehlen (mindestens) Hinweisschilder (wo-eigentlich-gehts-in-die-Innenstadt.lin), es fehlen Gepäckfächer, es fehlen Kurzhalteparkplätze und Zugzielanzeiger und der Aufzug ist eine ziemliche Katastrophe.  Aber es wird nicht das „Sich-gegenseitig-auf-die-Schultern-Klopfen“ derjenigen fehlen, die das Chaos um den Mittelbahnsteig durch ihre Fehler erst geschaffen haben.

Dann wollen wir uns schnell der zweiten großen Baustelle des Lingener Öh-Peh-Enn-Vau zuwenden. Dem Busverkehr, dessen Organisation in der Hand der seltsamen VGE-Süd liegt. Sie lehnt es ab, das Semesterticket der FH- und Uni-Studenten auch hier gelten zu lassen, weil ihr der AStA für die Nutzung des rudimentären Lingener Busangebots aus den Studentenbeiträgen zu wenig Geld angeboten hat. (Eigentlich sollte die VGE-Süd froh sein, dass außer den Schülern überhaupt jemand mitfahrt!). Der Lingener Busverkehr ist, wie ich auf der studentischen Webseite „Wo-ist-eigentlich-Lingen.de“ lese, das „Ärgernis des Monats“ – wahrscheinlich nicht nur des Februar 2011. Lennart Ness schreibt dort:

„Sinn und Zweck des Semestertickets ist es, die Mobilität der Studierenden am Hochschulstandort zu verbessern. Das bedeutet nicht, dass es dafür da ist, am Wochenende seine Eltern besuchen zu können (auch wenn dies dennoch für viele Studenten mit dem Semesterticket möglich ist), sondern für eine Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in der Umgebung des Hochschulstandortes“, heißt es auf der Internetseite des ASta der Ex-FH Os, die jetzt Hochschule Osnabrück heißt. Dass auch unser Standort Lingen zur Hochschule gehört, kann dabei nicht wirklich bedacht worden sein, schaut man auf die Bussituation hier…. hier gehts weiter)

Ende Oktober letzten Jahres hatten sich  in der Einwohnerfragestunde der Lingener Ratssitzung drei Dutzend Studenten darüber beschwert, dass ihr Semesterticket nicht die freie Nutzung der Busse in Lingen umfasst. Sie wiesen auch auf die unzureichende Busverbindung vom neuen Studentenwohnheims an der B 213 in Brögbern zur Innenstadt hin. Nun kann sicherlich die öffentliche Hand nicht dafür in die Haftung genommen werden, dass Studenten nicht im Stadtkern eine Bude mieten sondern in einem Vorort. Aber es wurde Hilfe versprochen. Doch viel ist seither nicht passiert. Besagte Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd bietet zwar inzwischen „Monatskarten für Studierende zu ermäßigten Schülerpreisen“ an. Zudem sollen die Anbindungen des Studentenwohnheims in Brögbern an den Zentralen Omnibusbahnhof am Bahnhof weiter ausgebaut werden. OB Dieter Krone  hat gleichzeitig den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Hochschule Osnabrück aufgefordert, sich „zukünftig für eine Einbindung des Lingener Stadtgebiets an das Semesterticket“ einzusetzen -also an VGE-Süd mehr zu zahlen (guckst du hier).

Nun ja, auch Lennart Nisse beklagt sich in seinem lesenswerten Artikel, dass das neue Studentenwohnheim in Brögbern so weit entfernt und so wenig busangebunden ist. Doch muss man sich nicht erst einmal dafür einsetzen, dass es überhaupt einen nutzbaren und guten Busverkehr in Lingen gibt? Der letzte Bus (nicht nur) nach Brögbern fährt von Montag bis Freitag um halb Sieben abends am Bahnhof ab. Samstags um halb Eins und am Sonntag gar nicht. Nach halb Sieben bleibt die Nutzung des AST -auch eine Wissenschaft für sich und sonntags nur bis 18 Uhr. Es gibt kein GPS-System mit aktuellen Busanzeigern, viele Busse sind nicht für den Stadtverkehr konzipiert. Wollen die VGE-Süd-Gesellschafter etwa nur die öffentliche Finanzförderung des Schülerverkehrs abgreifen?

Keine Frage: Das Angebot ist unzureichend und kundenunfreundlich  wie der erwähnte Mittelbahnsteig. Mir scheint auch, der schmalbrüstige Lingener Bus-öPNV  ist eine zwangsläufige Folge des in die breite Fläche gehenden (Zer-)Siedlungskonzepts der Lingener Stadtplaner. Das bedeutet für den ÖPNV: Entweder (zu) lange Fußmärsche bis zur Haltestelle oder zu viele Haltestellen, die niemand nutz,  die aber lange Umwege für den Linienbus notwendig machen.

Es geht so nicht weiter und schon wegen der Folgen des demografischen Wandels ist ein moderner 7-Tage-Busverkehr notwendig. Sonst heißt es bald tatsächlich in den Ortsteilen: kein Arzt, kein Laden, kein Bus. Welche Konsequenzen müssen wir Lingener folglich ziehen? Keine, wenn  es nach den CDU-dominierten Ortsräten geht, die das Thema nicht interessiert.

Ich frage, ob das Stadtbus-Konzept aus Vechta eine Lösung ist? Ich beobachte es schon geraume Zeit und es überzeugt zunehmend -zumal in der schwarzen Stadt mit dem roten Bürgermeister Uwe Bartels ab dem Wintersemester 2011 mit dem Semesterticket der Universität – vormals Hochschule – Vechta  rund 4.000 neue Nutzer hinzu kommen sollen und dadurch das öPNV-Angebot weiter etablieren. Zunächst (2007) nutzten es täglich 100 Vechteraner, inzwischen täglich 4 bis 5 mal so viel, darunter nicht wenige Rollator-Fahrer. Meinen Sie nicht auch: Senioren und Studenten – das passt besonders gut?

 

(*Quelle: wikipedia; Foto: © Vechtablogger)

Abgeschlossen

21. Dezember 2010

Ja, da haben wir doch alle (oder jedenfalls manche) dies gelesen:

Lingens Erster Stadtrat Dr. Ralf Büring ist zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr der Mittelbahnsteig am Bahnhof auf einer Länge von etwa 106 Metern um zwei Meter verbreitert wird. (25.09.2010)   (schon vorher mehr… 09.09.2010)

und

Die Arbeiten für den Ausbau des Mittelbahnsteiges im Lingener Bahnhof werden am 6. Dezember beginnen und sollen am 20. Dezember abgeschlossen sein. Das teilte Stadtbaurat Georg L…Mitgliedern der Lingener Schüler-Union (SU) mit. (12.11.2010)

und

Auf die Frage, wann denn mit der Fertigstellung zu rechnen sei, antwortete der Stadtbaurat, dass zurzeit der Regenwasserkanal eingebaut werde: „Sollte das Wetter mitspielen, hoffen wir, dass noch vor Weihnachten die Arbeiten am Mittelbahnsteig abgeschlossen sind – so hat es die Bahn jedenfalls versprochen.“ (09.12.2010)

denn wie jubelt der wissende LT-Kommentator:

Der Bahnsteig am Lingener Bahnhof wird verbreitert. Damit ist dieses leidige Thema endlich abgeschlossen. Neben Rat und Verwaltung kann sich insbesondere die Lingener Schüler-Union diesen Erfolg auf ihre Fahne schreiben – eine tolle Sache. (09.12.2010)

Jaja – endlich abgeschlossen. Ich glaube, irgendwann im letzten Spätsommer habe ich mit unserem Ersten Stadtrat Ralf Büring gewettet, dass sie nicht fertig wird, die Nachrüstung des von Stadtbaurat L. sehenden Auges zugelassene Murks-Mittelbahnsteigs, der jedem Dorf zur Ehre gereicht.  Gestern war der 20. Dezember, da sollte -so L.- der Umbau fertig sein. Nun, ich war nachmittags auf dem Mittelbahnsteig, um seiner vollmundig vom Oldenburger L. angekündigten, neuerlichen Fertigstellung beizuwohnen. Die fand aber nicht statt. Is ja klar, lag nicht an der jahrelangen Mistplanung sondern am Mistwetter: „Schneechaos“ (- früher hieß das bekanntlich bloß Winter). Aber immerhin taten die rotweißen Flatterbänder am Bahnsteig das, was sie tun sollten: Sie flatterten im Winde. Guckst du auf Foto: Da wo Lampe leuchtet, flattert unten Rotweiß-Band.

Und jetzt erwarte ich – bitte sofort!- die Wetterkommentare von JU und SU, also dass es am Wetter liege, von dem alle reden, bloß die Bahn nicht ( hier mehr…)und nicht an einem verkorkst-schlechten Gesamtplan, den diejenigen  zu verantworten haben, die sich jetzt feiern und belobigen lassen. Und sie lassen sich feiern für eine typische Emslandlösung: Es wird nicht etwa der ganze Bahnsteig ausgebaut sondern es werden nur 102m dran geflickt. Längere („IC“-)Züge halten weiterhin zu einem Großteil am Dorfbahnsteig. Wahrlich ein großartiger Erfolg von Rat und Verwaltung und Schülerunion.

(Foto re: CC-BY-NC Roberts Blog, kleines Foto lks: Werbeplakat Deutsche Bundesbahn 1966 © DB )

Bahn

18. Oktober 2010

Endlich mal was Nettes von unserer Bahn. Nix mit S21 und auch nichts mit unserem schlanken Mittelbahnsteig, der keiner ist und jetzt auf städtische Kosten…. aber lassen wir das einmal beiseite. Denn ab nächsten Montag präsentiert die Bahn eine neue Discount-Aktions-Fahrkarte: das Chefticket.

Erhältlich ist das Chefticket für 25 Euro pro Strecke in der 2. Klasse nur über die speziell eingerichtete Facebook-Seite facebook.com/chefticket. Buchbar ist es -ausschließlich über die facebook-Seite- zwischen dem 25. Oktober und 7. November, der Reisezeitraum muss zwischen dem 1. November und 15. Dezember liegen. Reisen, die zwischen dem 12. und 15. Dezember liegen, sind erst ab dem 2. November buchbar.

Pro Strecke ist die Gültigkeit des Tickets auf 1 Tag begrenzt, man darf aber bis zum nächsten Morgen um 10 Uhr unterwegs sein und alle bekannten Züge der Deutschen Bahn nutzen vom ICE-Züge bis zu S- und Regional-Bahnen. Allerdings besteht Zugbindung. Man muss sich auf jeder Strecke auf einen bestimmten Zug festlegen. Umtausch und weitere Ermäßigungen sind beim Chefticket nicht möglich. Und was das Ticket sonst noch für Folgen haben kann, guckst Du hier:

Säulen

13. Oktober 2010

Über die Gestaltung des Kreisverkehrs Lindenstraße/Kurt-Schumacher-Brücke habe ich hier schon ein paar Mal einige Bemerkungen  geschrieben. Ich halte ihn für reichlich vermurkst. Ein Tiefbauarchitekt, der mal in Kunst machen wollte, aber nicht konnte. Gut gemeint ist immer noch nicht gut gemacht. Vor allem nämlich sind die Wasserröhren nicht gebrauchstauglich.

Denn gleich alle drei Säulen oder Röhren des Kreisverkehrs sind in der vorletzten Nacht einmal mehr  zerstört worden. Das vierte Mal inzwischen. Offenbar geht dies binnen weniger Minuten. Der angerichtete Schaden beträgt inzwischen mehr als 25.000 Euro. Es zahlt der Steuerzahler. Ich halte längst die Zeit für gekommen, um über eine andere, vandalensichere Säulenlösung nachzudenken. Die diskutierte Alternative „Kameraüberwachung“ ist rechtlich zweifelhaft; tatsächlich bringt sie nichts in Zeiten, in denen es tatsächlich zulässig ist, seinen Kopf mittels eines Motorradhelms, einer Skimaske oder eines Schals zu verhüllen. Also: Kein Wasser in die Säulen. Baut sie massiv und beleuchtet sie. Oder fällt jemandem etwas Besseres ein?

Bevor übrigens jetzt wieder ein überkritischer Zeitgenosse über die Bahnunterführung am Theo-Lingen-Platz einen empörten  „Istdochauchsodoof“-Kommentar postet: Nein, die Unterführung ist gut gestaltet. Aber auch sie ist leider wenig gebrauchstauglich und vandalenresistent. Doch bietet es sich hier an, den Dauerbewacher auch für die abend- bzw. nächtliche Betreuung des Mittelbahnsteigs einzusetzen und zur Reinigung von Bahnsteig und Umfeld.  Oder fällt jedenfalls hier jemandem  etwas Besseres ein?

 

(Foto: © dendroaspis2008, cc flickr)

Mittelbahnsteig 6

17. September 2010

Mit kraftvollen Schritten wird der Lingener Mittelbahnsteig weiter ausgebaut. Guckst du hier:

Es fehlen weiterhin: ein sicher funktionierender Aufzug, Zugzielanzeiger, Wegweiser, Fahrkartenautomat, 300m benutzbarer Bahnsteig. Eben alles, was ein Bahnsteig außer einem Zug und Lautsprecher sonst noch braucht. Und Schließfächer, die gibt es am Lingener Bahnhof nirgendwo. wie schrieb mir unlängst ein Besucher, der vergeblich einen Platz für sein Gepäck suchte: „Das habe ich noch nirgendwo erlebt.“

Sünden

27. Juli 2010

Dankenswerterweise befasst sich die SPD mit den kommunalen Bausünden, die – für jedermann sichtbar- an Schwere und Zahl zunehmen. Die regionale Ems-Vechte-Welle hat das Thema heute aufgegriffen und dabei auch dem Oldenburger L., der in Lingen (Stadtwappen lks.)  als Stadtbaurat tätig ist, Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.
Hören Sie selbst!

Mein Fazit, nachdem ich L. zugehört habe, lautet:

  • Wir erkennen in den Äußerungen des Herrn L. zunächst eine völlige Unfähigkeit zur kritischen Überprüfung eigener Positionen.
  • Daneben sagt er nicht die Wahrheit, wenn er  –unzulässigerweise– den Denkmalschutz den rein wirtschaftlichen Erfordernissen der Fußgängerzone unterordnet und die Zerstörung des Baudenkmals „Hotel zur Post“ als notwendig darstellt. Vor allem aber  verschweigt Herr L., dass es einen schriftlichen Vertrag zwischen der Stadt und Investor Berning gibt, das Baudenkmal „Hotel zur Post“ (und nicht nur zwei Außenwände) zu erhalten; die Stadt hatte B. dafür im Gegenzug die vollständige Bebauung des Grundstücks ermöglicht. Es ist unverfroren, wie der Herr L., und Investor, Herr B., diesen Vertrag missachten, Jetzt bleibt vom Denkmal „Hotel zur Post“ nicht mehr als eine Teilhülle. Dass dies möglich ist, haben der Oldenburger L. und die ihm dumpf folgende CDU-Ratsmehrheit ermöglicht und zu verantworten; dass zur Straße Am Pulverturm dann noch die städtebauliche Billiglösung, ein Kastensupermarkt entsteht, setzt dem Ganzen die Krone auf.
  • Auch beim Neubau Medicus-Wesken-Ärztehaus zeigt der Oldenburger L. seine unselbständige, geradezu devote Einstellung zu allem, was der Investor will. All‘ das wird nämlich gemacht und genehmigt. Auf die Tiefgarage wurde verzichtet, weil die Fertigstellung des Bauvorhabens – das 100 und mehr Jahre stehen wird- sich um beeindruckende 8 Wochen verzögert hätte. Auf die Bäume und den Grünstreifen am Konrad-Adenauer-Ring wird verzichtet wegen des Parkhauses, das man sich mit der Tiefgarage gespart hätte. Das Parkhaus selbst ist nur für Kleinwagen vernünftig zu befahren. Die historische städtebauliche Wallstruktur ist an einem sensiblen Punkt ruiniert
  • Zum „Mittelbahnsteig“ habe ich hier bereits alles gesagt. Das Management des unlauteren Herrn L., der alles wusste, bevor der erste Spatenstich erfolgte,  ist lächerlich.

Über den Neubau Huesmann und sein ganz offensichtlich zu geringer Sicherheitsabstand zum Altenwohnheim an der Mühlentorstraße berichtet der evw-Beitrag nicht. Darüber wird es in absehbarer Zeit noch mehr zu schreiben geben. Ganz klar: Wenn es hier brennt, dann Gnade Gott den Senioren auf der anderen Straßenseite.

Also: Wann ist endlich Schluss mit dem wenig wahrhaften Herrn L. aus O., der keinem Gemeinwohl sondern nur servil  Investoren zu Dienste ist. Gewählt ist L.  bis 2013. Aber drei weitere Jahre will er unserer Stadt doch wohl nicht antun!

Dienstunfähig II

22. Juli 2010

Seine Kur oder sein Urlaub in Ägypten sind offenbar vorüber. Unser Oldenburger Stadtbaurat L. ist wieder da und hat der Ems-Vechte-Welle Bahnbrechendes mitgeteilt: Bahnsteig 2 im Lingener Bahnhof kann verbreitert werden.  Bautechnisch und rechtlich sei dies „jetzt im Betriebssystem der Bahn möglich“, sagte L. am ems-vechte-welle-Mikrophon:

„Jetzt geht es um die Kosten. Die Stadt hat ja durch ihren ehemaligen Oberbürgermeister, Herrn Pott, grundsätzlich ihre Bereitschaft geäußert, sich an den Kosten zu beteiligen. Meines Wissens trägt die Politik auch dieses Ansinnen. Und ich denke, dass wir jetzt in den nächsten Wochen – das ist jetzt eine Sache von hoffentlich vier, fünf Wochen – dass wir da mit der Bahn auch eine Einigung über diese Kostenteilung, davon gehe ich mal aus, hinbekommen.“

Wie teuer die Verbreiterung wird und wann die Bauarbeiten starten, ist noch unklar, meldet die Ems-Vechte-Welle. Und ergänzt: Bahnsteig 2 soll auf Regionalzuglänge auf etwa 4 Meter 50 verbreitert werden.

Ich übersetz das mal für Sie (jedenfalls verstehe ich die Mitteilung des Oldenburgers G. so):

Ich, Stadtbaurat L. aus Oldenburg, bin wieder aus dem Urlaub da. Der Sachstand „Mittelbahnsteig“ ist unverändert. Allerdings soll nicht der ganze Bahnsteig verbreitert werden, sondern nur ein bisschen -nämlich „auf Regionalzuglänge“. Naja, der InterCity nach Emden soll ja sowieso gestrichen werden. Ich weiß auch noch nicht, wie teuer diese schmale  Verbreiterung des Bahnsteigs für die Stadt wird; aber das kriegen wir schon irgendwie raus und auch irgendwie hin und vor allem bestimmt auch irgendwann. Mit Sicherheit aber nicht mehr in diesem August.

Schade, dass die emsvechtewelle nicht nachgehakt hat. Vielleicht macht das ja Julius Frilling.

(Foto: Regionalexpress im Lingener Bashnhof, © dendroaspis2008, flickr.com)

Central-Kino

16. Mai 2010

Heute feiert Lingen ein Jubiläum. Nein, nicht deshalb zeigt das historische Rathaus den „Fahnenschmuck“ eines lokalen Autohändlers; den hat man nur gestern vergessen. Auf der anderen Seite des Marktes, in der Marienstraße wird ab 19.30 Uhr mit Sekt im Central-Kino gefeiert: Ein Jahr „Tatort“. Dort nämlich werden seit dem 15. Mai 2009 alle Tatort-Produktionen zeitgleich zur Erstausstrahlung in der ARD gezeigt. Der Tatort-Sonntag „im Central“ („Eintritt frei!“) mit seiner ganz besonderen Krimi-Kino-Atmosphäre ist längst mehr als ein Geheimtipp.

Diesmal gibt es übrigens -sozusagen aus der Nachbarschaft- einen Münsteraner Tatort: Der Fluch der Mumie (©WDR). Der Inhalt: Ausgerechnet Herbert Thiel (Claus D. Clausnitzer), Vater von Kommissar Thiel entdeckt beim Entrümpeln einer alten Villa zufällig eine offensichtlich schon Jahrtausende alte Mumie. Den Auftrag zu der Aufräumaktion hatte Vater Thiel von Judith Schorlemer (Mariam Agischewa), der Enkeltochter eines berühmten Archäologen, bekommen. Stammt die Mumie von einer der Forschungsreisen ihres Großvaters in den Nahen Osten?

Prof. Dr. Wilfried Kastner (Justus von Dohnányi), Leiter des Archäologischen Instituts der Universität in Münster, ist begeistert. Aufgrund der Inschrift auf dem Schrein vermutet er, dass die Mumie ursprünglich aus dem alten Persien stammt, was einer archäologischen Sensation gleichkommt. Doch Prof. Karl-Friedrich Boerne (Jan-Josef Liefers), als Rechtsmediziner nicht nur an dem Todeszeitpunkt interessiert, sondern auch der Todesursache auf der Spur, bezweifelt, dass Prof. Kastner recht hat.

Derweil hat Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) mit einer „frischen“ Leiche zu tun. Der Vollzugsbeamte Mathias Reinhard wurde tot im Keller seiner Wohnung aufgefunden. Bei den Häftlingen war er bekannt als besonders „harter Hund“. Hat hier ein ehemaliger Insasse der JVA Münster Rache geübt? Einer der Verdächtigen ist Andreas Lechner (Tobias Schenke), der gerade aus der Haft entlassen wurde.  (mehr…) Am Ende, das muss verraten werden, fährt jemand mit dem Zug von Münster nach Aurich, bekanntlich erreichbar  nur mit dem Bus, nachdem man zuvor per Zug entweder Leer, Emden oder Norden erreicht hat. Natürlich über Lingen und unseren Spitzenbahnsteig 2, von wo es nur 170m Luftlinie zum Central-Kino ist. Natürlich kann das kein Zufall sein. Aber diese Gedanken-Pirouette war jetzt vielleicht doch etwas zu viel – oder… 😉

Fazit: Unser Lingener Central-Kino hat sich längst zu einem kleinen Kulturjuwel entwickelt. Ich bin erleichtert, dass dort nicht die Spielhalle entstanden ist, die vor einigen Jahren genehmigt wurde. Ralf Dittmer und natürlich den Initiatoren um Tobias Mielke sei Dank!