Auf Deutschland!

9. Februar 2012

Ich freu mich. Meine-Güte-taz-Blogger Falk Madeja ist dafür verantwortlich, — also eigentlich nicht er, sondern Geert Wilders, ein besonderes Polit-Exemplar unserer Nachbarn im Westen, über die Madeja nahezu täglich bloggt. Hollands Rechtsaußenpopulist Wilders -berichtet Madeja-  „ist sauer. Angefressen. Erbost! Auf ein ganzes Land. Auf Deutschland! Geert Wilders will jetzt, dass dem deutschen Botschafter “die Ohren gewaschen” werden. Grund: in einer Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung – die vom Justizministerium in Berlin unterstützt wurde – wird Geert Wilders als Teil der rechtsextremen Szene genannt. Jetzt will Wilders, dass NL-Außenminister Uri Rosenthal dem deutschen Botschafter in Den Haag Heinz-Peter Behr „die Ohren wäscht“.

Irgendwie hat er es mit Deutschland. Als Jugendlicher hat er in einer deutschen Gurkenfabrik gearbeitet, der Bundeskanzlerin Angela Merkel hat er ihre “Nicht-”Rechte erklärt und in der Eifel, in Monschau,  hat er in einem Hotel für Wirbel gesorgt.“ Doch haben immer alle anderen Schuld. Sagt Wilders.

Sie kennen die Amadeu Antonio Stiftung nicht? Dann klicken Sie bitte hier. Es lohnt. Freuen Sie sich auch, wie Geert Wilders sich darüber aufregt.

(Quelle: Meine Güte)

Post

22. Dezember 2011

Unlängst konnten wir über den Protest der Gemeinde Emsbüren lesen, wo die Deutsche Post Briefe nur noch zustellt, wenn sie dazu ausreichend Lust und Personal hat. Ich habe mich da gefragt, wo so etwas neben Emsbüren sonst noch passiert. Jetzt lese ich im „Meine Güte-Blog“  von Falk Madeja, dass die Niederländer schon ein reales Stück weiter sind.

Denn „…. zwischen 2005 und 2010 ist die Zahl der Briefe in den Niederlanden um von 5,6 Milliarden auf 4,8 Milliarden gesunken – und das hat Folgen. Die Firma PostNL, früher einmal TNT, ist in großen Nöten. Nun hat PostNL im Wirtschaftsministerium anfgefragt, montags keine Briefe mehr austragen zu müssen.

Die Alternative: es müssten etliche der 19.000 Briefkästen geschlossen werden, oder etliche der 2000 Postfilialen. Einerseits klingt das dramatisch, andererseits: Laut PostNl wird eh nur ein Prozent der Post am Montag in die Briefkästen geworfen, das Wirtschaftsministerium sagt zwei Prozent, schreibt De Volkskrant. So sollen es dann auch 85 Prozent aller Niederländer nicht so schlimm finden, wenn am Montag keine Post mehr kommt. Diese Woche am Mittwoch will das Parlament darüber diskutieren.

Am Montag dann eine echte Hiobsbotschaft für PostNL So soll

weiter im Meine Güte Blog lesen

Ruud

17. Mai 2010

Diese Niederländer! Sie leisten momentan regelrecht Unterschriften-Überstunden für Frauen-Diskriminierung und für Männer-Diskriminierung und jetzt für den HSV-Stürmer Ruud van Nistelrooy. Bislang 18.827* Niederländer (und Fußballfans) finden, dass Fußballer  Ruud van Nistelrooy in Sachen Weltmeisterschaft nicht diskriminiert werden dürfe, besser gesagt, nach Südafrika mitgenommen werden soll.

Ruud moet mee” heisst die entsprechende Internetseite, “Ruud muss mit”. Ruud war diese Saison noch häufig verletzt, es zwickte hier und da bei dem symphatischen Mann und darum hatte Bondscoach Bert van Marwijk ihn erst mal aussortiert. Keine Ahnung, wie es seinem Körper jetzt geht, aber wenn er fit ist, kann er immer noch sehr wertvoll sein – und so denken diese Unterschriften-Initiatoren  auch.

* Stand 17.05.2010, 7.00 Uhr

(Quelle: Falk Madeja auf meinegüte, Foto © TF28, flickr.com, Creative Commons)

Nachbarschaft

13. März 2010

Großes Stühlerücken in den Niederlanden. Zunächst waren dort führende Politiker der Linken –Agnes Kant (SP) und  Jan Marijnissen (SP) – zurückgetreten, dann „aus privaten Gründen“ der 36-jährige  “Kronprinz” der Christdemokraten (CDA) Carmiel Eurlings , der sich mit diesem Schritt von dem nicht sonderlich populären CDA-Premierminister Jan-Peter Balkenende absetzte;  Eurlings hatte allerdings selbst großen politischen Ärger. Er wollte zu immensen Kosten alle niederländischen Autofahrer GPS-überwachen – und dann sollte pro gefahrenen Kilometern 3 Cent abgerechnet werden….
Am Freitag ist überraschend nun Ex-Finanzminister Wouter Bos zurückgetreten. Bos war der Spitzenmann der PvdA, der   SPD-Partnerpartei in unserem westlichen Nachbarland. Drei Monate vor den Parlamentswahlen am 9. Juni gab der Politiker  “private Gründe” für seinen Rücktritt an. Er hat drei junge Kinder und die wolle er aufwachsen sehen, sagte er.

“Freund und Feind” sind vollkommen überrascht, schreibt die Tageszeitung De Telegraaf. Für die in den Umfragen zurück liegende PvdA komme der Rücktritt wie aus heiterem Himmel. Die PvdA hatte vor einem Monat die letzte (große) Regierungs-Koalition mit CDA und Christenunion in einem Streit über die Afganistan-Politik verlassen; sie wollte den Abzug der niederländischen Truppen, die beiden christlichen Parteien nicht.

Der Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen wird Nachfolger des PvdA-Chefs werden. Jedenfalls nannte Bos Cohens Namen und der will als Bürgermeister von Amsterdam zurücktreten.

Nachtrag:
Die Niederlande haben am Donnerstag  zugleich einen ihrer markantesten Politiker verloren. Der Gründer der linksliberalen Partei D66, Hans van Mierlo, zeitweise auch Außen- und Verteidigungsminister der Niederlande, ist im Alter von 78 Jahren  gestorben. Mehr

(Quelle: Meine Güte, taz; Foto: © PvdA)