Prinz Heinrich

19. Juni 2021

Ganz kurzfristig ein Tipp für diesen Samstag.  „Prinz Heinrich“ heißt das Schiff, das seit 11 Jahrzehnten rund um Borkum unterwegs ist. 1909 wurde es als Bau-Nr. 240 von der Papenburger Werft Josef L. Meyer für den Fahrgast- und Postverkehr zwischen Emden und der Nordseeinsel Borkum für die Borkumer Kleinbahn- und Dampfschiffahrts-Aktiengesellschaft in Emden gebaut. 0203 erwarb der damals neu gegründete Verein „Traditionsschiff Prinz Heinrich“ e. V.“ in Leer das Schiff vom letzten Eigner in Rostock, und die Vereinsmitglieder brachten den ehemaligen Seebäderdampfer nach Leer, in seinen neuen Heimathafen.

Dank engagierter Vereinsmitglieder ist der historische Dampfer längst bestens in Schuss und bietet an diesem Samstag eine Fahrt von Leer (Binnenhafen am Amtsgericht, ab 9.00) über Emden-Außenhafen (ab 11.30) nach Delfzijl (NL) und zurück (Emden an: 16.45; Leer an 20.00 Uhr).

Von Lingen aus könnte man zur Tour mit dem Zug („RE 15“) und dem Niedersachsenticket um 9.55 Uhr zum Hauptbahnhof Emden aufbrechen (an: 11.09 Uhr), dann mittels Taxi zum Außenhafen Emden und von dort wiederum mit der Prinz Heinrich zum Anleger im Yachthafen Delfzijl für 25 Euro pP. Die Abfahrt am Außenhafen Emden ist um 11:30 Uhr ab Emden (Außenhafen) und die Rückkehr um 16:45Uhr in Emden (Außenhafen)

Besonderheit: In Delfzijl werden auf der Prinz Heinrich frische holländische Matjes serviert!

Alle weiteren Infos gibt es hier und Ticketreservierungen für diese Seereise via
E-Mail: ticketservice(at)prinz-heinrich-leer.de bzw. Tel 0491 9879374 oder 04924 949670.

(Foto: Prinz Heinrich, von Ole Sevecke auf Pixabay)

Dankeschönmatjes

21. Juni 2020

58 niederländische Patienten wurden in der Coronakrise in deutschen Krankenhäusern aufgenommen und behandelt, davon allein 49 in Nordrhein-Westfalen. Vor 14 Tagen konnten die letzten der überlebenden Patienten wieder in die Niederlande verlegt werden. Als Dank für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wurden am Montag letzter Woche 4.000 Matjesfilets an die Mitarbeiter des Universitätsklinikums in Münster verteilt.

Das Fass mit dem ersten Hering der Saison wurde an Hugo van Aken, Direktor des Uniklinikums Münster, und an den nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) überreicht. Eigentlich ist es Tradition, dass dieses Fass versteigert wird, in Anbetracht der Coronakrise und der Leistungen des Krankenhauspersonals hat sich das Nederlands Visbureau (deutsch „Niederländisches Fischamt“) dazu entschieden, den ersten Matjes an Pflegepersonal und Krankenhausmitarbeiter zu stiften, darunter auch an das UKM. Zusammen mit dem Erasmus MC in Rotterdam hatte es die Koordination übernommen und die niederländischen Patienten den deutschen Krankenhäusern zugeteilt.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bedankte sich bei der Zeremonie für die Hilfsbereitschaft seitens der deutschen Krankenhäuser. Van Aken berichtete, dass 80 Krankenhäuser in den ersten 24 Stunden nach ihrem Aufruf Bereitschaft gezeigt hätten, niederländische Patienten aufzunehmen. Aufgrund der im Vergleich zu Deutschland geringen Zahl an Intensivstationsbetten fürchtete man in den Niederlanden, dass das Gesundheitssystem überlastet werden könnte. Ernst Kuiper, Leiter des Erasmus MC Rotterdam erklärte, ebenso wie Martin van Rijn (PvdA), Minister für Gesundheitsversorgung, dass die Niederlande im Gegenzug jederzeit bereit seien, NRW in ähnlichen Situationen zu unterstützen.

Betrachtet man die Traditionen rund um den ersten Hering des Jahres, so wird die Bedeutung dieser Geste besonders deutlich: Am jährlich stattfindenden vlaggetjesdag (dt. Fähnchentag) wird der erste Fang der Saison in Scheveningen an Land gebracht, wo ein großes Festival stattfindet. Wie bereits erwähnt, wird das erste Matjesfass dabei versteigert und der Erlös an gemeinnützliche Zwecke gespendet. 2019 wurden 95.500 Euro für dieses Fass bezahlt.

Soweit der Beitrag im Niederlande.Net. Weiß jemand aus der verehrten Leserschaft, ob unter den 80 Krankenhäusern, die helfen CoViD-19-Erkrankte aus den Niederlanden helfen wollten, auch niedersächsische Krankenhäuser diesseits der Grenze waren? Gelesen habe ich nichts darüber.

(Text: Niederlande.Net; Foto: Matjes frisch aus dem Fass, von Wolfgang Meinhart, Hamburg CC BY-SA 3.0 via wikipedia)