Handelswege

24. Mai 2010

Bundespräsidenten sind ja gemeinhin politischer Tageskritik eher entzogen. Nun aber hat Amtsinhaber Horst Köhler nach seinem Besuch bei der Bundeswehr in Masar-e-Scharif dem Deutschlandradio gesagt:

Allerdings müsse Deutschland mit seiner Außenhandelsabhängigkeit zur Wahrung seiner Interessen im Zweifel auch zu militärischen Mitteln greifen. Als Beispiel für diese Interessen nannte Köhler ‘freie Handelswege’. Es gelte, Zitat ‘ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auf unsere Chancen zurückschlagen’ und sich somit negativ auf Handel und Arbeitsplätze auswirkten.

Wie bitte? Fefe bloggt: „Bundeswehreinsatz für freie Handelswege. Hat er damit somalische Piraten gemeint oder Länder mit zu hohen Zöllen? Damit haben wir uns dann wohl von der bisherigen Praxis verabschiedet, was von Völkerverständigung, Menschenrechten und humanitären Einsätzen zu faseln.“ Auch ich finde es unglaublich, was Horst Köhler da sagt. Bundeswehr zur Sicherung der Handelswege. Jetzt wissen wir auch, wozu die Schaumweinsteuer immer wieder gut ist.

Übrigens hat das Deutschlandradio das Interview nachträglich gekürzt. Aber hier gibt es das volle Interview als mp3 .

(Foto: © Bertelsmann Stiftung creative commons)