merkwürdiges Phänomen

8. April 2017

Reden über Kunst
Roland Nachtigäller
Kunst – Ein seltsames Spiel
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle 4, Kaiserstr. 10 a
Di 11. April 2017
verschoben auf Donnerstag, 27. April 2017 –  19.30
Eintritt 8 Euro / 6 Euro ermäßigt
Mitglieder des Kunstvereins, Schüler und Studierende frei

Die Kunst ist ein merkwürdiges Phänomen: Gut abgehangen und mit ein paar Jahrzehnten auf dem Buckel taugt sie bestens für breite Begeisterungsstürme. Ist sie jung und zeitgenössisch aber, dann bleibt man gern auf Abstand, empfindet sie als schwer verständlich und sperrig. Warum ist das so? Schließlich war auch die alte Kunst mal jung. Oder ist heute alles anders? Was bedeutet vor diesem Hintergrund der öffentliche Auftrag des Sammelns für Museen und andere Kunstinstitute. Und macht es überhaupt noch Sinn, mit Steuergeldern Kunst zu kaufen? In der Kundts-/Halle 4 spricht Roland Nachtigäller, Direktor des Museums Marta in Herford.


RN (*1960 in Dortmund) Studium der Kunst, Visuelle Kommunikation, Germanistik und Medienpädagogik in Kassel, begann seine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Assistent von Veit Loers am Museum Fridericianum und wurde 1991 von Jan Hoet in das Leitungsteam der documenta 9 berufen. Anschließend war er an zahlreichen Katalog-, Sammlungs- und Ausstellungsprojekten beteiligt. Von 2003 bis 2008 leitete er die Städtische Galerie Nordhorn und entwickelte dort maßgeblich auch die grenzübergreifenden Skulpturenroute „kunstwegen“/„raumsichten“ mit. Seit 2009 ist er Künstlerischer Direktor des Museums Marta Herford.

(Foto: Roland Nachtigäller; CC BY-SA 3.0 de Frank-Michael Kiel-Steinkamp)

Iwan Baan

7. Dezember 2013

baan_hurrikan-sandyIwan Baan wird morgen in Herford sein, wenn sein Ausstellungsprojekt „52 Städte, 52 Wochen“ eröffnet wird. Für das Museum Marta Herford dokumentiert der Fotograf eine einjährige Fotoreise um die Welt – immer auf der Suche nach besonderen Lebensräumen und herausragenden Bauprojekten.

„52 Städte, 52 Wochen“ nimmt den Betrachter mit auf eine spektakuläre Reise um die Welt.Die Ausstellung ist gewissermaßen ein visuelles Tagebuch, das Iwan Baan bei seinem modernen Nomadendasein im vergangenen Jahr begleitet hat. Auf einfühlsame Weise verdichtet der niederländische Fotograf die Begegnungen mit ebenso alltäglichen wie ungewöhnlichen Orten zu einem engagierten Kommentar. In 60 Fotografien zeigt Iwan Baan gebaute und besetzte Architekturen als menschlichen Lebensraum. Künstlerisch höchst anspruchsvoll und gleichzeitig sinnlich erfahrbar macht er kreative Überlebensstrategien sichtbar. In ausführlichen Kommentaren zu den gezeigten Werken erzählt der Künstler selbst, wie er diesen Welten begegnet, in denen er unterwegs ist. Iwan Baan nimmt sich Zeit für die Geschichten, die er in seinen Bildern zeigt.

Larabanga-BaanSo wurde beispielsweise seine Dokumentation über den Torre David, einen 45-stöckigen, unvollendeten Wolkenkratzer in Caracas, in dem rund 750 Familien in einem „vertikalen Slum“ wohnen, zu einem der bekanntesten Projekte des Niederländers. Nicht nur hier werden die Grenzen zwischen Architekturdokumentation und der Interpretation sozialer Lebensräume fließend.

Iwan Baan, dessen Arbeiten schon in der Ausstellung „Richard Neutra in Europa“ (2010) im Marta Herford zu sehen waren, behauptet von sich selbst, „nicht viel Ahnung von Architektur zu haben“. Dennoch reißen sich renommierte Architekten weltweit um ihn. Es sind wohl sein eigenwilliger Blick und seine physische Einsatzbereitschaft, die seine Bilder so besonders machen.

Eröffnung: Sonntag, 8. Dezember 2013, 11.30 Uhr
. Iwan Baan ist anwesend.
Ausstellung vom 8. Dezember 2013 bis 16. Februar 2014
im  MARTa Herford, Goebenstraße 2-10, 32052 Herford

Zum Thema:
marta-herford.de

Im Januar fährt der Kunstverein Lingen zum Marta Herford. Näheres hier in Kürze.

[Fotos: © Iwan Baan, MARTa. Oben: Hurrikan Sandy, 2012 aufgenommen 24 Stunden nach dem Sturm in New York; unten: Larabunga, Nordghana, 2013 Älteste Moschee Ghanas]

(Quelle und PM)