U-Bahn

31. Oktober 2015

Ich lese: „BPs neue Marketing Kampagne (gesehen in der Berliner U-Bahn)“ – doch ich trau dem Beitrag bei imgur nicht. Sollte BP mit so viel Chuzpe werben?

BP

Esel

11. Oktober 2014

Sie sehen in dem Youtube-Video, wie eine traute Legolandschaft in der Arktis im Öl versinkt. Lego-Männchen mit Teddybären, Eisbären und Hundebabys – sie alle ertrinken langsam in der schwarzen Öl-Flut. An Land steht eine Shell-Flagge, daneben ein Geschäftsmann mit Zigarre im Mund. Schuld ist der Lego-Öl-Bohrturm von Shell. Das wird klar in dem 1:45 Minuten langen Video. Dessen Botschaft: „Shell is polluting our kids‘ imaginations.“ Shell verschmutzt die Fantasie unserer Kinder.

Weltweit haben inzwischen mehr als eine Million Menschen eine Greenpeace-Petition an Lego unterzeichnet und ein Ende der Geschäftsbeziehungen mit Shell gefordert.

Die Greenpeace-Kampagne gegen die Kooperation zwischen Lego und Shell ist Teil der internationalen Greenpeace-Kampagne zum Schutz der Arktis und für Lego ein „Marketing-Super-Gau“.  Auf die Kritik der Umweltorganisation hat der dänische Spielzeughersteller sofort reagiert und beendet seine Zusammenarbeit mit dem Ölkonzern. An den Tankstellen des niederländisch-britischen Konzerns werde es keine Lego-Autos mehr geben, und das Shell-Logo auf Spielsachen von Lego werde es nicht mehr geben, erklärte Lego-VorstandsvorsitzenderJörgen Vig Knudstorp vor zwei Tagen in der dänischen Zeitung „Politiken“.

Er ergänzte, man wisse die bisherige Zusammenarbeit mit Shell zwar zu würdigen, werde den laufenden Vertrag aber nicht verlängern. Lego fühlt sich allerdings von Greenpeace ungerecht behandelt. Knudstorp erklärte, die Greenpeace-Kampagne benutze Lego, um Shell anzugreifen. Das sei falsch. „Wie wir schon gesagt haben, denken wir, dass Greenpeace direkt mit Shell sprechen sollte.“

Marketing-Experten wie Horizont.net-Kommentator Marco Saal sehen das genauso: „Es ist natürlich mehr als  begrüßenswert, wenn sich ein Megakonzern wie Procter & Gamble wegen einer erfolgreichen Greenpeace-Kampagne dazu verpflichtet, auf Palm- und Palmkernöl aus Regenwaldzerstörung zu verzichten. Oder wenn Mercedes-Benz seine irreführende Werbung für angeblich umweltschonende Fahrzeuge auf Druck der Deutschen Umwelthilfe ändern muss. Und natürlich wäre es wünschenswert, wenn Shell auf die geplanten Ölbohrungen verzichten würde, die – wie die Katastrophe nach der Havarie der Plattform Deepwater Horizon gezeigt hat – nicht zu veranworten sind.“

Saal: „Fragwürdig ist aber eine Kampagnenführung, die sich – wenn das eigentliche Ziel nicht erreichbar ist – einfach ein anderes vornimmt. Getreu dem Motto „Auf den Sack schlägt man, den Esel meint man“. Und das ohne Rücksicht auf Verluste. Diese, so viel steht fest, dürften bei Lego enorm sein. Shell, den eigentlichen Übeltäter, dürfte das ganze dagegen kaum jucken. Mit Lego trifft es daher eindeutig den Falschen.“

Lego, das vor 10 Jahren fast insolvent war, verkauft seit den 1960ern Spielzeug mit Shell-Logo über die ganze Welt. Nach Greenpeace-Informationen läuft der gültige Vertrag in 18 Monaten aus.