Fock off

10. Mai 2016

MFockHelden der Unterklasse heißt die ausgesprochen beliebte Rubrik des Fußballmagazins 11Freunde, das bekanntlich der komplette Gegenentwurf zum Traditionsmagazin Kicker ist. Und jetzt hat es ein Akteur des ASV Altenlingen bravourös und unangefochten  in die Online-Ausgabe von 11Freunde geschafft. Lies selbst:

Fock off
Die schnellste rote Karte aller Zeiten soll der walisische Amateur-Fußballer Lee Todd im Jahr 2000 erhalten haben. Nach nur zwei Sekunden. Weil er auf den offenbar sehr lauten Anpfiff des Schiedsrichters zu sagen wusste: »Fuck me, that was loud.« Dagegen nimmt sich der Platzverweis von Marcel Fock, den er am Wochenende im Einsatz für seinen ASV Altenlingen 1965 kassierte, geradezu als Ewigkeit aus. Epische 15 Sekunden gingen bis zum Platzverweis ins Land.

Doch damit allein war es nicht getan, wie fupa.net zu berichten weiß: »Fock wollte per Grätsche einen Ball von der Linie kratzen, bekam die Kugel jedoch im Liegen an den Arm, sodass Rot und Strafstoß die bittere, aber folgerichtige Entscheidung war.« Immerhin kassierte auch der Gegner aus Papenburg und keine fünf Minuten später einen Platzverweis. Siegte dann dennoch mit 7:0. Aus Altenlingener Sicht nicht gerade ein Tag zur Wiedervorlage.

Keine Frage, Marcel Fock -der für diese unglückliche rote Karte fast schon gnadenhalber nur ein Spiel gesperrt wurde- ist „ein  Guter“. Ohne ihn stünde der ASV nicht im Mittelfeld der Bezirksliga Weser-Ems. Und jetzt ist er auch noch bundesweit gut bekannt – ausgerechnet wegen einer roten Blitzkarte.

 

(Foto: ASV Altenlingen)

 

FSL-Finale

29. Juli 2012

Das war gestern für alle lokalen Fußballfans ein sehr spannender „FSL“-Nachmittag. Seit 1984 gibt es bekanntlich diese Stadtmeisterschaft der Lingener Fußballvereine. Damals noch gesponsort von coop Nordwest ist das Ereignis längst der Auftat für die kommende Saison -trotz aller Diskussionen um Termin und Modus. In diesem Jahr wurde der Cup („FSL 2012“) vom VfB Lingen am Sportgelände am Schwarzen Weg bislang bestens organisiert.

Die FSL verlangte dabei den Amateursportlern wirklich alles ab. Teams, die es in die Finalspiele schaffen, müssen fünf Turnierspiele a 90 Minuten in 6 oder 7 Tagen absolvieren. Freitagabend musste Titelfavorit TuS Lingen sogar zusätzlich noch ein Pokalspiel bei Vorwärts Nordhorn absolvieren.

Heute am Sonntag also spielt um 16 Uhr der TuS gegen Überraschungsfinalisten ASV Altenlingen um den Titel, der sich im Halbfinale mit 3:1 gegen den SV Holthausen-Biene durchsetzte. Biene spielte das Turnier mit seiner Reserve, weil seine „Erste“  heute in Meppen zum Pokalspiel gegen SV Meppen antreten muss.

Während sich der ersatzgeschwächte ASV gestern doch einigermaßen souverän durchsetzte und nach 28 Jahren zum ersten Mal das Finale erreicht, war das zweite Halbfinalspiel TuS gegen Olympia Laxten nichts für schwache Nerven und eine wirklich spannende Sache. Schon in der 5. Minute hatte der schnelle und technisch versierte Laxtener Deniz Kücüctas das 1:0 geschossen. Danach stand Olympia Laxten gut und kompakt und die Offensivbemühungen des TuS waren zwar zahlreich aber nicht zwingend. Als mein Zuschauernachbar und TuS-Fan in der 80. Minute Kopf schüttelnd und der Bemerkung „Das wird nichts mehr“ den Platz verließ und alles nach einem knappen aber nicht unverdienten Erfolg der Laxtener aussah, fingen die Turbulenzen erst an:

Plötzlich kam Hektik auf.  In der 85. Minute flog zunächst Marcel Fock (TuS) wegen einer Tätlichkeit zu recht vom Platz. Bereits in der Nachspielzeit griff bei einem Laxtener Konter Björn Bullermann (TuS) seinem davon eilenden Gegner Torben Bruns (Olympia) deftig von hinten an die Schulter, Bruns fiel und Bullermann sah „wegen Notbremse“ ebenfalls Rot und der TuS stand nur noch mit acht Feldspielern auf dem Platz.

Vor dem direkt anschließenden allerletzten Angriff der Lingener gab wohl niemand mehr was auf das TuS-Team. Doch dann folgte ein ebenso überflüssiges wie heftiges Foulspiel durch einen Laxtener Verteidiger nahe des eigenen Strafraums. Den anschließenden, von rechts in den Strafraum geschlagenen Freistoß köpfte Heinz Frimming (TuS) wuchtig zum verdienten 1:1-Ausgleich in die Maschen (90.+4 Min). Das frustrierte Laxtens Schlussmann Thorsten Sabelhaus offenbar so, dass er den jubelnd vorbeilaufenden Torschützen mit einem hochgerissenen Bein traktierte und wegen dieser Tätlichkeit ebenfalls die Rote Karte erhielt, so dass zum entscheidenden Elfmeterschießen ein Feldspieler im Tor antreten musste. Dort behielt der TuS die Nerven. TuS-Torwart Oliver Krüssel hielt großartig zwei der Laxtener Elfer; ausgerechnet Heinz Frimming (TuS) schoss zwar seinen Elfer flach links am Tor vorbei, aber alle anderen Tusler trafen, so dass die Partie mit 5:3 n.E.(1:1) für den TuS ausging.

Die rund 200 Zuschauer sahen einen richtig geilen Kick und man darf gespannt sein, welchen Sport das kleine und das große Finale heute ab 14 Uhr auf dem VfB-Platz zeigen. Eintritt 3 Euro. Weibliche Zuschauer 0 Euro.

Nachtrag:
Lingener Stadtmeister 2012 wurde in einem guten, teilweise dramatischen Spiel der TuS Lingen. Er traf  7 mal, die Kreisligisten des ASV Altenlingen nur 5 mal. Aber der ASV kann mit seiner Leistung mehr als zufrieden sein, erzielten die ASVer im Finale doch mehr Tore gegen den TuS als alle TuS-Gegner der FSL 2012 zusammen. Mehr…  …Bildergalerie