NDR will sparen

17. Mai 2020

Die taz berichtet aktuell über aktuelle Entwicklungen beim NDR:

Ich glaube, ich übergebe ein gut bestelltes Haus“, sagte Lutz Marmor, der langjährige Intendant des NDR, bei seiner Verabschiedung am 9. Januar dieses Jahres. Eine knappe Woche später verkündete Joachim Knuth, sein Nachfolger: „Wir müssen jährlich 60 Millionen Euro einsparen.“ In der vergangenen Woche teilte Knuth den Mitarbeitern dann mit: Es werden in den kommenden vier Jahren noch jeweils 15 Millionen Euro mehr sein.

Dass der NDR insgesamt 300 Millionen Euro einsparen muss, stößt unter Mitarbeitern auf Verwunderung. „In den vergangenen Jahren hieß es immer wieder, der NDR sei dank ­Sparmaßnahmen für die Zukunft gut gewappnet“, bemerken die Journalistengewerkschaften Verdi und DJV sowie die Organisation Freie im NDR. Sendersprecher Frank Jahn sagt dazu, erst als die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) im Februar 2020 ihren aktuellen Bericht vorgelegt habe, „stand der Umfang der erforderlichen Einsparungen letztendlich fest“. Die „weitere Verschärfung der Sparmaßnahmen“ hänge mit der Coronapandemie zusammen.

Unklar ist aber unter anderem, wie viel Geld jeweils durch die konkret geplanten Einzelmaßnahmen eingespart wird, die im NDR Fernsehen unter anderem die Kulturmagazine, das Medienmagazin „Zapp“, das Auslandsmagazin „Weltbilder“ und die Doku-Redaktion „Die Box“ betreffen. „Eine umfangreiche Information aller Mitarbeiter*innen über die genauen Einschnitte in allen Bereichen“ gebe es bisher nicht, kritisiert der Redakteursausschuss im Intranet des Senders.

Der NDR hat bei der Begründung seiner Sparmaßnahmen herausgestellt, dass…“

[… weiter bei der taz-Nord]

Norden

28. Mai 2011

In rund einer Woche, am 6. Juni startet das NDR Fernsehen – ältere unter uns kennen es noch als „das dritte Programm des NDR“ –  seine neue Nachrichtensendung „NDR aktuell“. Zuschauer können sich von Montag bis Freitag, jeweils um 21.45 Uhr, auf einen „Überblick über das Geschehen im ganzen Norden“ freuen, lese ich hier.

Die neue Sendung sei ein „bewusster Schritt zur weiteren Stärkung der Informationskompetenz des NDR Fernsehens“, sagte Lutz Marmor, NDR-Intendant. Den Zuschauern werde darin „das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Sport in Norddeutschland“ geboten.  Produziert wird die 15-minütige Sendung im Fernsehstudio des Landesfunkhauses Niedersachsen in Hannover. (mehr…)

Nun wissen wir in Westniedersachsen ja nur zu gut, was der NDR unter Norden versteht: Erst einmal Hamburg, dann noch mal Hamburg und dann den Bereich um Hamburg, den man mit dem Auto in einer Stunde erreichen kann – plus ein klein bisschen Hannover und Kiel.  Ganz anders  das Konzept des WDR, der seine Regionen blendend bedient. Die Folge: Während werktäglich 30 Minuten lang Lokalzeit aus dem Münsterland (und in weiteren 10 Regionen Nordrhein Westfalens dasselbe Lokalzeit-Format) zu sehen ist, sind wir aus dem Emsland und der Grafschaft dann mal weg bzw. auf ein paar, meist betuliche Minuten aus Hannover reduziert.

Meine Erwartung zur neuen Sendung ist daher: Man gibt sich regional, ist aber das Gegenteil. Nämlich Hamburg, produziert in Hannover. Am NDR-Zentralismus wird die neue Sendung nichts ändern.