nach wie vor

18. März 2014

ZeliDie LT (Burkhard Müller) berichtet:

„Rund 60 Zuhörer sind [heute] am Dienstagabend der Einladung des Ortsrates Brögbern gefolgt, um im Gasthaus Sperver in Brögbern die weitere Diskussion um das geplante Krematorium in dem Lingener Ortsteil direkt mit zu verfolgen.

Nachdem Ortsbürgermeister Ludger Ströer gleich eingangs erklärt hatte, dass der Ortsrat bereits im Dezember 2013 diesem Vorhaben aus „grundsätzlichen Überlegungen“ einstimmig ablehnend gegenüberstehe, betonte er zudem: „Soweit ich weiß, gibt es auch noch kein offizielles Votum seitens des Stadtrates, wohl aber Absichtserklärungen, an den Planungen für diesen Standort festzuhalten.“

Nach dem Vortrag von Stadtbaurat Lothar Schreinemacher wollten die Mitglieder des Ortsrates unter andrem wissen, warum der Schornstein des Krematoriums 18 Meter hoch sein müsse, wie es um die Kontrolle der Anlage, hinsichtlich ihrer Technik bestellt sei und wer garantiere, dass nur Leichname aus dem vereinbarten Gebiet verbrannt würden?

Schreinemacher erläuterte, dass der geplante Schornstein sich etwa drei Meter über den dortigen Baumwipfeln befinden müsse, um eine ordentliche Luftabfuhr zu gewährleisten. Ferner machte der Stadtbaurat darauf aufmerksam, dass die Stadt Lingen die Anlage überwachen werde und die gesammelten Daten auch öffentlich gemacht würden.

In Sachen „Verbrennungs-Tourismus“ machte Helmut Höke, Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, deutlich, dass einmal im Jahr geprüft werde, wie viele Verbrennungen stattgefunden hätten und woher die Leichname gekommen seien.

In der sich anschließenden Bürgerfragestunde wurde deutlich, dass sich die anwesenden Brögberner nach wie vor gegen den geplanten Bau des Krematoriums stemmen werden.

Keinen Zweifel ließen aber auch der Grundstückseigner Heinz-Hermann Tyding sowie Bert van der Weide und Wim van der Lee (beide RE-Spectrum) an dem Festhalten ihres Vorhabens. „Stimmt der Stadtrat dem Bau des Krematoriums zu, werden wir an unseren Plänen festhalten. Unbedingt“, erklärten sie.“

(Bericht in der Lingener Tagespost)

[ps Foto: die 1963 verschickte Postkarte zeigt natürlich nicht Brögbern, sondern das Zeli-Kino in Lingen- Damaschke. Aber es steht Brögbern drauf]

Offen!

31. Mai 2007

In Brögbern ist vor einigen Wochen der allseits anerkannte Ortsbürgermeister der CDU gestorben: Martin Körbe. Die CDU im Ortsrat Brögbern hat niemand, der ihn ersetzen kann. Die SPD im Ortsrat hat, nachdem dem Verzicht von Gregor Dust auf eine erneute Kandidatur bei der letzten Kommunalwahl 2006, auch keinen und vor allem in Brögbern keine Mehrheit. Also haben die Christdemokraten das Stadtratsmitglied Bernd Teschke (CDU) gewählt, der vor einigen Jahren bereits Ortsbürgermeister war und bis heute als Ratsmitglied beratend auch dem Ortsrat angehört. Die SPD in Brögbern hat sich darüber empört, das kein gewähltes Ortsratsmitglied gewählt wird. Das ist ihr gutes Recht und politisch richtig.
Ich meine: Die berechtigte politische Kritik daran, dass kein Mann und keine Frau der acht CDU-Ortsratsmitglieder die Kraft hat, als Ortsbürgermeister zu kandidieren, muss offen geäußert werden.
Die SPD im Stadtrat hat dies in der heutigen Stadtratssitzung auch getan aber dann eine geheime Abstimmung darüber verlangt, ob der gewählte CDU-Ortsbürgermeister auch Ehrenbeamter wird. Warum bei einer offenen Kontroverse geheim abgestimmt werden muss – ich weiß es nicht, und es ist auch Kinderkram.
Ich habe Bernd Teschke meine Stimme gegeben, weil er ein guter und gestandener Kommunalpolitiker ist, mit dem ich zwar längst nicht immer einer Meinung bin, zu dem es aber keine Alternative gibt. Deshalb bekam er in seinem Ortsrat auch nur 1 Gegenstimme (von 3 SPD-Leuten, 2 enthielten sich) und heute 7 Gegenstimmen auf einen Streich von den im Rat anwesenden SPD-Fraktionsmitgliedern. Alle anderen wählten den Brögberner CDU-Mann.
Nachtrag von der Internetseite der Stadt Lingen (Ems) vom August 2009:Ortsbuergermeister_Stroeer

Im Lingener Ortsteil Brögbern wurde ein neuer Ortsbürgermeister gewählt. Die Ortsratsmitglieder bestimmten in ihrer letzten Sitzung einstimmig Ludger Ströer zum neuen Ortsbürgermeister und Norbert Pleus ebenfalls einstimmig zu seinem Stellvertreter. Die Ortsratsmitglieder bedankten sich besonders bei Bernhard Teschke für seinen großen Einsatz zum Wohle Brögberns.

Teschke hatte nach dem Tod von Martin Körbe im März 2007 zugesagt, erneut die Amtsgeschäfte für einen Zeitraum bis zum Sommer 2009 übernehmen zu wollen und jetzt den Weg für seinen Nachfolger frei gemacht. „Ich setze auf die sehr gute Zusammenarbeit im Ortsrat. Wir werden uns weiterhin intensiv um die Belange Brögberns kümmern“, verkündete der neue Ortsbürgermeister Ströer nach seiner Wahl.
(Foto © Stadt Lingen)