85

11. November 2013

RathausgiebelZu meinen ausgesprochen angenehmen Momenten im Leben als Ratsmitglied zählt es, wenn ich „im Namen von Rat und Verwaltung“ unserer Stadt Jubilare ehren darf. Ab Goldene Hochzeit alle 5 Jahre aufwärts und zum 80., 85., 90. und weiteren Geburtstagen denkt unsere Stadt an ihre Jubilare. Die „herzlichen Grüße“ von Rat und Verwaltung ausrichten darf ein einfaches Ratsmitglied dann, wenn die dafür zuständige, geschätzte Christiane Lüttel aus dem Rathaus anruft, weil die Bürgermeisterinnen verhindert sind und sie daher Ersatz sucht. Dann also komm‘  ich bisweilen zum Zuge.

Die Ehrungen machen viel Freude und besonders dann, wenn es Jubilare sind, die nicht in großer Runde feiern, sondern allein. Letzten Mittwoch hatte ich einen solchen Geburtstagstermin bei der munteren Ruth Szeike, die 85 Jahre alt wurde. Mit Ausnahme von Frau Janning, ihrer Bekannten, die sich um die alte Dame kümmert, war zunächst niemand da. Es gab (perfekten!) Tee mit Plätzchen und ich sah an der Glaswand zum Balkon Voltaires Weisheit „Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein“ und verlas die obligatorische, von OB Dieter Krone unterzeichnete Urkunde und übergab ein kleines Geschenk der Stadt.

Stolz zeigt mir die Jubilarin Fotos aus den 30er Jahren in Lingen und -noch stolzer- aus ihrer Zeit im Südsudan, wo ihr Mann „für die Schachtbau“ Brunnen gebohrt und sie ein Jahr als „kostenlose Entwicklungshelferin“ tätig gewesen war. „3.570 DM kostete das Flugticket mit der Lufthansa und die Schachtbau wollte es mir erstatten, aber darauf warte ich heute noch“, kommentierte sie Achsel zuckend. Dann begann die alte Dame mir  Gedichte vorzulesen, – selbst geschriebene, die sie bis heute verfasst. Darunter auch dieser Vers aus diesen Tagen über Lingen und ihre Gefühle:

Lingen ist ’ne schöne Stadt,
die, die meine Liebe hat.
Viele Straßen, alte Bäume,
dass ich manchmal davon träumte,
schon als ich ein Mädchen war.
Eines war mir immer klar:
Nirgendwo auf dieser Welt,
wo es besser mir gefällt.
Saubre Straßen, schöne Plätze,
das ist etwas, das ich schätze.
Die Stadt gibt mir Geborgenheit.
Ich hoffe bis zur letzten Zeit.

(Ruth Szeike, Nov. 2013)

Könnte man es besser ausdrücken? Natürlich hab ich Ruth Szeike versprochen, dass ihre Lyrik in der LT veröffentlicht wird. Und dann erbat sie sich einen Schmatz auf die Wange, den sie bekam.

Eine schöne Stunde.

ps In der LT-Kolumne Riekes Mecker-Ecke ist das Gedicht am Samstag veröffentlicht worden, Thomas Pertz sei Dank.

(Foto: Rathausgiebel, © milanpaul)

Steueroase

14. Juni 2013

GroßBerßenSteingrab„Es war lange angekündigt, praktisch ein Wahlversprechen. Nun will die rot-grüne Landesregierung ihren Worten Taten folgen lassen: Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) hat vor, den Sitz der Hannoverschen Beteiligungsgesellschaft (HanBG) nach Hannover zurückzuholen. Die Beteiligungsgesellschaft des Landes war 2010 nach Groß Berßen (Landkreis Emsland) verlegt worden.

Groß Berßen in der Samtgemeinde Sögel ist ein kleines Steuerparadies – mit nur knapp 700 Einwohnern sogar sehr klein. Dort ist der Gewerbesteuersatz besonders niedrig, deshalb zog die HanBG 2010 dorthin. 2011 hatte die landeseigene Gesellschaft in Groß Berßen 4,2 Millionen Euro Gewerbesteuer gezahlt, in Hannover wären es etwa 1,9 Millionen Euro mehr gewesen. Und ein großer Teil der Steuern vom Land blieb in Groß Berßen. 2012 waren das knapp zwei Millionen Euro – eine gigantische Summe für den Ort. Dort wurden mit den Steuern vom Land unter anderem Spielplätze gebaut. Mit dem Geldsegen ist es nun aber leider schon wieder vorbei.

„Zum Ende des Jahres werden wir das Kapitel beenden“, sagte Schneider am Donnerstag. Das 25 Quadratmeter große Büro in Groß Berßen, das 100 Euro Monatsmiete kostet, werde geschlossen. Die…“ [weiter beim NDR]

Nachtrag:
Hier der aktuelle Kommentar zur Hümmlinger Steueroase von NOZ-Mann Hans Brinkmann, der einst mit Inbrunst für die LT das hohe Lied der CDU in Lingen sang und dem ich schließlich, als er längst für die NOZ in Hannover werkelte und dasselbe tat, das Sie angeboten habe, weil er nur noch CDU-Positionen einnahm und dies mit großer Emphase. Er sieht „Schaden für das Land“ und umschreibt mit sorgenvoller Miene die Annahme, wo wir denn da hinkämen, wenn…

[Foto: Großsteingrab in Klein Berßen, © leguan001]

Spitzbunker

28. November 2012

Gut so! Nun hat die CDU Lingen doch tatsächlich ihr schnelles Ja zum Kaufland-Projekt bei BvL aufgegeben  („mehrheitlich“, wie die Lingener Tagespost schreibt) und sie hat sich nach ausgiebiger Diskussion zur Korrektur entschlossen. Ganz im Vertrauen und nur für Sie: Darauf hatten die BürgerNahen (siehe unten) und ich insgeheim gehofft , aber damit nicht wirklich gerechnet. Doch die Ratsmehrheit hat tatsächlich bewiesen, dass sie nicht nur auf der Tribüne sitzen will. Sie will „aufm Platz“, also aktiv gestalten.  Ein Jahr nach den Kommunalwahlen hat sie erkannt, dass das geht – auch in zentralen Punkten.

Gespannt bin ich, wie OB Krone und seine Verwaltungsspitze diesen damit doppelten Richtungswechsel verkraften. Erst mal waren sie gestern -auch vier Tage nach dem CDU-Ja für die Innenstadt- ausgesprochen sprachlos; denn gestern tagte der Verwaltungsausschuss, neben dem Rat das politische Entscheidungsgremium der Stadt. Die 160 Minuten waren außerordentlich diskussionsfreudig und vollgepackt mit wichtigen Themen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass die Kaufland/BvL-Entscheidung der CDU angesprochen würde. Doch es wurde allseits entschlossen – geschwiegen.

In der Sache ist der Stopp richtig. Nicht nur, weil der Spitzbunker jetzt als Mahmmal erhalten bleibt. Die Innenstadt kann sich weiter entwickeln, also davon profitieren und damit „Lingen als Ganzes“, wie LT-Chef Thomas Pertz zutreffend kommentiert. Das Nein ist im positiven Sinne eine nachhaltige Entscheidung für das Zentrum Lingens.

Übrigens: Als ganz stark habe ich es empfunden, dass die komplette CDU-Fraktionsspitze persönlich am Montagabend Bernhard van Lengerich und seinen Söhnen die Entscheidung mitgeteilt und erläutert hat. Verdammt viel Kraft, Stärke und Klarheit braucht das. Eine Presseerklärung lässt sich leichter absetzen. Vor diesem Schritt ziehe ich den Hut! Mit Bernhard van Lengerich müssen jetzt andere sprechen und die Gespräche wieder aufnehmen. Das wird schwierig,  kann aber das Gesellenstück von OB Dieter Krone werden. Oder auch nicht.

Ach so: Hier findet sich die CDU-Erklärung im Wortlaut. Mit mancherlei Wortgeklingel, das in solchen Erklärungen immer sein muss. Aber in der Sache klar.  Und richtig.

Dornröschen

2. Juli 2012

Gerhard Kromschröder hat im Emsland für manche Debatten gesorgt, seit mehr als 50 Jahren und zuletzt mit dem vor Jahresfrist  erschienenen Bildband „Expeditionen ins Emsland – Ein deutscher Bilderbogen“. Den empfanden die Protagonisten des „Beiunsistallessogroßartig“-Politik um Hermann Bröring und Reinhard Winter als ungebührliche Kritik und Ex-Landrat Hermann Bröring tobte geradezu in der Mitgliederversammlung des Emsland Moormuseum eV, als Museumschef Michael Haverkamp mitteilte, über die Sommermonate eine Ausstellung mit Aufnahmen des Wahlhamburgers Kromschröder zu präsentieren; übrigens verdiente sich der seine ersten journalistischen Sporen in der damals hinten im Hause Bürobedarf Nottbeck residierenden Lingener LT-Redaktion. Anschließend, in den wilden, kritischen 60er Jahren rockte er gemeinsam mit den gleich legendären Hermann Vinke und Bernd Rosema die Papenburger Emszeitung, bevor er über das Frankfurter Satiremagazin Pardon zum STERN ging und heute längst einer der großen deutschen Dokumentarfotografen ist.

Hermann Bröring interessiert das nicht. Etwas geschönt berichtete die Meppener Tagespost anschließend über Brörings Ausbruch in der Vereinsversammlung (mehr Hintergrund…):

„Dass der Journalist Gerhard Kromschröder im Juli und August seine „Expeditionen ins Emsland“ zeigen sollte, hat vor allem den früheren Landrat Hermann Bröring verärgert, der dem Vorstand des Trägervereins für das Moormuseum neben Landrat Reinhard Winter und Geestes Bürgermeister Hans-Josef Leinweber angehört. In der Mitgliederversammlung des Vereins im Februar kritisierte Bröring die „einseitig negative Ausrichtung“ der Bilder Kromschröders, der in den 1960er-Jahren als Zeitungsredakteur in Papenburg gearbeitet hatte.

Streit um Kromschröder

In den vergangenen Jahren hatte er seine alte Wirkungsstätte fotografisch porträtiert (wir berichteten) – Bröring warf Kromschröder mit Blick auf dessen Fotos eine polemische und unfaire Darstellung des Emslandes vor, die er nicht unkommentiert im Museum präsentiert wissen wollte.“

Vor einer Machtdemonstration hatte Bröring aber letztlich wohl doch Angst. Also kann man seit gestern die  Kromschröder-Sonderausstellung mit einer Auswahl seiner Bilder im Moormuseum sehen. Allerdings ist die Präsentation –gegenüber dem Plan– zeitlich um mehr als die Hälfte gekürzt und wird schon ab September durch eine Bröring genehmere des Meppener Fotografen Stefan Schöning („Industriekultur im Emsland“) ersetzt.

Gestern also wurde vor knapp 100 Gästen im Moormuseum Groß Hesepe die Kromschröder-Ausstellung eröffnet. Natürlich ohne Hermann Bröring und Reinhard Winter und ohne die Granden der politischen und gesellschaftlichen Regionalliga. Begrüßen durfte der Geester Bürgermeister Hans-Josef Leinweber als  stellv. Vorsitzender des Trägervereins, der Verfasser des Vorworts in Kromschröders Emsland-Bildband Gerhard Henschel, in Meppen aufgewachsen, las Spöttisches aus seiner Emsland-Biografie „Jugendroman“ und dann sprach Theo Mönch-Tegeder, „der Verlagsleiter des Osnabrücker Kirchenboten“ (Zitat Leinweber) und auch mal bei der Emszeitung, wie er verriet. Erst hielt Mönch-Tegeder eine Eloge über die fotografische „Liebeserklärung“ Kromschröders an das Emsland, wurde dann zunehmend kritischer und sprach schließlich den Satz, wonach das Emsland vor 60 Jahren aus einem seit Jahrhunderten währenden Dornröschenschlaf erwacht sei. Und genau diese Aussage beschäftigt mich seither mehr als der Rest der zweigespaltenen Rede. Das Dornröschen-Zitat ist nämlich bestens bekannt. Der Osnabrücker Bischof Wilhelm Berning soll es 1936 anlässlich eines Besuchs der NS-Emslandlager gesprochen haben. Es sei ihm, sagt die offizielle Geschichtsschreibung, „in den Mund gelegt“ worden:

„Lange lag das Emsland im Dornröschenschlaf, bis der Prinz kam und es weckte; dieser Prinz ist unser Führer Adolf Hitler.“ 

Mönch-Tegeder lege ich nichts in den Mund, weil er vom Dornröschen ja gesprochen hat und Berning-Kenner ist, also genau weiß, wie die emsländische Dornröschen-Metapher einzuordnen ist. Eigentlich bleibt ihm nur, dass er das Dornröschen-Zitat genauso ironisch gemeint hat wie seine -sorry:- geradezu geile These, dass Schützenvereine im Emsland in Wahrheit eine Art regionale „Make love not war“-Hippiebewegung seien, schließlich seien Blumen in den Läufen getragener Holzgewehre, was man auf den Kromschröderschen Aufnahmen auch erkennen könne. Mit Dornröschen und den Schützenhippievereinen hätte Mönch-Tegeder das fotografische Augenzwinkern Kromschröders getoppt! Oder?

Tja, ich weiß nicht, ob ich richtig liege, aber meine Leserschar sollte sich allemal die feine Sonderausstellung im Emsland Moormuseum ansehen. Kromschröder lohnt und das Moormuseum selbst  sowieso (Öffnungszeiten Moormuseum täglich außer Mo von 10 – 18 Uhr bis 31.10., Sonderausstellung Gerhard Kromschröder leider nur bis 19. August).

LT

13. Oktober 2010

Die Blogger von carta.info berichten aktuell über diese neuesten Erkenntnisse: Die Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (ACTA) legt neue Zahlen vor:

Die junge, formal höher gebildete Zielgruppe verfolgt das aktuelle Geschehen zunehmend elektronisch – über Internet und TV. Print verliert deutlich. Das Fernsehen zeigt sich robust.

In den sechs Jahren, seit es Acta gibt, haben die Printmedien ein Drittel verloren. Das Internet als Informationsquelle nutzen doppelt so viele. Eine bemerkenswerte Entwicklung, wie ich finde, und keine gute Aussichten für die LT.

Alles weiter findet sich hier

Steffi

27. April 2010

Schon mehrmals habe ich hier in diesem kleinen Blog gelästert, die höchste Form des emsländischen Protestes sei der Leserbrief an die Lokalpresse.  Bloß was macht man, wenn der gar nicht erst veröffentlicht wird, der wohlformulierte  Leserbrief?

Blogleserin Steffi meinte nun zu mir, es sei an der Zeit, einen eigenen Blog zu schaffen für bzw. besser gegen die Zensuraktivitäten und „den-Leserbrief-veröffentlichen-wir-nicht“-Selbstherrlichkeiten der Lokalpresse. Einen Blog, der genau die kleinen Manipulationen und das Unter-den-Tisch-gefallene veröffentlicht.  Vorbild könnte der BildBlog sein. Das klingt spannend und wäre ein weiteres Stück notwendige Gegenöffentlichkeit.

Meine Frage:
Was meinen Sie, sollen wir uns an einen solchen Blog heranmachen? Mich interessieren Ihre Kommentare!

Ausschreibung

16. Januar 2010

Nacktscanner, die die Polizeipolitiker a la CDU-Bosbach gern Körperscanner nennen, erhöhen die Flugsicherheit. So war es heute in Lingens Lokalzeitung zu lesen, die einmal mehr einen ihrer „Jetzt-fragen-wir-mal-auf-der-Straße-nach“-Umfragebeiträge brachte.

Alle vier Befragten sind dafür. Intellektueller Höhepunkt ist sicherlich Peter Boyers Aussage „Körperscanner sind eine gute Idee, weil sie die Sicherheit auf Flughäfen erhöhen“. LT-Befragte Natascha Kielbowicz erkennt: „Das Handgepäck wird schließlich bereits gescannt“, Eckhard Köpke hat „keine Probleme“, allerdings „die Strahlenbelastung … für Vielflieger“ und Bernhard Buerke hat „keine Bedenken“.  Allen vier möchte ich eine Fahrt nach Brüssel empfehlen. Da können sie gleich sechs Nacktscanner kaufen und überall mit hinnehmen, wo sie mehr Sicherheit „auf den Flughäfen“ wünschen.

Denn das EU-Parlament sucht nach Abnehmern für seine Nacktscanner. Seit 2002 verstauben insgesamt sechs Nacktscanner-Geräte  im Parlamentskeller – unbenutzt. Die Parlamentarier wollten sie nicht einsetzen. Jetzt will die Parlamentsverwaltung sie soll schnell wie möglich loswerden.  Heute hat die Ausschreibung begonnen. Interessenten können die Ausschreibung im Amtsblatt der EU finden, Klaus Welle, Generaldirektors des EU-Parlaments klärt auf: „Am 26. Februar wird die Bewertung der Angebote abgeschlossen sein und ein Käufer ausgewählt, so dass Anfang März 2010 die Vertragsunterzeichnung und Übergabe der Geräte erfolgen kann.“

Wie groß das Interesse tatsächlich sein wird, ist allerdings offen: Zwar wollen immer mehr EU-Länder nach dem gescheiterten und von inkompetenten Geheimdiensten trotz väterlichen Hinweises nicht verhinderten Terroranschlag in einem US-Flugzeug Körperscanner an Flughäfen einführe. Allerdings gehören  die Geräte des EU-Parlaments noch der ersten Generation an:  Sie bilden also Körperkonturen mitsamt der Intimzonen scharf ab. Für die vier aufgeklärten Lingener ist dies kein Problem: „„Dann ist es mir auch egal, ob man mich sehen und erkennen kann oder auch nicht.“ …

(Quelle: Der Westen.de; Foto derateru, pixelio.de)

Verachtenswert

3. November 2009

424733_R_by_Dieter-Schütz_pixelio.deAm vergangenen Sonntag habe ich in einem kleinen Beitrag zur Lingener Krematorium-Diskussion ein paar Bemerkungen über die Würde geschrieben, eigentlich mehr über die Würdelosigkeit, eine Trauerstätte in ein Gewerbegebiet zu bauen. Heute wollte ich mir in meinem Blog eigentlich eine kleine Pause gönnen. Aber jetzt möchte ich meine Betroffenheit äußern. Die Emslandausgaben der Neuen Osnabrücker Zeitung NOZ berichten heute über den Tod einer Autofahrerin gestern auf der A 31, dass es ein tragischer Unfall gewesen sei, „aus unbekannter Ursache“, es wird über den schwer verletzten Mann geschrieben, einen nicht verletzten Lkw-Fahrer und 15000 Euro Sachschaden und dann wörtlich: „Bildergalerie unter lt-, ez- bzw. mt-net.de/bildergalerie“.

Wie bitte?! Bildergalerie? Ein  „Klicken-Sie-mal-rein-in-den-Tod“? Wer braucht diese „Bildergalerie“? Was soll sie dokumentieren, was vermitteln? Weshalb ergötzt sich die Lokalpresse an ihr und wird zum medialen Gaffer?

Ich bin betroffen, weil es nicht etwa Gedankenlosigkeit ist sondern das genaue Gegenteil, mit dem die“Bildergalerie“ in „lt-,ez- bzw. mt-“ den Tod eines Menschen für eigene Auflagenzwecke instrumentalisiert. Es ist verachtenswert und würdelos.

(Foto: © Dietmar Schütz, pixelio.de)