Lohne

10. Juli 2019

In (Wietmarschen-)Lohne, wo er ein Jahr unterrichtete, ist Erich Maria Remarque offenbar nie mehr gewesen…

Remarque

6. Juni 2017

Krieg, Diktatur, Vertreibung und Exil sind Zentralthemen in den Romanen von Erich Maria Remarque, der am 22. Juni 1898 in Osnabrück geboren wurde. Einige Zeit lang unterrichtete Remarque als Volksschullehrer im emsländischen Klein-Berßen und auch im benachbarten Lohne; dessen Kirchgänger lehnten  vor einigen Jahren in einer Versammlung ihrer Kirchengemeinde den Vorschlag ihres damaligen Pfarrers Reinhard Trimpe ablehnten, auf dem Kirchplatz an den großen deutschen Schriftsteller zu erinnern. Angesichts dieser Peinlichkeit entschlossen sich die Nachbarn später eine _immerhin 50m lange- Straße nach ihrem Volksschullehrer zu benennen. Nun, damit müssen sie selbst klarkommen.

Remarque sprach sich zeitlebens konsequent gegen den Krieg als Mittel der Politik und  gegen jegliche Heldenverehrung aus. Der durch Krieg, Vertreibung und Verfolgung entwurzelte Mensch beschäftigte ihn in seinen Romanen bis zu seinem Tode 1970. Die Ausbürgerung machte den Schriftsteller 1938 „zum Weltbürger wider Willen“. Zuvor war sein Buch  „Im Westen nichts Neues“ 1933 in Berlin bei der Bücherverbrennung dem Feuer preisgegeben worden, die Nazis entfernten es aus den öffentlichen Bibliotheken.

Nach diesem Wochenende ist Zeit, daran zu erinnern. Denn kein geringerer als Friedensnobelpreisträger Bob Dylan hat in seiner „Nobel Lecture“ – der Vorlesung, die jeder Nobelpreisträger hält – über Songs und Literatur gesprochen, die ihn beeinflusst haben. Vorn dabei und ausführlich gewürdigt: Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues.“

Guckst und hörst Du hier auf der Seite der Schwedischen Nobelakademies.

update, 14.6.17:
Abgeschrieben?

Regen

10. April 2013

KrötenwanderungWie Sie sich gestern Abend gefühlt haben, weiß ich nicht (es sei denn, Sie sind Fußball- oder gar BVB-Fan). Aber ich bin ausgesprochen gern durch den Frühlingsregen gelaufen und dann bekam ich noch diese E-Mail:

Hallo, Robert!

Kannst Du bitte in Deinem Blog kurz auf Krötenwanderung in diesen lauen Aprilnächten mit Regen hinweisen? Wir haben schon Schilder fertig für die Ortsausgänge Schepsdorf Richtung Lohne und Nordlohne…am Rupingorter Kirchweg (sog. Promillestraße) rasen alle-wir wollen ruhig wandern zu unseren Teichen.
Es wandern die Eurokröten so schnell in fremde Taschen.
Gruss!
i.A. Ania
Eine Unke für alle anderen!
Dieser Bitte kann ich  ausgesprochen freudig entsprechen. Also, Ihr Promillenstreckenfahrer, fahrt über die B 213 oder per Rad!

päppeln

19. Oktober 2012

Sie wissen ja, dass Werder Bremen den Sponsor Wiesenhof hat und Wiesenhof, weiß ich seit eben, hat auch einen Sponsor: Sie! Denn auch Wiesenhof hat Millionensubventionen aus der von schwarz-gelb verwalteten niedersächsischen Landeskasse bekommen.

Dies hat Bündnis’90/Die Grünen heute scharf kritisiert. Es ist auch kaum zu glauben, dass die PHW-Unternehmensgruppe, zu der der Geflügelkonzern Wiesenhof gehört, seit 2007 mit mehr als 4,2 Millionen Euro aus dem niedersächsischen Landeshaushalt gefördert wird. Das jedenfalls geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage Landtagsabgeordneten Christian Meyer, Agrarpolitiker der Grünen, hervor. „Zusammen mit dem Schlachthof in Wietze sind damit über 10 Millionen Euro Landesmittel in den Ausbau der Massentierhaltung im Bereich Geflügel geflossen. Die Landesregierung päppelt die Agrarindustrie und zehntausende bäuerliche Familienbetriebe gucken in die Röhre“, kommentierte Meyer diese Fakten.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) hat die „Lohmann Animal Health GmbH“ im Jahr 2007 rund eine Million Forschungsfördermittel für die Entwicklung funktioneller Futtermittel und einer neuen Impfstofftechnologie erhalten. „Was da genau gefördert wurde, verschweigt die Landesregierung mit der Begründung des Schutzes von Betriebsgeheimnissen. Möglicherweise ging es um die Verabreichung von Medikamenten, die Agrarminister Lindemann jetzt angeblich vermeiden will“, kritisiert Meyer. Mit weiteren rund 3 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsfördertopf wurde 2009 und 2010 die Erweiterung eines Geflügelschlachtbetriebs in Lohne (Oldenburg) subventioniert.

Freunde, das sind Eure Steuergelder.

Brisant ist nach Ansicht des Grünen-Abgeordneten Meyer, dass die Staatsanwaltschaft Oldenburg weiterhin ein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der PHW-Gruppe wegen möglicherweise illegal erhaltener Exportsubventionen durchführt. „Das billige Hühnerfleisch aus Niedersachsen mit dem auf Steuerzahlerkosten die Weltmärkte überschwemmt werden sollen, hat fatale Folgen für die Menschen in den Entwicklungsländern. Das FDP-geführte Wirtschaftsministerium gibt der Argarindustrie den entscheidenden Schub“.

Die kleine Anfrage der Grünen mitsamt Antwort der CDU/FDP-Landesregierung finden Sie hier.

zusammen

2. März 2012

Die Zeiten ändern sich. Noch vor 20 Jahren wäre es nicht vorstellbar gewesen, dass  ein führender Verwaltungsmann aus dem Lingener Rathaus für die Auflösung einer „Schule für Schüler katholischen Bekenntnisses“ streitet.  Und auch vor vier Jahren durfte das Undenkbare noch nicht ausgesprochen werden; da wollte man nur beobachten. Doch jetzt hat es angesichts fehlender Kinder doch das eben noch Undenkbare in Lingen  gegeben. Und kluge Eltern haben so entschieden, wie Erster Stadtrat Ralf Büring es wollte: Ihre übergroße Mehrheit hat sich in einer schriftlichen Befragung dafür ausgesprochen, dass die beiden, in einem Komplex nördlich der Georgstraße gelegenen Grundschulen Overbergschule und Erich-Kästner-Schule künftig eine gemeinsame Schule sind. Das Besondere: Die jetzige Overbergschule  gibt dafür den Status als Konfessionsschule für Schüler katholischen Bekenntnisses auf und die künftige gemeinsame Grundschule wird eine Grundschule für Schüler aller Bekenntnisse sein. Stadtrat Ralf Büring: „Der Zusammenschluss sichert die Zukunft des Schulstandortes an der Stephanstraße. Gerade im Hinblick auf die vielen kontroversen Diskussionen, die wir im Vorfeld der Abstimmung geführt haben, spiegelt dieses Ergebnis das große Interesse der Eltern an der schulischen Versorgung ihrer Kinder wider. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Eltern und Beteiligten, die an dieser Abstimmung mitgewirkt haben!“

Am 19. März wird der städtische Schulausschuss jetzt  über die von den Eltern gewünschte Zusammenlegung formell beraten und einen entsprechenden Beschluss fassen. Schon drei Tage später wird der Rat dann in öffentlicher Sitzung  die Empfehlung befürworten. Anschließend muss noch die Landesschulbehörde  zustimmen. Pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres 2012713 erfolgt dann die Zusammenlegung beider Schulen.

Dies war alles andere als ein Selbstläufer, denn die Schullandschaft ist in den katholisch geprägten Teilen Niedersachsens traditionell sagen wir – schwierig strukturiert. Zwar erklärte der Landtag 1954  die „christliche Gemeinschaftsschule“  zur Regelschule, allerdings mit wichtigen Ausnahmeregelungen. Besonders im Gebiet des ehemaligen Land Oldenburg gab es bis zur neuen Niedersächsischen Verfassung von 1993 im Grundschulbereich ausschließlich Bekenntnisschulen.

Nach § 129 Niedersächsisches Schulgesetz sind auch sonst „auf Antrag von Erziehungsberechtigten … öffentliche Grundschulen für Schülerinnen und Schüler des gleichen Bekenntnisses zu errichten.“ Dazu sagt Artikel 6 des „Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhle und dem Land Niedersachsen“ vom 26. Februar 1965 -also eines vökerrechtlichen Vertrages zwischen dem Vatikan und unserem Bundesland-: „Das Land gewährleistet die Beibehaltung und Neuerrichtung von katholischen Bekenntnisschulen.“ Die Folge: In Lingen gibt es bisher fünf, i Niedersachsen insgesamt mehr als 120 Bekenntnisschulen für katholische Schüler sowie eine Handvoll für evangelische Schüler.

In Lohne (Landkreis Vechta) sind die Folgen des Konkonkordats besonders einseitig: Am Ende des Schuljahres 2009/2010  schloss dort die einzige Schule für Schüler aller Bekenntnisse mangels Anmeldungen. Seither besuchen daher alle Lohner Grundschüler ausnahmslos katholische Bekenntnisschulen, obwohl ein Drittel der Lohner Kinder nicht katholisch ist. Auch im benachbarten Vechta, wo ähnliche Verhältnisse vorzufinden sind, war vor drei Jahren ein Antrag nur zum Teil erfolgreich, drei katholische Bekenntnisschulen in Schulen für Schüler aller Bekenntnisse umzuwandeln: Bei einer Elternabstimmung am 15. Dezember 2008 gab es nur in einer der drei Schulen die erforderliche Zweidrittelmehrheit der katholischen Eltern, obwohl sich der damalige Bürgermeister Uwe Bartels, der Stadtrat  und sogar die Vertreter des Bischöflich Münsterschen Offizialats zuvor für die Umwandlung ausgesprochen hatten.

Angesichts solcher Entscheidungen sind wir, pardon sind die Eltern in unserem Städtchen da doch etwas weiter. Dabei agierte Stadtrat Büring im Vorfeld der Entscheidung ausgesprochen geschickt. Beispielsweise sagte er vor einem Jahr im kommunalen Schulausschuss, dass man die beiden Schulen nicht zu der sich damals schon abzeichnenden Zusammenlegung drängen werde. Sofern beide Schulen aber gemeinsam mit dem Wunsch der Zusammenlegung  an die Stadt heranträten, werde die Stadt dieses Verfahren wohlwollend begleiten. Diese zurückhaltende Strategie, hat sich, begleitet durch viele Hintergrundgespräche,  jetzt ausgezahlt. Auf 188 von 218 Stimmzetteln der Eltern war das Ja für die Zusammenlegung angekreuzt. Sie kommt also. Gut so!

(Foto: Zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis zeigten sich am Donnerstag Erster Stadtrat Dr. Ralf Büring, Stephanie Weiß (Vorsitzende des Schulelternrates der Overbergschule), der Schulleiter der Overbergschule Frank Ramler und seine Kollegin Christel Schnieder( Schulleiterin der Erich-Kästner-Schule), der städtische Fachbereichsleiter Schule und Sport Reinhold Möddel und Silke Schmiedl (Vorsitzende des Schulelternrates der Erich-Kästner-Schule)  (v. rechts) © Stadt Lingen (Ems))

Museumstag

14. Mai 2011

„Wer entscheidet heute, an was wir uns morgen erinnern werden?“ fragt seit 1992 die UNESCO in ihrem Programm „Memory of the World“ – „Gedächtnis der Menschheit“. Der 34. Internationale Museumstag greift 2011 diese Frage auf. Zahlreiche  Museen in der Region beteiligen sich am heutigen Sonntag (15. Mai) mit Aktionen zum Motto „Museen, unser Gedächtnis!“ zu beteiligen. Der vom Internationalen Museumsrat (ICOM) jährlich im Mai ausgerufene Tag will auf die Bedeutung und Vielfalt der Museen weltweit aufmerksam machen.

Die niederländischen und die Grafschafter Museen sowie auch die Museen in Lingen beteiligen sich leider nicht, wenn ich dies richtig hier und die Internetseiten aus den Niederlanden ausgewertet habe. Enttäuschend ist auch die Beteiligung von lediglich neun Museen im benachbarten Münsterland.

In Osnabrück hingegen öffnen mustergültig  alle sieben Museen – das wiedereröffnete Kulturgeschichtliche Museum/Felix-Nußbaum-Haus (!), das Museum am Schölerberg – Natur und Umwelt, die Kunsthalle Dominikanerkirche, das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum, das Museum Industriekultur und das Diözesanmuseum – ihre Türen bei freiem (!) Eintritt und bieten Themenführungen vor und hinter den Kulissen, Aktionen für Kinder, neue Präsentationen und den traditionellen Handwerkermarkt des Museum Industriekultur.

  • Drei Museen des Landkreises Emsland veranstalten einige kleinere Aktionen. Das Archäologiemuseum an der Koppelschleuse in Meppen ab 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die aktuelle Sonderausstellung „Tiger, Panda & Co. – Flora und Fauna des Waldes“ an.  Im Anschluss an die Führung wird vor dem Museum wie in der Steinzeit Feuer entfacht. Dort dürfen sich Kinder Stockbrot backen. Der Eintritt ist an diesem Sonntag ermäßigt: Familien zahlen 7 Euro, Erwachsene 4 Euro und Kinder ab 6 Jahren 1,50 Euro.
  • Schloss Clemenswerth in Sögel veranstaltet um 15 Uhr ebenfalls eine Führung zum Thema, wie die Geschichte des Schlosses und seines Erbauers Clemens August bis heute bewahrt, ausgestellt und vermittelt wird. Die Führung ist im regulären Museumseintritt von 5 Euro für Erwachsene, 2,50 Euro für Kinder und 12 Euro für Familien inbegriffen. Die Teilnehmerzahl ist allerdings auf magere 25 Personen begrenzt und man sollte sich auch unter der Telefonnummer 05952/932325 anmelden.
  • Fünf Themenführungen a 45 Minuten stehen Emsland-Moormuseum in Groß Hesepe auf dem Programm. Um 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr stehen die zahlreichen Objekte der Sammlung  im Mittelpunkt. Zudem gibt es „eine kleine Überraschung“ für die  Besucher. Die  Teilnahme an den kostenlosen Führungen ist nur in Verbindung mit einer (kostenpflichten) Eintrittskarte möglich.

Schwierigkeiten sich auch nur an einen Tag zu erinnern, dürfte Sonntagabend wohl die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Johanna Wanka haben. Peinlich! Ihr überzogen wirkendes Tagesprogramm ist offenbar vor allem der ministeriellen PR-Arbeit bzw. den regionalen Zeitungen geschuldet aber nicht dem ehrlichen Interesse an erfolgreicher, interessanter Museumsarbeit:
Um 11 Uhr eröffnet sie nämlich in Emden im Rahmen eines Festaktes in der Johannes a Lasco-Bibliothek (1) den Internationalen Museumstag für Niedersachsen. Anschließend besucht die Ministerin die Kunsthalle Emden (2) und das Ostfriesische Landesmuseum (3). Dann fährt die CDU-Politikerin nach Oldenburg in das Stadtmuseum / Horst Janssen-Museum (4) und das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (5). Weitere Stationen der Ministerin werden das Industriemuseum Lohne (6) und das Tuchmachermuseum Bramsche (7) sein. Da fragt man sich, warum sie so übertreiben muss und erinnert sich an japanische Reiseprogramme aus dem 20. Jahrhundert: „Europa in 96 Stunden.“ London-Paris-München-Venedig-und-tschüss  Und man empfiehlt ihr ein herzliches „Weniger ist mehr!.“

Wiesenhof

8. April 2011

„Die romantische Vorstellung vom bäuerlichen Leben, die zum Beispiel der größte Hühnerfleischproduzent Wiesenhof mit einer ländlichen Idylle auf seinen Verpackungen suggeriert, gibt es nirgendwo mehr“, sagtFriedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis’90 – Die Grünen, und bezeichnet „diese Art der Verbrauchertäuschung als Betrug“ Seine Forderung: eine bessere Kennzeichnungspflicht für alle Lebensmittel. Ganz bewusst werde der Kunde nicht aufgeklärt. „Als die Eier aus Käfighaltung mit der Ziffer 3 als solche gekennzeichnet wurden, ging die Nachfrage in den Keller“, verweist der Politiker auf das Kaufverhalten der Bevölkerung. „Der Verbraucher ist nicht so dumm, wie oft behauptet wird“, so der grüne Bundestagsabgeornete vor einigen Tagen in Westfalen.

Inzwischen hat der so kritisierte Produzent Wiesenhof ein weiteres Problem. Die Unterbringung seiner Arbeiter der Wiesenhof- Großschlachterei in Lohne (Kreis Vechta) gerät in die öffentliche Wahrnehmung. Der Eindruck: Die meist aus Osteuropa stammenden Männer werden genauso zusammengefercht wie das Geflügel in den Massentierställen. Da sind es 22 Hühner auf den Quadratmeter, acht Hühner-Generationen im Jahr, ganze acht Cent Gewinn pro Tier. Es rechnet sich, weiß Ostendorff.

Das Neue: Bei den Arbeitern der Geflügelindustrie ist es inzwischen ähnlich: Zwölf Männer in einem Wohnhaus, das eigentlich nur für den Platzbedarf einer Kleinfamilie gedacht war. Das ist kein Einzelfall. 19 solcher überbelegten Häuser gibt es allein in Lohne (Landkreis Vechta). Die so untergebrachten Arbeiter aus Osteuropa arbeiten für die Großschlachterei von Wiesenhof, Deutschlands größtem Markengeflügel-Produzent. Der NDR berichtet: „Für viele Lohner und ihre Stadt-Spitze sind diese Arbeiterquartiere eine Zumutung. Sie wollen dem ein Ende setzen.

Der Unmut in der Nachbarschaft der Häuser ist groß: „Die Parkplatzsituation ist katastrophal“, stöhnen die Anlieger. „Die Häuser leiden. Samt Kanalisation sind sie einfach nicht auf so viele Menschen ausgelegt“, sagen die Menschen auf der Straße.
Auch Lohnes… “

Lesen Sie weiter auf der Seite des NDR, wie der Landkreis Vechta auf die Missstände reagiert und weshalb sich sonst noch manche Lohner ihre Gedanken machen.

Grafschaft

24. Februar 2011

Alle Tipps und Informationen zu einem schönen (kurzen) Radurlaub im westlich benachbarten Landkreis finden sich jetzt in einer neuen Broschüre „Radwandern in der Grafschaft Bentheim“. So führt die Grafschafter Fietsentour auf der 220 Kilometer langen Hauptroute einmal durch den Nachbarkreis. Dazu kommen 25 Tagestouren. Zwischen Emsland, Westfalen und den Niederlanden gelegen  ist natürlich grenzüberschreitend Rad fahren für die Routenplaner selbstverständlich. Eingebunden sind folglich auch das südliche und mittlere Emsland. Der nicht nur im Notfall hilfreiche Fietsenbus 165 fährt von April bis Oktober an allen Wochenenden  von Lingen (Ems) im 2-h-Rhythmus über Lohne, Wietmarschen und Klausheide nach Nordhorn.

Natürlich, weiß die neue Broschüre, sind alle Radrouten in der Grafschaft Bentheim einheitlich und übersichtlich beschildert. Hier finden Sie die neue Publikation als pdf-Dokument. Den besten Streckenüberblick verschafft man sich mit der Radwanderkarte zur Grafschaft Bentheim. Sie gibt es im Lingener Buchhandel (auch online) aber auch  z.B. im Online-Shop der Grafschaft-Bentheim-Touristik, wo man sich auch GPS-Tracks zu den Routen herunterladen und dann ganz bequem dem eigenen „Navigationsgerät“ vertrauen kann.

(Quelle)

Unmoralisch

21. November 2010

Im Westen nichts Neues; denn jeder blamiert sich so gut, wie er kann. Heute haben die im Westen wohnenden Lohner in einer Versammlung ihrer Kirchengemeinde den Vorschlag ihres eigenen Pfarrers Reinhard Trimpe abgelehnt, auf dem Platz vor ihrer Kirche an den großen deutschen Schriftsteller Erich Maria Remarque zu erinnern. Dessen Lebenswandel ist den bigotten Kirchengliedern  suspekt. Also errichtet man auf dem Platz vor der Kirche jetzt Skulpturen für den ehemaligen Weihbischof von Münster Nils Stensen, der sich 1681 besuchsweise in Lohne aufhielt, und den „Missionar“ Heinrich Bürschen, der aus Lohne stammt. Die dritte Skulptur soll an Kaplan Hermann Lange erinnern, der als Gegner des NS-Regimes am 10.11.1943 im Alter von 41 Jahren in Hamburg hingerichtet wurde. Erich Maria Remarque aber kommt nicht auf den Kirchplatz der Lohner.

Seit 8 Jahren setzt sich der katholische Lohner Pfarrer Reinhard Trimpe dafür ein, dass in Lohne die Erinnerung an große Männer, die Bezug zu dem Ort haben, durch Denkmäler wachgehalten wird. Über ein ehrendes Gedenken an seine Amtsbrüder ist er bisher aber nicht hinaus gekommen. Daran hat sich auch heute nichts geändert. Im Gegenteil.

Die politische Gemeinde will bis heute nicht an NS-Opfer August  Perk erinnern, der 1919/20 in einer Schmiede arbeitete,  sich häufig mit dem in Osnabrück geborenen Junglehrer Remarque traf und ihm  auch von seinen Kriegserlebnissen berichtete. Remarque bliebt nur 8 Monate in Lohne, unterrichtete dann auch kurz in Klein Berßen (Emsland).  In seinem 1928 für die Vossische Zeitung geschriebenen Fortsetzungsroman Im Westen nichts Neues verarbeitete der Schriftsteller neben eigenen Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg und den Berichten von August Perk vorwiegend die Erzählungen verwundeter Soldaten, die er  nach einer schweren Verwundung im Lazarett kennengelernt hatte. Der Roman machte Erich Maria Remarque bald nach seinem Erscheinen als Buch (1929) und der Hollywood-Verfilmung durch Lewis Milestone (1930) weltbekannt. Das Buch erschien in 50 Sprachen.

Am Tag nach Hitlers so genannter Machtergreifung, verließ Remarque Deutschland und ließ sich in  der Schweiz nieder. Hier hatte er Kontakt zu anderen emigrierten deutschen Schriftstellern, darunter  Thomas MannCarl Zuckmayer, Ernst TollerElse Lasker-SchülerLudwig Renn) und gewährte anderen Emigranten aus Deutschland Obdach. Remarques Bücher wurden im Zuge der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland mit dem „Feuerspruch“ „Gegen literarischen Verrat am Soldaten des Weltkriegs, für Erziehung des Volkes im Geist der Wehrhaftigkeit!“ verbrannt. 1938 wurde ihm vom NS-Regime die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Ab 1939 lebte er in den USA, wo er auf weitere deutsche Emigranten wie Lion FeuchtwangerBertolt Brecht und die Schauspielerin und Nazigegnerin Marlene Dietrich traf.

Für die Lohner Katholiken steht indes das Privatleben des Schriftstellers im Mittelpunkt, dem 1967 das Große Verdienstkreuz der  Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde. Kirchenvorstandsmitglied und Friedhofsrendant Wilhelm Jessing hob heute Mittag warnend den moralischen Zeigefinger und meinte, der „unmoralische Lebenswandel“ mit wechselnden Beziehungen sei zu kritisieren. Deshalb könne Remarque kein Vorbild für Christen sein und gehöre nicht auf den Kirchplatz.  Auch der stellvertretende Bürgermeister Heinz Welling (CDU) stieß heute in dasselbe Horn. Landtagsabgeordneter Reinhold Hilbers (CDU) und CDU-Ratsfrau Monika Westermann sagten kleinlaut, man solle das Andenken an Remarque „stärker würdigen“. Dafür aber gebe es im Gemeinderat keine Mehrheit. Viel peinlicher geht es kaum.

So treffen also 2010 einmal mehr Erich Maria Remarque und August Perk (Foto: Gunter Deming, Stolperstein in Nordhorn) auf die Lohner Kreisklasse, der bekanntlich der in Osnabrück geborene Remarque in seinem Buch „Der Weg zurück“ einige Seiten gewidmet hat. Denn vor knapp drei Jahren hatte der CDU-dominierte Gemeinderat einen Antrag von SPD-Ratsherr Hermann Nüsse zurück gewiesen, eine Neubaustraße nach NS-Opfer August Perk zu benennen. Man entschloss sich stattdessen für Igel, Marder und Dachs als Namensgeber.  Der Lohner August  Perk war am 12. Mai 1945 in einem Braunschweiger Krankenhaus im Alter von 47 Jahren an den Folgen  unmenschlicher NS-Haft verstorben. Dazu war der Textilarbeiter verurteilt worden, nachdem er 1943 einer Nachbarin gegenüber gesagt hatte, der Krieg sei nicht zu gewinnen. Eine Straße, vermeldete die LT Im Jnuar 2008, wollte der Gemeinderat trotzdem nicht nach dem „Eigenbrötler“ August Perk  benennen…

(Quelle: wikipedia)

unsachgemäß

21. Januar 2010

Aktuelle Meldung auf NDR2:

„Bei Apothekeneinbrüchen in Wietmarschen und Lohne sind Betäubungsmittel und Medikamente entwendet worden, die bei unsachgemäßer Anwendung zu schweren Gesundheitsschäden führen können! Hinweise zum Verbleib der Arzneimittel bitte an die Polizei in Lingen unter der Telefonnummer 0591 / 870.“

Es scheint mir, dass dieser Warnhinweis wenig mit Verkehrsfunk zu tun hat, mehr mit Polizeiarbeit, mit Aufklärung von Straftaten, mit Denunziation. Denn können Betäubungsmittel und Medikamente nicht immer „bei unsachgemäßer Anwendung zu schweren Gesundheitsschäden führen“? Also sollte man eher dazu auffordern, die gestohlenen Präparate anonym abzugeben, zB bei einem Anwalt. Der wird es dann schon an die Freunde mit der Rufnummer Lingen 870 weiterreichen. Da sind die Risiken und Nebenwirkungen auch ohne Packungsbeilage, Arzt oder Apotheker für die Beteiligten geringer.