Erich Maria Remarque

25. September 2020

Auf Erich Maria Remarque ist Deutschland längst stolz – auf ihn, den US-amerikanischen Staatsbürger, der viel in der Schweiz lebte. 1964 erhielt Remarque die Justus-Möser-Medaille seiner Geburtsstadt Osnabrück, 1967 das Große Bundesverdienstkreuz. 1968 wurde Remarque als Mitglied in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Insbesondere diese Ehrung soll den 70-Jährigen sehr gefreut haben. Seit Längerem immer wieder schwer krank starb der Schriftsteller heute vor 50 Jahren am 25. September 1970 in einer Klinik im schweizerischen Locarno.

Der NDR würdigt diesen großen Deutschen:

„Als 18-Jähriger muss Erich Paul Remark zum Militär. Nach kurzer Ausbildung kämpft er im Ersten Weltkrieg als Rekrut an der Westfront. Sehr bald wird er von Granatsplittern schwer verwundet, liegt lange im Lazarett – und intensiviert dort sein Schreiben. „Den wahren Schrecken des Krieges lernt man erst im Lazarett kennen“, formuliert er später in seinem Anti-Kriegsroman „Im Westen nichts Neues“, mit dem er als Erich Maria Remarque berühmt wird.

Als Erich Paul Remark kommt der Schriftsteller am 22. Juni 1898 in Osnabrück als Sohn des Buchbinders Remark auf die Welt. Diese Tatsache, die 30 Jahre später aus politischen Gründen bestritten wird, ist durch eine Geburtsurkunde der Stadt belegt. Er besucht er die Schule, danach das katholische Lehrerseminar. Im Jahr 1916 erscheint sein erster Text „Von den Freuden und Mühen der Jugendwehr“.

Als der Krieg zu Ende ist, absolviert er seine Lehrerprüfung und beginnt in Lohne bei Lingen als Volksschullehrer zu arbeiten, unterrichtet einige Wochen in Klein Berßen, schließlich einen Monat lang in Nahne bei Osnabrück. Aber der Beruf ist nicht das Richtige für ihn. Er quittiert den Schuldienst, hält sich mit Jobs über Wasser, schreibt Gedichte und Kurzgeschichten und veröffentlicht Theater- und Konzertkritiken bei der „Osnabrücker Tages-Zeitung“. In dieser Zeit experimentiert er mit Künstlernamen. Er sieht den Ursprung seines Namens Remark bei französischen Vorfahren und entscheidet sich irgendwann – auch in Anlehnung an den Schriftsteller Rainer Maria Rilke – für Erich Maria Remarque. 1920 erscheint sein erster Roman „Die Traumbude“…“

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FritzBauerFilmKinostart:
„Der Staat gegen Fritz Bauer“
Deutschland 2015, 105 Minuten 
Regie: Lars Kraume 
Schauspieler Burhart Klaussner, Ronald Zehrfeld u.a.

Mit „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (Alamodefilm)kommt ein bemerkenswerter deutscher Film in die deutschen Kinos.

Zum Abschluss des 68. Filmfestivals Locarno bekam der Film über den aufrechten früheren hessischen Generalstaatsanwalt mit dem begehrten Publikumspreis eine besondere Auszeichnung. Sie geht an einen von sechs Filme, die außerhalb des „eigentlichen“ Wettbewerbs im „schönsten Kinosaal der Welt“  auf der Piazza Grande, dem zentralen Platz der Stadt am schweizerischen Ufer des Lago Maggiore, unter freiem Himmel gezeigt werden. Die 6000 Plätze dort waren allabendlich ausgebucht. Inzwischen haben die deutschen Filmkunstkinos den Film als besten deutschen Film des Jahres 2015 mit dem Gildepreis ausgezeichnet.

Der beeindruckende Spielfilm über Fritz Bauer reflektiert die Ereignisse um die Jagd auf den SS-Schergen Adolf Eichmann im Deutschland des Jahres 1957.  In der jungen Bundesrepublik waren damals zahlreiche Schlüsselpositionen in Wirtschaft und Politik von alten Nazis besetzt, die kein Interesse daran hatten, dass flüchtige Verbrecher des NS-Regimes vor Gericht gebracht werden.

„Im Gegensatz zu seinem großangelegten Werk „Die kommenden Tage“ (2010)“ inszeniert der zweifache Grimmepreis-Träger Lars Kraume die Arbeit „Der Staat gegen Fritz Bauer“  „über weite Strecken als reines Kammerspiel. Das zu weiten Teilen auf historischen Fakten basierende Drama bietet statt Action hitzige Wortgefechte in alten, muffigen Amtsstuben. Trotzdem gelingt es Kraume Spannung und Intensität zu erzeugen. Er verbindet die mitreißende Unmittelbarkeit des besseren Hollywoodkinos mit Ernsthaftigkeit und historischer Genauigkeit. Gemeinsam mit seinem Hauptdarsteller Burghart Klaußner („Das weiße Band“) zeichnet Kraume in „Der Staat gegen Fritz Bauer“ das gelungene Porträt eines Helden, der Bewunderung weckt und zugleich vollkommen menschlich bleibt. Klaußner zeigt eine facettenreich-charismatische Darbietung und lässt Bauers eigenartigen Dialekt genauso wie den trockenen Humor, die spitze Zunge und den großen Scharfsinn lebendig werden“, schreibt Kritiker Gregor Torinus auf  FILMSTARTS.de.

„Der Staat gegen Fritz Bauer“ kommt am Donnerstag, 1. Oktober in die deutschen Kinos. Zuvor findet gerade eine große Kinotour des Filmmacher statt –  am Samstag auch in Osnabrück. Lars Kraume persönlich stellt dort um 15 Uhr im Cinema Arthouse den Film vor; Politiklehrer haben nach Voranmeldung freien Eintritt.

Leider läuft der Film über Fritz Bauer zunächst nicht in unserer Stadt. Dabei hat der Film sogar ein ganz, ganz, ganz klein wenig mit Lingen (Ems) zu tun: Regisseur Lars Kraume ist Neffe von Bernd Barkey aus dem Ortsteil Baccum. Bernd Barkey und seine Frau Anne sind beide Lehrer, sie in Lengerich (vielleicht auch schon nicht mehr), er früher an der Pestalozzischule, zuletzt in Biene…