ein Format, bei dem

12. August 2019

Vom 5. bis 22. September 2019 beschäftigt sich das Literaturfest Niedersachsen mit dem Thema „Mut“, das seit jeher mit herausragender Kunst einhergeht: ob hervorgerufen durch den Widerstand gegen bestehende Machtverhältnisse oder durch das Wagen von etwas Außergewöhnlichem. Die Auseinandersetzung mit mutigen Künstlern und mutiger Kunst bietet vielfältige Anknüpfungspunkte: von politisch couragierten Literaten über abenteuerlustige Schriftsteller bis hin zu revolutionären Werken, die es schafften, die Grenzen von „Mut“ neu zu definieren.

Wenn Sie sich das Programmheft hier herunterladen, dürfen Sie gern auf die Suche nach Veranstaltungen in unserr Gegend gehen. Sie werden dann in Lingen(Ems) wie in der Grafschaft Bentheim keine Veranstaltungen finden. Also nicht etwa wenige – nein, gar keine. Dabei will ich gar nicht davon reden, dass die Grafschaft gleich als Emsland präsentiert wird. Ich glaube, diese Null ist eine Premiere bei dieser Literaturveranstaltung, zu der Björn Thümler (CDU) als Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur über hochkarätige Literatur im  Flugzeughangar des Marinefliegerkommandos Nordholz und darüber schwurbelt, „dass das Fest ein Format ist, bei dem nicht nur die Städte, sondern auch der ländliche Raum unseres Flächenlandes einbezogen wird“. 

Dazu wird auch noch auf jegliche Veranstaltung im Bereich des ehem. Regierungsbezirks Oldenburg und auch rundum Braunschweig verzichtet. Merke: Wenn man nur oft genug sagt, dass die Erde eine Scheibe ist, glauben es die Leute vielleicht. Das ist dann wohl Mut oder „das Wagen von etwas Außergewöhnlichem“.

Nicht verschweigen wollen wir, dass es am 11. und 18.9. zwei kleinere Lesungen in Meppen gibt. Ansonsten wird das Land an Ems und Vechte gerade nicht einbezogen, also auch nicht unser „Mittelzentrum mit oberzentralen Teilfunktionen“ – aber der genannte Flugzeughangar und das Stadion von Werder Bremen.


Foto: © Literaturfest Niedersachsen

Leidenschaft

14. September 2016

lf_artist_rectangle20160428-15822-11zvl8i-4ca05a482a7ae9f0dd23cb06d5f9218cFassbinders LOLA – nur ganz anders
Literaturfest Niedersachsen – Leidenschaft
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz
Heute (Mi 14.9.) – 20 Uhr
Eintritt: 10 – 15 Euro

Die Edelhure LOLA ist Objekt der Begierde in der Villa Fink, einem Bordell in einer deutschen Kleinstadt, die symbolisch für die junge Bundesrepublik steht. Hier treffen sich die lokalen Honoratioren, vom Bürgermeister bis zum Bankdirektor. 

Rund um den örtlichen Bauunternehmer, der LOLA als seinen Privatbesitz betrachtet, und den unsterblich verliebten Baudezernenten entspinnt sich eine Story um Geld, Grundstücke, käufliche und echte Liebe.

Für das Literaturfest Niedersachsen verwandeln sich die Schauspieler Harry Baer und Axel Pape in einer szenischen Lesung in die Figuren des großen Leinwanderfolgs von Rainer Werner Fassbinder.  Sie bringen ganz unterschiedliche Erinnerungen an Fassbinders „LOLA“ mit: Harry Baer hat den Dreh hautnah miterlebt. Als Schauspieler und künstlerischer Mitarbeiter war er entscheidender Wegbegleiter Fassbinders. Axel Pape trifft bei der szenischen Lesung von „LOLA“ auf Helden seiner Jugend. Am 14. September 2016 tauchen die beiden Schauspieler im Professorenhaus Lingen in eine Geschichte rund um Geld, Grundstücke, käufliche und echte Liebe ein.

Baer und Pape liefern sich im Professorenhaus einen humorvollen Schlagabtausch – in ihren Rollen und zwischen den Zeilen.

Harry Baer ist Schauspieler, Produzent und Autor. Seine Filmkarriere begann 1969 an der Seite von Rainer Werner Fassbinder, bei dessen Filmen er vor und hinter der Kamera mitwirkte. Er spielte in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen wie „Berlin Alexanderplatz“, „LOLA“, „Die Sehnsucht der Veronika Voss“, „Tatort“, „Polizeiruf“ und arbeitete mit namhaften Regisseuren wie Doris Dörrie, Mika Kaurismäki und Bernhard Sinkel.

Axel Pape begann seine Schauspielkarriere am Theater in Dortmund, Mannheim, Berlin und Düsseldorf. Mit seiner Rolle als Kommissar in „Die Wache“ wechselte er 1992 erfolgreich vor die Kamera und spielte seitdem in zahlreichen Kino- und Fernsehproduktionen, u. a. in „14 Tage lebenslänglich“, „Die Stunde der Offiziere“, „Tatort“, „Im Namen des Gesetzes“ und „Wir sind jung. Wir sind stark.“ 2015 war Pape nominiert für den deutschen Filmpreis und Gewinner des Friedenspreises des Deutschen Films. Seit 2014 gastiert er am Schauspiel Köln.

Literaturfest

2. Juli 2012

Freiheit ist die Überschrift des „Literaturfest Niedersachsen“ in diesem Jahr. Es ist das 7. Literaturfest und hat hat für sein Thema außergewöhnliche Orte ausfindig macht, die die Routine üblicher Leseveranstaltungen durchbrechen und ihre eigene Geschichte liefern: Im Hubschraubermuseum Bückeburg wird die schwerelose Freiheit über den Wolken vor Augen geführt und im Amtsgericht Bremerhaven werden literarische Fluchtversuche durchgespielt. Auf der Inselfestung Wilhelmstein im Steinhuder Meer kommen berühmte Gefangene der Geschichte zu Wort, und im Celler Schloss gehen Revolutionäre auf die Barrikaden.
Ungebundener, aufregender und freier war die Literatur selten. Vom 6. bis 23. September sind bei 25 Veranstaltungen prominente Autoren und Schauspieler zu Gast, teilte die Niedersächsische VGH-Stiftung als Veranstalterin mit.
Ganz frei sind übrigens unser Landkreis Emsland und unsere Stadt Lingen (Ems), nämlich frei vom Literaturfest. Allein im Nordhorner Kloster Frenswegen findet in der „Region Emsland“ ein Abend der Literatur statt (mehr…).

Als aktuelle Alternative ist übrigens die Veranstaltungsreihe Handverlesen des Kunstverein Lingen in der Kunsthalle geeignet. Am Mittwoch, 4. Juli  19.30 Uhr und an drei weiteren Abenden im Juli lesen bekannte Lingener aus ihren Lieblingsbüchern. Eintritt: 3 Euro (erm. 1,50)