das allererste Mal

20. April 2018

Am Mittwoch habe ich mich mit dem Präsidenten des Kreissportbundes Michael Koop am Emslandstadion Lingen getroffen, um dort den Kunstrasenplatz zu inspizieren, der „nun endlich, nach drei Jahren, seine Barriere-Umrandung bekommen hat. Die Sportstätte erfüllt damit das Regelwerk des DFB.

Das Treffen hatten wir beide unlängst am Rande eines Fußballspiels in Altenlingen verabredet – bei einem ersten, kurzen Gespräch über die Förderung des Sports nach der Oberbürgermeisterwahl. Wir waren uns einig, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Michael Koop und ich haben vorgestern weiter diskutiert, was unsere Stadt mehr für den Sport tun und was verbessert werden kann. Über das Treffen an der Lingener Teichstraße gab es anschließend eine Presseerklärung, die allerdings in der Lokalzeitung nur rudimentär veröffentlicht worden ist, die traditionell gegen Ende eines Wahlkampfes die Wahlberichterstattung einstellt. Hier der weiter, kmplette Text der Pressemitteilung:

„KSB-Präsident Michael Koop nahm den Vorschlag für ein gemeinsames Gespräch sofort an. Er betonte, es sei überhaupt das allererste Mal, dass ein Bürgermeisterkandidat ihn um eine Gespräch über die lokale Sportpolitik gebeten habe. „Ich würde auch jede andere Einladung eines Kandidaten annehmen, wenn sie käme“, ergänzte der Sportfunktionär und verwies auf ähnliche Gespräche mit den CDU-Landtagsabgeordneten Bernd-Carsten Hiebing und Christian Fühner vor der Landtagswahl im vergangenen Herbst.

„„Sport“ ist nämlich die größte Bürgerbewegung in Lingen mit 22.500 Mitgliedern in 80 Vereinen. Durch den ehrenamtlichen Einsatz der Lingener und Lingenerinnen als Trainerinnen, Trainer, Übungsleiterinnen und -leiter, und Vorstandsmitglieder, wie auch als Helferinnen und Helfer bei Sportfesten, Turnieren und im ganz alltäglich „Betrieb“ machen sich viele verdient um unsere Gesellschaft und stärken sie nachhaltig“, informierte Michael Koop. „Darum sollte die Stadt Lingen den Sport stärken.“

Namensvetter Robert Koop griff dies auf: „Ich will, dass Lingen Vorreiter ist und in Zeiten Sportstadt wird, in denen die klassische ehrenamtliche Vereinsarbeit – leider – auf dem Rückzug ist.“ Michael Koop: „Die Gesellschaft muss aufpassen, dass Ehrenamtliche auch weiter Lust haben sich zu engagieren. In ganz Niedersachsen ist bsüw. die Zahl der Ehrenamtler in den letzten Jahren von knapp einer Viertelmillion auf nur noch 170.000 zurückgefallen.“

„Dabei wissen alle um die gesellschaftspolitische Bedeutung des Sports. Er vermittelt Werte wie Toleranz und Fairness, er führt Menschen unterschiedlicher Kulturen und sozialer Hintergründe zusammen. Sport unterstützt Integration und Bildung und ist nicht zuletzt Teil eines gesunden Lebensstils. Für die Ortsteile und unsere Stadt sind unsere Sportvereine vielleicht sogar der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Hier trifft man sich bewegt etwas, hilft einander, erlebt Spannung, Erfolg und Misserfolg: Man gewinnt oder verliert zusammen.“ 

Der OB-Kandidat: „Wir müssen daher unsere Lingener Vereine finanziell besser ausstatten und dürfen sie zweitens nicht allein lassen, wenn sie sich unabsichtlich in ausweglos erscheinende Situationen manövriert haben.“

Dazu habe ich Michael Koop meine konkreten Vorschläge vorgelegt, was ich im Fall meiner Wahl zum Oberbürgermeister umsetzenwill:

  • Unsere Sportstätten und deren Pflege will ich kontinuierlich verbessern.
  • Die Übungsleiterpauschale muss erhöht werden,
  • und ich will für unsere Vereine in Lingen eine kostenlose und freiwillige Steuer- sowie Rechtsberatung ermöglichen.
  • Das vor 20 Jahren begonnene, vor einigen Jahren allerdings gestoppte Programm, alle Turnhallen zu modernisieren, will ich wiederaufnehmen.

Mit mir wird es nicht so sein, dass z.B. in Altenlingen so lange auf eine Entscheidung zur Sporthalle gewartet wird, Mittel aus dem ZILE-Förderprogramm des Landes zu beantragen, dass sie inzwischen möglicherweise aufgebraucht sind. Oder weshalb in Bramsche für den notwendigen Neubau der einsturzgefährdeten Turnhalle kein Antrag auf vorzeitigen Baubeginn gemäß Landeshaushaltsordnung gestellt worden ist, ist für mich nicht nachvollziehbar. Mit einem solchen Antrag hätte der Bau bereits vor Monaten anfangen können.“

Robert Koop: „Wir haben auch den öffentlichen Hilferuf der Schwimmvereine gehört, die für die sportliche Nutzung des »Linus« so viel Geld zahlen sollen, dass sie keine Meisterschaften mehr ausrichten können. Ich fordere daher den Verzicht seitens der Stadt Lingen auf  Nutzungsentgelte für unsere Schwimmer und Taucher – und im Gegenzug die Übertragung der Schwimmausbildung unserer Kinder auch auf diese Vereine. Gleichzeitig ist für mich ein kleines, feines Programm zur  „Sportgeräteförder “  genauso notwendig wie eine bessere Förderung, wenn Vereine in Eigenleistung ihre Sportstätten ausbauen“, so der Oberbürgermeister-Kandidat.

Robert Koop: „Kurzum: Es gilt Rahmenbedingungen für unsere Vereine und die in den Vereinen engagierten Bürger deutlich zu verbessern. Wir dürfen über die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements nicht nur reden, sondern müssen sie auch umzusetzen.“

KSB-Präsident Michael Koop zeigte sich über die sportpolitischen Schwerpunkt im „Programm für Lingen“ des OB-Kandidaten Robert Koop erfreut und unterstrich, dass „diese Punkte die Vorstellungen des Kreissportbundes entsprechen.“ Sie seien nach seinem Eindruck für die Stadt Lingen (Ems) auch bezahlbar.“

Suchmeldung

19. Juni 2017

Einen lieben-langen schönen Tag war ich im im frischen und blanken Weser-Ems-Norden. Gestern Mittag bin ich mit dem Zug in unsere, sich so gern selbst lobende Stadt zurück gekommen. Sofort fiel mir wieder auf, wie dreckig es hier doch ist. Wirklich jede Laterne war voller Aufkleber, zu 70% abgerissen, grau, klebrig, schmutzig..

Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben und veröffentliche hiermit eine Suchmeldung:
Wer mir binnen 72 Stunden (also bis 22.6., 24.00 Uhr) in Lingens Innenstadt einen einzigen, aufkleberfreien Laternenpfahl präsentiert, bekommt eine Freikarte für’s LINUS-Bad.

Cold Water Challenge

25. Juli 2014

Das Abifestivaltream wurde vom Ordnungsamt Lingen zur Cold Water Challenge herausgefordert. Das nahmen die Matadoren natürlich dankend an! Hier das finale nächtliche Bilddokument.

Freitagsfragen

15. März 2013

LinusLingenAktuell darf man sich die Frage stellen, ob die Übernahme einer städtischen Bürgschaft für einen zu 100% städtischen Betrieb in nicht-öffentlicher Sitzung des Lingener Rates erfolgen darf. Und die Frage, in welchem Ratsgremium eigentlich in öffentlicher Sitzung darüber diskutiert und entschieden wurde,  stolze 7,4 Mio Euro (allein) in den Saunabereich und die Gastronomie des LINUS-Bades zu investieren. So viel hat dieser Teil der Gesamtrenovierung nämlich gekostet. Insgesamt verbrauchte die „Modernisierung“ des LINUS-Bades sogar 13 Mio Euro. Das ist in etwa so viel, wie 1995/96 der LINUS-Neubau gekostet hat. Zum Vergleich: Für so viel Geld bekommt man mehr als eine halbe Emslandarena, sofern die Zahlen noch aktuell sind, die für den „EL21“-Leuchtturm  den Lingener Ratsgremien vorgelegt worden sind.

Dass der umgebaute LINUS-Saunabereich jetzt „gut angenommen“ wird, wie ich hören durfte, beantwortet nicht die drängenden Fragen; denn es wäre doch noch schöner, wenn so viele Millionen ausgegeben würde, ohne dass die Investition auch genutzt würde.

„Meine“ BN-Fraktion hat sich bei dem Ratsbeschluss über die Bürgschaft enthalten. Wir sehen nämlich erheblichen Aufklärungsbedarf. Die Fraktion „Die BürgerNahen“ hat außerdem gefordert, dass über die jetzt im Rat erstmals mitgeteilten 7,4 Mio Euro umfassend im zuständigen Ausschuss des Rates berichtet wird – einschließlich eines detaillierten Berichts des Rechnungsprüfungsamtes. Immerhin erinnere ich mich, dass sich die „Inbetriebnahme“ der „Saunalandschaft“ im LINUS monatelang verzögerte. Bevor die Renovierung startete, sollten die Kosten im Vorfeld auf 4 Mio Euro begrenzt werden; sie wurden dann öffentlich bei der Auftragsvergabe mit 5 Mio Euro angegeben, obwohl in Verwaltungsvorlagen bereits von 6,05 Mio Euro gesprochen wurde, vor allem wegen der Stahlpreiserhöhung, was wohl bei Auftragserteilung 2010 gerade nicht zutraf, da der Stahlpreisindex damals längst wieder gesunken war (guckst Du hier). Bei der Eröffnung im Juli 2011 berichtete die Lingener Tagespost  von einer 6 Mio-Investition für diese Attraktion.  Nun erfährt der neue Rat eher beiläufig, dass die Renovierung 7,4 Mio Euro gekostet hat. Ich finde, dass man darüber nicht das nassgeschwitzte Saunatuch breiten darf (welch‘ eine Metapher!)!

Und was ist mit der privaten Sauna-Konkurrenz, der aus Steuermitteln mächtige Konkurrenz erwachsen ist?

Kostensteigerungen und Einnahmeverluste hat es wohl auch gegeben, weil die Arbeiten von Mai 2010 bis November 2010 dauern sollten,  die Saunalandschaft aber erst im Juli 2011 eröffnet wurde – also nach 14 statt nach 7 Monaten. Daher müssen sich die städtischen Gremien der Aufklärung des organisatorischen und finanziellen Desasters widmen. Die Gremien der verantwortlichen „Wirtschaftsbetriebe GmbH Lingen“ haben dies bisher offenbar nicht geleistet – etwa weil sich die Fragen vor der Kommunalwahl 2011 besser oder geräuschlos hinter verschlossenen Türen regeln ließen? Damals gab es noch keine Fraktion der BürgerNahen im Stadtrat. Deshalb kann sie erst jetzt nachfragen. Auf die Antworten darf man gespannt sein.

(Foto: Linus Lingen © milanpaul via flickr)

Dieksee

19. Mai 2012

Idyllisch zeigt sich der Laxtener Dieksee auf der Aufnahme von dendroaspis2008. Aber der Eindruck täuscht. Das Gewässer hat leider keine sonderlich gute Wasserqualität. Dies hat jetzt wieder das Niedersächsische Landesgesundheitsamt ermittelt. Den meisten der anderen, mehr als 20 Badeseen bescheinigte die Behörde eine deutlich bessere Wasserqualität;  darunter sind der Lohner See, der Lünner See, der Blaue See Lünne, der Biener See, das Speicherbecken Geeste, der Baggersee in Salzbergen-Holsterfeld oder auch die Badeseen in Schüttorf-Quendorf und in Wilsum. Sie alle erhielten  drei Sterne für „ausgezeichnete Badewasserqualität“.

Beim Dieksee reichte es aber nur für einen einzigen Stern – nur „ausreichende“ Qualität. Grund hierfür sind vor allem wie in den Vorjahren E.coli-Keine. Allerdings wusste die Stadt schon grundlegende Abhilfe: Laut Internetauftritt Badegewässer-Atlas Niedersachsen ist unser Dieksee ab diesem Jahr gar nicht mehr als Badegewässer gemeldet. Der Grund hierfür lt. Badegewässer-Atlas: „Starke Abnahme der Badenden durch Errichtung des Linus-Erlebnis-Bades in Lingen“ und war bis in den Herbst des letzten Jahres im Außenbereich wegen des Saunaumbaus nicht nutzbar. Außerdem ist unser Linus  ist schon 1996 eröffnet worden. Man erkennt also, wie wenig überzeugend dieses Argument ist. Und ich meine es zwar schon einmal gehört zu haben, finde aber nichts darüber (gucken Sie doch mal bitte selbst ), wo und wann in en Ratsgremien beschlossen wurde, den Dieksee nicht mehr als Badegewässer zu melden. Aber das Abmelden ist natürlich auch eine Lösung…

Tatsächlich ist die Ursache für die lediglich ausreichende  Wasserqualität klar: Die massiven Nährstoffeinträge aus mit Gülle überdüngten Ackerflächen im Einzugsbereich des Dieksees. Doch diesem Phänomen rückt die Stadtverwaltung jetzt zu Leibe, schon 17 Jahre, nachdem das Problem erkannt war. Erst einmal geschieht dies, in dem ungewöhnlich hohe Grundstückspreise gezahlt werden. Man will einen Morgen Land erwerben, den man für die Verlegung des Schallenbaches um den Dieksee herum braucht; dieser Bach leitet die Schadstoffe tonnenweise direkt in das Gewässer und überdüngt ihn. Mit der lang geplanten Umlegung werden drei Viertel der Schadstoffe aus dem See herausgehalten, errechneten Fachleute vor einigen Jahren. So weit, so gut. Doch gleichzeitig werden städtische Flächen im Einzugsbereich veräußert, um künftig intensiv landwirtschaftlich bewirtschaftet zu werden. Nachhaltigkeit hatte ich mir allerdings immer anders vorgestellt.

(Foto: Dieksee im Juli, © dendroaspis2008 flickr)

Alter Hafen

22. September 2011

Im Rahmen der so genannten „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“  zum Bebauungsplan Nr. 173 „Alter Hafen“ führt die Stadt Lingen (Ems) heute   am 22. September um 19:30 Uhr im IT-Zentrum an der Kaiserstraße eine Bürgerversammlung durch. Ich freue mich, dass meine Anregung zu dieser Bürgerversammlung doch noch aufgegriffen worden ist. Erst wollte die Verwaltung nicht so recht.

Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema, wie denn das Quartier um den Alten Hafen entwickelt werden soll, werden in der Bürgerversammlung die städtebaulichen Entwürfe aller drei beauftragten Architekturbüros für das Areal des „Alten Hafen“ vorgestellt. Es sollten alle drei Architekturbüros ihre Arbeiten vorstellen; mal sehen, ob das klappen wird. Ausschnitte aller Planungen waren bereits im Foyer des Neuen Rathauses der Stadt Lingen in einer öffentlichen Ausstellung zu sehen. Anschließend soll „gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern über die verschiedenen Entwürfe diskutiert“ werden. „Die seit langer Zeit brachliegende Fläche hat aufgrund der attraktiven zentralen Lage großes Potenzial, den Bedarf an hochwertiger Wohnbebauung, touristischen Angeboten nebst Hotelstandort und Etablierung eines belebten Zuganges zum Wasser abzudecken“, heißt es ergänzend  in der öffentlichen Einladung der Stadt.

Mindestens die folgenden Probleme gibt es nach meiner Meinung für den und  in dem Bereich:

  • Durch die wenig zielführenden Baugenehmigungen für die drei  Appartementhäuser auf der alten Lagereifläche Klukkert ist sehr viel Entwicklungspotential des Bereichs verloren gegangen. Wie kann man dies kompensieren?
  • Wie wird das Quartier erschlossen, wie die Pkw-Abstellmöglichkeit gelöst?
  • Wie realistisch ist die Planung für ein Hotel in diesem Bereich, wenn gleichzeitig am Bahnhof ein 4-Sterne-Hotel entsteht und auch das „Alte Landhaus“ seine hochwertige ***-Hotelkapazität umfangreich erweitert?
  • Welche Auswirkungen hat es für den ganzen Hafen-Plan, wenn das geplante Hotel ein Viertel des Hafenkais verschlösse?
  • Was wird mit der gewerblichen Nutzung an der Westseite des Hafens?
  • Wird das Quartier „Alter Hafen“ mit Emsauenpark und Ressourcen (Parkplatzflächen, LINUS-Bad, Kulturforum St. Michael, Emslandstadion) in Reuschberge verbunden und wenn ja, wie?


(Grafik: © Bolles + Wilson)