sondern rechts

23. November 2016

vge

Die Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE) will „ab sofort bei hohem Verkehrsaufkommen“ Haltestellen auf dem Lingener Konrad-Adenauer-Ring nicht mehr anfahren. Die Stadt(verwaltung) Lingen sei, weiß die Lokalpresse, „mit Details der Umsetzung des Vorhabens nicht glücklich“ (lol!) und will noch einmal mit der VGE sprechen. Eine peinliche Lokalposse und schlicht Ausdruck fehlender Kompetenz der zuständigen Herren Krone und Altmeppen. Offenkundig ist, dass ohne jelgichen Busverkehr kein einziges der öffentlichen Nahverkehrmittel überhaupt jemals im Stau steht – #grmmmpff.

Die Lokalzeitung erkennt wie stets genau und blitzartig den Schuldigen:

„Offen bleibt sowohl in der Pressemitteilung als auch auf Info-Zetteln an den betroffenen Haltestellen allerdings eine Antwort auf die Frage, wie die stehengelassenen Kunden zum Beispiel von der Haltestelle „Krankenhaus“ zum Bahnhof kommen sollen. Wenn es nach der VGE geht, zu Fuß. Das jedenfalls schlägt die VGE-Geschäftsstellenleiterin Ursula Wehrs auf Nachfrage unserer Redaktion vor. Nach eigenen Worten wohl wissend, dass das für diejenigen, die beispielsweise auf einen Rollator angewiesen sind, nicht leicht sei.“

Eigentlich interessiert mich, wann die Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd („VGE“) sich wann und bei wem über den alltäglichen Verkehrsstau auf dem Lingener Konrad-Adenauer-Ring beschwert hat. Beschwerden sind in den städtischen Gremien nämlich nicht angekommen und entsprechend ist nirgendwo die angekündigte Arbeitsverweigerung beraten worden. Na gut, ich kann nicht ausschließen, dass bei den allfreitäglichen Audienzen unser aller OB doch unser aller CDU-Frakjtionschef Uwe Hilling informiert hat. Doch in den kommunalen Gremien gab es nie eine Diskussion.

Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass diese neue Art der Arbeitsverweigerung seitens der VGE ohne jede Information des Lingener Rathauses erfolgt ist und die Stadt weiterhin deutlich mehr als 600.000 Euro pro Jahr an die VGE zahlt. Die Kommune ist nämlich über ihre Stadtverkehr Lingen GmbH Teil eben dieser VGE. Eigene Busse betreibt die Stadtverkehr Lingen GmbH nämlich nicht; dies übernimmt vielmehr die 1993 gegründete Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE) mit verschiedenen Busunternehmen „als Partner“, wie man hier lesen kann. Eine schöne Partnerschaft…

  • Nachtrag eins:
    Was noch einmal gesagt werden muss: Die Fahrplanseite der VGE im Internet ist weiterhin und unangefochten die schlechteste im ganzen Norden. Ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland.
  • Nachtrag zwo:
    Im Gegensatz zur Schlagzeile in der Lokalpresse lassen die Lili-Busse und ihre VGE-Kollegen die Haltestellen in Lingen keinewegs links liegen sondern rechts.
  • Nachtrag drei:
    LT-Mann Pertz sieht in seinem Kommentar lapidar die Schuld bei der trantütigen VGE. Das fehlende Konzept, öffentlichen Busverkehr auch fließen zu lassen, ist ein Versäumnis der Rathausspitze und von niemand anderem. Die jetzige „Unglücklich-gelaufen-Reaktio“ bestätigt dies.

(Foto: VGE-Aushang; CC BY 2.0 DE Robertsblog)

TRAVIC

10. Juni 2015

„Wann kommt der Bus oder die Bahn? Eine Frage, die man sich durchaus öfters fragt als regelmäßiger Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Während es bei Taxis mittlerweile ganz normal ist, die Anfahrt mit der App live zu verfolgen oder bei Car- und Bike-Sharing-Angeboten den Standort zu ermitteln, gab es diese Möglichkeit für Busse und Bahnen nicht.

Das hat sich Dank eines Projektes der Uni Freiburg und geOps geändert. Auf der Website von TRAVIC können die genauen Standorte von Busse und Bahnen in vielen Städten in Echtzeit eingesehen werden. Auf den ersten Blick scheint der Service in Hamburg zB ganz gut zu funktionieren. Da nicht alle Verkehrsunternehmen ihre Daten veröffentlichen, können leider nicht in alle Städten immer alle Verkehrsmittel getrackt werden.

Live Tracking Hamburg

Live Tracking Berlin

Bildschirmfoto 2015-06-09 um 21.02.44Neben dem genauen Standort der jeweiligen Bahn oder des Busses, wird mit einem Klick auf die Karte auch die Streckenführung des jeweiligen Verkehrsmittels angezeigt.“ [Quelleurbanshit.de]

Das Live-Tracking-Programm wäre doch auch was für unser Städtchen einschließlich der Region drum herum – oder? Bei der Bahn funktioniert es bereits0 (Screenshot lks) und für LiLi wie all die anderen Busse wär’s nicht schlecht. Jedenfalls kostet es nicht „1 Million Euro mehr“ wie die öPNV-Betreiber damals laut und ungeprüft behaupteten, als ich ein entsprechendes Systm für die Stadtbusse gefordert habe und der neue doppeldeckerhohe Bunsbahnhof in der Bernd-Rosemeyer-Straße mit heutigem Geld jedoch im 70er-Jahre-Stil gebaut wurde.

Tagesticket

4. April 2013

Kennen Sie Fürth? Hätten wir, wie es im besten Technokratendeutsch heißt, bei uns einen „flächendeckenden“ öffentlichen Nahverkehr, hätte ich aus Fürth diese eine Idee:

Wer in Fürth zu lange parkt und dafür ein „Knöllchen“ kassiert, kann diesen in ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel umtauschen. Allerdings müssen die Parksünder ihren Strafzettel mit bezahlter Quittung bei der Infra Fürth Verkehr GmbH einreichen. Dafür gibt es im Gegenzug ein Tagesticket, gültig im gesamten Fürther Stadtbereich. Mit ihrer neuen Kampagne „Das wäre Ihnen mit uns nicht passiert“ will die Infra Fürth Verkehr mit einem Augenzwinkern auf die Vorteile des ÖPNV hinweisen.

„Wir geben so viele Tagestickets heraus, wie wir Knöllchen bekommen. Die Aktion läuft unbegrenzt“, sagt Cornelia Bommer von den Fürther Verkehrsbetrieben der ZfK. „Einem Autofahrer können allerhand Missgeschicke passieren. Wer dagegen mit dem Bus unterwegs ist, kann darüber nur lachen“, so Bommer. Im Mai ist eine neue Aktion für die Kampagne vorgesehen.


Mein Hinweis hat einen aktuellen Grund: In Lingen gibt es seit zwei Jahren den Lili-Bus, bisweilen argwöhnisch betrachtet. Der Versuch läuft im August aus. Was wird dann?

(Quelle)

Selbstverständlichkeit

27. August 2012

Vor einiger Zeit erlebte ich in Finnland, wie die 4-spurige, mehrere Hundert Meter lange Brücke Vuosaaren silta neu asphaltiert wurde. Die einzige Zufahrt zu einer Halbinsel nahe Helsinki wurde binnen zweier Nächte „auf Vordermann“ gebracht. Daran muss ich seither immer denken, wenn ich das langsame Arbeiten an deutschen Straßenbaustellen sehe. Gerade wieder bei uns. Da wird die notwendige Reparatur von wenigen Metern Fahrbahndecke der Schwedenschanze nicht etwa an einem Samstagnachmittag und in der folgenden Nacht erledigt sondern so:

In der Meldung wird übrigens nicht über den lokalen öffentlichen Nahverkehr informiert. OB Krone will ihn bekanntlich verbessern und hat deshalb zwei neue LiLi-Buslinien initiiert. Eine der beiden befährt die gesperrte Straße. Doch was mit dieser Linie während der Bauarbeiten ist, erfährt man nicht. Erst auf Nachfrage heißt es:

„Nach Auskunft der VGE werden morgen die Haltestellen Hügelweg, Auf der Loos, Martastraße und Strootstraße nicht angefahren. Ausweichhaltestellen sind in diesem Bereich die Auguststraße und die Schützenstraße. Ab Mittwoch werden – bis auf die Strootstraße – wieder alle Haltestellen wie gewohnt angefahren.“

Wäre es nicht zweckmäßig gewesen, über die öPNV-Änderungen gleich zu informieren? Und die Arbeiten schneller durchzuführen? Nun, immerhin sind die Arbeiten wohl  fertig, wenn kommende Woche die Schule wieder beginnt. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit.