große Enttäuschung

7. Juni 2019

Die Entscheidung der Justizministerkonferenz in Lübeck, das sog. Containern, also die Rettung von Lebensmitteln aus Müllcontainern, nicht zu legalisieren, kommentieren die Studentinnen Caro und Franzi, die den Justizministerinnen und Justizministern gestern einen Appell übergeben haben, der die Straffreiheit für das Containern verlangt:

„Die Entscheidung der Justizministerkonferenz heute ist eine große Enttäuschungfür uns. Und für alle, die sich mit uns gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen. Das Containern zu legalisieren, wäre ein wichtiger erster Schritt gewesen. Wir hätten uns in Deutschland endlich in eine Richtung bewegen können, die nicht nur logisch nachvollziehbar ist, sondern auch unseren klimapolitischen und ressourcensparenden Debatten entspricht: Wer Lebensmittel wegschmeißt, macht sich strafbar – wer Lebensmittel rettet nicht! Wir bleiben weiter dran und suchen neue Wege, um das Containern doch noch zu entkriminalisieren und Lebensmittelverschwendung strafbar zu machen.“

Die beiden Studentinnen aus Olching/Bayern  haben die Petition “Containern ist kein Verbrechen” (https://weact.campact.de/petitions/containern-ist-kein-verbrechen-1) auf der Plattform WeAct gestartet. Sie hat inzwischen über 130.000 Unterschriften. Caro und Franzi wurden im Januar vom Amtsgericht in Fürstenfeldbruck (Foto lks) selbst wegen des Containerns verurteilt und gingen in Revision. In Deutschland werden jedes Jahr über 18 Millionen Tonnen genießbare Lebensmittel weggeworfen. Wer diese Lebensmittel rettet, um sie selbst zu essen oder weiter zu verteilen, macht sich strafbar. Bisher gilt es als Diebstahl.

Hier geht es zur Petition!

(Quelle: Campact; Foto Amtsgericht FFB, von Richard Huber CC „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)

 

im Hasetal

6. November 2018

Hart am Wind ins Lebensmittelparadies »Es geht nur um Masse, nicht um Qualität. Da möchte ich nicht mehr mitmachen. Das Leben ist wertvoll. Ich möchte nicht die billigste, sondern die beste Ware anbieten.« Wolfgang Möllerings Augen leuchten, wenn er über seine neuen Erzeugnisse spricht. Der Landwirt hat auf seinem Hof im Hasetal lange Zeit Bullenmast und Kartoffelanbau betrieben wie viele seiner Kollegen. Warum soll es so nicht weitergehen?

Billige Importe aus Ländern mit niedrigeren Löhnen haben den Preisdruck stetig erhöht. Die Gewinnspanne sinkt seit Jahrzehnten und ein Betrieb muss immer mehr erzeugen, um seine Einnahmen zu erhalten. Denn zusammen mit den sinkenden Preisen schrumpft auch die Wertschätzung seitens der Käufer: Wenn ein Kilo Fleisch scheinbar immer billiger werden kann, warum dann nicht das billigste nehmen? Das Bewusstsein für Qualität schwindet und mit ihm die Fähigkeit, die Qualität überhaupt zu erkennen. Dann ist Fleisch gleich Fleisch: eine Handelsware, verscherbelt wie Wertpapiere an der Börse. Und genau so musste Wolfgang täglich um die Preise pokern. Hohe Verluste ist er gewohnt. Die letzte Folge: Man benötigt immer mehr Fläche, um als Landwirt nur überleben zu können. Ein Betrieb muss wachsen oder weichen. Das beobachten wir seit vielen Jahren: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sinkt; ihre Größe steigt. So steuern wir langsam auf Monopole zu, steigern unsere Abhängigkeit von wenigen Unternehmen und erhöhen das Risiko für Vergiftungen in Lebensmitteln und Umwelt.

Diese Entwicklung dient keinem Landwirt. Und jeder Bürger zahlt einen hohen Preis dafür. Was an der Supermarktkasse attraktiv günstig wirkt, ist in Wahrheit herausgeworfenes Geld. Da allein…

Weiterlesen bei Urgeschmack von Felix Olschewski: Hart am Wind ins Lebensmittelparadies – https://www.urgeschmack.de/lebensmittelparadies/


Das Navigieren ist so schwierig nicht. Eine Anleitung hat Felix Olschewski hier veröffentlicht: Einfach essen; und ein Logbuch in Form eines Kochbuchs dort: Einfach kochen. Helga und Wolfgangs Hofladen findet man auch im Netz – neuerdings nebst Shop.

Weiterlesen bei Urgeschmack: Hart am Wind ins Lebensmittelparadies – https://www.urgeschmack.de/lebensmittelparadies/


Ein Beitrag aus dem Blog Urgesckmack

beklemmend

14. Oktober 2015

Ein beklemmender Spot von Oxfam, einem Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, die sich für eine gerechtere Welt ohne Armut einsetzen. Die Organisation arbeitet weltweit dafür, dass sich Menschen in armen Ländern nachhaltige und sichere Existenzgrundlagen schaffen können, Zugang zu Bildung, gesundheitlicher Versorgung, Trinkwasser und Hygiene-Einrichtungen sowie Unterstützung bei Krisen und Katastrophen erhalten. Ein weiteres wichtiges Ziel ist Geschlechtergerechtigkeit. Jetzt dieser Spot. Er richtet sich gegen die Supermarktkette, hierzulande also gegen  REWE, Aldi, Lidl, Famila, Netto, Penny & Co.

Sie kontrollieren den europäischen Lebensmittelmarkt und sind die Türsteher zwischen Millionen Verbraucher/innen und Zulieferern aus der ganzen Welt. Oxfam: „Durch ihre Markmacht können Supermärkte die Preise diktieren, Umwelt- und Sozialstandards unterlaufen. Darunter leiden Abertausende von Plantagenarbeiterinnen und Kleinbauern. Ihre Existenz ist bedroht. Diese Menschen müssen zu Hungerlöhnen schuften, haben kein sicheres Einkommen oder sind giftigen Chemikalien ausgesetzt. Darauf wollen wir aufmerksam machen. Diese Zustände sind kein Naturgesetz und können verändert werden! Du kannst dazu beitragen. Unterzeichne jetzt für einen fairen Handel mit tropischen Früchten hier.“

OxfamSchon 1942 gegründet, setzt sich Oxfam im Rahmen der internationalen Kampagne „Make Fruit Fair!“ für die Umsetzung von Sozial- und Umweltstandards im Handel mit tropischen Früchten ein. Gemeinsam mit 18 Partnern aus Europa, Kolumbien, Ecuador, Kamerun und den Windward Islands „fordern wir existenzsichernde Löhne und faire Preise, die Einhaltung von Arbeitsrechten und den Schutz der Umwelt.“

Der neue Kino-Spot „Einer zahlt immer den Preis“ soll verdeutlichen, welche Macht die großen Supermarktketten auf die Kleinbäuerinnen und Plantagenarbeiter im globalen Süden haben. Der von M&C Saatchi Berlin und Mücke Media/Kreuzberger Kind produzierte Film läuft zum 8. Oktober europaweit in zahlreichen Kinos und auf mehreren Filmfestivals an. Er wurde mit Unterstützung von RED Camera gedreht.

Haltbarkeitsdatum

13. Dezember 2013

Lebensmittel„Im Fernsehen wird ohne Ende gekocht und in den meisten Kühlfächern der Nation findet sich trotzdem gern die Tiefkühl-Lasagne.

Man schaut dem Lafer zwar gerne über die Schulter und ergötzt sich an den Horror-Restaurants von Restauranttester Rach, doch selbst brennt einem gern das Fleisch in der Pfanne an. Sauerkraut kommt bei uns doch bestenfalls noch aus der Dose.

Eine Minderheit der Deutschen kauft den frischen Bärlauch auf dem Markt und die Mehrheit sucht sich das abgepackte Fleisch im Supermarkt nach dem entferntesten Haltbarkeitsdatum aus. Auf der internationalen Raumstation essen die Astronauten wahrscheinlich gesünder.

Mich beunruhigt die Globalisierung im Magen. Wie Globalisierung im Magen? Erst kürzlich sah…“

[gefunden und weiter bei Netzfrauen]