Engel

5. Januar 2014

Das Schweigen im emsländischen Maisfeld, wenn sich der Landrat seine Geburtstagsfeier zum 60. für 7.500 Euro schnörkellos bezahlen lässt, ist schon bemerkenswert. Dass überhaupt ein Leserbrief (Ihr wisst, die höchste Form des Protestes im Emsland) erschienen ist, find ich bemerkenswert. Jetzt bekam ein Engel das Bundesverdienstkreuz.  Günter schrieb daraufhin dies an Werner:
Hallo XXXX!
Ein Bundesverdienstkreuz werde ich wohl nie erhalten,denn ich erfülle einfach dafür nicht die Vorraussetzungen!
„Ich bin weder ein Engel aus Haselünne oder vom Emsland!
„Ich bin nicht in der CDU“
„Stelle immer unbequeme Fragen“
„Zweifel Entscheidungen an“
„Denke nach,wenn etwas veröffentlicht wird“
„Traue keinen Aussagen“
„Ein CDU Landrat wird mir nie sowas verleihen,denn der hat schon genug Ärger mit mir“
und und und…………..
„Wenn es so etwas wie den Titel „Störenfried und Unruhebringer des Emslandes geben würde“,dann hätte ich vielleicht eine kleine Chance…..
Gruß
XXXX
Frohes Neues, Freunde. Ich hab zwar in den letzten Tagen mal darüber nachgedacht, das Blog zu schließen, aber dann wollen wir trotz Erkältung wieder ran. Ist ja erst 2014.

operatives Geschäft

16. August 2013

Barock

22. Februar 2012

Gerade rächt sich, was die Minderheitsfraktionen im emsländischen Kreistag bei der „Wahl“ genannten Stellenbesetzung des Ersten Kreisrats im vergangenen Jahr durchgehen ließen – oder wo sie gar mitmachten. Landrat Reinhard Winter (CDU, Foto re.) meint offenbar, er sei nicht etwa nur von niederem Adel sondern irgendwie eine Art König oder zumindest Kurfürst wie weiland Clemens August (Foto re.). Denn jetzt will er auch zwei weitere Dezernentenposten des Kreises Emsland so besetzen (ein wunderschöner Begriff in diesem Zusammenhang) wie es dessen Art  war; praktisch geheim, ausgekungelt und feudal-undemokratisch. Ob die Minderheitsfraktionen jedenfalls diesmal, beispielsweise gerichtlich, dagegen vorgehen (und nicht nur lamentieren), weiß ich nicht. Bündnis’90/Die Grünen jedenfalls sind schon mal ordentlich sauer und schreiben diese Pressemitteilung:

Auf heftige Kritik der Grünen im Kreistag Emsland stößt die Absicht der CDU und des Landrats Winter,  die Gremien des Kreistages im Vorfeld über die Bewerberinnen und Bewerber für zwei Dezernentenstellen nicht näher informieren zu wollen. „Wir Grünen sind im Emsland bei der letzten Kommunalwahl mit der Forderung nach mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung angetreten, aber die Kreisspitze und die Mehrheitsfraktion will dies verhindern, obwohl auch Herr Winter sich im Wahlkampf im letzten Jahr für eine transparente und bürgernahe Verwaltung ausgesprochen hat. Hier hat er die Gelegenheit, sein Versprechen einzulösen. Während in anderen Landkreisen bei der Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten ein offenerer Umgang praktiziert wird, versucht die Spitze des Landkreises Emslands erneut die engere Auswahl der Dezernenten-Kandidaten zum Staatsgeheimnis zu machen. Es wird nur ein Kandidat präsentiert! Wir leben aber nicht mehr im Mittelalter, in einer Zeit, wo wichtige öffentliche Ämter von des Königs Gnaden besetzt wurden“, heißt es in einer Erklärung der Fraktion der Grünen.

Die Grünen haben nach eigenen Angaben in einem Antrag ein Auswahlverfahren vorgeschlagen, das so auch kürzlich im benachbarten Landkreis Aurich und in anderen Kreisen praktiziert wird und bei dem die Mitwirkungsmöglichkeiten der Mitglieder des Kreistages beachtet werden: „Eine „Vor-Entscheid-Runde“ aus Personalrat, Personalamt und Landrat kommt zusammen und lädt maximal vier (minimal zwei) Personen (möglichst paritätisch) zu Vorstellungsgesprächen ein. Zwischenzeitlich können sich dann die Fraktionsvorsitzenden alle Bewerbungsunterlagen durchsehen und auch an den Vorstellungsgesprächen teilnehmen“; so der Vorsitzende des Kreistagsfraktion Nikolaus Schütte zur Wick. „Dieses Verfahren wurde unlängst so in Aurich praktiziert, als dort die ehemalige emsländische Dezernentin Henni Krabbe gewählt wurde. Also es geht, wenn man nur ein wenig Offenheit will!

Ich nehme an, dass Kurfürst Reinhard I. den Vorwurf empört zurückweisen wird, es gehe unter ihm  so zu wie im Mittelalter. Damit könnte er sogar recht haben, lebte doch Vorbild Clemens August im Barock.

(Foto: Clemens August 1746 wikipedia CC)

Landratskandidat

24. Mai 2011

Bündnis’90/Die Grünen im Landkreis Emsland gehen jetzt auch mit einen eigenem Kandidaten in die Wahl des Landrates. Die CDU hat den bisherigen Ersten Kreisrat Reinhard Winter aufgestellt. Der  gilt angesichts der bisherigen Mehrheitsverhältnisse als Favorit. Die SPD hat Dr. Friedhelm Wolski-Prenger nominiert; der 58-jährige ist Vorsitzender der Emsbürener SPD, Mitglied im dortigen Gemeinderat und unterrichtet an der Marienhaus-Schule in Meppen unter anderem Politik, Sozialrecht und Rechtskunde.

Die Grünen – beflügelt durch die bundesweiten Umfrage- und Wahlergebnisse – schlagen nun jedenfalls den 40-jährigen Papenburger Nikolaus Schütte zur Wick als Landrat des Kreises Emsland  vor (Foto lks hintere Reihe Mitte – mit Freunden; (c) Grüne. Schütte zur Wick (Leitspruch: „Schwarze Regionen begrünen!“) stellt sich als Landwirt, Lehrrettungsassistent und  Versicherungsfachmann vor und war auch schon als Eventmanager tätig.  Mehr findet sich auf seiner facebook-Seite. Facebook ist bekanntlich ein soziales Netzwerk; es muss den Kandidaten Reinhard Winter und Friedhelm Wolski-Prenger allerdings noch erklärt werden.

Frauen kandidieren übrigens nicht bei der Landratswahl. Oder willst Du, Sabine? 😉

Der Landrat des Kreises Emsland wird bei der Kommunalwahl am 11.September gewählt.

Ausscheiden

7. März 2011

Der emsländische Landrat Hermann Bröring (CDU) scheidet zum 31. Oktober dieses Jahres aus dem Dienst. Das gab der in Lingen wohnende, immer  Meppener gebliebene Bröring heute Vormittag in einer Pressekonferenz bekannt. Er habe heute den Kreisausschuss des Landkreises Emsland als seinen Arbeitgeber darüber in Kenntnis gesetzt. Zu den Gründen sagte der Diplom-Volkswirt: „Man muss auch zugeben, meine Wahlzeit lief noch bis 2014, dann bin ich 69 Jahre alt. Wenn ich dann zum Jahresende ausscheide, am 31. Oktober bin ich 66 Jahre alt, dann ist es auch ein guter Zeitpunkt zu sagen, mit der Kommunalwahl sollte auch der neue Landrat gewählt werden, weil das doch in einem engen Zusammenspiel abzuwickeln ist.“

Bröring ließ heute dem Niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann seinen Antrag auf Eintritt in den Ruhestand zukommen, der darüber entscheiden muss. Bröring war 20 Jahre lang Spitzenmann des Emslandes, davor Stadtdirektor in Lingen (Ems). Er war nach der Reform der Kommunalverfassung nach  zehn Jahren als Oberkreisdirektor bei der Kommunalwahl 2001 zum Landrat gewählt worden. 2006 wurde er mit fast 75 Prozent bestätigt. Seine Amtszeit als Landrat dauert noch bis 2014.

Ob er nach seinem Ausscheiden aus der Kreisverwaltung tatsächlich in den Ruhestand geht, ließ Bröring („der König des Emslandes„) offen. „Es gibt interessante Angebote“, sagte der Noch-Landrat. Zuvor werde jedoch im Kreishaus „gearbeitet bis zur letzten Stunde.“ Er gehe zwar „mit innerer Ruhe“, einen „schleichenden Abgang“ werde es aber nicht geben.

Ganz kurz ein persönlicher Zwischenruf von mir:
Hermann Bröring kann auf zahlreiche Erfolge hinweisen – ganz vorn dabei die wirtschaftliche Spitzenstellung des Emslandes mit 40.000 neuen Arbeitsplätzen und einer Reduzierung der Arbeitslosenquote von 12,7% auf 4,4 %. Ausdruck seiner Fähigkeit, dicke Bretter zu bohren, ist dabei die A 31, deren Bau er maßgeblich realisierte; aber der CDU-Politiker hinterlässt insbesondere im ökologischen Bereich auch eine schwere Bürde für seinen Nachfolger, bei dem es sich um Brörings bisherigen Stellvertreter Reinhard Winter (CDU) handeln könnte.

Ich selbst hatte zu ihm zwei, drei Mal in den letzten Jahren Kontakt, wenn es um anwaltliche Dinge ging. Das war schon sehr angenehm – die professionelle, zupackende Art, wie HB die Dinge in diesen Fällen anging. Aber ich kenne auch einige Emsländer, die unter dieser konsequenten bis auch harten Linie zu leiden hatten.

(Quelle und Foto: emsvechtewelle.de)

Radeln

9. Juli 2009

radarfalle

Aus den heutigen Emsland-Zeitungen:

 

„Mehr als 100 Radbegeisterte waren gestern während einer Sonderfahrt mit dem Emsland-Express und per Fahrrad unterwegs, um die landschaftliche Schönheit der Region zu erleben. In Meppen begrüßte Landrat Hermann  Bröring sie am Bahnhof und radelte von dort mit ihnen gemeinsam Richtung Schloss Clemenswerth….“


Auto wäre ja auch schlecht gewesen… (Sorry, Hermann, aber die Bemerkung musste sein)

 

Foto: Michael Hirschka creativ foto, pixelio