NEWROZ-FEST

23. März 2017

NEWROZ-FEST
Mit Kultur gegen Unkultur
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Sa 26. März 2017 – ab 13.00 Uhr

Die Kurdische Gemeinde in Lingen (Ems) feiert das diesjährigen „Internationale NEWROZFEST „für Frieden & Toleranz in unser Gesellschaft unter dem Motto: „MIT KULTUR GEGEN UNKULTUR“.

Das alljährliche Newroz-Fest (Neujahrsfest) am 21. März (im kurdischen Kalender am 01. Xakeleve 2717) symbolisiert nicht nur den kalendarischen Frühlingsbeginn für die Kurden und andere Völker im Mittleren und Nahen Osten, Kaukasus und Hindukusch sondern auch den Beginn eines neuen Jahres.
Das Newroz-Fest steht wie kein anderer Feiertag für die kurdische Identität und für die Sehnsucht des kurdischen Volkes nach Freiheit und Frieden.
Die Kurdistan Kultur Gemeinde e.V. lädt all jene dazu ein, die sich mit dem Kampf der kurdischen Bevölkerung für Freiheit und Demokratie, für Gleichberechtigung und Menschenrechte solidarisieren, diesen Tag gemeinsam mit Kurdinnen und Kurden zu begehen.

In den letzten 100 Jahren, seit dem das kurdische Volk in einer fremdbestimmten Zwangsjacke mit arabischem und türkischem Nationalismus, Islamismus, sowie persischem Fundamentalismus leben muss, konnte es zu keinem Zeitpunkt das Newroz-Fest in Frieden oder in Freiheit feiern. Dennoch hat sich das kurdische Volk niemals seinem Schicksal ergeben. Das Fest wurde zu einem Fest des Widerstandes und zur Demonstration des Willens, selbstbestimmt leben zu wollen.

Das diesjährige Newroz- Fest steht auch unter dem Vorzeichen des barbarischen Terrors des sogenannten Islamischen Staates (IS). Nicht nur haben die IS-Terroristen dem kurdischen Volk viel Schmerz und Leid zugefügt, sondern auch angekündigt, dutzende kurdische Freiheitskämpfer, die ihre Heimat verteidigten und sich nun in Gefangenschaft des IS befinden, an diesem höchsten Feiertag der Kurden zu verbrennen.

Der Schmerz und die Sorge um das Leben der Peshmerga, Kämpfe, Politiker Journalisten und der vielen yezidische Frauen Kurdinnen und Kurden, die sich noch in der Gefangenschaft der IS-Barbaren und türkische, iranische befinden, macht es uns dieses Jahr unmöglich, ausgelassen zu feiern. Dennoch werden wir in diesem Jahr überall noch zahlreicher als sonst zusammen kommen, um mit unseren Freiheitsliedern vor allem gegen den barbarischen IS Terror, der Türkische, Iranische und Syrische Regierungen zu demonstrieren.

An diesem Wochenende finden weltweit Festveranstaltungen, Demonstrationen und sonstige Solidaritätsaktionen statt, um auf die Lage des kurdischen Volkes aufmerksam zu machen. Als Kurdistan Kultur Gemeinde e.V. werden wir auch diesen Tag nutzen, um eine Brücke zwischen unseren Völkern und Ländern zu schlagen. Als Deutsche kurdischer Herkunft rufen wir daher alle Menschen in Deutschland dazu auf, unsere Einladung anzunehmen und sich an den geplanten Newroz-Veranstaltungen zu beteiligen. Mit traditioneller kurdischer Musik und  Essen. (Quelle)

Gefängnis

23. November 2015

Zu 21 Monaten Gefängnis wurde Silhan Özçelik Foto) letzte Woche von einem Gericht in London verurteilt, weil die 18-jährige Britin aus Großbritannien ausgereist war, um sich den PKK-nahen Einheiten im Kampf gegen Isis anzuschließen. Dazu war sie im Oktober 2014 aufgebrochen – wurde aber nach ihren eigenen Aussagen, die sehr umstritten sind, von den Einheiten der kurdischen Befreiungs-Streitkräfte nicht angenommen, weil sie zu jenem Zeitpunkt noch nicht volljährig war. Die Mitteilungen, die sie zu ihrer Abreise an ihre Familie in London geschickt hatte, wurden jetzt als Beweismittel für ihre beabsichtigte terroristische Aktivität verwendet;so wurde die Gefängnisstrafe begründet.

KurdinMerke: Wer sich den einzigen erfolgreichen Truppen im Kampf gegen Isis anschliessen möchte, ist Terrorist. Solche Freunde braucht der selbsternannte Kalif – und hat sie. In dem Artikel “Silhan Ozcelik: Teenage girl who ran away to fight Isis with Kurdish group PKK jailed for 21 months” von Emily Pennink am 20. November 2015 im Independent externer Link wird deutlich, dass es gar nicht darauf ankam, ob sie wirklich sich der PKK anschliessen wollte, oder dies ein Vorwand für persönliche Absichten war, wie sie vor Gericht zu ihrer Verteidigung behauptete: Sie wurde aus grundsätzlichen Erwägungen verurteilt. Dazu gibt es diese drei aktuelle Beiträge:

(Quelle: Labournet Germany, (CC BY-NC-SA 3.0 DE)

1. September

1. September 2014

niewiederkriegHeute vor 75 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Der Jahrestag macht „den diesjährigen Antikriegstag zu einem zentralen Tag der Erinnerung und des Mahnens. Auch heute gilt: Kriege kommen nicht über uns – sie werden gemacht. Gewalt geht von Menschen aus – und trifft Menschen. Sie werden getötet, verwundet und vertrieben. Ihr Leben wird bis in die Grundfesten erschüttert – während andere aus Kriegen Profite schlagen oder ihre Machtinteressen durchsetzen. Daran erinnern der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften seit 1957 nicht nur am Antikriegstag: Nie wieder darf Krieg von deutschem Boden ausgehen.

Die im Grundgesetz festgelegte Aufgabe der Bundeswehr zur Landesverteidigung wird seit Jahren in Richtung internationaler Interventionen verschoben. Der DGB sieht dies kritisch und fordert die Bundesregierung und den Bundestag auf, weder direkt noch indirekt militärische Interventionen zu unterstützen, die nicht von einem UN-Mandat gedeckt sind. Wir halten daran fest, dass es das Parlament ist, das über das Ob und Wie aller Auslandseinsätze der Bundeswehr zu entscheiden hat: Die Bundeswehr ist und bleibt eine Parlamentsarmee. Rüstungsexporte müssen strengen Regeln unterliegen, sie dürfen nicht aufgeweicht werden. Der DGB wird sich dafür einsetzen, Rüstungsausgaben weltweit zu senken um die Lebens- und Bildungschancen der Menschen zu erhöhen.

Soziale Gerechtigkeit ist Friedenspolitik
Erfolgreiche Friedenspolitik beginnt nicht erst am Runden Tisch. Erfolgreiche Friedenspolitik beginnt mit der Erkenntnis, dass Frieden ohne soziale Gerechtigkeit nicht zu haben ist. Demokratische Teilhabe, Bildung, gute Arbeit und soziale Sicherheit haben großen Einfluss darauf, politische und gesellschaftliche Konflikte erst gar nicht entstehen zu lassen. Darüber hinaus verfügen Demokratien über bewährte Mechanismen, Kontroversen aus der Mitte der Gesellschaft heraus zu lösen. Trotzdem werden politische, ethnische oder religiöse Konflikte Teil der globalen Realität bleiben – wie aktuell in verschiedenen Ländern des Nahen Ostens oder der Ukraine. Die internationale Staatengemeinschaft muss alle diplomatischen Anstrengungen unternehmen, die zur Entschärfung der Situation beitragen und die Waffen zum Schweigen bringen.

Humanitäre Flüchtlingspolitik ist Friedenspolitik
Kriege, Bürgerkriege, ethnische, politische und geschlechtsspezifische Verfolgung oder rassistische Diskriminierungen zwingen viele Millionen Menschen zur Flucht oder zum Verlassen ihrer Heimat. Vor allem die angrenzenden Regionen und Staaten tragen einen Großteil der damit verbundenen Lasten. Sie brauchen mehr Unterstützung von der Staatengemeinschaft. Die Länder der Europäischen Union müssen ihre Verantwortung beim Schutz von Flüchtlingen stärker wahrnehmen. Wer vor Krieg, Bürgerkrieg oder Verfolgung flieht, muss in Deutschland und der EU Aufnahme finden, individuell Asyl oder einen Schutzstatus beantragen können und in einem fairen Verfahren anerkannt werden.

Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass Tausende von Flüchtlingen bei dem Versuch sterben, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Die Rettung von Menschen in Seenot muss oberstes Gebot sein. Länder an den Außengrenzen der EU dürfen bei der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen nicht allein gelassen werden: Unhaltbare Zustände in den Flüchtlingslagern und Zurückweisungen sind die Folge. Wir brauchen ein EU-weites, gerechtes System zur Aufnahme und Anerkennung von Flüchtlingen.

Nie wieder Faschismus
Der Antikriegstag verpflichtet uns auch zum entschiedenen Widerstand gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Gerade die lange verborgen gebliebenen Terror-Akte der NSU mahnen uns wachsam zu bleiben. Dies gilt auch für ausländerfeindliche Demonstrationen und Angriffe auf Flüchtlingsheime, denen sich immer wieder viele engagierte und mutige Gewerkschafter und Nicht-Gewerkschafterinnen entgegenstellen. Diese Courage erwarten wir auch von den politisch Verantwortlichen: Wir brauchen ein Verbot der NPD.“
(aus dem Aufruf des DGB – Quelle)

Wir wissen: Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg sondern die Verteidigung der hart erkämpften Freiheit. Damit steht es heute, 75 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wahrlich nicht zum Besten:

  • Zu erinnern ist heute an den neuerlichen, im wahrsten Sinne gestrigen fast 5%-Anteil der NPD bei den sächsischen Landtagswahlen, flankiert jetzt durch die rechtspopulistische AfD und ein unwürdiges Desinteresse der Sachsen an demokratischer Politik, wie es sich an der beschämenden Wahlbeteiligung festmachen lässt. 
  • Zu erinnern ist an Leiden und Sterben der Menschen in der Ostukraine, die mit der ganzen Wucht hegemonialer Interessen angegriffen wird und an die Toten im Nahen Osten, wo die Kämpfe gerade erst zu Ende gegangen sind.
  • Fanatismus und Brutalität sind aktuell wie eh und je.  Auch der notwendige Beschluss der Bundesregierung in Berlin, Waffen in den kurdischen Teil des Iraks zu liefern, zeigt dies.  
  • Umso bloß stellender ist der Beschluss des Kulturausschusses meiner kleinen Stadt, an den Jahrestag des entsetzlichen zweiten Weltkriegs nicht zu erinnern. Man hatte für die Vorbereitung keine Zeit in der Verwaltung, es kämen sowieso immer dieselben zu derartigen Veranstaltungen – war die Begründung.  Schrecklich peinlich, wie ich finde. Es ist notwendig, an diesem Tag auch darauf hinzuweisen.

[Plakatgrafik: Käthe Kollwitz „Nie wieder Krieg!“, 1924]