J’ADORE

29. Juli 2015

J'ADOREJ‘ADORE
Simon Fujiwara, Luis Jacob, Felix Kultau, Michaela Melián, Kim Nekarda, Claus Richter, Matthew Ronay, Willem de Rooij, Susanne M. Winterling, Haegue Yang / Peter Lütje
Lingen (Ems) – Kunst/-Halle IV, Kaiserstr. 10a
Sa 01.08. – So 20.09.2015
Eröffnung Fr 31.07.2015 um 19.00 Uhr

Eine Hommage ist ein öffentlicher Ehrenerweis, meist auf eine berühmte Persönlichkeit, der man sich verpflichtet fühlt. Oft stehen die Urheber einer Hommage selbst in der Öffentlichkeit. Als Hommage werden vor allem alle Verweise gesehen, die im Rahmen eines künstlerischen Werks gegeben werden und jemanden hervorheben, dem eine Künstlerin oder ein Künstler besondere Anregungen für sein Werk verdankt oder auch den oder die er aus anderen Gründen bewundert. Im Mittelalter verstand man unter Hommage eine feierliche Zeremonie, bei der Feudalpächter oder Vasallen ihre Lehnstreue gegenüber dem Lehnsherren bekundeten. Es handelte sich dabei um eine symbolische Bestätigung des Vasallenvertrags, der zwischen zwei freien Männern geschlossen worden war. Dabei versicherte der Vasall dem Lehnsherren, dessen Mann (franz. homme) zu sein. Eine letzte öffentliche Hommage feudalen Ursprungs fand 1953 bei der Thronbesteigung Elizabeth II. statt.

Die internationale Gruppenausstellung J‘adore lädt national und international bekannte Künstlerinnen und Künstler dazu ein, auf künstlerische Art und Weise eine Hommage zu formulieren. Es bleibt ihnen jeweils frei überlassen, gegenüber wem sie eine Huldigung ausdrücken möchten und in welchem Medium sie dabei arbeiten.

Kunstpreis

3. September 2010

19. Lingener Kunstpreis an Birgit Megerle
Eröffnung, Fr 3. September, 19.00 Uhr
Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße
Ausstellung vom 4. September bis 14. November 2010

Bereits zum 19. Mail wird in diesem Jahr wird der etablierte und renommierte Lingener Kunstpreis vergeben. Seit 1983 widmet er sich ausschließlich Künstlerinnen und Künstlern, die im Medium Malerei arbeiten, bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren u.a. Jochen Twelker (1990), Karin Kneffel (1994), Antje Majewski (1998), Cornelius Völker (2004), im Jahr 2008 erhielt ihn Julia Oschatz.

Insgesamt zwölf national und international namhafte Galerien wurden um jeweils zwei Vorschläge gebeten. Das Niveau der eingereichten Bewerbungen war erstaunlich hoch. Die Jury, bestehend aus den Mitgliedern des Arbeitskreises Ausstellungen Sigrid Hohoff, Petra Kunzelmann und Richard Lange sowie Melanie Bono (Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Westfälischen Landesmuseum in Münster), Dr. Vanessa Joan Müller (Direktorin Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf) und Meike Behm ist zu dem Ergebnis gekommen, den Preis an die 1975 in Geisingen geborene Künstlerin Birgit Megerle zu verleihen, die heute in Berlin lebt.

Birgit Megerles figurative und abstrakte Malerei charakterisiert eine künstliche, steife und bühnenhafte Atmosphäre. Beispielsweise wirken die von ihr realistisch dargestellten Frauenfiguren, die mit ihren dynamischen und forschen Posen Zielstrebigkeit und Handlungsbereitschaft signalisieren, unter anderem aufgrund einer diffusen Lichtwirkung gleichzeitig seltsam irreal und entrückt. Modisch gekleidet und doch wie entrückt, aufeinander bezogen und doch in sich gekehrt, klar konturiert und doch wie in einem Grauschleier gefangen, treten sie den Betrachtern wie auf einer Bühne entgegen. Trotz ihrer zeitgenössischen Bezüge vermitteln die Arbeiten das Gefühl, sie seien aus der Zeit gefallen, so dass von ihnen eine geradezu berauschende Wirkung ausgeht. Assoziationen an bühnenhaftes Geschehen werden durch eine Installation der Arbeiten im Raum verstärkt, indem die Bilder nicht nur an die Wand gehängt werden, sondern auf den Boden gelegt oder auf die Erde gestellt, so dass Betrachter unmittelbar zu einer leiblichen Auseinandersetzung mit den Bildern herausgefordert werden. Trotz ihres figurativen Charakters werden keine nachvollziehbaren Erzählungen präsentiert, so dass im Werk Birgit Megerles gesellschaftliche Zwänge und Möglichkeiten verhandelt werden, ohne Lösungen zu vermitteln.

Die Kunsthalle Lingen freut sich sehr, Birgit Megerle ihre erste institutionelle Einzelausstellung auszurichten, die von einem Katalog begleitet wird.

Die Ausstellung und der Katalog werden unterstützt durch den Freundeskreis des Lingener Kunstpreises, die Stadt Lingen (Ems) und den Landkreis Emsland. Der Lingener Kunstpreis wird in diesem Jahr von Herrn Harald Müller von der Erwin Müller Gruppe Lingen gestiftet.

(Text und Foto: © Kunstverein Lingen)