Kasse machen

9. Januar 2019

Der WDR hat’s getan, und in unserer Stadt muss man bei all der Geldorientierung unserer kommunalen Selbstverwaltung einerseits und phänomenalen Preissteigerungen einzelner Bilder der kommunalen Kunstsammlung andererseits im Zweifel auch damit rechnen. Um was geht es? Es geht darum, mit Kunst Kasse zu machen. Das will auch das niederländische Königshaus. Niederlande.net berichtet über’s Kasse machen bei „Konings“:

Die Königsfamilie der Niederlande lässt erneut Kunstwerke versteigern. Am 30. Januar versteigert das Auktionshaus Sotheby’s in London und New York Kunstgegenstände, die aus der Sammlung des niederländischen Königshauses (Standarte unten) stammen. Versteigert werden dreizehn Zeichnungen alter Meister und zwölf Kavelingen mit chinesischem Porzellan, Geschirr und Silberbesteck. Die Versteigerung könnte ungefähr 3,5 Millionen Euro einbringen.

Wer die Kunstgegenstände zur Versteigerung freigegeben hat, wollen das Regierungspresseamt (RVD) und Sotheby’s nicht bekanntgeben. Im Katalog der Londoner Versteigerung steht lediglich die Information „property of a princess“. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass Prinzessin Christina, die jüngste Tochter von Juliana, die Verkäuferin sein muss. Sie verkaufte bereits in der Vergangenheit mehrmals Kunstobjekte. Die Zeichnungen, die am 30. Januar in New York angeboten werden, stammen aus der berühmten Kollektion von Wilhelm II. und seiner Gattin Anna Paulowna. Das bekannteste Kunstobjekt stellt eine Zeichnung von Peter Paul Rubens dar, deren Versteigerungswert auf 2,5 bis 3,5 Millionen Euro geschätzt wird. Die Holzkohlezeichnung, die einen muskulösen jungen Mann zeigt, ist eine Vorstudie für ein Altarbild in der Liebfrauenkathedrale in Antwerpen gewesen. Die Zeichnung des niederländischen Großmeisters wurde oftmals ausgestellt und wird vielfach in der Literatur beschrieben. 1959 wurde die Zeichnung der Sammlung von Königin Wilhelmina zugeschrieben, danach war Königin Beatrix die Eigentümerin.

Die Verkleinerung der Kunstsammlung ist mittlerweile eine Oranje-Tradition mit einer langen Vorgeschichte. Der letzte große Kunstsammler der Königsfamilie war Wilhelm II., der sich bei seinem russischen Schwager Nikolaus I. eine Millionen Gulden lieh, um sich Kunst kaufen zu können. Nach seinem plötzlichen Tod 1849 hatte Wilhelm II. einen großen Schuldenberg angehäuft. Nikolaus I. wollte Wilhelm II. die Schulden im Tausch gegen die Kunstsammlung erlassen, doch die Familie beharrte darauf, dass die Versteigerung sinnvoller sei. Mehrere Werke von Raphael, Michelangelo und Leonardo da Vinci und 192 Gemälde alter Meister wurden damals verkauft und brachten 771.059 Gulden ein. Noch heute sprechen Kunsthistoriker mit Wehmut von der damaligen Versteigerung, die im August 1850 stattfand. Ausländische Kunstsammler ersteigerten die Objekte und die Kunstsammlung des niederländischen Königshauses wurde drastisch verkleinert.

Auch die Zeichnungen, die Sotheby’s jetzt anbieten, sind nicht die ersten Reststücke aus der Sammlung von Wilhelm II., die verkauft werden. 1988 ließ Prinz Bernhard zwei Gemälde versteigern. Der Ehemann von Königin Juliana schenkte den Ertrag nicht wie angekündigt dem WWF, sondern verwendete das Geld für ein Privatprojekt. 2013 verkauften die Enkelkinder von Juliana ein Gemälde des javanischen Künstlers Raden Saleh. Davor hatte ein unbekanntes Mitglied der Königsfamilie 2012 den Atlas Munnicks van Cleeff, eine Sammlung von 1.200 Zeichnungen aus dem 17. Und 18. Jahrhundert von der Stadt und Provinz Utrecht, für einen Millionenbetrag verkauft. Die Verkäufe aus den Jahren 2012 und 2013 wurden erst 2016 öffentlich gemacht, worauf die niederländischen Kunsthistoriker mit heftiger Kritik reagierten – denn die Königsfamilie hatte die Gemälde und Kunstobjekte nicht zuerst niederländischen Museen angeboten, sondern diese direkt versteigern lassen.

Die Tageszeitung NRC Handelsblad hat das RVD auf die erneute Versteigerung von Kunstobjekten der Königsfamilie angesprochen. Laut dem RVD sind die Besitzer von Privatsammlungen in den Niederlanden dazu bemächtigt, ihre Kunstobjekte versteigern zu lassen, wenn dabei alle rechtlichen Prozeduren berücksichtigt werden – und das sei auch bei dieser Versteigerung der Fall. Außerdem habe das Presseamt bestätigt, dass Prinzessin Juliana die Objekte Erben vermacht hatte.

Salima Belhaj (Foto lks) von der Partei D66 fordert nun, dass Ministerpräsident Mark Rutte noch vor der Versteigerung an das Königshaus appelliert und sich für einen Verbleib der Kunst im eigenen Land ausspricht. Vor der Versteigerung solle zuerst erfragt werden, ob niederländische Museen Interesse an dem Werk Rubens haben. Belhaj hofft, dass die Zeichnung der niederländischen Gesellschaft auf diese Weise erhalten bleibt. Außerdem wünscht sie sich, dass bei zukünftigen Kunstobjekten der Königsfamilie immer so verfahren wird.

Auch die Vereniging Rembrandt (dt. „Verein Rembrandt“) hat bereits ihre Hilfe angeboten. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, niederländische Museen beim Ankauf von Kunst zu unterstützen. Sollte ein niederländisches Museum einen Versuch unternehmen, die Kunstobjekte zu kaufen, würde der Verein dieses Museum unterstützen, um so dabei zu helfen, dass die Zeichnungen in den Niederlanden bleiben können. Allerdings muss die Verkäuferin der Kunstobjekte natürlich dazu bereit sein, die Kunstobjekte von der anstehenden Versteigerung zurückzuziehen und dementsprechend vermutlich auf viel Geld zu verzichten.

 

(Quelle: Niederland.net)

Arte hat im Rahmen der Sendung Tracks die Künstlergruppe Rocco und seine Brüder (Rocco and his brothers) portraitiert. Mit klar erkennbaren Wurzeln im Graffiti arbeitet das Berliner Kollektiv an der Schnittstelle von Kunst und Aktivismus, um auf Missstände in der Stadt hinzuweisen und Menschen durch Kunst zum Nachdenken anzuregen. Rocco und seine Brüder gehören ohne Frage zum Kreis der zur Zeit interessantesten Künstler, die im Bereich urbaner Kunst und Aktivismus aktiv sind.

Für mehr von Rocco und seine Brüder besucht die Website des Künstlerkollektivs oder folgt auf facebook und Instagram.

(Quelle: Urbanshit)

Eintritt frei

11. November 2016

Bilderbuchvormittag in der Stadtbibliothek
Lingen (Ems) – Stadtbibliothek, Karolinenstr. 10
Fr 11.11., 11.00 – 12.00 Uhr
Eintritt kostenlos

Am 11. November ziehen Kinder und Erwachsene mit bunten Laternen durch die Straßen und erinnern sich an den Heiligen Martin, der seinen warmen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Doch wer war dieser Mann eigentlich? Und wie kam es, dass aus dem römischen Soldaten der Bischof von Tours wurde?

Auszubildende der Fachschule St. Franziskus für Sozialpädagogik werden die Martinsgeschichte mit dem Bilderbuch von Maura Wasyl Bagdaschwili erzählen. Passend zur Geschichte wird natürlich auch wieder gebastelt. Kinder zwischen 4 und 7 Jahren sind herzlich eingeladen.

—-

bildschirmfoto-2016-11-10-um-23-51-25Weinpräsentation in der Tanzgalerie
Rheinhessische Weine vom Weingut Meyerhof in stimmungsvoller Atmosphäre verkosten
Lingen (Ems) – Tanzgalerie Lorenz, Bernd-Rosemeyer-Str. 10
Freitag, 11.11.2016 – 17 – 22 Uhr
Eintritt frei

Verbringen Sie einen weinfrohen Abend mit Bekannten und Freunden in der Tanzgalerie in Lingen. Nutzen Sie die Gelegenheit bei einer offenen Weinverkostung Ihren Lieblingswein zu finden und mit dem Winzer persönlich ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung ist kostenfrei und es ist keine Anmeldung nötig. Weitere Infos hier

—-

exel

EXEL Existenzgründertag
Lingen (Ems) – IT-Zentrum LingenKaiserstraße 10b
Sa 12.11.2016  10 – 13 Uhr
Eintritt frei

EXEL, die Existenzgründungsinitiative Emsland, ermutigt angehende Unternehmerinnen und Unternehmer zur Selbständigkeit und gibt konkrete Hilfestellungen.

gruenderwocheDer Existenzgründertag 2016 bietet Gelegenheit, auf viele Fragen Antworten zu finden. Bei freiem Eintritt informieren und beraten Fachleute zu den wichtigsten Themen rund um das Gebiet Existenzgründung und Unternehmensführung. In einer Podiumsdiskussion berichten junge Unternehmer über ihre Erfahrungen und geben Tipps für einen erfolgreichen Start.

Treffen Sie auf dieser im Emsland einmaligen Veranstaltung wichtige Institutionen und Ansprechpartner für die geplante Selbständigkeit.
Weitere Informationen hier
 —-

lichtermeerLichtermeer 
Lasst Hoffnung leuchten für die Menschen in Not hier und weltweit
Lingen (Ems) – Marktplatz
Sa 12.11.2016 – 16.30 Uhr
Eintritt: frei

Traditionell gibt es auch in diesem Jahr eine Illumination aus vielen Kerzen zum Zeichen der Solidarität auf dem Marktplatz in Lingen. Am Samstag  werden ab 16.30 Uhr hunderte von Kerzen entzündet. Jede Kerze steht symbolisch für einen Menschen in einer schwierigen Lebenslage.
Auch in diesem Jahr folgen über 90 Städte und Gemeinden dem Aufruf von Caritas International und setzen ein Zeichen der Solidarität für Menschen am Rande der Gesellschaft. Zur Aktion in Lingen laden der SKM Lingen, der SkF Lingen, das Freiwilligen-Zentrum Lingen und der Caritasverband Emsland ein.
Mit den Spenden der diesjährigen Aktion werden bedürftige Menschen in Lingen sowie die Arbeit der Caritas mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Nordafrika unterstützt. Und damit es an diesem Abend noch etwas heller leuchtet, sind alle Kinder herzlich eingeladen, Ihre bunten Laternen mitzubringen!
Wer die Aktion unterstützen möchte, kann dies ganz einfach am Tag der Veranstaltung tun. Zum Solidaritätspreis von drei Euro können am Vormittag am Informationsstand vor der Alten Marktapotheke oder abends direkt vor Ort Kerzen erworben werden. Für jede Spende wird dann sinnbildlich ein Licht der Hoffnung und der Solidarität entzündet.
—-

Zyklus für Wassereimer (oder Flaschen)
Aktion in der Kunsthalle Lingen
Lingen (Ems)  –  Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
So 13.11.2016 – 11 – 17 Uhr
Eintritt frei

Die Aktion zyklus für wassereimer (oder flaschen) (1962) ist eines der bekanntesten Fluxus-Stücke von Tomas Schmit, das er 1963 in Amsterdam zum ersten Mal aufführte.

Es würde über die Jahre viellfach auch von anderen Akteuren und Künstlern interpretiert, u. a. nahm der Filmemacher Harun Farocki das Stück 2010 zum Ausgangspunkt für seine Film-Skulptur Umgiessen.

Die Aktion, so Farocki, vermied Symbolismus, … sie hatte nichts Vitalistisches. In ihrer Einfachheit und Schlüssigkeit ist sie ein Beckett-Spiel ohne Worte. Trotz der Gleichförmigkeit des Geschehens gab es eine Entwicklung; die Anti-Handlung fand aus sich heraus ein Ende.

Am letzten Tag der Ausstellung führt Hartmut Andres die Fluxus-Aktion zyklus für wassereimer (oder flaschen) ab 11 Uhr auf.

—-

Chorus Musicus Gospelworkshop Konzert web Chorus Musicus Freren
Gospelkonzert
Freren – Alte Molkerei, Bahnhofstr.
So 13.11.2016 – 17 Uhr
Eintritt frei

Der Chorus Musicus Freren veranstaltet vom 11. bis 13. November 2016 unter Mitwirkung von Micha Keding und Team einen Gospel-Workshop.
100 Sängerinnen und Sänger aus Freren, Thuine, Suttrup, Andervenne, Messingen, Beesten, Lünne, Lingen sogar weit über die Grenzen des Emslandes hinaus nehmen daran teil.

Als Abschluss findet dann am Sonntag, 13. November 2016, um 17.oo Uhr in der Alten Molkerei Freren ein Gospel-Konzert mit den eingeübten Liedern statt. Hierzu wird herzlich eingeladen