Calmeyer

13. Juni 2010

Der vor fast vierzig Jahren verstorbene Osnabrücker Rechtsanwalt Hans Calmeyer ist nicht vielen bekannt, aber doch in unserer Region wie den benachbarten Niederlande eine wahrlich bedeutende Persönlichkeit des letzten Jahrhunderts. Denn Hans Calmeyer (1903–1972) rettete als Leiter der „Behörde für Abstammungsfragen“ in den besetzten Niederlanden Tausende niederländische Juden vor der Deportation in die Vernichtungslager und sabotierte damit den Holocaust. Für seinen Einsatz wurde er 1992 in der Gedenkstätte Yad Vashem posthum als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.

Die Osnabrücker Villa Schlikker des Kulturhistorischen Museums zeigt jetzt die Ausstellung “Hans Calmeyer und die Judenrettung in den Niederlanden”. Diese Ausstellung rückt mit Hans Calmeyer eine Persönlichkeit in das Bewusstsein, die in der Zeit des Nationalsozialismus unter schwierigsten Umständen Zivilcourage bewies. Sie ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung mit seiner Person und der Frage, welche Handlungsspielräume Menschen während des Nationalsozialismus besaßen und nutzten.
Die Ausstellung “Hans Calmeyer und die Judenrettung in den Niederlanden” wird heute um 11.30 Uhr in der Villa Schlikker in Osnabrück eröffnet. Sie dauert bis zum 10. Oktober. Zur Ausstellung findet am 17. Juni um 19.30 Uhr der Vortrag „Hans Calmeyer und die Judenrettung in den Niederlanden. Ein kritischer Überblick zur neueren Forschungsliteratur“ statt. Es spricht der Calmeyer-Biograf Peter Niebaum von der Hans-Calmeyer-Initiative, die die Ausstellung fördert. Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

(Fotos: © Hans-Calmeyer Initiative, Peter Niebaum)