stoppen

23. Oktober 2019

Die niederländische Regierung will in Zukunft den Anstieg der Urlaubsflüge, die am Flughafen Schiphol abfliegen oder ankommen, stoppen. Die niederländische Ministerin für Infrastruktur und Wasserwirtschaft Cora van Nieuwenhuizen(VVD) arbeitet zur Zeit an einer Regelung, die diejenigen Fluggesellschaften bei der Verteilung von Flugrechten bevorteilen soll, die einen größeren Beitrag zur Ausweitung des weltweiten Streckennetzes leisten. Dazu gehört zum Beispiel auch die niederländische Fluggesellschaft KLM.

Dies geht aus einem Entwurf der Luchtvaartnota 2020 bis 2050 hervor, einem Dokument über die politischen Pläne der nächsten 30 Jahre bezüglich der Luftfahrt, das aktuell der niederländischen Tageszeitung de Volkskrant vorliegt. In diesem Zeitraum, so die Luchtvaartnota, darf der Amsterdamer Flughafen Schiphol bezüglich der Anzahl seiner Flüge nur ein minimales Wachstum verzeichnen. Dadurch soll der Ausstoß von Treibhausgas begrenzt und die Unannehmlichkeiten für die Anwohner so gering wie möglich gehalten werden. In konkreten Zahlen bedeutet dies, dass auf dem Flughafen ab 2020 nur bis zu 540.000 Starts und Landungen pro Jahr durchgeführt werden dürfen. Das sind gerade mal 40.000 mehr als es aktuell der Fall ist. Van Nieuwenhuizen beabsichtigt nun – zugunsten der niederländischen Wirtschaft – diese nun verbleibenden 40.000 Flüge dazu zu nutzen, das weltweite Netzwerk auszuweiten. Man wolle damit vermeiden, dass die zusätzlichen Flüge dafür verwendet würden, sonnige Urlaubsziele an der spanischen oder türkischen Küste anzusteuern.

Seitens des Amsterdamer Flughafens hagelte es Kritik. Die Mitarbeiter hätten kaum Einfluss auf die Verteilung der Flüge und sehen sich daher nicht in der Lage, den Forderungen nachzukommen. Diese Kritik jedoch bezog van Nieuwenhuizenin ihre Pläne mit ein. Es soll in Zukunft eine Regelung geben, die gewährleistet, dass der Koordinator des jeweiligen Flughafens mitentscheiden kann, wem er bei einer begrenzten Anzahl an möglichen Starts und Landungen, den sogenannten Slots, den Vorzug gibt. Für den Amsterdamer Flughafen würde dies letztendlich bedeuten, dass der Slot-Koordinator dann in der Lage sei, Fluggesellschaften, die zum weltweiten Streckennetz beitragen, zu bevorzugen. In der Praxis sind dies vor allem die niederländische Fluggesellschaft KLM und ihre Partnerunternehmen. Um allerdings konkrete Präferenzen hinsichtlich verschiedener Ziele und Fluggesellschaften aussprechen zu können, möchte sich van Nieuwenhuizen zunächst einen Überblick darüber verschaffen, welche Ziele wie oft und in welchem Zeitraum angeflogen werden.

Die Ministerin geht allerdings davon aus, dass eine örtliche Regelung nicht ausreichen werde, um Urlaubsfluganbieter vollständig von Schiphol fernzuhalten. Da in diesem Fall europäische Vorschriften nicht mit den Plänen der niederländischen Regierung einhergehen, drängt Van Nieuwenhuizen nun in Brüssel darauf, den Mitgliedsstaaten mehr Befugnisse einzuräumen.

Doch nicht nur seitens der EU treten innerhalb dieser Diskussion Probleme auf. Auch Anbieter von Billigfluggesellschaften kritisieren den Plan der Ministerin, da sie den Wettbewerb gefährdet sehen. So meldet sich beispielsweise Steven van der Heijden, Geschäftsführer der türkischen Fluggesellschaft Corendon Airlines, zu Wort, der sich die Frage stellt, ob eine derartige Regelung überhaupt rechtens sei, da sie doch sehr stark in den freien Markt eingreife. Darüber hinaus hätten die Urlaubsfluggesellschaften keine Möglichkeit, auf einen anderen Flughafen auszuweichen. Durch die andauernden Bauarbeiten des Flughafens in Lelystad und das langsame Wachstum bezüglich der Anzahl der erlaubten Flüge, gäbe es für diese Fluggesellschaften keine Alternative.

Weiterhin plant die Regierung, für die kommenden 30 Jahre neue Grenzwerte für Lärmbelästigung, (Ultra-)Feinstaub und CO2 festzulegen und auch dadurch eine Ausweitung des Flugverkehrs zu verhindern, heißt es in der Luchtvaartnota. Auch sei es zukünftigen Regierungen nicht gestattet, sich über diese Regelungen hinwegsetzen. Nichtsdestotrotz sei ein Wachstum der niederländischen Luftfahrt nicht vollkommen ausgeschlossen, so Van Nieuwenhuizen. Sollte die internationale Erreichbarkeit mangels ausreichender Flüge auf dem Spiel stehen, müsse man einen neuen Kompromiss zwischen Umwelt und Wirtschaft finden.

Als Alternative zu innereuropäischen Flügen mit einer Entfernung von bis zu 800 km wie beispielsweise London, Paris oder Berlin wird die Fahrt mit dem Zug empfohlen. Dadurch könnte man langfristig entweder diese Flüge streichen, um das Klima zu schonen, oder aber neue Slots für Flüge, die der Ausweitung des weltweiten Streckennetzes dienen, freigeben. Große Investitionen zur Schaffung einer neuen Infrastruktur für die internationalen Züge seien jedoch nicht geplant. Dies sei, so Van Nieuwenhuizen, zu teuer. Es sei sinnvoller, das Geld in eine nachhaltige Luftfahrt zu investieren.

Eine weitere Idee, die von Mitgliedern anderer Parteien der Tweede Kamer vorgeschlagen wurde, besteht in der Verlegung des Amsterdamer Flughafens an die Nordsee. Davon hält die Ministerin allerdings nichts. Zwar wolle sie in der Luchtvaartnota Bedingungen für den Bau eines Seeflughafens festlegen, ist aber von der Rentabilität und Relevanz dieses Projektes nicht überzeugt.


Text: Niederlande.net; Foto: Flughafen Amsterdam-Schiphol Autor: Cjh1452000   CC Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Kerngedanken

30. Dezember 2016

„Erst wenn alle am Tisch sitzen, wird gegessen“ – so oder ähnlich könnte der Grundgedanke gewesen sein, den die niederländische Fluglinie KLM bei ihrer diesjährigen Weihnachtsaktion hatte. Mit einem „Bonding Buffet“ brachte die Fluggesellschaft Passagiere aus aller Welt zusammen.

An einem Ort wie dem Amsterdamer Schiphol-Flughafen trifft man unweigerlich auf viele fremde Menschen, an denen man oftmals ohne größere Beachtung vorbeigeht. Diese Anonymität sollte zumindest für wenige Stunden weichen, dachte sich die Fluggesellschaft KLM – und lud alle interessierten und hungrigen Gäste kurzerhand zu einem Weihnachtsessen ein.

Eine Bedingung gab es aber: Erst, wenn alle Plätze belegt sind, konnten sich die Gäste über ein üppiges Abendessen freuen. Der Tisch in der Mitte thronte bis dahin an der Spitze einer 4,5 Meter hohen Säule. Diese senkte sich mit jedem besetzten Stuhl um wenige Zentimeter. Wer versuchte, den Nachbarsitz beispielsweise mit dem eigenen Körpergewicht ebenfalls zu erschweren, wurde schnell von der Realität eingeholt: Sobald das Gewicht vom Platz weggenommen wurde, stieg die Säule wieder empor. Die Kreation der KLM-Werbeprofis von DDB & Tribal Amsterdam verdeutlicht den Kerngedanken von Weihnachten. Beim Fest der Liebe geht es vor allem darum, miteinander Zeit zu verbringen – statt alleine Zeit zu verbringen und wie in diesem Beispiel isoliert auf den nächsten Flieger zu warten.

Eine schöne Aktion, wie ich finde.

(Quelle Horizont.net)

Sherlock

27. September 2014

Genial: KLM hat da am Drehkreuz Schiphol eine Lösung gefunden, um Fluggästen ihre im Flugzeug vergessenen  Dinge zurückzubringen. Wenn das Bordpersonal zurückgelassene Handys, Kopfhörer oder Plüschtiere  findet, nimmt der offizielle KLM-Spürhund Sherlock Witterung auf und findet die Person, die nach dem jeweiligen Gegenstand riecht. In 80 Prozent der Fälle sei er erfolgreich – noch bevor die Person den Flughafen verlassen hat. Schlecky Silberstein, wo ich das Video entdeckt habe, glaubt zwar „irgendwie kein Wort, traut den Holländern aber alles zu. Wer sich gerade am Flughafen Schiphol aufhält, kann ja mal Ausschau nach dem Fifi halten.“ (Quelle)

Absturz

18. Juli 2014

FLUGZEUGABSTURZ: 192 Niederländer verunglückt [Update]
Amsterdam/Den Haag. /NOS. 18. Juli 2014.

Malaysian Airlines
Boeing 777 der Malaysia Airlines: Ein solches Flugzeug ist über der Ost-Ukraine (abgestürzt, Quelle: Glenn Beltz/cc-by)

Bei einem Flugzeugabsturz einer malaysischen Maschine über der Ost-Ukraine am Donnerstagnachmittag sind Passagiere aus mindestens sechs Ländern umgekommen. Die größte Gruppe bilden mit mindestens 192 Opfern niederländische Staatsbürger. Auch mindestens vier deutsche Flugreisende sind unter den Opfern, daneben Passagiere aus Australien, Malaysia, Indonesien, dem Vereinigten Königreich, Belgien, den Philippinen, Neuseeland und Kanada. Bei vier Personen ist die Nationalität bislang noch unbekannt. Die Namen der Opfer sollen erst dann bekannt gemacht werden, wenn alle Opfer identifiziert sind. Dies wurde am späten Abend auf einer Pressekonferenz im niederländischen Flughafen Schiphol bekanntgegeben, die von vielen Fernsehsendern weltweit – unter anderem CNN – live übertragen wurde. Wie am Freitag bekannt wurde, waren viele der Passagiere – NOS spricht von 100 Personen – zur internationalen Aids-Konferenz nach Australien unterwegs.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte zeigte sich in einer ersten Stellungnahme tief betroffen über die Nachricht vom Flugzeugunglück über der Ost-Ukraine. Die Maschine der Malaysia Airlines war gegen Mittag auf dem Flughafen Amsterdam Schiphol in Richtung Kuala Lumpur gestartet und um 15.21 nahe der Stadt Donezk vom Radar verschwunden. Nach ersten Berichten sollen alle 298 Insassen bei dem Unglück umgekommen sein; darunter nach ersten Einschätzungen auch mehrere Dutzend Niederländer. Der Flug wurde gemeinsam von Malaysia Airlines (MH17) und der niederländischen Linie KLM (KL4103) organisiert.

„Ich bin zutiefst über die dramatischen Berichte zum Absturz von Flug MH17 geschockt“, ließ Mark Rutte, der sich zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens der Tragödie im Ausland befand, mitteilen. „Unsere Gedanken sind jetzt bei den Insassen, ihren Familien und Freunden“. Der niederländische Premier hatte direkt im Anschluss das Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten gesucht und sich auf den Weg zurück in die Niederlande gemacht, „um die Situation aus Den Haag weiter zu verfolgen und zu handeln.“ In einem Restaurant auf dem Flughafen Schiphol ist unterdessen eine Anlaufstelle für Angehörige der verunglückten Passagiere eingerichtet worden. Im Laufe des Abends wurde von Vertreter der betroffenen Fluggesellschaften unter +31 70 3487770 zudem eine Infohotline für Angehörige der Opfer geschaltet.

Neben Premier Rutte reagierte auch Sicherheits- und Justizminister Ivo Opstelten schnell mit einer Erklärung und zeigte sich ebenfalls geschockt: „Die Bilder, die Sie und ich gesehen haben, sind furchtbar. Aber noch vieles ist undeutlich über die Ursache und die Umstände“. Opstelten bezog sich damit auf Gerüchte, wonach die malaysische Passagiermaschine Opfer eines Beschusses von pro-russischen Separatisten geworden ist, die sich in der Ost-Ukraine momentan mit ukrainischen Regierungstruppen schwere Gefechte liefern. Neben Opstelten äußerte sich gegen 20.30 Uhr auch das niederländische Staatsoberhaupt, König Willem-Alexander, über das Regierungspresseamt RVD gegenüber der Öffentlichkeit: „Ebenso wie der Rest der Niederlande verfolgen meine Frau und ich die Nachrichten sehr genau und hoffen, dass es schnell mehr Deutlichkeit gibt. Wir leben mit den Familien, Freunden, Kollegen und Bekannten der Opfer und mit denen, die noch in Ungewissheit darüber sind, ob ihre Geliebten an Bord der Maschine waren.“

Die niederländische Fluggesellschaft KLM, die den Flug gemeinsam mit Malaysia Airlines organisierte, hat – ebenso wie auch Lufthansa, Turkish Airlines und Air France – heute Abend mitgeteilt, den Luftraum über der Ost-Ukraine ab sofort nicht mehr zu überfliegen. Andere Gesellschaften wie die australische Quantas oder die beiden süd-koreanischen Airlines Asiana und Korean Air umfliegen den Luftraum über dem Kriegsgebiet bereits seit mehreren Wochen. Der niederländische Außenminister Frans Timmermans forderte am Abend, dass unabhängige Untersucher Zugang zur Unglücksstelle in der Ost-Ukraine bekommen müssen.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kommen währenddessen viele Menschen an der niederländischen Botschaft zusammen, um Kerzen anzuzünden und Kondolenzbekundungen zu hinterlassen. Die Flaggen wurde dort auf Halbmast gehisst. Und auch in den Niederlanden wird es, wie heute von Seiten der Regierung bekanntgegeben wurde, vor allen öffentlichen Gebäuden am Freitag eine Trauerbeflaggung geben. Wer den Hinterbliebenen sein Beileid aussprechen möchte, kann dies auf mehreren Online-Kondolenzbücher. Auf condoleance.nl waren am Freitagabend bereits rund 21.000 Beileidsbekundungen eingegangen.

MH17NL2

 

Die niederländischen Tageszeitungen stehen am Tag nach dem Unglück alle im Zeichen des Flugzeugabsturzes:

MH17NL

Quelle/übernommen von Niederlande.net

gelöscht

30. Juni 2014

Der flotte @KLM-Tweet ist inzwischen gelöscht. Da haben unsere Kaufleute von nebenan wohl schnell kalte Füße bekommen. Ansonsten sind die Niederlande gestern Abend ausgeflippt, was man als Fußballfan ja verstehen kann. Guckst Du zB hier.

Bildschirmfoto 2014-06-29 um 22.20.34